künstliche befruchtung und allein............vorsicht lang !

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Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von greta70 23.09.06 - 19:40 Uhr

ich bin neu hier und ganz durch zufall auf urbia gestossen.
ich wollte einfach nur loswerden was mich gerade beschäftigt und das ist nicht ohne........
habe einen langen weg zur schwangerschaft, die im grunde noch keine ist, hinter mir. eileiterschwangerschaften, fehlgeburten und diese unsagbare leere danach sich nicht mitteilen zu können. die arme zu finden in denen man sich ausweinen kann. mein mann war immer an meiner seite und doch gefühlsmässig weit entfernt.
haben uns dann für den weg der künstlichen befruchtung entschlossen und ich bin mit sehr gemischten gefühlen daran gegangen. ich empfand zuviel technik und routine der ärzte bei der sache, was verständlich ist und doch fühlt man sich nicht in der masse, es ist sein eigener körper und somit was einzigartiges. ich habe nun alle stufen der behandlung hinter mir. mehrere us und auch die spritzen, die mir sehr weh taten weil ich einfach gefühlsmässig mit dieser sache überfordert war. wir hatten festgelegt diese geschichte zusammen zu machen. auch die spritzen sollte mein mann setzen, obwohl ihn das wirklich überwindung gekostet hatte. dann kam eine dienstreise und ich musste mir die letzten 4 spritzen alleine setzen und da kam es...............diese unendliche einsamkeit. sind das depressionen die auftauchen in der zeit ? was ist es was mich gerade so beherrscht. ich fühle mich von meinem mann so alleine gelassen, obwohl er ein so führsorglicher typ ist oder war. liegt es an meiner unzufriedenheit ? ich weiss es nicht.........
gestern war punktion. ich fühlte mich neben der spur und hab viel geschlafen und geruht. die eierstöcke picksen noch immer. heut morgen hab ich schon erfahren das von meinem 10 eiern 7 befruchtet wurden und 2 transferiert und 5 eingefroren werden. ich freute mich ..........konnte meine freude kaum teilen, da ich alleine war. das machte mich wieder traurig. in einem moment wo man gefühle teilen möchte und eine sache zusammen durchleben will und ich finde auch muss, bin ich alleine. freundinnen kann ich mich nicht anvertrauen. viele trauten mir diese ganze künstliche befruchtung nicht zu und meinten das ich das nicht schaffe. das hat mich fertig gemacht und ich behielt alles für mich und bin allein oder ich hoffte mit meinem mann diesen weg gegangen.
heut abend bin ich wieder allein. obwohl ich um gesellschaft gebeten hatte.........
im grunde will ich nicht jammern.........doch ich weiss ich tue es. ich liebe meinen mann und doch glaub ich das er sich mehr mit mir und dieser situation überfordert fühlt als ich.......
tut mir leid wenn ich soviel geschrieben habe, hab schon versucht mich kurz zu fassen. danke fürs lesen.......

Beitrag von susannewerner 23.09.06 - 20:44 Uhr

Hallo Greta,

laß Dich erst mal ganz doll #liebdrueck.

Oh man, jetzt habe ich eine richtige Gänsehaut bekommen. Da hast Du einiges durch und ich weiß, wovon Du redest.

Wir haben auch eine ganze Odyssee hinter uns. Naja, erst übt man mal fleißig, dann nimmt man über mehrer Monate Clomifen und nichts tut sich. Im Freundeskreis kommt ein Nachwuchs nach dem anderen zur Welt. Nach 2 oder 3 Jahren macht man erst mal Pause, weil man auch mal abschalten muss. Dann Job gewechselt, Kinderwunsch hinten angestellt. Nagut, zwischendurch schon weiter geübt. Adoptionsantrag gestellt, ist nichts bei rum gekommen. Kinderwunschprogramm erneut in Angriff genommen - langwierige Zahnbehandlung dazwischen gekommen. Und zwischendurch immer in tiefe, schwarze Löcher gefallen, ganz besonders dann, wenn im Freundeskreis mal wieder ein Baby geboren wurde.

Na gut, letztendlich haben wir uns dann im Januar 2004 in einer Kinderwunschklinik vorgestellt und es wurden erst einmal ein paar Zyklen mit Insemination behandelt. Ohne Erfolg.

