HILFE!!! Kein Mutterschutz in der Probezeit???

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von projekt_schlumpf 22.09.06 - 09:49 Uhr

Hallo ihr lieben,
ich habe ein riesen großes Problem!!!!
Ich arbeite in einen mobilem Pflegedienst und
habe am 30.08. meinen AG gewechselt, habe kurz darauf erfahren, dass ich Schwanger bin (mittlerweile 10 SSW), jetzt habe ich vorgestern meine Schwangerschaft bekannt gegeben.
Sie waren auch erstmal ganz nett und freundlich, haben sich für mich gefreut usw.
Heute bekam ich einen Anruf (bin die Woche krankgeschrieben), dass ich am Montag wieder auf der Matte stehen solle (hätte eigentlich frei gehabt und habe mich deshalb nicht weiter Krank schreiben lassen).
Ich meinte dann, dass wir uns ja eh mal zusammensetzen müssten um zu schauen was ich überhaupt noch machen darf.
Tja, darauf wurde mir gesagt, dass ich es mit dem schützen meines Kindes auch übertreiben könnte und die Schwangerschaft kein Grund sei keine Verbänd und Injektionen mehr zu machen und allternativ könnte ich ja Frau xxx aus dem Bett heben.
Und ich sollte mich doch entscheiden, entweder Mutterschutz oder sie würden sich von mir trennen, ich bin ja noch in der Probezeit und sie haben sich schon mit ihrem Anwalt zusammen gesetzt und der Kündigungsschutz greift bei mir nicht!!!!
Ich habe aber überall gelesen, dass er wohle greift, was soll ich denn jetzt machen?
Es ist nicht so, dass ich übervorsichtig bin, aber ich seh auch nicht ein mein Kind unnötig zu gefährden!!!!
Wenn in der Probezeit der Kündigungsschutz nicht greift wieso vermittelt das AA denn dann noch Schwangere!!!????
Ich weiß echt nicht mehr weiter, vielleicht könnt ihr mich helfen????
LG von der verzweifelten Anna

Beitrag von lady_chainsaw 22.09.06 - 09:53 Uhr

Hallo Anna,

der Mutterschutz greift IMMER, egal ob Probezeit oder nicht!!!

Man könnte zwar einer Schwangeren kündigen, aber diese Bedingungen erfüllt eine Firma eher selten und außerdem muss auch das Amt (Versorgungsamt?) der Kündigung zustimmen.

Es ist nicht einfach, einer Schwangeren zu kündigen.

Kopf hoch und lass Dich nicht unterkriegen #klee

Gruß

Karen

Beitrag von evendi 22.09.06 - 09:53 Uhr

Hallo Anna!

Keine Panik, natürlich greift der Kündigungsschutz in der SS. Sie können dich nicht wegen der SS kündigen.

Wenn Du dir natürlich etwas anderes zu schulden kommen lässt, z.B. Diebstahl oder so, dann können Sie dir natürlich kündigen.

Aber nicht wegen der SS. Da gilt auch keine Probezeit!!

LG,
Evendi mit Krümelmann (25+0)

Beitrag von ninniya 22.09.06 - 09:56 Uhr

So lange die Probezeit für ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ist, hast Du den vollen Kündigungsschutz! Sollte dein Arbeitsvertrag befristet sein, können sie ihn natürlich nach Ende der Befristung auslaufen lassen (So steht es in der Broschüre des Bundesministeriums zum Thema Mutterschutz).
Wenn die wirklich mehr Stress machen, würde ich das Gewerbeaufsichtsamt oder das Landesamt für Arbeitsschutz einschalten. Es sei denn, Du hast eine Rechtsschutzversicherung, dann lass Dich von einem Anwalt beraten.

LG und lass Dich nicht unterkriegen!
NinniYa (40.SSW)

Beitrag von sternchen20071982 22.09.06 - 09:56 Uhr

Hallo Anna,

lass dich drücken!!! #liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck

Also mir ist nicht bekannt, das der Mutterschutz in der Probezeit nicht greift!!!

