komische neue Phase ? 18 Monate (etwas lang)

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von lenaki2001 22.09.06 - 13:42 Uhr

Hallo,

ich bin im Moment etwas ratlos und habe das Gefühl total zu versagen als Mutter.

Mein Sohn ist jetzt genau 18 Monate alt. Er ist schon immer ein Wirbelwind gewesen. Man muss in immer irgendwie beschäftigen. Er kann auch nie eine Minute irgendwo ruhig bleiben. Ganz schlimm ist es beim Essen. Er muss immer mit irgendwas abgelenkt werden, damit er überhaupt was isst. Dann hat er seit einigen Wochen die Gewohnheit, sämtliche Sachen (womit er gerade spielt oder einfach in der Hand hält) aus heiterem Himmel irgendwo hinzuschmeissen. Egal was, egal wohin.

Ich bin im Moment echt genervt und schimpfe oft mit ihm, was mir wiederum leid tut. Da der Papa eher nachgibt wie ich, ist er auch im Moment die Nr. 1 bei ihm. Sobald ich ausschimpfe, "Papa".

Und für jede Kleinigkeit, die ihm nicht passt wird sofort geknatscht, wenn nicht sogar geschrien als ob ich ihn vermöbeln würde. Oh mann, das schlaucht mich richtig und abends fühl ich mich so kaputt und müde.#gaehn

z.B. Wir sind am Essen, schnell verliert er die Lust zum Essen, möchte aufstehen, fängt an zu schreien und kreischen an. Irgendwann nehm ich ihn vom Stuhl, fängt er nochmehr zu weinen an. Simon will dann sofort mit Papa spielen gehen (essen noch nicht beendet), wir erklären "nein wir essen noch, gleich können wir spielen", Simon schmeisst sich auf den Boden und flippt völlig aus. WAS TUT MAN DANN? Ich versuche es zu ignorieren, aber am liebsten würde ich rauslaufen auch laut schreien. Das geht jetzt so seit einigen Wochen.

Alles ist nur noch ein Kampf: Essen, Umziehen, Baden, einfach alles. Das macht im Moment echt kein Spass. #heul

Zwischendurch bekommt der Kleine dann mal wieder gute Laune, kommt mich kitzeln, grinst mich an, gibt Küsschen...ey kann man da noch lange böse sein. Nein. Aber ne Stunde später kommen wieder Ausraster. Ist das normal?

Mache ich jetzt schon was falsch? Manchmal fang an"Simon möchtest Du das, möchtest Du jenes, willst Du das" (natürlich kann man ihm nichts recht machen) und dann denke ich mir "spinnst Du eigentlich hier den Molli zu machen?" Dann fange ich an zu ignorieren, aber das tut mir eigentlich leid (ich ziehe es trotzdem durch). Und dann kommt, wie schon oben geschrieben "Papaaaaaaaaaaaa". Das macht mich richtig traurig.#schmoll

Ich möchte eigentlich noch ein zweites Kind, aber so wie das gerade ist, weiss ich gar nicht ob ich das schaffe. :-(

Bin eigentlich voll Stolz auf meinen Sohn und bin glücklich ihn bekommen zu haben. Er ist auch eigentlich ein richtig Süsser, aber im Moment sind mir diese Ausraster zu viel, da es diese jeden Tag (mehrmals) gibt.

Wie läuft das bei Euch so ab?

Sorry etwas lang geworden, aber ich musste mir das von der Seele schreiben, weil hier der einzige Ort ist, wo man verstanden wird.

LG

Elena & Simon, *12.03.05
:-)

Beitrag von kati4711 22.09.06 - 13:51 Uhr

Hallo !

Ich habe gerade gedacht du schreibst über Lukas ;-)
Er ist jetzt fast 18 Mon. und bei uns ist es fast genau so.
Er schmeißt Sachen durch die Gegend,fängt an zu kreischen wenn man nein sagt usw.
Nur das Lukas selten nach Papa ruft sondern eher nach Oma.
Ich denke das ist jetzt der Beginn der Trotzphase#kratz
Würde ich jetzt mal behaupten.
Da müssen wir wohl durch. Irgendwann wirds wohl wieder besser werden.

