Trisomie-Risiko und Fruchtwasserpunktion

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von lishi 21.09.06 - 20:10 Uhr

Hallo, Ihr Lieben,
ich (32 J.) bin neu hier und hoffentlich verzeiht Ihr mir meine Frage, ist bestimmt schon häufiger vorgekommen...
Heute habe ich von meinem FA erfahren, dass bei meinem Kleinen (15. SSW) ein erhöhtes Risiko für Trisomie vorliegt. :-( Normal sei ein Risikowert von bis zu 1:250, bei mir liegt das Risiko bei 1:172. Er empfiehlt mir dringend eine Fruchtwasserpunktion, obwohl er noch vor 2 Wochen sagte, dass ich das nicht machen solle, um kein "Risiko" einzugehen.
Ich hatte bereits 2 Fehlgeburten und war soooo froh, dass ich endlich die ersten 3 Monate überstanden hatte - und nun das. Bin nervlich ziemlich am Ende.
Hoffentlich kann mich hier jemand beruhigen und sagen, dass so ein Risikowert nix bedeuten muss!
Übrigens würde ich ein Kind mit Down-Syndrom niemals abtreiben, aber wissen möchte ich es wohl schon...um mich darauf vorbereiten zu können. Oder? Ach, ich weiß gar nichts mehr.
Hilflose und traurige Grüße,
Christine

Beitrag von channtale2000 21.09.06 - 20:25 Uhr

Hallo Christine,
woher hat denn dein FA die Zahl?
20 Jahre 1/1520
25 Jahre 1/1350
30 Jahre 1/895
33 Jahre 1/545
34 Jahre 1/445
35 Jahre 1/355
36 Jahre 1/280
39 Jahre 1/125
40 Jahre 1/95
41 Jahre 1/75
44 Jahre 1/30
45 Jahre 1/20
Dein Altersrisiko liegt also zwischen 850 und 600. Hat er eine Nackenfaltenmessung gemacht? Meisst machen dies nur Tageskliniken oder Fachärtzte. Ich habe ein Kind verloren mit Triso21 (leider keine Überlebenschance im Mutterleib). Dann in der Zwillingsschwangerschaft (auch Altersbedingt) wurde eine NFM gemacht. Mein Altersrisiko lag bei 300 und die Messung ergab 800. Das Risiko der Fruchtwasserpunktierung die Kinder zu verlieren lag bei 50%. Also keine Frage haben wir uns dagegen entschieden.
Ich würde zu einem andren Arzt noch gehen oder in eine Klinik. Vor der Fruchwasseruntersuchung gibt es immer noch die Feindiagnostik.

Alles Gute für dich und #ei
LG Jana & die RZTwins

Beitrag von flyingany 21.09.06 - 20:35 Uhr

Hallo!

Ich denke mal, dass über die Nackenfaltenmessung und den Bluttest dieses individuell berechnete Risiko heruasgekommen ist.

ANY

Beitrag von junge_mutti21 21.09.06 - 20:44 Uhr

Hallo Christine!

Ich bin zwar erst 21 Jahre, aber hatte ein Risiko von 1 zu 29 ein Kind mit Trisomie zu bekommen, der Arzt hat mit dringend geraten, die Fruchtwasseruntersuchung machen zu lassen!

Das taten wir dann auch am Dienstag.

Ein Risiko von 50 % das ungeborene Baby zu verlieren muss ich hier mal richtig stellen, es kommt mit einer Höchstwahrscheinlichkeit, von max.0,5-0,7 % alles Fruchtwasseruntersuchungen zu einer Fehlgeburt!

Wenn Du Dich die ersten beiden Tage danach schonst, dann passiert Dir und dem Baby nichts!

Das Ergebnis habe ich noch nicht, doch der Chefarzt unserer Klinik hat gesagt, das ich mir keine Sorgen machen bräuchte, denn es sei mit dem Babay soweit alles ok.

Also wenn Du Dir nicht sicher bist, ein Kind mit Trisomie21 bekommen zu wollen, dann rate ich Dir zur Fruchtwasseruntersuchung!

