nackenfaltenmessung

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von nela28 22.09.06 - 20:52 Uhr

Hi Mädels!

Wollte fragen ob ihr eine nackenfaltenmessung gemacht habt? Was haltet ihr überhaupt von dem thema?

Liebe Grüße
Nela

Beitrag von hummerchen 22.09.06 - 21:04 Uhr

Da die bei uns auch demnächst anstehen würde, haben wir uns grad damit beschäftigt. Wir hatten uns schon dafür entschieden, als uns eine Freundin überzeugte, dass das nicht sinnvoll sei. Wir wollen nämlich in keinem Fall abtreiben. Unser Argument, trotzdem die Messung machen zu lassen, war, dass wir es dann immerhin früh wüsten und uns darauf einstellen könnten. Aber es stimmt, was unsere Freundin sagt, das hatte ich auch schon gelesen, aber nicht bedacht: die Messung ist super ungenau und daher wird immer dazu geraten, weitere Untersuchungen machen zu lassen, wenn das Ergebnis positiv ist. Das würde ich nicht wollen, wäre dann aber total beunruhigt die ganze Schwangerschaft und nachher wäre evtl. gar nichts. Und selbst wenn das Ergebnis neg. wäre, hieße das nicht, dass nix ist, da das Messen eben so ungenau ist.
Tja, daher lassen wir die Messung jetzt doch nicht machen!Gruß,
Hummerchen

Beitrag von nela28 22.09.06 - 21:08 Uhr

Du hast mir schon sehr geholfen, danke.
Denke auch nicht das ich es machen werde, du hast gute Argumente und die sind richtig aber man überlegt hin und her. Aber es stimmt die sind nicht hundertprozentig und dann weis man am ende wieder nichts genaues.

Wie weit bist du ? Ich bin in der 14 ssw

Nela

Beitrag von dragonfire13 23.09.06 - 09:16 Uhr

Die Messung selber ist vielleicht nicht 100% ig aber der Bluttest sagt dir genau was los ist ;-)

Beitrag von s_a_m 23.09.06 - 12:37 Uhr

Das stimmt einfach nicht!! Im Blut der Mutter könnenbislang keine Chromosomen des Kindes so nachgewiesen werden, dass man sie analysieren könnte auf z.B. eine Trisomie. Der Bluttest ist ebenso ein Wahrscheinlichkeitstest die die Nackentransparenzmessung. "Genau" ist darum was völlig anderes ;-)

Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von thiui 22.09.06 - 21:05 Uhr

ich hab sie gemacht und finde das auch ganz wichtig, denn ich sehe nicht den sinn darin, den kopf in den sand zu stecken. bei mir war alles in ordnung (hab auhc bluttest fuer trisonomie machen lassen), das schliesst natuerlich eine behinderung nicht gaenzlich aus, aber man kann sich innerlich trotzdem auf wahrscheinlichkeiten einstellen. sollte mein kind sich dennoch als behindert rausstellen, wuesste ich es gerne moeglichst frueh, damit ich mich darauf mental einsstellen kann und somit von anfang an auf die beduerfnisse meines kindes eingehen kann.

aber im endeffekt muss man das mit sich selbst ausmachen... gruss, siiri!

Beitrag von s_a_m 22.09.06 - 21:06 Uhr

Ich persönlich habe den Eindruck, es kommt hier sehr darauf an, was sich die einzelne von dieser Untersuchung verspricht. Es ist KEINE diagnostische Untersuchung, sondern nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Man muss also mit dem Ergebnis gucken, ob einem das genügt oder ob man größtmögliche Sicherheit will. Dann müsste man weiterführende Untersuchungen (z.B. Amniozentese) in Anspruch nehmen, die teils nicht risikolos sind.

Ich persönlich bin nicht so ein großer Freund der Nackentransparenzmessung bzw. des First-Trimester-Screenings (Combined Test / Bluttest + Nackentransparenzmessung).

Diese Untersuchung(en) werden sehr häufig deshalb gemacht, weil man sich davon eine gewisse Sicherheit verspricht. Im Grund möchte man danach hören: "Alles ok mit Ihrem Kind." Das ist so aber nicht möglich. Man bekommt nur zu hören, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Dinge vermutlich ok sind beim Kind. Keine Diagnose, kein Ausschluss einer Diagnose, keine Garantie für irgendetwas.

