Spermiogramm

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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von beaten77 22.09.06 - 10:00 Uhr

Gestern haben wir die Ergebnisse vom Spermiogramm bekommen. Das es schlecht ist, habe ich irgendwie geahnt, aber so schlecht...

Spermiendichte: 4 Mill./ml.
Normomorphe: 10%
schnell progressiv beweglich: 0%
langsam progressiv beweglich: 10%
nicht progressiv bewegl.: 10 %
Anteil vitaler Zellen: 32%

Befund: Oligoasthenoteratozoospermie

Wir wissen, dass es eine Momentaufnahme ist, jetzt wird eine Untersuchung beim Urologen folgen, ein zweites Spermiogramm direkt in der Praxis (mein Freund hatte es zu Hause gemacht und ist dann innerhalb von 20 min mit dem Fahrrad in die Praxis - ist den Kerlchen zu kalt geworden?)

Ändert sich am Befund nicht mehr viel, bekommen wir eine Überweisung in die Kiwu-Praxis. Empfohlen wurde beim 1. Spermiogramm ICSI, aber meine FÄ meint, dass es auch reicht, wenn man die Samen einspritzt. Sie war total nett und sagte, sie erwartet mich dann bis spätestens in einem Jahr schwanger wieder in ihrer Praxis... Da musste ich heulen.

Wir sind nicht verheiratet und eine ICSI könnten wir nicht bezahlen.

Gibt es Paare unter euch, denen eine ähnlich schlechte Diagnose gestellt wurde und bei denen sich noch alles zum Guten gewandelt hat?

Ich brauche dringend eine Aufmunterung! #heul

Beitrag von gabi2211 22.09.06 - 10:13 Uhr

Oh je, du Arme !
Ich kann sehr gut verstehen, dass du total traurig bist, und auch wenn ich gerne was anderes schreiben würde, das SG ist wirklich sehr sehr schlecht.

Das SG meines Mannes ist auch sehr schlecht, aber seine Spermiendichte liegt bei 82 Mio/ml und er hatte bei allen Spermiogrammen 5-10% schnell progressive Spermien. Mit der Morphologie ist es ähnlich wie bei Euch.
Trotzdem reicht es NICHT aus für eine Insemination, als um das Sperma "nur" einzuspritzen... :-(

Wir haben nun im Juli geheiratet und im Oktober findet unsere ICSI statt. Der Arzt - dem wir 100%ig vertrauen - sagte uns, alles andere wäre rausgeschmissenes Geld, weil auch für eine Insemination braucht man mehr schnelle Spermien, da sie ja den Weg durch den Eileiter noch machen müssen ...

ABER - es gibt immer noch Wunder. Eine Bekannte steht gerade 3 Tage vor ihrem Entbindungstermin und das SG sah ähnlich schlecht aus wie Eures. Ihr Mann hat auch 0% schnelle Spermien, allerdings ist die Spermiendichte etwas höher (ich glaub bei ca. 15Mio/ml), und sie standen im Januar vor einer ICSI, aber sie wurde kurz vorher ohne irgendwas schwanger ... #freu

Ich drück Euch die Daumen dass ihr den für Euch richtigen Weg findet ... #pro

Beitrag von belledejour 22.09.06 - 10:28 Uhr

Hallo,
wir haben auch vor ein paar Wochen erfahren, dass mein Freund zu wenig und zu langsame Spermien hat. Das war sehr niederschmetternd für uns und besonders für ihn. Ich habe ihn dann in meinem neuen Eifer ( was können wir wann und wo tun und zwar schnell) ziemlich unter Druck gesetzt. War keine gute Idee. Erst hat er sich sehr zurückgezogen, aber so langsam taut er auf. Für Männer ist das ein ziemlich dickes Ding.

Wir sind auch nicht verheiratet, und mein Freund sieht es auch nicht ein aus diesem Grund zu heiraten. Ich sehe das ein wenig anders, schließlich zahlt die Krankenkasse 50 % der Icsi Kosten, also ca 1500 Euro pro Versuch. Und wegen Kinder zu heiraten finde ich nicht der schlechteste Heiratsgrund. Aber naja...