Also viel Spaß noch bei der Restschwangerschaft, und es wird alles gut gehen!

Gruß Jessy mit Sohn Jason und #babyinside, 15+0

Beitrag von anne_loewe 21.09.06 - 20:44 Uhr

Liebe Christine,

wenn Du auf keinen Fall abtreibst, mach auch auf keinen Fall die Untersuchung!!
Hier liegt nämlich das Risiko, dass Du das Kind verlierst bei 1:100, also viel höher als das Risiko für Trisomie. Wenn es behindert ist erfährst Du es sowieso (spätestens bei der Geburt)

Weisst Du, es gibt ja noch 1001 andere Behinderungen, die man nicht vorher abklären kann und sich so also auch nicht darauf vorbereiten.
Ich finde es jedenfalls toll, dass Du das Kind auf jeden Fall annimmst. Wir haben auch alle zusätzlichen Untersuchungen abgelehnt, da ich auch niemals abtreiben würde. Wozu also das Risiko der Untersuchung eingehen?

Es ist ja ausserdemm seeeehr wahrscheinlich, dass Dein Kind nmicht behindert ist!

Liebe Grüsse, Anne

Beitrag von manonne 21.09.06 - 21:11 Uhr

Hallo,

ich habe auch zwei Fehlgeburten gehabt und mich bei meinen beiden folgenden Kindern gegen eine Fruchtwasseruntersuchung entschieden, weil mir das Risiko einer erneuten fehlgeburt zu hoch war (ich war da 33, bzw. 35). Ich habe einen feinultraschall machen lassen, um mich gegebenenfalls darauf vorbereiten zu können. meine kinder sind zum glück gesund.

wenn du sicher bist keine abtreibung im falle einer erkrankung vornehmen zu lassen, dann würde ich dir einen feinultraschall raten, dieser wird in kliniken oder besonderen arztpraxen durchgeführt (meistens um die 20. ssw) herum. vielleicht kannst du aber auch schon einen früheren termin bekommen. das blöde ist nur, dass du die kosten selber tragen musst, wenn dir dein arzt keine überweisung ausstellt, sei denn du bist privatversichert.

für eine nackenfaltenmessung ist es zu spät, denn die muss bis zum ende der 14.ssw gemacht worden sein.

der wert besagt im grunde genommen nichts aus (ich nehme an, dass es sich dabei um den tripeltest handelt). werte von fraue wurden mit deinen Blutwerten (schwangerschaftsalter, dein alter, gewicht usw.) verglichen und dann wird eine wahrscheinlichkeit daraus berechnet. Du kannst pech bei einem tollen ergebnis haben und bist eine unter 100000, die es trifft und du kannst genauso glück bei einem schlechten ergebnis haben und bist eben eine unter 100000, die es nicht trifft.

alles gute

Beitrag von knesa 21.09.06 - 21:19 Uhr

Hallo,
bei meiner ersten SS war das Risiko auch erhöht. Wir haben damals eine FU machen lassen. Alles ist gut gegangen und unser Sohn ist gesund zur Welt gekommen.

Wenn du auf keinen Fall abtreiben willst und dir da ganz sicher bist. Dann warte noch ein paar Wochen, so vier bis sechs und lasse eine Feindiagnostik machen. Die ist zwar nicht sicher, aber man kann offensichtliche Annomalien meist sehen. Irgendwie ist der Oberschenkelknochen anders, kürzer oder so, und der Nasenknochen.
Leider sagt die Untersuchung nicht viel aus, weil alles ja nur gemessen wir. Die können sich in beide Richtungen irren.
Viele FG durch die FU kommen weil sich der Einstich entzündet bzw. Bakterien rein kommen!
Die Entscheidung ist immer schwer.
Ich weiß das leider auch! Und ich habe mich wahnsinnig geplagt, bis wir die FU haben machen lassen.
Ich drücke dir die Daumen und bis jetzt ist noch gar nichts raus, vielleicht hast du ein ganz gesundes kleines Baby in dir!

