Alleinerziehend?

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Beitrag von the_love_of_agony 23.09.06 - 13:10 Uhr

Hallo ?

Ab wann gelte ich eigentlich als alleinerziehend?

Bin ich alleinerziehend wenn ich mit dem Vater den Kindes nicht zusammenlebe, man sich aber trotzdem versteht und er sich jedes WE um sein Kind kümmert?

Oder ist man nur alleinerziehend wenn man sich gar nicht mehr anschaut?

Also der Vater meines Kindes ist zb. Berufssoldat, er ist die Woche nie da, aber am WE kümmert er sich um sein Kind.

Würde sich etwas ändern wenn er in meine 5 Man-Wohngemeinschaft mit einzieht um am Wochenende ganz für sein Kind da zu sein, oder würde ich dann nicht mehr als allein erziehend gelten?

Oder gilt man automatisch als alleinerziehend wenn man nicht verheiratet ist?
Oder nicht in einem Haushalt lebt?

Ich verstehe mich mit ihm wie gesagt gut, er tut was er kann.
Ich lebe in einer Wohngemeinschaft.
Aber (noch) nicht mit ihm.

Stehen mir nun die Alleinerziehenden-Zuschläge zu ?
Auch wenn er mit als 5er man in die Wophngemeinschaft einzieht?

Vielen Dank.
Liebe Grüße, Agony

Beitrag von malawia 23.09.06 - 13:21 Uhr

Alleinerziehend bist du dann, wenn du mind. ein Kind unter 18 Jahren alleine betreust und erziehst. D. h. jemand der ledig ist, getrennt lebend, geschieden, verwitwet und ein Kind unter 18 Jahren betreut ist alleinerziehend. Voraussetzung ist aber das kein weiterer Erwachsener dauerhaft in der Wohnung lebt.

Beitrag von the_love_of_agony 23.09.06 - 13:34 Uhr

Also gelte ich nicht als alleinerziehend weil ich als Studentin in einer WG lebe in der ja zwangsläufig noch andere erwachsene Studenten leben ?

Beitrag von malawia 23.09.06 - 13:50 Uhr

Ganz genau.

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 16:48 Uhr

Eben nicht.

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 16:55 Uhr

Nachtrag: Selbst wenn eine AE mit ihren eigenen Eltern als eigene BG mit ihrem Kind in einer Wohnung lebt, hat sie Anspruch auf den Mehrbedarf. Also tun "wildfremde" studentische Mitbewohner sicherlich schon mal gar nichts zur Sache!

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 16:53 Uhr

Du gilst als allein erziehend, denn die anderen Erwachsenen sind ja erstens nicht Teil Deiner Bedarfgemeinschaft und zweitens nicht zwangsläufig mit Pflege und Erziehung des Kindes betraut. Faustregel: Sobald für Dich die volle Regelleistung gewährt wird und Du ein Kind groß ziehst -> Alleinerziehendenzuschlag.

Gruß
Ch.

P.S. Siehe in den Hinweisen der BA zu § 21 SGB II:

http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-21-SGB-II-Leistungen-Mehrbedarfe.pdf

ab Randziffer 21.8

Beitrag von spaceball6666 23.09.06 - 16:53 Uhr

Solange Du nicht mit dem KV in einer Wohnung lebst bist Du alleinerziehend. Zieht er in Deine WG bist Du NICHT mehr alleinerziehend.

Beitrag von the_love_of_agony 23.09.06 - 17:31 Uhr

Ok,
also gelte ich nciht mehr als alleinerziehend weil der Vater meines Kindes als 5. WG - Mitglied in die WG einzieht, um sich wenigstens in den 48 Stunden die er zu hause ist um sein Kind kümmern zu können.
Und das obwohl wir ncith mehr zusammen sind und ich die Woche eh alleine dafür sorgen muss.