Vor drei Wochen waren wir dann in der Kinderwunschklinik in Bielefeld. Das hat uns eigentlich ganz gut gezeigt, was wir wollen und was erstmal nicht. Schließlich ist die ICSI schon ein dickes Ding mit hohen Kosten. Wir haben jetzt beschlossen, dass wir mit der Insemination anfangen. Auch wenn die Erfolgsschancen nicht so gut sind, ist es für uns ein Herantasten an die ICSI. Wir wollen erstmal klein anfangen, und mit ca 300 Euro ist es auch nicht so teuer. Klar, wir machen das jetzt nicht 10 mal, aber so 1-2 Mal, und dann sehen wir weiter.

Also immer langsam mit den Pferden, laßt das erstmal sacken und geht in die Kinderwunschklinik. Die sind dort wirklich kompetent, und verstehen ihren Job. Hier im Internet wird man auch oft ziemlich kirre gemacht.

Also- Kopf hoch

Lieben Gruß

Beitrag von beaten77 22.09.06 - 10:48 Uhr

#danke Vielen Dank für die Antworten. Ich muss sagen, eine ICSI kommt für mich nicht in Frage. Das hat verschiedene Gründe, aber der wichtigste ist, dass ich Angst habe, der Natur damit zu sehr ins Handwerk zu pfuschen. Eine Insemination würden wir wohl in Betracht ziehen, aber erst nach weiteren Untersuchungen und einem weiteren Sperimogramm meines Freundes. Bei mir ist gesundheitlich alles in Ordnung. Ich denke eher, dass das Geld für eine ICSI, die auch nicht 100% sicher ist, besser aufgehoben ist, um vielleicht ein Kind zu adoptieren oder aber ein Pflegekind aufzunehmen. Aber das sind alles noch Überlegungen für die Zukunft.

Mein Freund hat sich ja lange gegen ein Spermiogramm gesträubt, aber jetzt läuft er zu wahrem Ehrgeiz auf ;-) und ist außerdem sehr sehr liebevoll, damit ich nicht so traurig bin. Er müsste doch derjenige sein, der am Boden zerstört ist...

Wir werden das schon schaffen, und wenn's halt etwas länger dauert. Manches Mal kommt ja auch ein langsamer Schwimmer mal an. Ich hatte ja auch schon einige Male einen auffällig längeren Zyklus (sonst kommt die Mens immer sehr pünktlich) und das könnten ja auch Treffer gewesen sein, oder?

lG

Beate

Beitrag von gabi2211 22.09.06 - 11:31 Uhr

Finde Eure Einstellung sehr gut !!! #pro

Wir hatten uns auch gegen die gesamte Repro-Medizin entschieden, hatten uns aber 2 Kliniken angeschaut, in denen wir uns absolut nicht wohlgefühlt haben.
Danach war klar - wir machen nichts - und kümmern uns um eine Auslandsadoption.
Aber, im Urlaub in österreich haben wir uns noch eine Klinik angesehen und diese hat uns überzeugt. Wir fühlten uns von Anfang an gut aufgehoben und haben nun beschlossen eine einzige ICSI durchführen zu lassen. Einfach um nicht später mal ein schlechtes Gewissen zu haben, nichts unternommen zu haben ...
Aber wir haben bereits alle Utnerlagen für eine Adoption zu hause, waren schon beim Jugendamt auf einem Infoabend und gehen heute abend zu einem Infoabend einer Adoptions-Vermittlungsstelle ... bin schon sehr gespannt :-)

Wir zahlen für die ICSI incl. Medikament übrigens 1.600 EUR und die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit liegt in unserer Klinik bei ca. 60% ... :-)

Beitrag von beaten77 22.09.06 - 11:44 Uhr

Ich wünsche euch, dass es klappt! :-)

liebe Grüße Beate

Beitrag von birgitundberli 23.09.06 - 09:36 Uhr

Hallo,
ich und mein Freund haben auch mal so ein ergebnis gehabt und ich war auch völlig am boden zerstört und der arzt hat gemeint das es nicht besser wird und er sollte in ca. 2 monaten wieder kommen. und da sieh er kamm nach 2 monaten wieder und es war alles pervekt. toll oder? und jetzt vor kurzem war er wieder und es hatte auch wieder gepasst. bei dem ersten versuch lag es daran das mein freund 2 tage zuvor krank war (grippe) und das waren die auswirkungen dafür. also ich würde dir vorschlagen probier es in ca. 2 monaten nochmal und das ergbnis ist dann sicher anders.