LG Knesa, Francis 21 Monate und babygirl inside 37 SSW

Beitrag von s_a_m 21.09.06 - 21:27 Uhr

Wenn du dein Kind so nimmst wie es ist, überleg dir, ob du allein um des vorgeburtlichen Wissens willen das Risiko eingehst, was die Amniozentese nunmal einfach mit sich bringt.

Wenn es dich allerdings fertig macht, es nicht vorher zu wissen, lass dir Fruchtwasser abnehmen. Aber denk daran, dass das Ergebnis nicht so ausfallen könnte, wie du es dir wünscht. 172 Frauen in deiner Situation erwarten kein Kind mit Down-Syndrom, aber eine schon. Und viele Frauen sagen vor der Diagnose "Ich treibe nicht ab" und tun es dann doch, weil die von allen Seiten Druck kriegen und die Angst größer ist als die Liebe und der Mut zum Kind. Ist leider so.

Über Down-Syndrom informieren, kannst du dich übrigens auch so. Kann gar nicht schaden, wenn mehr Leute das ein oder andere über Trisomie 21 wissen, ohne selbst ein Kind, einen Bruder, eine Schwester, eine Tante, einen Onkel..... miz Zusatzchromosom 21 zu haben :-) Wie oft wird allein hier im Forum das Thema Down-Syndrom berührt. Und wie viele Schreiberinnen wissen gleichzeitig so gut wie nichts darüber....

Informieren kann man sich immer. Dazu braucht es kein eigenes Kind mit Zusatzchromosom. Es kann auch nicht schaden, etwas zu lesen. Es ist kein schlechtes Zeichen o.ä. Ein Kind hat Down-Syndrom oder nicht. Es kriegt es ja nicht erst ;-)

Liebe Grüße
Sabine (HP über u.a. Down-Syndrom über VK)

Vielleicht interessant?
http://www.regenbogenzeiten.de/LinksErfahrungsberichte.html

Beitrag von yippih 21.09.06 - 22:02 Uhr

Hi Christine!

Woher kommen die Zahlen? Hattest Du eine Nackenfaltenmessung, die auf ein erhöhtes Risiko schließen ließ?

Da Du ohnehin nicht abtreiben würdest, würde ich die Fruchtwasseruntersuchung nicht machen. Schließlich birgt diese Untersuchung ein vergleichsweise nicht unerhebliches Risiko für Dein Kind. Wenn es völlig gesund ist, könnte es dadurch einen Schaden davon tragen.

Ich kann aber gut verstehen, dass Du es gerne wissen möchtest. Andererseits weiß man nie, was später mal passiert und in die Zukunft können wir nicht blicken. Unsere Kiddies können von der Schaukel fallen oder irgendwo runterfallen und sich so schwer verletzen, dass sie anschließend querschnittsgelähmt sind. Später fahren sie vielleicht Motorrad, gehen Bergsteigen, nehmen Drogen ... man wird die Sorgen nie los. Ob man sich aber davon vereinnahmen lassen muss, steht auf einem anderen Blatt. Man muss wohl einfach Vertrauen ins Leben haben und in die Kiddies. Außerdem muss man nicht den Teufel an die Wand malen. Klar kann etwas sein oder passieren, aber man muss doch nicht immer von dem Schlimmsten ausgehen.
Laut Deinem FA stehen die Chancen (und das sind auch nur Statistiken) für Trisomie bei 1:172. Das ist weit unter 1%! Zwar nicht mehr so gering wie bei 1:2000 oder so, aber trotzdem ganz schön niedrig.

Manchmal glaube ich auch, dass es manchen Ärzten einfach ums Geld geht (sicherlich nicht allen). Von daher bin ich eh immer etwas skeptisch. Und so eine Untersuchung ist sicher nicht ganz billig! Außerdem betrachten sie alles von der negativen Seite - es wird vom schlimmsten Fall ausgegangen und danach gehandelt, wodurch der "Patient" total verunsichert wird. Das kann ich nicht begreifen, siehe Geburten, wo so wenig Risiken wie möglich eingegangen werden sollen, die meisten FA für eine Geburt im KH plädieren. Hallo! Kinder kriegen ist wohl eines der natürlichsten Dinge der Welt, würde das nicht in der Regel gut ausgehen, wäre die Menschheit lange ausgestorben! Sorry, jetzt bin ich ein bißchen vom Thema abgewichen. Mich ärgert es einfach, wenn Leute vom Arzt kommen und verunsichert sind, was sie nun machen sollen.