Da dreht sich mal ein werdender Vater nach seinen Möglichkeiten, wie man es sich immer wünscht, und schon wird man als Mutter dafür bestraft das man ein "Prachtexemplar" an man gefunden hat ^^

Naja , danke euch :)

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 17:56 Uhr

Wieso "bestraft"? Die Person, die mit für Pflege und Erziehung verantwortlich ist, lebt mit Dir und Kind in einer Wohnung.

Und: Es ist fraglich, ob Du dann überhaupt noch als eigene Bedarfsgemeinschaft gilst, denn das beweise mal, dass der KV nur deshalb mit einzieht um sein Umgangsrecht besser wahrnehmen zu können oder weil nichts anderes hat.

"Und das obwohl wir ncith mehr zusammen sind und ich die Woche eh alleine dafür sorgen muss."

Es widerspricht nunmal allgemeiner Lebenserfahrung, dass ein Kindsvater, der mit in der Wohnung lebt, von Mo-Fr das Kind nicht als seine Zuständigkeit ansieht. Im Übrigen finde ich das auch für das Kind zu schräg. Wird es von Papa von Mo-Fr weg geschickt "Geh weg, Mama hat Kinderdienst." oder wie muss man sich das vorstellen?

Ich würde Dir das ehrlich gesagt kein Stück glauben und den Außendienst vorbei schicken, damit der sich die Wohnverhältnisse mal ansieht.

Gruß
Ch.

Beitrag von the_love_of_agony 23.09.06 - 18:17 Uhr

Dass er Mo-Fr nicht da ist, hat einfach was damit zu tun dass er als Soldat am anderen Ende von Deutschland stationiert ist, und daher einfach nicht da ist.

Dass er mit in die WG einzieht, entstand einfach nur aus der Idee heraus dass er sich, einmal für die 48 Stunden die er "hier" ist, keine ganze Wohnung anmieten braucht und daher Miete spart um mich und sein Kind unterstützen zu können, und zum anderen um sich in diesen 2 Tagen die Woche wirklich um sein Kind kümmern zu können.

Ich finde das eigentlich eine sehr ehrenhafte Einstellung für einen werdenden Vater und kann nicht verstehen weshalb du das als Angriffspunkt betrachtest.
Das kann sich der Außendienst ja gerne ansehen.

Aber ich finde es schon sehr traurig das einem unterstellt wird, man hätte keine außschließlich guten Absichten dem eigenen Kind gegenüber.

Und ich sehe es schon als Bestrafung an, dass mir Zuschläge gekürzt werden, die jeder anderen Alleinerziehenden zustehen, nur weil mein Kind einen Vater hat, der alles in seiner Macht stehende Mögliche tut, sich trotz der widrigen Umstände 48 Stunden in der Woche um sein Kind zu kümmern.

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 18:52 Uhr

Das Problem ist, dass es gerade in dieser Hinsicht ziemlich viel Beschiss gibt und es 'ne Menge Kindväter gibt, die die Frauen nachgerade zu sowas drängen "Lass uns einen auf getrennt machen, dann bekommst Du mehr vom Staat." Diese Woche erst so ein Pärchen vor mir gehabt. Er hat schon X Anfragen einer Unterhaltsvorschusskasse in der Akte wegen seines älteren Kindes und nun sitzen sie mit "frischem" Baby vor mir, kommen zu jedem Termin gemeinsamt, erklären, sie hätten sich getrennt und reagierten total überrascht, als ich mich NICHT einverstanden erklärte, dass seine Leistungen weiterhin auf IHR Konto überwiesen werden sollten. Das stank für mich alles zum Himmel. Mag ja sein, dass es Menschen gibt, die das alles wirklich supertoll im Sinne des Kindes regeln, mein KV und ich sidn ja auch immer kooperativ miteinander gewesen. Aber die sind die Ausnahme und wenn man schon ein paar Kindsväter vor sich hatte, die behaupteten, "Jaja, die hat zwar ein Kind von mir, aber eheähnlich sind wir deswegen noch lange nicht." #kratz und die Frau sitzt wie ein Häuflein Elend dabei und man merkt, da stimmt was nicht, dann wird man misstrauisch.