ich halte dir auch jeden fall ganz fest die #pro .

viele liebe grüße

Beitrag von beaten77 23.09.06 - 09:55 Uhr

Danke für die aufmunternden Worte. Wir wollen jetzt auch erst mal ein wenig warten und es in 2 Monaten noch mal probieren. Schließlich bilden sich Spermien immer neu - warum sollen da nicht auch wieder mehr, gesündere und schnellere dabei sein?
Schlechter kanns jedenfalls nicht werden ;-)
Bis dahin muss erst mal urologisch untersucht werden.

lG
Beate

Beitrag von oldtown 23.09.06 - 18:40 Uhr

Hallo, uns ging es ähnlich.

Die Dichte war noch geringer (nur 3 Millionen), aber dafür waren ca. 1/3 beweglich und vital. Die Urologin war super nett und hat meinen Mann gleich untersucht. Der Testosteronspiegel war zu niedrig. Sie hat ihm gleich 10 Gels mitgegeben (hatte Erfolg - dazu später). Dann hat sie bei ihm am Hoden eine Krampfader festgestellt. Die war wahrscheinlich die Ursache für das schlechte Spermiogr (zu viel Blut --> zu viel Hitze). Mein Mann hat sich vor gut 3 Wochen behandeln lassen und Ende November soll er noch einmal ein Pröbchen abgeben.

Die Ärztin meinte, dass es nicht so wahrscheinlich ist, dass schon nach diesen 72 Tagen (ungefähre Entwicklungszeit der Spermien) ein super Ergebnis zu erwarten ist, aber sie meinte, mit viel Geduld können wir nun doch noch auf Nachwuchs hoffen. (Ich selber habe noch keine weiteren größeren Untersuchungen machen lassen, da zyklusmäßig alles super ist und auch nach Tempi.messen es so aussah, dass ich regelmäßig einen Eisprung habe).

So haben wir uns nun vorgenommen, dass wir noch einmal "von vorn" beginnen und sozusagen der Dezember unser 1. ÜZ wird (obwohl es eigentlich dann schon Zyklus 18 ist).

Der Testosteronspiegel ist super und meinem Mann wachsen nun plötzlich lauter dunkle Haare auf dem Bauch - sieht wirklich niedlich aus (er hatte sonst einen normalen Bartwuchs - nicht wenig - nicht viel und eine normale Körperbehaarung, aber auf dem Bauch hatte er so gut wie keine Haare und er hatte sich mal "beschwert", dass er vor ein paar Jahren mit seinen Kumpels im Fitnessstudio war und bei allen konnte man bald "Erfolge" sehen - nur bei ihm nicht...)

Sind neben dem Spermiogramm (was ja auch immer nur eine Momentaufnahme ist - es wird gesagt, dass man innerhalb eines halben Jahres mindest 3 machen lassen soll, um ein relativ objektives Ergebnis zu haben), bei ihm andere Untersuchung gemacht worden?

LG von Tine

Beitrag von beaten77 24.09.06 - 20:20 Uhr

Hallo Tine, vielen lieben Dank für deine Antwort!
Die Untersuchungen beim Urologen werden jetzt in Angriff genommen. Ich hab auch gelesen, dass Spermiogramme am besten im Abstand von 3 Monaten zu machen sind. Ich kann und will nicht glauben, dass die Situation hoffnungslos ist. Schließlich werden Spermien doch immer wieder neu gebildet. Ich war nur sehr geschockt, dass wir gleich an eine Kiwu-Praxis verwiesen wurden. Vielleicht kann ja auch der Urologe was bewirken.
Bei mir ist ein Blutspiegel erstellt worden und bis auf etwas hohe Prolactinwerte war alles ok, wobei der Test gegen Ende des Zyklus erstellt wurde und das Blut erst mittags abgenommen wurde. Da könnten die Werte schon mal verhältnismäßig hoch sein, meinte meine Ärztin.

lG
Beate