Scheinbar dringend nötig - ein Erziehungsführerschein

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von moonerl 22.09.06 - 09:20 Uhr

Hallo,

für einige Eltern bzw. eigentlich für alle Eltern notwendig.

Nur ein Beispiel: Erst neulich wieder erlebt, eine Mutter zu ihrem Sohnemann, der Durst hatte: Nein, du kriegst nichts zu trinken, du warst nicht brav.

Trinken, Essen, Schlafen sind Grundbedürfnisse, die nie einem Kind verwehrt werden dürfen !!

Durch Entzug dieser Dinge kann kein Kind erzogen werden, im Gegenteil.

Wie oft gerät man in Situationen, wo man als Elternteil eigentlich hilflos ist.

Für jeden Beruf den man erlernt, muß man eine Lehre machen bzw. studieren und das jahrelang.

Nur für den wichtigen Beruf *Eltern* braucht man sowas nicht.

Daher denke ich, das ein sogenannter Erziehungsführerschein eigentlich dringend notwendig ist.

Wie ist eure Meinung ??

Grüßle :-)


Beitrag von bettibox 22.09.06 - 09:28 Uhr

Hallo,

Wer gibt dann vor welche Erziehungsregeln gelten oder nicht?

Unsere Erziehung weicht von der "Norm" ab, wir schlafen im Familienbett, sie muss nie alleine einschlafen, unsere Tochter wurde lange gestillt, schlagen, klapsen Strafen a la Supernanny mit heissem Stuhl oder wie das heisst oder der Treppe würden wir niemals anwenden. Aber das ist für uns das richtige, ich würde mir nie anmaßen zu sagen, andere müssen das auch so machen, genauso wie ich manche Sachen von anderen nicht machen würde. Das wichtigste für mich ist, daß ein Kind mit viel Liebe erzogen wird und das kann man nicht lernen.

Absolut recht hast Du natürlich mit dem Trinken, Essen und Schlafen. Trinkentzug seh ich schon fast als Misshandlung an.

LG Ines

Beitrag von moonerl 22.09.06 - 09:35 Uhr

Hallo,

na, so Normabweichend seid ihr garnicht ;-)

Grüßle :-)

Beitrag von bettibox 22.09.06 - 09:58 Uhr

Hallo,

in unserem Verwandten- Bekannten- und Freundeskreis sind wir damit schon Exoten, aber das interessiert uns eigentlich nicht. Auf dumme Fragen von manchen Leuten gibts halt dumme Antworten. :-p
Aber ich bin schon froh, daß es hier einige gibt, die genauso ticken.

LG Ines:-D

Beitrag von ayshe 22.09.06 - 10:46 Uhr

"stiller" stuhl ;-)


von der "norm" abweichen, mag sein, es ist sicher nicht der mainstream ;-)

aber bei uns ist es auch so ;-)
unsere freunde sind ebenfalls so ;-)

und gaaaanz viele gibt es bei den http://rabeneltern.org


lg
ayshe

Beitrag von fiorii 22.09.06 - 10:32 Uhr

Und was sollte deiner Meinung nach ein Erziehungsführerschein beinhalten?

Beitrag von ayshe 22.09.06 - 10:42 Uhr

gewagter thread ;-)

gibt sicher wieder einen riesen ärger #freu


vielerorts werden ab geburt immer altersgemäße elternbriefe an die eltern verschickt.
sie sind vom Arbeitskreis Neue Erziehung e.V.

und bis auf ein paar geringe punkte fand ich sie bisher immer sehr, kindorientiert, verständnisvoll, informativ usw.
wirklich sehr schön:

http://www.liga-kind.de/pages/105elternbriefe.htm

http://www.ane.de/


das ist schonmal eine prävention.
ein aufruf, ein appell an die eltern, sich zu bemühen,
ihre kinder zu verstehen und entsprechend mit ihnen umzugehen.


einige werden es vllt auch nutzen.
sich vllt auch selber noch mehr informationen über geistige entwicklung,
folgen von erziehungsmethoden usw. beschaffen.


aber es wird trotzdem immer noch genug eltern geben,
die ihre kinder nicht verstehen,
denen es anscheindend zu mühsam ist, sich mal IN das kind zu versetzen,
die oft von erwachsenenmaßstäben ausgehen,
nur ihre eigenen ziele verfolgen,
die nicht hinterfragen, WAS im kopf und empfinden des kindes tatsächlich bei manchen methoden passiert.
sie sehen nur das äußerliche ergebnis, das für sie toll aussieht, der rest wird einfach ignoriert.
und vor möglichen folgen, die sich auf das ganze spätere leben als erwachsener auswirken können, werden lieber die augen verschlossen.


ich glaube nicht, daß sich da viel ändern wird. :-(


lg
ayshe

Beitrag von moonerl 23.09.06 - 22:17 Uhr

Hallo,

hast du toll geschrieben.