Viel zu oft für meinen Geschmack gehen Schwangere die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening mit dem Gedanken an, dass ja "nur mal schnell geguckt wird, dass es dem Baby auch gut geht" und man ja außerdem so schönes Baby-TV geboten bekommt.

Und viele stehen dann plötzlich tief verunsichert da durch vermeintlich schlechte Ergebnisse, lassen nach bangen Tagen oder sogar Wochen des Wartens weitere Untersuchungen machen (auch oft mit viel Angst) und nach weiteren stressreichen Wochen, in denen sich manche werdende Mami die Freude an der Schwangerschaft und die Vorfreude auf das Baby ziemlich verleidet durch die Angst, stellt sich die ganze Aufregung in vielen Fällen als falscher Alarm heraus. Viele schwören sich dann, diese Untersuchung in einer Folgeschwangerschaft nicht nochmal machen zu lassen, denn sie haben letztlich nur viel Geld für Sorge, Verunsicherung und Stress bezahlt ;-)

Es gibt auch die Fälle, in denen die Werte auffällig sind, aus diesem Grund weitere Untersuchungen in Anspruch genommen werden und sich dadurch nach einigen Tagen oder auch erst Wochen herausstellt, dass das Kind eine körperliche Fehlbildung (z.B. einen Herzfehler) oder eine chromosomal bedingte Behinderung hat (z.B. eine Form der Trisomie). Diese Diagnosen sind jedoch erst durch Folgeuntersuchungen und nicht (!) durch die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening möglich. Deren Werte können lediglich Anlass für die Entscheidung der werdenden Mutter zu weiteren Untersuchungen mit hoher diagnostischer Sicherheit sein, diese Verfahren jedoch nicht ersetzen.

Dann gibt es diejenigen werdenden Mütter, die gute, unauffällige Werte bei Nackentransparenzmessung und First-Trimester-Screening bescheinigt bekommen, durch die Ergebnisse beruhigt sind, keine diagnostischen Untersuchungen machen lassen und ein Regelkind bekommen.

Bei anderen kommen ähnlich tolle Ergebnisse dabei heraus, die Beruhigung verschaffen und die Entscheidung gegen diagnostische Untersuchungen bestärken, aber ihr Kind ist kein Regelkind. Zwei Beispiele sind Eric und Louis:

Die Nackentransparenz von Eric, dem Sohn einer Freundin, war vorbildlich im Normbereich, ebenso wie die Blutwerte seiner Mama. Im August 2004 kam der kleine Fratz #liebe mit Freier Trisomie 21, einer der vier Formen von Down-Syndrom, zur Welt ( http://www.ericmagnus.de / bis zum 19.09.06 schon mehr als 14.200 Mal besucht #blume). Ähnlich lief es bei Louis #sonne , der im März 2006 geboren wurde und im First-Trimester-Screening ebenfalls unauffällige Werte hatte (http://www.louisgrossewelt.de). Soviel zur Zuverlässigkeit dieser Untersuchung(en)... Sicherheit und Aussagekraft ist einfach was anderes, denn Eric und Louis sind nicht die großen Ausnahmen.
Wer größtmögliche Sicherheit über bestimmte körperliche Besonderheiten möchte, sollte sich meiner Meinung nach besser für den Feinultraschall entscheiden, wer größtmögliche Sicherheit bezüglich bestimmter Chromosomenbesonderheiten will, muss sich wohl oder übel in den Bauch pieksen lassen und die damit verbundenen Risiken (u.a. eventuell das einer Fehlgeburt) in Kauf nehmen. Auch weil es ohne eine anständige Diagnose, deren individuelle Tragweite es dann abzuwägen gilt, nicht erlaubt ist, eine Schwangerschaft abzubrechen (http://www.regenbogenzeiten.de/abbruch.html). Diese Entscheidung könnte dann auf einen zukommen, wenn man diagnostische Untersuchungen in Anspruch nimmt. Ob man sich zutraut, es psychisch unbeschadet zu überstehen, sich gegebenenfalls für den Tod des eigenen Kindes zu entscheiden, sollte man bei seinen Überlegungen zur Untersuchungswahl nicht außeracht lassen. Wenn ich mal den kleinen Louis (s.o.) zitieren darf ;-) : „Mami meint, dass ich in der Schwangerschaft alles gut versteckt habe, um sicher zu gehen, dass ich ja bleiben darf und zu den beiden gehören wollte (man weiß ja nie, was sonst geschehen wäre). Entscheidungen kann man erst dann aufrichtig treffen, wenn man in der Situation ist. Mami sagt, sie ist unendlich dankbar, dass sie in der Schwangerschaft nicht vor die Entscheidung gestellt wurde, ob sie mich haben will, oder nicht. Die Chancen hätten wohl schlecht gestanden, denn 9 von 10 Kindern werden wohl getötet, wenn das Down-Syndrom in der SS erkannt wird.“

