Mein Freund ist ein Chaot

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von dusselhuhn 22.09.06 - 11:37 Uhr

Hallo,

ich habe im Moment ein richtiges Problem mit meinem Freund bzw. es gibt da etwas, womit ich schwer umgehen kann. Mein Freund ist ein Chaot, und ich habe den Eindruck, er kriegt nix gebacken. Vorab: wir können uns nur am Wochenende sehen.

Es fällt mir wirklich schwer, Geduld mit ihm zu haben. Wann immer er abends anruft (oder ich ihn), sagt er, dass er müde sei. Jedes Mal, wenn ich den Hörer abhebe, kommt erst mal ein #gaehn. Auf meine Frage hin, wie es ihm gehe, kommt meistens ein "Ich bin sehr müde." Er arbeitet immer etwas länger, aber nicht körperlich. Darüber hinaus tut er nichts, um seine Müdigkeit zu bekämpfen (Sport, bessere Ernährung). Er fühlt sich mit seinem Job immer latent unzufrieden und setzt sich ständig Druck aus, weil er allen alles recht machen will. Er kann nicht nein sagen und ist total harmoniesüchtig. Erst ist wirklich sehr lieb, weswegen ich ihn auch liebe, aber "zu lieb" sein kann auch manchmal dazu führen, von Leuten, die es ausnutzen, total ver...scht zu werden.

Wenn wir etwas pünklich machen wollen, kommt er nicht aus den Füßen. Mit 75%iger Sicherheit kommen wir zu spät. Wenn er mal irgendwo abholt, hängt ihm unter Garantie die Zunge raus, weil er sich abgehetzt hat. Die Dinge, die er sich für sein PERSÖNLICHES Leben vornimmt kriegt er irgendwie nicht gebacken. Ich erinnere ihn dann daran, was er machen wollte. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass er mit sich Probleme hat. Vielleicht sind da auch Dinge, die er aus der Vergangenheit aufarbeiten muss. Manchmal kommt er mir vor wie nahe an der Depression...Müdigkeit, Trägheit...das können manchmal Anzeichen sein. Habe das Gefühl, er kann sich unheimlich schlecht abgrenzen und gerät so immer emotional und damit körperlich an die Belastungsgrenze. Ich habe lange versucht, ihn aufzumuntern, ihn zu ermutigen, ihm Kraft zu geben - so wie es eben konnte. Bin ja auch nicht die Heilige Mutter Maria. Hinzu kommt, dass ich im Moment auch mal berufliche Probleme habe und auch Kraft für mich selbst brauche. Weil ich selbst eben nicht mehr so viel Kraft habe, merke ich an mir, dass ich langsam ungeduldig und öfter ungehalten werde.

Ja, ich weiß, ich bin auch nicht perfekt. Ja, ich weiß, teilweise muss ich auch bei mir selbst gucken. Ich liebe ihn und möchte ihm helfen. Ja, ich weiß, eigentlich muss ich mich erst selbst ändern. Aber langsam weiß ich keinen Rat mehr. Keine Ahnung, wie ich gut damit umgehen soll und kann. Weder kann ich ihm anscheinend helfen, noch kann ich selbst gelassener werden. Fühl mich ausgelaugt. :-(. Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht oder wer weiß Rat.

Ich selbst bin ein dynamischer Mensch und fühle mich manchmal so richtig ausgebremst. Komme langsam auch in das Fahrwasser.

#danke für Eure Antworten. Da ich gleich übers WE wegfahre, kann ich Euch erst nächste Woche antworten.

Gruß, Dusselhuhn

Beitrag von lanzaroteu 22.09.06 - 14:50 Uhr

hast du ihm das alles mal so gesagt? vielleicht muss er einfach nur aufwachen?

lg und schoenes we

ute

Beitrag von dusselhuhn 26.09.06 - 15:45 Uhr

Liebe Ute,

danke für Deine Antwort. Ja, habe ich ihm alles schon gesagt. Er geht aber leider direkt in die Verteidigungshaltung, die letztlich zu Streit und Disharmonie zwischen uns führt. Daher bin ich auch so ratlos.

Liebe Grüße, MLF

Beitrag von manavgat 22.09.06 - 18:13 Uhr

Eventuell ADS.