Das ist §9 Kündigungsverbot in der Schwangerschaft:

(1) Die Kündigung gegenüber einer Frau während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung ist unzulässig, wenn dem Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt war oder innerhalb zweier Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wird; das Überschreiten dieser Frist ist unschädlich, wenn es auf einem von der Frau nicht zu vertretenden Grund beruht und die Mitteilung unverzüglich nachgeholt wird. Die Vorschrift des Satzes 1 gilt für Frauen, die den in Heimarbeit Beschäftigten gleichgestellt sind, nur, wenn sich die Gleichstellung auch auf den Neunten Abschnitt - Kündigung - des Heimarbeitsgesetzes vom 14. März 1951 (BGBl. I S. 191) erstreckt.

(2) Kündigt eine schwangere Frau, gilt § 5 Abs. 1 Satz 3 entsprechend.

(3) Die für den Arbeitsschutz zuständige oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Stelle kann in besonderen Fällen, die nicht mit dem Zustand einer Frau während der Schwangerschaft oder ihrer Lage bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung in Zusammenhang stehen, ausnahmsweise die Kündigung für zulässig erklären. Die Kündigung bedarf der schriftlichen Form und sie muss den zulässigen Kündigungsgrund angeben.

(4) In Heimarbeit Beschäftigte und ihnen Gleichgestellte dürfen während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung nicht gegen ihren Willen bei der Ausgabe von Heimarbeit ausgeschlossen werden; die Vorschriften der §§ 3, 4, 6 und 8 Abs. 5 bleiben unberührt.


Du kannst ja einfach mal googeln... Lass dich nicht unterdrücken von deinem Arbeitgeber...

Wünsch dir alles Gute!

#sternchen + #baby 22.SSW

Beitrag von skbochum 22.09.06 - 09:59 Uhr

Hallo!
Der Mutterschutz greift in jedem Fall. Lass dir da nichts erzählen!!!!

Allerdings sollte man auch ein wenig diplomatisch mit dem Arbeitgeber umgehen. Wenn die Schwangerschaftsmeldung Hand in Hand mit einem Krankenschein kommt und der Arbeitgeber einen erst seit drei Wochen kennt und beschäftigt kommen Fragen wie "Was darf ich überhaupt noch machen" am Telefon echt nicht so gut.
Vielleicht setzt du dich da in einer ruhigeren Minute noch mal mit der Leitung zusammen.

Ansonsten lass dich nicht so schnell verscheuchen!!!!
Lieben Gruss Susanne

Beitrag von anythink 22.09.06 - 10:22 Uhr

Hallo Susanne,
es ist keineswegs so, dass ich gesagt habe: ätsch das mach ich nicht mehr!!!
Ich habe nur daraufhin gewiesen, grade weil meine Chefin mir gesagt hat was ich für eine Tour ich fahren soll (nur Verbände und zwar keine sauberen, Injektionen und schwere Leute zu heben).
Und ich habe nicht am Tel gesagt: so das und das und das mache ich nicht mehr, nein ich wollte gerne persönlich vorbeikommen, um das mit ihr zu besprechen.
Ich finde es schade, dass mir direkt die Pistole auf die Brust gesetzt wird!
LG anna

Beitrag von skbochum 22.09.06 - 10:58 Uhr

wenn ich zwei Fehlgeburten hinter mir hätte, dann hätte ich genauso reagiert!!!!!!

Das kann man aber nicht sehen, wenn du nicht unter deinem Namen postest von Anfang an.

Mit der Vorgeschichte ist das Ganze sicher etwas anders zu beurteilen.
Trotzdem ist Diplomatie gegenüber dem Arbeitgeber nie schlecht :-)

Ich wünsch dir alles, alles Gute
Susanne

Beitrag von anythink 22.09.06 - 11:49 Uhr

Hi,
mein PC war schon aus und mein Mann hatte schon angefangen und mich dann weiter schreiben lassen.
Sorry, war vielleicht etwas unbedacht.
Danke

Beitrag von georg_10 22.09.06 - 10:04 Uhr

Hallo Anna,

Schau bitte in den Arbeitsvertrag.

Ist beispielsweise für die Dauer der Probezeit vereinbart worden, dass das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der Probezeit automatisch endet, so besteht kein Kündigungsschutz, auch nicht nach dem Kündigungsschutzgesetz. Der Arbeitsvertrag wird ungeachtet einer Schwangerschaft aufgrund der Befristung beendet.