Ein Schwangerschaftsabbruch ist erst nach einer richtigen Diagnose erlaubt und eine solche bekommt man weder bei der Blutuntersuchung noch bei der Nackentransparenzmessung und auch nicht bei der Kombination aus beidem (= First-Trimester-Screening), sondern insbesondere was Chromosomenbesonderheiten angeht eben nur eine statistische Wahrscheinlichkeitsangabe. Sonst nichts, denn Chromosomen sind nunmal schlicht und einfach nicht im Ultraschall zu sehen und im Blut der Mutter sind sie (noch) nicht nachweisbar bzw. untersuchbar.

Alles, was bei der Nackentransparenzmessung bzw. beim First-Trimester-Screening herausgefunden wird, müsste im Grunde durch weitere Untersuchungen auf seine Richtigkeit hin überprüft werden. Und – wie die Beispiele von Eric und Louis zeigen – eben eigentlich auch, wenn die Werte unauffällig sind. Denn es sind halt nur Wahrscheinlichkeiten und keine Diagnosen oder Ausschlüsse von möglichen Diagnosen ;-)

Mehr dazu kann man z.B. hier nachlesen: http://www.regenbogenzeiten.de/nt.html

Meinungen / Erfahrungen von werdenden Müttern:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=538703

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=572487

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=354982

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=310137

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=361028

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=355941

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=312786

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=331476

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=393019


Auf meiner Website (erreichbar über meine Visitenkarte / Klick auf den Nicknamen s_a_m) habe ich u.a. ausführliche Texte zum Thema Pränataldiagnostik zusammengestellt. Eingegangen wird unter anderem auf einige der gängigsten derzeit möglichen Untersuchungen (Was wird gemacht? Was sind die Vorteile, wo liegen Risiken? Welche Konsequenzen könnten sich durch das Ergebnis ergeben?), die Untersuchungszeitpunkte sowie auf die Erkennbarkeit verschiedener Formen von Behinderung und Fehlbildungen. Die Texte sind auch für medizinische Laien gut verständlich; schwierige Begriffe werden z.B. erläutert. Die Texte geben nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern es sind Sachinfos, die allgemeine Informationen bieten, nach denen man selbst entscheiden kann, was für einen persönlich sinnvoll und langfristig tragfähig erscheint.

Liebe Grüße
Sabine (Mail- & Homepage-Kontakt über die Visitenkarte)

Beitrag von nela28 22.09.06 - 21:20 Uhr

Hallo Sabine!

Vielen vielen Dank für die ausführliche Information. War sehr nett von dir.

Gruß
Nela

Beitrag von yippih 22.09.06 - 22:01 Uhr

Hi Nela!

Ich habe sie weder in der ersten SS noch dieses Mal machen lassen, da für mich eine Abtreibung eh nicht in Frage käme. Eine Sicherheit erhält man eh nicht durch die Untersuchung. Im Gegenteil. Wie Du schon selbst sagtest, kann das Ergebnis für weitere Untersuchungen plädieren, obwohl letztlich alles in Ordnung ist und man macht sich den Rest der SS einen Kopf. Dann kommt nachher die Entscheidung Fruchtwasseruntersuchung oder nicht. Und die ist sicher nicht ohne Risiko fürs Kind. Nachher trägt das Kind dann durch diese Folgeuntersuchung einen SChaden davon, obwohl es zunächst völlig gesund war. Wo setzt man dann die Grenze?