LG Kati*Lukas 30.03.2005

Beitrag von lenaki2001 22.09.06 - 23:12 Uhr

Hi Kati,

bei uns ist es nicht nur der Papa, sondern auch der Opa (opa sogar mehr wie Papa). Genau die Personen die nicht so viel schimpfen und öfters nachgeben. Dann denke ich auch "Hallooo und was mach ich bitte". Man hätte nie gedacht, dass ich mich mal in so eine Situation befinde. Aber wie Du schon sagst, es wird wohl wieder besser werden.

Danke Dir

Elena & Simon

Beitrag von celia79 22.09.06 - 13:55 Uhr

Hallo Elena,

jaaaaaa, das kenne ich. Das hatten wir auch so um den 18. Monat. Weiss auch nicht, aber wahrscheinlich entdecken sie dann ihren eigenen Willen.
Da hilft nur: Konsequent und bestimmt bleiben, aber trotzdem liebevoll.
Ich war gestern auf einem Seminar über Erziehung. Dort wurde gesagt, dass die Mamis sich viel zu lange alles gefallen lassen. Wenn es Situationen gibt, die einem nicht passen oder die gefährlich sind, soll man dem Kind sagen: Ich will das so nicht. Und auch nicht mehr als zweimal, dann sollte man sie eben kurz aus der Situation rausnehmen. Weiss auch nicht, wie das immer umzusetzen ist. Kann Dir aber ein Bsp. von uns nennen, habe das gestern auch vorgebracht.
Letzte Woche waren wir auf einem KIGA Fest. 3 Stunden hat sie gespielt und fand es super. Auf dem Nachhauseweg wollte sie noch auf den Spielplatz. Wir wollten aber nach Hause kochen und ausserdem war das Wetter zu schlecht.
Sie wollte dann nicht mehr laufen, auf dem Arm schrie sie auch, und als wir sie zu Hause absetzten, schrie sie weiter und bekam richtige Tobsuchtsanfälle. Alles erklären half nichts, sobald sie sich beruhigte, fragte ich sie, obs wieder gut sei und ob sie zu mir kommen wolle. Da kam nur "NEIN NICH" und das Theater ging weiter.
Laut Seminar gestern, sollte man sie dann eben toben lassen und ganz ruhig bleiben. Wenn sie sich beruhigt haben, einfach zum nächsten Thema übergehen. In dem Alter könnten sie sich sonst nicht aus der Situation raushelfen. Indem man nachfragt, erinnert man sie nur daran.

Ja, es ist ein schwieriges Alter, aber gestern hat man uns vermittelt, dass man in der Erziehung auch Fehler machen darf, keiner ist perfekt! Und eben konsequent bleiben, irgendwann wird es dann wieder besser, weil sie merken, dass Mama nicht alles mit sich machen lässt, aber trotzdem nicht böse ist.
Übrigens, Dein Sohn ist völlig normal!

Hoffe, man kann etwas verstehen....
LG Celia mit Hannah (23.12.2004)

Beitrag von lenaki2001 22.09.06 - 23:23 Uhr

Hi Celia,

Danke für Deine Antwort.

Ich gehe auch seit kurzem in eine Spielgruppe und hoffe da auch mehr Sicherheit zu bekommen.

Bei mir selber finde ich nur ätzend, dass wenn Simon z.B. zum hundertsten Mal in die Steckdose greifen will (bei uns zu Hause sind alle gesichert) und ich x-mal erkläre "nein das ist gefährlich, das macht ganz doll aua" und er ignoriert das und versucht es wieder (bei anderen sind die Dosen nicht gesichert, da versucht er es auch) dann kriegt paar leicht auf die Finger, was ich eigentlich nicht machen möchte, aber bei ganz extremen Sachen mache ich das und dann nimmt er mich etwas ernster und ich komme mir total schlecht vor und überlege wie ich die Situation doch anders hätte regeln können.

Er ist im grunde ein richtiges Goldstück für mich, aber ich weiss manchmal nicht wie ich reagieren soll, und das merkt der kleine Bengel#augen.

Na ich muss noch viel lernen. Ich werde mich auch mal über so einen Kurs erkundigen. Schaden kann es ja nicht.

LG

Elena
:-)

Beitrag von susi_84 22.09.06 - 14:07 Uhr

Hallo,

also so wie du alles beschreibst, klingt es verdächtig nach "Trotzphase".