Grüßle :-)

Beitrag von thunchen 22.09.06 - 10:47 Uhr

Hallo moonerl,

wäre schön, wenn es das gäbe, aber dann muss man auch weiterdenken. Ohne Führerschein darf ich kein Auto fahren, tue ich es trotzdem, werde ich bestraft, Punkt! Aber was ist denn nun, wenn ich keinen Elternführerschein habe, z.Bsp. ich bestehe die Prüfung nicht, oder ich weigere mich, den Elternführerschein zu machen?

Darf ich dann keine Kinder bekommen? Was ist mit den Kindern, die ich schon habe? Werde ich zwangssterilisiert? Wenn ich trotzdem schwanger werde, wird mein Kind zwangsabgetrieben, oder muss ich es abgeben?

So einfach ist das Thema leider nicht. Ich denke, wir können nur versuchen aufzuklären, vielleicht in der Schule schon ansetzen, denn da erreiche wir die zukünftigen Eltern.

Lieben Gruß
Thunchen

Beitrag von ayshe 22.09.06 - 11:08 Uhr

genau wie du sagst, wäre es unglaublich schwierig und ein elternführerschein niemals in die praxis umzusetzen.

ob es überhaupt sinnvoll wäre, ist die andere frage #kratz



ja, aufklärung.
und wenn man sicher nie alle erreicht, so doch vllt einen teil.

und eben vorleben.

wenn ich an kinderreiche eltern denke,
sehe ich dort, wie die "großen" meist schon sehr liebevoll mit den kleineren umgehen,
wenn es die eltern vorleben :-)

Beitrag von marion2 22.09.06 - 12:03 Uhr

Hallo,

klar gibt es Situationen, in denen man total überfordert ist. Meistens, wenn die Situation vorher noch nicht da war.

Die Kinder entwickeln sich die ganze Zeit - wie viele Jahre willst du in der "Erziehungsschule" verbringen, um auf alles vorbereitet zu sein? 20?

Und wenn du ausgelernt hast, dann musst du wahrscheinlich auf die "Großelternschule". #augen

Eltern sein ist kein Beruf! Das siehst du falsch.

Hast du die Mutter darauf angesprochen, dass mit Trinken nun wirklich keine Bestrafung verbunden werden sollte?

Beim Essen solltest du mit deiner Behauptung allerdings sehr sehr vorsichtig sein - das kommt immer auf die Form und Menge der Kost an!

LG Marion

Beitrag von jupp43 22.09.06 - 13:15 Uhr

Hallo,

davon abgesehen, dass ich nichts davon halte, alles und jedes zu reglementieren, wie willst Du das denn umsetzten. Willst Du denjenigen, die den Schein nicht haben, die Kinder nach der Geburt wegnehmen ? Oder Verhütungsmittel ins Trinkwasser mischen, das Gegenmittel gibts nur gegen Vorlage eines Erziehungsführerscheins ? Wäre sicherlich ein Beitrag gegen das Bevölkerungswachstum.

Meine Meinung: Weder sinnvoll noch umsetzbar.

LG Jupp

Beitrag von marion2 22.09.06 - 15:08 Uhr

Verhütung im Trinkwasser?

Wäre gut gegen Teenagerschwangerschaften, leider bissen blöd wegen der Nebenwirkungen.

Hab mal nen Bericht gesehen, da hat eine "Pillenfabrik" ihre Abwässer in nen Fluss geleitet. Trotz Klärung waren wohl immer noch zu viele weibliche Hormone im Wasser, so dass die männlichen Fische verweiblichten und zeugungsunfähig wurden.#schein

Ja, die Idee ist gut - wenn schon dann aber radikal!