Und letztlich kann sich ein Kind auch im Laufe seines Lebens etwas zuziehen (die Wahrscheinlichkeit ist wohl viel größer), und daran können wir gar nichts ändern oder es im Vorhinein wissen - sei es ein Unfall, Drogen oder was auch immer. Wie soll dann der Rest des Lebens aussehen, wenn man sich vorher auf alle Eventualitäten vorbereitet. Vom Leben bleibt dann nicht mehr viel übrig. Das Leben ist halt einfach unberechenbar.

Liebe Grüße,
Katrin & Emma (*10.06.05) & Stöpsel inside (20.SSW)

Beitrag von dragonfire13 23.09.06 - 09:14 Uhr

Ich habe sie machen lassen.
Bei beiden SS und ich würde es immer wieder tun.

Kostet 128 Euro mit Bluttest.

Beitrag von kugelchen71 23.09.06 - 10:55 Uhr

Hallo,

ich habe sie machen lassen.

Ein sehr sensibeles Thema.
An alle, die nichts über eine negativ verlaufende SS wissen möchten:

DAS FOLGENDE BITTE N I C H T LESEN! #schock#schock

Also so ergings mir:

Habe das Erst-Trimester-Screening machen lassen, wollte Beruhigung, dass das Kind eher gesund als krank ist. Wir reden ja hier nur von WAHRSCHEINLICHKEITEN.

Auf dem US war alles SUPI! #freu

Die Blutwerte und der US passten aber absolut nicht zusammen. Diese Werte würden mit einem hohen Risiko Trisomie 13/18 bedeuten, doch das Kind auf dem US wirkt lt. Arzt zu gesund für eine solche Trisomie.

WAS TUN?

Darauf vertrauen, dass das Kind gesund ist? Das Forum ist voll davon, wie ungenau dieses ETS sein soll.

Oder FWU?

Niemand, der es nicht selbst durchlebt hat, kann sich in diese Lage versetzen.

Es war die HÖLLE!

Da ich mit den Nerven völlig am Ende war und noch tausend andere Aussagen der Ärzte, Familie, in diesem Forum und im Internet dazu kamen, ließ ich die FWU machen.

Der Schnelltest(FISHtest) ergab:
KEINE Trisomie 21/13/18.
Puhhh. WAR ICH ERLEICHTERT!!!!!!!!!!!!!!#schwitz

Wie schrecklich die Vorstellung, ein totkrankes Kind im Bauch zu haben............ Die Ärzte hielten dann auch eine FG für sehr wahrscheinlich. Dann hätte ich das tote Kind zur Welt bringen müssen.

Aber der Schnelltest war ja O.K.

14 Tage lang war ich die glücklichste Schwangere auf dieser Welt.

Dann kam das Endergebnis der FWU.

Das Kind hat ein ganz seltenes Syndrom! Ist extremst schwerstbehindert.

<<Ich hatte gerade eine paar Punkte der Behinderungen aufgezählt, aber wieder gelöscht, da diese keinem von uns weiter helfen. >>

Ich habe meine Tochter mittlerweile leider gebären müssen. Den Anblick werde ich nicht komentieren. Ich musste die Tatsachen akzeptieren, doch Dich und die andern würde es unnötig verunsichern.

DENN:
Die meißten Kinder kommen zum Glück GESUND zur Welt.

Meines hatte ein so SELTENES Syndrom, dass es statistisch in
diesem Forum nicht mehr vorkommt. Selbst beim googlen kamen wenige Treffer.

Fazit:
Das ETS hatte die FWU zur Folge und somit wusste ich in der 17. SSW, dass ich ein totkrankes Kind bekommen würde.

Du musst ganz allein entscheiden.
Bei dem User s_a_m bekommst Du megaviele Infos.
Aber wie gesagt, die Entscheidung nimmt uns keiner ab.



Beitrag von s_a_m 23.09.06 - 12:41 Uhr

Hallo kugelchen71!

Lieb von dir, dass du bei einem so seltenen Syndrom nicht unnötig Verunsicherung ins Forum bringst; ich bin sicher, viele werdende Mamis sind dir sehr dankbar für deine Rücksichtnahme. Ich bin nicht schwanger und mich würde es interessieren, was dein Kleinchen gehabt hat. Daher würde es mich freuen, wenn du mir über meine Visitenkarte eine Mail schreiben würdest. Wenn du magst.

Liebe Grüße
Sabine