Darf das mein ALG II SB?

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Beitrag von kleiner_liebling 23.09.06 - 14:42 Uhr

Hallo!

folgendes:

meine Mutter zieht zum Jahreswechsel um und kann nicht mehr als Tagesmutter für meine Tochter zur Verfügung stehen.
Daraufhinn hat mir mein Chef nun gekündigt und ich hab diese Änderung dem ALGII Sachbearbeiter mitgeteilt.
Da es für mich im moment nicht in Frage kommt mir eine Fermde tagesmutter zu suchen (meine Tochter geht schon von halb acht bis halb fünf in den Kiga), werde ich bzw. will ich mir jetz eine neue Arbeitstelle suchen welche mit den Kigszeiten kompatibel ist!
Ich geb sie nicht einfach so nicht zu einer Tagesmutter sondern da sie wirklich probleme hat damit. Meine Tochter ist 4,5 Jahre und ich bin AE.

Jetzt will mein SB ein Gutachten von einer Psychologin das es meiner Tochter nicht zuzumuten ist von einer Tagesmutter betreut zu werden.

Darf er das?

Danke und LG

Beitrag von malawia 23.09.06 - 15:15 Uhr

Ja, das darf er.

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 16:46 Uhr

Darf er.

Wobei ich a) das von ihm ein wenig überzogen finde, schließlich hast Du eine Ganztagsbetreuung.

b) Finde ich Deine Ansicht allerdings auch danben, denn was spricht dagegen, sich eine zuverlässige Frau zu suchen, die (im Notfall) Deine Tochter von der KiTa holt und bis zu Deinem Feierabend beaufsichtigt? Kann sich nämlich nicht unbedingt um eine stundenlange Betreuung handeln...und ein Kind, dass mit sowas ein Problem hat...hmmm, was ist da schief gelaufen?

Beitrag von kleiner_liebling 23.09.06 - 17:13 Uhr

Hallo,

danke für Deine Antwort.

Es handelt sich leider nicht nur um ab und zu, sondern meine Tochter müßte Täglich noch von 16:30 bis 19/20 uhr zu jemand anders. Das haut dann 1. überhaupt nicht mit ihrem Rythmus hinn (Oma hat sie um 19 uhr ins Bett) und 2. ich würde sie ja fast gar nicht mehr sehen. Sie ist sowieso schon nur sehr schwer damit klar gekommen, wenn jetzt alles geändert wird, dann kommen die alten Probleme evtl wieder (deshalb waren wir vor einem Jahr schon bei einer Psychologin, da ich wirklich dachte mein Kind hat Depressioenen-kein scherz), sei war nur noch traurig, hatte keine Lust auf alles, war sehr schnell am weinen usw...wir sind froh gewesen das alles jetzt so gut geklappt hat und nun zieht meine Mutter weg. Ansonsten hab ich keine Verwandten.

Wie mach ich meinen SB klar das ich keine von denen bin die sich auf der Staatskasse ausruhen (ich hab mir meine Jobs immer selber gesucht!), ich will verdammt nochmal wirklich arbeiten!! Ich finde das die arbeit das Lebengefühl/Qualität enorm steigert! Und es macht Spaß!

Was kann passieren wenn ich mal angenommen kein Attest bekomme und ich trotzdem keine Tagesmutter nehme? Die Kündigung ist ja auch schon ausgesprochen und schriftlich fixiert. Die macht mein chef nicht mehr rückgängig zumal es ihm sehr gelegen kommt. Darann ließe sich auch mit einer Tagesmutter nichts mehr ändern!!!

Was soll ich denn nur machen? Ich bräuchte so schnell wie möglich endlich einen Vollzeit Job und könnte endlich dem ganzen ALGII Tschüß sagen :-(

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 17:50 Uhr

Ding ist, dass eine Kündigung, die "mangelnde Kinderbetreuung" als Grund nennt, wohl unwirksam sein dürfte und Du dagegen angehen könntest. Mir als SB käme das auch komisch vor: "Chef hat mich gekündigt, weil meine Mutter wegzieht und ich keine Tagesmutter mehr habe." Was ist das denn für eine hanebüchene Begründung. Kündigen könnte der Chef Dich m.E. erst dann, wenn Du TATSÄCHLICH die Arbeit deswegen verweigerst. Von daher tut das "Kündigung ist ausgesprochen und auch schriftlich fixiert" gar nichts zur Sache, denn Du könntest Kündigungsschutzklage erheben.

"Was kann passieren wenn ich mal angenommen kein Attest bekomme und ich trotzdem keine Tagesmutter nehme?"

Du wirst "sanktioniert", wie wir das nennen = Das ALG II wird gemäß § 31 SGB II für drei Monate um 30 % Deiner Regelleistung gekürzt. Bei 345,- € nach § 20 SGB II maßgeblicher Regelleistung sind das 103,50 € weniger. Grund der Sanktionierung: Du lieferst den Anlass, dass eine zumutbare Arbeit nicht aufgenommen wird.

Mal ab vom Fachlichen: Doof finde ich das, denn gerade einen Ausbildungsplatz wirft man nicht hin (oder lässt ihn sich ohen Widerstand unterm Hintern wegkündigen) und außerdem hätte man sicherlich mit etwas gutem Willen von beiden Seiten (Vorgesetzte und Du) eine Lösung finden können.

So ein Kind ist meist robuster als man denkt. Ich war auch immer voller Befürchtungen, ob mein Sohn mein Arbeiten und die damit verbundene Fremdbetreuung gut übersteht. Er tat es besser als ich dachte. Meist machen wir Mütter viel zuviel Bohei darum und die Kinder reagieren oft unbewusst problematisch, weil sie spüren, dass Muttern sowas regelrecht von ihnen erwartet. Weil gerade eine AE-Mutter oft unbewusst ziemlich am Kind klammert, das auch aus eigener Erfahrung. Mal so als Denkanstoß. Je natürlicher Du mit der Sache Tagesmutter umgehst, umso besser wird Deine Tochter damit klar kommen, da bin ich sicher.

Gruß
Ch.

(Achja: Ich bin eine ARGE-SB :-))

Beitrag von kleiner_liebling 23.09.06 - 17:16 Uhr

nochwas, falls Du Dich wunderst das ich 12 std am tag arbeite und trotzdem ALG II habe:

es handelt sich um eine Ausbildung. Ich muß von 7:30-13:00 und von 13:30-ende, sprich flexibel ca. 19:30. Bis eben der letzte Patient weg ist!

Beitrag von junimond.1969 23.09.06 - 17:37 Uhr

Dieser Hinweis war überflüssig, denn ich habe unter meinen Kunden viele, die sogar einen "richtigen" Vollzeitjob haben und ergänzend ALG II bekommen.

Beitrag von luise.kenning 23.09.06 - 20:09 Uhr

vielleicht findet ihr ja eine leih-oma, die zu euch ins haus kommt und die maus abends betreut und auch ins bettchen steckt?

vielleicht können ja teilweise kosten dafür übernommen werden?

das wäre doch ne ganz gute lösung. ich bin mir sicher, du merkst es, wenn es deiner tochter nicht gut geht.

aber so von vorneherein würde ich das nicht annehmen.

schliesslich ist sie ja kein baby mehr ;-) und kann sich wahrscheinlich schon ganz gut ausdrücken...


LG

Luise