Schmunzelnde Grüße Marion

Beitrag von schneeflocke3 22.09.06 - 15:22 Uhr

Hallöchen ;-)

Habe mir die ganze Diskussion bis jetzt angesehen und ich denke auch, daß ein Erziehungsführerschein wohl kaum die richtige Methode ist. Das Warum haben meine vorigen Diskussionspartner schon alle beantwortet. Ich bin eher der Meinung, ein jeder sollte aufmerksamer durch die Welt laufen !! Wenn ich zB die Situation erleben würde, wie du sie geschildert hast, dann würde ich zu dem Elternteil hingehen und es mal aufklären was es mit solchen alterstümlichen Erziehungsmethoden seinem Kind antut und wie es evtl. besser erzogen werden kann. Natürlich in einem freundlichen und respektvollen Umgangston. Ich denke, daß ist der bessere Weg.

Aber trotzdem an alle super viele liebe Grüße,

Sandra & Vanessa Samira #herzlich

Beitrag von moonerl 23.09.06 - 22:22 Uhr

Hallo,

sicher ist es richtig aufmerksamer durch die Welt zu laufen.
Aber wäre es nicht besser bei sich selber *aufmerksamer* zu werden.

Kein Mensch ist perfekt. Die perfekte Mutter, den perfekten Vater gibt es nicht. Jeder kommt in Situationen, wo man plötzlich hilflos davor steht und sich hinterher fragt, war diese Form von Erziehung jetzt die Richtige oder hätte es noch einen anderen sinnvolleren Weg gegeben.

Was würdest du sagen, wenn jemand zu dir kommt und sagt, das was du gerade mit deinem Kind gemacht hast, war falsch ??
Wie würdest du dich in diesem Moment fühlen ??

Grüßle :-)

Beitrag von lanzaroteu 22.09.06 - 15:06 Uhr

nur ist nicht jedes kind gleich...

man darf auch kein auto mit schaltung fahren, wenn man nur den automatikfuehrerschein hat.....

es mag sich zwar vielleicht nett anhoeren, aber ich denk nicht, das es praktisch moeglich waere.

Beitrag von sunflower.1976 22.09.06 - 22:43 Uhr

Hallo!

Hm...ich denke, dass mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden muss. Und jeder kann sich dann die Infos heraussuchen, die er braucht.
In der Familienbildungsstätte gibt es z.B. Infoabende über "Konsequente Erziehung" oder auch Wochenendseminare usw. Das hilft sicher in der ein oder anderen Sitaution, wo man sonst gezweifelt hat, ob die eigene Reaktion richtig war.

Aber allgemeingültige Regeln kann und darf es nicht geben.

LG Silvia

Beitrag von ladytron 23.09.06 - 12:46 Uhr

Prof. Dr. Klaus Hurrelmann hat den vorschlag gemacht einen elternkurs an das kindergeld zu koppeln...gewagter vorschlag..aber überlegenswert...
ich denke da sind uns die skandinavier um einiges voraus....da gibt es unterrichtsfächer bezüglich erziehung...
ich denke ein "füherschein" sollte einfach die kompetenz der eltern stärken....er impliziert ja nicht ein verbot kinder zu bekommen....

generell halte ich elternkurse für sinnvoll!

lg
simone

Beitrag von cyny 23.09.06 - 14:26 Uhr

hallo...

einegntlich total sinnlos...genau wie hier schon öfter gesagt worden ist..denen ich absolut zustimmen muss...

Meiner meinung nach ist es doch das Problem in vielerlei hinsicht das die Eltern heutzutage viel zu jung sind..selber noch kinder)....ich meine nicht die ,die zwischen 18 und 20 Mutter werden ..die bin ich nämlich selber.....sondern die so um die 14-16 Jährigen die meinen sie wären reif genug um mutter sein zu können...wenn sie selbst noch nicht erwachsen sind.....

Und das verhalten der kinder gegenüber kommt dann doch auch daher das sie unzufrieden mit sich selber sind weil sie kein Abschluss lehre oder sonst was haben und daher die nerven blank liegen und es so an die kinder abwelzen wo sie ja selbst noicht wirklich für kindererziehung reif genug sind....

Da bringt dann auch kein elterführeschein was...das ist und wird so bleiben.....