Im September 2004 wurde dann eine ICSI gemacht, hat auch geklappt, endete leider in einer FG. Riesengroßes schwarzes Loch, Depressionen und ein Mann, der zwar zu mir gestanden hat, aber nicht wirklich bei mir war, da er meine Trauer nicht wirklich verstehen konnte. Wie auch, er hatte es ja nicht gesehen und konnte sich nichts vorstellen. Aber für mich war da neues Leben, was entstehen sollt. Naja und die Umwelt hat es auch ganz schnell abgehakt, nach dem Motto: Du kannst doch wieder schwanger werden. Wenn es einmal geklappt hat, dann bestimmt auch ein zweites mal.
Na toll, hilft einem in diesem Moment nicht wirklich.

Naja und dann diese Scheißangst, dass es nichts mehr wird mit einem Baby.

Aber wir hatten Glück. Die nächste Bahandlung begann dann Anfang März 2005, sah aber zuerst grottenschlecht aus. Doch wir wurden belohnt. Am 25.12.2005 erblickte unser lange (nach 10 jahren) ersehntes Wunschkind das Licht der Welt. Uns liefen Tränen der Freude und Überwältigung über die Wangen. Noch heute schaue ich mein Baby oft an und denke: Das ist wirklich meines.

Ich wünsche Dir ganz viel Glück und drück Dir bzw. Euch ganz doll die Daumen, das die Behandlung mit dem gewünschten Erfolg endet und Ihr bald Euer Wunschkind in den Armen halten könnt.

Alles, alles Liebe

Susanne

Beitrag von greta70 23.09.06 - 20:54 Uhr

danke für deine antwort susanne.
es macht einem mut weiter zu machen und zu hoffen........
mein eigentliches problem ist das allein sein........
ich komme momentan damit sehr schlecht klar. habe das gefühl alles alleine durchstehen zu müssen........ich will nicht um beistand betteln und denke immer mein mann müsste doch genauso sehr hinter der sache stehen wir ich. doch ich fürchte ihn belasten ängste, die er mir nicht verraten will......ängste das seine freiheiten eingegrenzt werden durch ein kind und das ich mich zu sehr verändere.........
ist nur eine vermutung.........

glg
greta

Beitrag von susannewerner 23.09.06 - 21:28 Uhr

Hallo Greta,

ich kenne ja Deinen Mann nicht und kann folge dessen auch nichts über sein Gefühlsleben oder seine ängste sagen.

Aber ich glaube, dass Männer die Sache eben ganz anders sehen. Die sind da emotional nicht so dabei. Du denkst den lieben langen Tag an nichts anderes. Du stehst morgens mit dem Gedanken an ein Kind auf und gehst abends mit diesem Gedanken wieder ins Bett. Erst Recht, wenn Du Dich mitten in einem Behandlungszyklus befindest.

Unsere Männer gehen ihrer Arbeit nach. Bei ihnen gibt es ein Leben ohne die ständigen Gedanken an ein Kind.

Wir gehen auch unserer Arbeit, Hobbys etc. nach, aber der Gedanke "Kind" beherrscht uns. Das ist einfach so.

So ging es mir jedenfalls.

Mein Mann wollte immer Papa werden, aber nicht um jeden Preis. Letztendlich hat er alles mitgemacht, weil ich das so wollte. Und nach meiner FG wäre es ihm lieber gewesen, wir hätten nicht weiter gemacht. Er hatte einfach Angst davor, dass ich wieder in so ein schwarzes, tiefes Loch fallen könnte, wenn es wieder schief geht.

Heute ist er mir unendlich dankbar dafür, dass ich das ganze Procedere über mich habe ergehen lassen. Glaube mir, die psychischen Strapazen habe ich noch lange nicht überwunden.
Es schlummern immer noch so Urängste in mir, wenn ich daran denke, was gewesen wäre, wenn es nicht geklappt hätte.
Mit meinem Mann kann ich darüber nicht reden. Seine Meinung ist, es hat ja geklappt.

Also Kopf hoch, auch wenn Du alleine bist.
Ich kann mir vorstellen, dass das Scheiße ist, denn man will sich ja mitteilen, Freude und Angst teilen.

Hast Du nicht eine beste Freundin, die für Dich da ist ?

Ich drück Dich noch mal ganz fest und denk an Dich.

Liebe Grüße

Susanne

Beitrag von silberlocke 24.09.06 - 08:14 Uhr

Hi Greta
ich weiß es sind jetzt kurze und vielleicht nicht ausreichende Worte, die ich Dir schreibe, aber ich tus mal trotzdem.