Du kannst nix anderes machen, als KONSEQUENT zu bleiben, auch wenns dir das eine oder andere Mal echt schwer fallen wird!!!
Glaub mir, durch die Konsequenz und durch feste Regeln gibst du deinem Kind eine gewisse Art von Vertrauen und Sicherheit!
Würdest du nämlich mal dies und das durchgehen lassen, würde dein Kind sich irgendwann fragen, warum darf ich das jetzt und manchmal nicht und es wird sich auf eine gewisse Art "Verloren" vorkommen.

Also Kopf hoch, konsequent bleiben, eine klare "Erziehungs"-Linie fahren und dir bloß NICHT einreden, du wärst eine schlechte MUTTER!!!!!!!!!!!!

LG Susi

Beitrag von kopioma 22.09.06 - 16:13 Uhr

hi elena,
habe ebenfalls einen kleinen wirbelwind, viele deiner probleme kenne ich auch, inzwischen (20 monate) ist allerdings vieles vieeel besser geworden. wenn du magst, schreib mir mal über die visitenkarte, vielleicht können wir uns ein bisschen austauschen.....
liebe grüße, kopf nicht hängen lassen, alle phasen gehen mal vorbei;-)
kopioma

Beitrag von seven7 23.09.06 - 00:40 Uhr

Mensch, das klingt ja echt nach meiner Tochter. Sie ist jetzt genau 19 Monate alt und das was Du beschreibst hab ich im Moment ständig. Jetzt ist sie auch noch erkältet, war übermüdet heute Mittag und hat dann nur noch getobt.... Ich bin fast durchgedreht.... Sie wollte was, wenn ich es ihr gegeben hab, hat sie es weggeschmissen und gebrüllt, weil sie es dann plötzlich wieder wollte usw. Essen, spielen, wickeln, anziehen, alles ist im Momet die reinste Tortur...#schrei

Ja, in solchen Momenten denk ich mir dann auch: Noch ein Kind? Neee, niemals!
Aber warte mal ab, das wird bestimmt wieder vergehen.*hoffenwill* Und dann ist der KiWu wieder da, wetten? ;-)

LG, Andrea

Beitrag von hase2101 23.09.06 - 22:35 Uhr

Hallo Elena!

Jaa, die Trotzphase.... wir stecken auch gerade mitten drin (Levin ist jetzt 19 Monate).

Letzte Woche hab ich zufällig das Buch "Das Trotzalter" von Gertrud Teusen auf dem Flohmarkt erstanden - und muß wirklich sagen, es hat mir super geholfen!! Das Buch offenbart einem zwar keine völlig neuen Erkenntnisse, aber es sagt einem, dass die Trotzphase normal und vorallem sehr wichtig ist (und sich immer "gegen" denjenigen richtet, der dem Kind am Nahesten steht!!). Viele Tipps und Tricks zum Umgehen eines anbahnenden Trotzanfalls.

Vielleicht hilft es dir auch, einfach ruhiger und gelassener mit deinem Zwerg umzugehen?? Ich persönlich hab die Erfahrung gemacht, dass es geht!

Viel Erfolg und gute Nerven ;-))
Susanne

Beitrag von lenaki2001 23.09.06 - 22:44 Uhr

Ok Danke für den Buchtipp.

Ruhig und gelassen zu bleiben nehme ich mir immer vor. Manchmal klappt es auch. Nur wenn es zu extrem an einem Tag ist und am nächsten und übernächsten Tag wieder, dann fällt mir das nicht leicht.

Ich muss es aber lernen!

Danke

Elena

Beitrag von hase2101 24.09.06 - 09:15 Uhr

...ich denke, JEDER, der hier behauptet, dass er IMMER ruhig und gelassen bleiben kann (zumindest nach außen), der lügt! Ich glaube kaum, dass jemand so starke Nerven hat, dass er NIE ausflippt, sein Kind mal anbrüllt oder ernsthaft über die erste Tracht Prügel nachdenkt (ich war so weit!!!) - aber natürlich bringt das keinen weiter und Gott sei Dank kriegt man ja auch fast immer rechtzeitig die Kurve!!

Also, Kopf hoch, in dem Buch steht, man muß Trotzkinder einfach aushalten können - und: die Phase geht vorbei.... #freu

Liebe Grüße
Susanne