Ich wünsche Dir alles Liebe & Gute und viel Kraft & Geduld, wofür Du Dich auch entscheidest.

#liebdrueck,

Katrin & Emma (*10.06.05) & Stöpsel inside (20.SSW)

Beitrag von josili0208 22.09.06 - 00:43 Uhr

Du hast ja schon viele Meinungen bekommen. Ich erzähl Dir trotzdem noch schnell meine Erfahrungen.
Als ich mit meiner grossen Tochter 1999 schwanger war, hat die Ärztin den Bluttest gemacht, ohne mir davon zu sagen. Nackenfaltenmessungen wurden damals noch nicht gemacht. Sie hat uns dann irgendwann abends zuhause angerufen und meine Welt ist sprichwörtlich zusammengebrochen. Ich hab nur gehört die Chance ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen stehe 1:87. Davor hatte ich mich mit sowas nie auseinandergesetzt, wir hatten kein Internet, ich wohne im Ausland, die Schwangerschaft war ungeplant und überraschend. Wir haben an dem Tag nur noch geheult. Klar haben wir eine FWU machen lassen, irgendwie wurde uns damals gar keine Wahl gelassen. Tja und dann war ich irgendwie 2 Wochen nicht mehr schwanger, dh. ich habe eine Pause eingelegt, erstmal abwarten was die FWU bringt. Und die ganze Zeit habe ich mich gefragt was, wenn...? Nach 2 Wochen kam die Entwarnung, ich habe vor Erleichterung geheult und erst hinterher habe ich nach und nach verstanden dass es nur um einen Wahrscheinlichkeitswert geht.
Mein Mann hat das bis heute nicht 100% begriffen. Jedenfalls haben wir bei 1:87 Risiko eine kerngesunde, hübsche und intelligente Tochter bekommen. In dieser SS haben wir zwar die Blutwerte und Nackenfaltenmessung machen lassen, allerdings eher als Beruhigung. Im Nachhinein muss ich sagen das war auch Quatsch. Klar dass meine Werte wieder etwas niedrig waren#augen, unser Arzt hat uns zu einer Genetik-Sprechstunde geschickt wo wir nochmal ausführlich von einem Arzt beraten wurden. Der hat uns die Sache mit der Wahrscheinlichkeit genau erklärt und da ich sowieso mein Baby schon spüren konnte und mich noch an das Drama von damals erinnere, haben wir beschlossen wir nehmen was kommt. Der Arzt meinte auch aus seiner Sicht wäre eine FWU eher zur Gewissensberuhigung, denn ich hätte eh nicht mehr abtreiben wollen. Das Fehlgeburtrisiko liegt übrigens bei 0,5-1% wobei das in den meisten Fällen Mehrlingsschwangerschaften seien oder Frauen die nicht schnell genug nach einem Blasenriss behandelt werden.
Ach ja, diese Wahrscheinlichkeitsbestimmung ist übrigens eher eine Korrektur des biologischen Alters, dh. da diese Behinderungen öfter mit zunehmendem Alter auftreten, zeigt der Test nur an, welchem Alter die jeweilige Wahrscheinlichkeit einer Frau ein Down-Kind zu bekommen, entspricht #kratz(der Doc konnte das besser erklären). Es werden lediglich bestimmte Proteine im Blut gemessen die mit den eigentlichen Behinderungen nichts zu tun haben, wohl aber mit dem Alter der Mutter.
Ausserdem wurde uns gesagt, dass man auch mit zb. einer 3%igen Wahrscheinlichkeit auf einen Herzfehler rechnen muss, bzw noch einige andere Krankheitskennzahlen wurden uns aufgezählt, die wesentlich häufiger vorkommen. Was ist dann dagegen ein angebliches Risiko von bei Dir zb. 0,58% auf Trisomie?
Entscheiden musst Du am Ende selbst, ich wünsch Dir alles gute.
LG Jo#liebdrueck