LG
Cynthia

Beitrag von hexen66 23.09.06 - 21:52 Uhr

hallo cynthia,
ich denke es ist unfair unfähige eltern auf junge eltern auszudehen, denn es gibt die "alte" mutter die die nerven nicht mehr hat genauso wie die junge. erziehnung ist einfach nur seine werte weitergeben und das mit liebe und überzeugungskraft. leider ist ein ja viel leichter wie ein nein, wenigstens im moment.
übrigens einen kind zu sagen du bekommst jetzt nichts zu trinken ist ein satz aus einer ganzen unterhaltung, wie sah der rest aus?solange ich nur momentaufnahmen sehen kann ich doch nicht wirklich urteilen,oder?
lg hexen

Beitrag von moonerl 23.09.06 - 22:13 Uhr

Hallo,

*übrigens einen kind zu sagen du bekommst jetzt nichts zu trinken ist ein satz aus einer ganzen unterhaltung, wie sah der rest aus?solange ich nur momentaufnahmen sehen kann ich doch nicht wirklich urteilen,oder?*

Das war keine Momentaufnahme. Das Kind hatte Durst, es bat die Mutter mehrmals um was zu trinken. Die Mutter war sauer, weil der Kleine einen Wutanfall zuvor hatte und sagte, nein, du bekommst jetzt nichts zu trinken.

Trinken ist ein Grundbedürfnis. Trinkentzug ist keine Erziehungsmaßnahme, im Gegenteil. Das Kind wird nur noch wütender.
Da sind Momentaufnahmen eigentlich egal.
Es geht auch nicht konkret um diesen Fall. Es geht darum, das manche (viele) Eltern sich manchen Frust mit ihren Kindern ersparen könnten, wenn sie sich in gewißen Situationen anders verhalten würden.

Grüßle :-)

Beitrag von cyny 24.09.06 - 11:49 Uhr

hallo...


Da sollte nicht unfair gemeint sein...doch leider ist es heutzutage vielfach so...... damit will man nicht alle mütter unter einen kamm scheren auch nicht alle jungen mütter..
natürlich kann eine alte mutter genau so viele Fehler machen wie manch junge mutter keine Frage..

Und auf das mit dem Trinken zurückzukommen......

Wir kennen den hintergrund nicht wieso und weshalb es nichts bekommen sollte und kann daher auch keine Voreiligen schlüsse ziehen das sehe ich genau so....

Lg
Cynthia

Beitrag von hummelinchen 23.09.06 - 14:34 Uhr

Hey,
ich vergleiche das eher mit der Hundeschule.
Jeder hund muss da hin aber Eltern bekommen kein Wissen an die Hand.

Es geht auch nicht darum Erziehungsmaßstäbe festzulegen sondern Wissen zu vermitteln.

Entwicklungsschritte einschätzen zu lernen. wann kann ein Kind was? Wie sollte die Reihenfolge aussehen? Ist es schlimm wenn das kind nicht krabbelt?
Also, die körperliche Entwicklung des kindes einschätzen können.

Auf der anderen Seite steht die psychische Entwicklung.
Was ist wichtig um meinem Kind Selbstbewußtsein zu geben? Was darf ich auf keinen Fall tun? Welche Aussage hat welche Wirkung? <- da gibt es sehr viele falsche Aussagen, die Eltern sich besser kneifen sollten!!!

Das dient allgemein der Gewalt- und Suchtprävention

Denn es stimmt - unsere Jugend hat immer weniger Moralvorstellungen, die Gewaltbereitschaft steigt und Perspektivlosigkeit ist nicht selten, gerade im Osten des Landes.

Prognose : Erschreckend!!!!!! #schock

Diese Kurse sollen Eltern Hintergurndwissen vermitteln. Warum also nicht??

Ich bin dafür!! #pro

Beitrag von marion2 23.09.06 - 15:50 Uhr

Hallo,

du vergleichst die Dressur von Hunden mit der Erziehung von Kindern? ERSCHRECKEND

Für das Einschätzen der Entwicklungsschritte meines Kindes hab ich ne Kinderarztpraxis. Die machen das ganz toll.

Für die psychische Entwicklung meines Kindes habe ich einen guten Kindergarten ausgesucht - die Erzieherinnen waren so gut ausgebildet, dass er dort viel gelernt hat, gefordert und gefördert wurde.

Gegen mangelnde Perspektiven kann ich meinem Ostkind nur sagen, dass er viel Einsatz zeigen muss und später notfalls wegziehen. Ob er davon Gewaltbereit wird, wage ich zu bezweifeln. Seine Moralvorstellungen sind übrigens (noch) relativ hoch.

Also: An welcher Stelle genau brauche ich denn jetzt den Erziehungsführerschein? Ich muss doch eigentlich nur wissen, wer sich schon auskennt...

LG Marion

Beitrag von hummelinchen 23.09.06 - 19:47 Uhr

Vielleicht für deine Toleranz anderen gegenüber???

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