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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von dany230677 23.09.06 - 12:32 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich habe da mehr oder minder ein großes Problem das sich aus ganz vielen kleinen zusammensetzt. Ich fange am besten von vorn an, hoffe, das ich nix vergesse und das da dann noch jemand durchsteigt und evtl Rat geben kann.

Alles fing in den 60 Jahren an als mein Opa in den Freitot ging, ihm und meiner Oma gehörte ihr Haus mit Grundstück je zur Hälfte, aus der Ehe kamen zwei Kinder meine Mutter und mein Onkel. Der Grundbesitz also die Hälfte meines Opa´s wurde zu gleichen Teilen an Oma, Mutter und Onkel verteielt.

Im späteren Zeitverlauf trennten sich durch Streitigkeiten die Wege zwischen meiner Oma und Mutter, mein Onkel wohnte bis er vor einem Jahr starb im Haus meiner Oma. Aufgrund des Streites vor nun über 15 Jahren, überschrieb meine Oma ihren gesamten Teil an meinen Onkel, mit gleichzeitiger Erstellung eines notariellen Testamentes, das die Erbfolge wie folgt regelte: Nach dem Tod meines Onkels solle meine Oma als Vorerbin eintreten, in der Folge ich als Nacherbin. Meine Mutter wurde weiterhin nicht bedacht. Das muss 1993 gewesen sein, glaube ich.

Als meinem Onkel vor vier Jahren ein Bein abgenommen wurde, erklärte sich meine Mutter nun bereit sich um beide zu kümmern, weil sie nicht wollte das ich und meine Familie damit "belastet" werden. Sie nistete sich mit der gesamten Familie im Haus meiner Oma ein und "kümmerte" sich nun um beide. Da sie selber nicht die gesündeste war machte meine Oma den gesamten Haushalt und sie tat eben die "Öffentlichkeitsarbeit" wie aufopferungsvoll sie sich doch um alles kümmert. Das bei Seite...

Vor knapp 1,5 Jahren verstarb dann mein Onkel an Herzinfarkt, es kam ein Schreiben vom Gericht, wo der Inhalt des Testaments d. H. eine Kopie des Testaments sowie der neue Grundbucheintrag drin stand und ich als Nacherbin erwähnt bin.

Nun ist meine Oma in der vergangen Woche leider viel zu Früh, sie war eine tolle Frau und eine viel bessere Mutter für mich als meine eigene, an Krebsleiden verstorben.

Das erste was meine Mutter nun in der Gegend rum erzählt ist, das das Testament unwirksam ist und das sie das Haus zurechtmachen und vermieten will, schliesslich hat sie ja beide bis zum Ende gepflegt und sich um alles gekümmert(mein Mann und ich hatten uns seinerzeit angeboten das voll und ganz zu übernehmen, meine Oma war mein ein und alles), und das wäre ja nun ihre Altersvorsorg sie würde ja auch keine Rente bekommen. Mich oder uns erwähnt sie mit keiner einzigen Silbe.

Was soll ich blos machen? Ich kann gar nicht glauben das sich eine MUTTER so verhält! Sie hat mit meinem Vater ein eigenes Haus, wir zahlen an wildfremde Leute Miete und meine Oma hat das doch immer so gewollt das wir mit unseren Kindern dann das Haus bekommen.

Ihr kennt sie nicht aber ich habe schon ganz viele ähnliche Schoten mit meiner Mutter erlebt, sie wird selbst wenn das Testament nicht unwirksam ist nicht zurückweichen. Mein Mann meinte schon wir müssten Sie wenn gar nichts zu machen ist rausklagen, ist das wirklich nötig?

Ich bin unendlich traurig wegen meiner Oma, fassunglos und enttäuscht über meine Mutter.

Auch wenn ihr mir dabei nicht helfen könnt wäre ich über Infos, wer da helfen kann sehr dankbar.

Lieben Dank für euer Interesse
Daniela

Beitrag von eineve 23.09.06 - 12:50 Uhr

geh zu einem nachlassverwalter oder zu einem entsprechenden anwalt.

leider ist es nunmal so - deine fragestellung zu beantworten würde urbia und den antwortenden unter umständen in eine ziemliche verfängliche lage bringen. - es würde in eine rechtsberatung enden die so nicht wirklich erlaubt ist.

Beitrag von flocke123 24.09.06 - 10:50 Uhr

Hallo,

das ist ja wirklich unerfreulich.

Was die Ansprüche Deiner Mutter betrifft, so muß man unterscheiden zwischen dem Vermögen, was sie als Vorerbin erworben hat (dieses stellt Sondervermögen dar und fällt nicht in ihren zu vererbenden Nachlaß) und ihrem eigenen, was ihr nach der Überschreibung auf Deinen Onkel noch verblieb.

Auf das, was Deinem Onkel gehörte, hat sie wohl keine Ansprüche mehr. Wenn sie der Meinung ist, daß das Testament Deines Onkels unwirksam ist, hätte sie dies anfechten müssen, aber dies geht nur innerhalb Jahresfrist. Diese ist aber schon abgelaufen.

Erbansprüche hat sie möglicherweise, was das sonstige Vermögen Deiner Oma betrifft, sofern nach der Überschreibung noch was vorhanden war. Gibt es von Deiner Oma ein Testament?

Denkbar ist auch, daß sie für die damalige Schenkung an Deinen Onkel jetzt noch Pflichtteilsergänzungsansprüche geltend machen könnte, aber dies geht nur innerhalb von 10 Jahren nach der Schenkung; diese Frist ist also ebenfalls schon verstrichen.

Ansprüche könnte sie also allenfalls auf das sonstige Vermögen Deiner Oma erheben, oder vielleicht ist sie ja sogar gesetzliche Erbin geworden, falls kein Testament existierte.

Wenn ich das richtig verstanden habe, gehört Deiner Mutter aber ebenfalls ein Teil des Hauses, das sie von ihrem Vater geerbt hat. Ihr werdet deshalb wohl nicht umhin kommen, Euch mal zusammenzusetzen und zu überlegen, was mit dem Haus passieren soll, dh. ob es einer übernehmen und den anderen ausbezahlen möchte oder ob ihr es ganz verkauft.

Weitere Auskünfte kann Dir geben ein Anwalt / Fachanwalt für Erbrecht. Zu Deiner eigenen Absicherung solltest Du die Angelegenheit über einen Anwalt abwickeln, denn Deine Mutter wird - so wie Du es schilderst, wohl nicht kampflos das Feld räumen.

VG
Susi