Wenn Dein KV aber tatsächlich nachgwiesenermaßen unter der Woche weg ist, sieht die Sache natürlich schon etwas anders aus.

Dann wirst Du vielleicht doch weiter als eigene Bedarfsgemeinschaft gesehen - ergo steht Dir auch der Zuschlag zu. Ist dann aber wirklich 'ne Ermessenssache, die Du mit der ARGE vor Ort geregelt bekommen musst. Wenn man Dir die volle Regelleistung gewährt, kannst Du Dich immerhin auf die von mir oben verlinkten Hinweise stützen und auch den Mehrbedarfszuschlag geltend machen. Ich warne Dich aber vor: Gerade im Hinblick auf das 2. Fortentwicklungsgesetz zum SGB II, das seit 01.08.06 gilt, wird es evtl. ein Kampf werden. Da steht nämlich unter anderem, dass ein Paar sofort als eheähnlich gilt, wen es mit (gemeinsamem) Kind in einem Haushalt lebt. Zusätzlich gilt die Beweislastumkehr, d.h. IHR müsst beweisen, dass dem nicht so ist.

Gruß
Ch.

Beitrag von nick71 23.09.06 - 20:03 Uhr

"Da steht nämlich unter anderem, dass ein Paar sofort als eheähnlich gilt, wen es mit (gemeinsamem) Kind in einem Haushalt lebt. Zusätzlich gilt die Beweislastumkehr, d.h. IHR müsst beweisen, dass dem nicht so ist."

Hierzu nur mal rein interessehalber eine Frage: Gilt das nur bei einem gemeinsamen Kind oder auch für m/w, die ohne Kind(er) (bzw einer von beiden hat ein Kind aus einer vorherigen Beziehung) zusammenleben? Und: war es nicht vorher so, dass die ARGE den Beweis erbringen musste, dass man als PAAR zusammenlebt? Und noch eine weitere Frage: wie soll der Sozialleistungsempfänger letztendlich beweisen, dass man KEIN Paar ist?

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 20:19 Uhr

1. Das gilt nun generell bei Kind und das ist ja der Scheiß für die Alleinerziehenden, die irgendwann mal mit neuem Partner leben möchten. Der hängt nämlich nun nicht nur sofort für sie mit seinem Einkommen voll mit drin sondern auch für die Kinder.

2. Ja, das war so.

3. Ehrliche Antwort: Ich weiß es nicht.

Getrennte Konten, getrennte Schlafzimmer, getrennte Haushaltskasse... #kratz

Fakt ist: Seit 01.08.06 soll JEDE ARGE einen Außendienst haben und den für sowas zum Beipsiel nutzen. Einerseits gut und leider nötig gegen den Missbrauch (vor allem bei Anträgen auf Möblierung). Andererseits eine Form der "Überwachung", die m.E. im Moment eine durchaus bedenkliche Entwicklung nimmt. Stichwort rechtswidrige Drohungen der Außendienstler bei unangekündigten Besuchen ("Wenn sie uns nicht reinlassen, wird ihre Leistung eingestellt.") und Stichwort Unverletzlichkeit der Wohnung....

Gruß
Ch.

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 20:21 Uhr

"Der hängt nämlich nun nicht nur sofort für sie mit seinem Einkommen voll mit drin sondern auch für die Kinder."

Und zwar für ALLE Kinder, die im Haushalt leben, egal ob leibliche oder nicht.

Beitrag von spaceball6666 23.09.06 - 19:33 Uhr

Ich überlege gerade:

er ist Zeitsoldat beim Bund. Also ist er in erster Linie unterhaltspflichtig. Soll er zahlen, für Dich und euer Kind dann brauchst Du gar Nichts angeben und kannst bei Dir einziehen lassen wen Du willst.