Bei Vereinbarung einer Probezeit ohne automatische Beendigung des Arbeitsverhältnisses, also mit der gegenseitigen Möglichkeit der Kündigung, sieht alles natürlich anders aus. In einem solchen Fall wäre ein Kündigungsschutz gegeben.

Lass dich umbedingt von einem Anwalt beraten. Bei Geldmangel können die Kosten vom Staat übernommen werden. Dann bitte zum Gericht gehen und einen Beratungsschein holen.

Grüße von

Georg

Beitrag von anythink 22.09.06 - 10:24 Uhr

Hallo Georg,
mein Arbeitsverhältnis ist definitiv unbefristet.
Hab schon Kontakt zu meinem Anwalt aufgenommen und er hat auch gesagt, dass ich Kündigungsschutz habe. Gott sei dank.
LG anna

Beitrag von schnuffinchen 22.09.06 - 10:16 Uhr

Hallo Anna,


die aktuelle Rechsprechung tendiert dahin, dass der Kündigungsschutz für Schwangere erst nach der vollendeten 12. SSW in Kraft tritt. Von daher kann der Anwalt Deines AG eine Kündigung durchaus durchkriegen.


LG

Beitrag von anythink 22.09.06 - 10:26 Uhr

#danke
Ich hoffe nicht, mein Anwalt ist anderer Meinung, hoffe er hat Recht.
Bin noch total durcheinander. Mach jetzt erstmal, dass was mein Anwalt gesagt hat.
LG anna

Beitrag von anythink 22.09.06 - 10:30 Uhr

#danke#danke#danke#danke#danke
für die vielen Antworten.
Ich habe mich mit meinem Anwalt in Verbindung gesetzt und wie es ausschaut greift der Kündigungsschutz auch in der Schwangerschaft, Gott sei dank.
Er hat mir jetzt erstmal geraten mich auch noch nächste Woche Krank schreiben zu lassen, in dieser Zeit setzt er sich dann mit meinem AG in Verbindung und erklärt nochmal die rechtliche Lage und dann mal schauen.
Aussage von meinem Anwalt: Sollte ich eine Kündigung erhalten ist sie rechtswidrig.

Hoffentlich geht das gut aus:-(
LG von einer nicht mehr ganz so verzweifelten Anna

Beitrag von ninniya 22.09.06 - 10:43 Uhr

Na ja, alternativ bleibt ja auch noch ein Beschäftigungsverbot, wenn Dein AG überhaupt nicht mit sich reden lassen sollte.
Gerade bei Deiner Vorgeschichte, wäre ich ja auch "übervorsichtig" und gerade das mit dem Patienten heben...Sorry, das würd ich mir auch nicht antuen, und ich habe mich bei sowas wirklich nicht so.
Habe selber bis zum Mutterschutz voll durch gearbeitet in der Gastronomie, aber irgendwo hat alles seine Grenzen (auch wenn es für den AG natürlich bitter ist).

Alles Gute!

NinniYa (40.SSW)

Beitrag von dasch 22.09.06 - 10:45 Uhr

Das ist gut das Du einen Anwalt genommen hast, cih dachte immer in der Probezeit kann Dir ein Arbeitgeber ohne Angabe von Gründen kündigen und Du kannst auch jederzeit kündigen. So war das bei mir zumindest. Das heißt der Arbeitgeber kündigt Dir dann nocht wegen der SS sonder einfach so.

Aber ich kann mcih auch täuschen, jeder Vertrag ist ja anders aufgebaut. Ich wünsche DIr auf jednfall viel Glück.

Grüße dasch

Beitrag von anythink 22.09.06 - 12:06 Uhr

Kurzer Zwischenbericht,
habe jetzt meinem AG Bescheid gesagt, dass ich mich beim ANwalt informiert habe und siehe da, nein so war das alles nicht gemeint, war nur ein Missverständnis.
Klar, kann man auch falsch verstehen, wenn jemand sagt: "Anna, überleg dir das nochmal, wenn du auf den Mutterschutz bestehst haben wir keine Arbeit für dich und werden uns von dir trennen"
Aber egal, ich bin jetzt so verblieben, dass ich am Montag zum FA gehe und die Sache erkläre, aber wie ich es sehe läuft es auf ein BV aus, leider.
Mein AG hat leider gar keine Erfahrung mit Schwangeren.
#danke#danke#danke#danke#danke
LG anna