Guten Psychiater um Rat fragen.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von eintönig 22.09.06 - 23:06 Uhr

also manavgat deine kommentare laufen immer nur auf ein und dasselbe hinaus ...sorry ..aber mehr wie "trenn dich von ihm '".."such dirn psychiater"..oder "warum behältst du ihn" kommt da nicht findest du das in ordnung'?


tust selbst als ob du die absolut harte bist und keibne fehler machst aber NEIN !!!!!!!!!!

deine antworten sind für die leute die hier hilfe suchen wenig hilfreich ..du musst wenn du so schlaue komments abgibst dich auch mal in dieleute versuchen reinzuversetzenn ...


es heisst nicht jeder lara croft so wie du !!

Beitrag von luckyfemi 23.09.06 - 09:30 Uhr

ADHS scheint im Moment DIE Begründung für alles zu sein. Ob es im Erwachsenenalter wirdklich ein ADHS gibt, ist noch gar nicht geklärt. Zu vielen Patienten - auch Kindern - werden Medikamente verschrieben, die abhängig machen und unter das Btm-Gesetz fallen.
Wenn es schon eine Krankheit sein sollte, dann evtl. eher eine Depression o.ä. Aber wer will das schon über ein Forum sagen können?!?
Aber vielleicht handelt es sich doch einfach nur um einen Wesenzug/Charakterzug des Freundes.

Liebe Grüße,
Luckyfemi

Beitrag von manavgat 23.09.06 - 19:28 Uhr

Ich hatte 3 Jahre lang einen Partner mit ADS. ADHS gibt es bei Erwachsenen nicht, nur ADS. Kommt mit Depressionen.

Ich kenne mich aus.

Gruß

Manavgat

Beitrag von luckyfemi 24.09.06 - 08:34 Uhr

*gähn*

ADS = Aufmerksamkeitdefizitstörung
ADHS = Aufmerksamtkeitdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Hierbei handelt es sich um alternative Bezeichungen.

ADHS im Erwachsenenalter ist seit 1995 bekannt und seit 2003 auch in Deutschland anerkannt.
Quelle: Berger Psychische Krankheiten, Klinik + Therapie

Aber von diesem kindischen hin und her wird Dusselhuhn wohl kaum profitieren. Deshalb:


Hallo Dusselhuhn,

du musst einfach selbst schauen, ob du immer wieder die Kraft hast, ihn zu motivieren und mit seinen Verspätungen usw. zurecht zu kommen.

Ich stelle mir das sehr anstrengend vor, wenn du - wie jetzt - selber auch unter strom stehst, und vielleicht auch gern mal unterstützt würdest.

Ich drück dir jedenfalls die Daumen,

Gruß, Luckyfemi

Beitrag von manavgat 24.09.06 - 11:10 Uhr

wem wolltest Du jetzt eigentlich etwas erklären?

Mir? (an dieser Stelle) nicht notwendig.

Gruß

Manavgat

Beitrag von dusselhuhn 26.09.06 - 15:57 Uhr

Hallo,

danke für Deine Antwort. Ja, es geht genau darum: ob ich die Kraft langfristig aufbringen kann und will. Ich habe das Gefühl, ich bin jetzt an einem Punkt im Leben angelangt, wo ich eine solche Rolle nicht (mehr) spielen will. Kompromisse ja, aber nicht um den Preis, die eigene Energie zu verlieren.

Liebe Grüße #klee#herzlich

Beitrag von dusselhuhn 26.09.06 - 16:05 Uhr

Hallo Manavgat,

herzlichen Dank für Deinen hilfreichen Hinweis. Ich habe von ADS gehört, bin aber in meinem Fall gar nicht auf die Idee gekommen. Es stimmt, dass die Diagnose immer häufiger gestellt wird. Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen mit Blick auf menschliche Bindungen und die extremen, teilw. unmenschlichen Anforderungen heutzutage ist das aber auch kein Wunder (wenngleich ADS ja genetisch bedingt sein soll). Für eine solche Möglichkeit könnte seine mitunter spürbare mangelnde Aufmerksamkeit sprechen, z. B. beim einfachen Zuhören, oder auch der Druck, unter den er sich ständig setzt (steht ständig unter Strom). Werde dieser Möglichkeit mal nachgehen.

Liebe Grüße #herzlich