Warum kannst Du nicht eine besonders gute Freundin "hineinziehen"? Nur weil sie gesagt haben, Du schaffst es nicht? Dann hast Du die falschen Freundinnen - auch wenn ich denke, meine Freundin packt was nicht, dann biete ich ihr an zu helfen - gerade dann, und wenn es nur zuhören und mal in den Arm nehmen heißt!

Meines Erachtens fühlst Du Dich alleine, weil Du niemanden an Dich heranlässt. Dass frau dann in ein schwarzes Loch fällt ist ja fast unvermeidbar.

Dein Mann KANN ES NICHT NACHVOLLZIEHEN, wie Du Dich fühlst. Er tickt ganz anders - Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus - da ist tatsächlich was dran!

Wenn Du Beistand benötigst, aber immer so tust, als könntest Du selbst mit Dir und Deinen Gefühlen klar kommen - erzähl das mal Deinem Mann detailiert - der Gute fällt aus allen Wolken, weil er es eben nicht weiß und auch nicht riechen kann, wie schlecht es Dir geht! Solange Du es ihm nicht erzählst, wirst Du Dich auch weiter alleine fühlen. Erwarte nicht unbedingt, daß er Dir dann auch sein Herz ausschüttet - möglich wäre es aber doch - mein Mann zb macht das alles alleine mit sich aus, bzw erlebt das alles ganz anders. OK, wir haben jetzt keine soooo Odyssee hinter uns, aber einen Spätabort - er redet heute nach 7 Jahren noch nicht darüber und wird ganz "Kleinlaut", wenn ich unseren Adrian erwähne.

Ich könnte jetzt noch ewig so weiterschreiben, aber das geht natürlich nicht!

Sprich dringend mit Deinem Mann und Deinem Gyn über Deine Gefühlslage, pick Dir eine Deiner Freundinnen - die, der Du am meisten vertraust - heraus und erzähle ihr Deine Trauer, Dein Alleinsein. Sag ihr, daß Du einfach jemanden brauchst der Zuhört und Dich in den Arm nimmt - sie muss nix bewerten oder Ratschläge geben - einfach mal zwischendurch da sein, wenn Du sie brauchst. Eine richtige Freundin wird dann auch da sein!

Ich wünsch Dir alles Liebe, mach den Schritt aus Deinem kleinen einsamen Loch hinaus und teile Deinen Kummer mit - denn es ist wirklich so: geteiltes Leid ist halbes Leid. Du wirst trotzdem noch traurig sein, manchmal wieder in das Loch zurückfallen, aber es sind Hände da, die Dir wieder heraushelfen können, wenn Du es zulässt

LG NIta




Beitrag von hiffelchen 25.09.06 - 13:37 Uhr

Hallo Greta,

och mensch, du Arme, auch wenn ich noch keine IVF habe machen lassen, kann ich dich irgendwie gut verstehen... ich denke das diese andauernde Belastung, die der unerfüllte KiWu mit der Zeit ja wird in Verbindung mit dem Stress und den Hormonen so einer Behandlung einen schonmal in ein Depri Loch werfen können. Das wäre ja auch seltsam wenn das alles einfach so wegstecken könnte.

Und das bringt natürlich auch Probleme mit der Partnerschaft mit sich... weil Männer das einfach anders verarbeiten... meiner auch, er ist der liebste und beste Mann der Welt, aber ich fühle mich auch oft allein .. nicht weil er nicht für mich da ist, sondern einfach weil ich auch fühle das es für ihn nicht alles dasselbe bedeutet wie für mich. Dieses ständige in-sich-hineinhorchen ob da jetzt eine Schwangerschaft vorliegt oder nicht.

Dieses auf fruchtbare Tage warten oder eben wie in deinem Fall die ganze IVF Behandlung, der männliche Anteil ist eben sehr gering an der eigentlichen Behandlung. Und dann sind Männer auch oft traurig und entmutigt, wollten das nicht zeigen, wir denken sie sind nicht richtig bei der Sache... es ist ein Teufelskreis manchmal.

Liebe Greta, sei ruhig mal traurig, aber wenn deine Einsamkeit übermächtig wird dann lass dir doch besser helfen in einer Selbsthilfegruppe oder bei einem Psychologen....

Wir sind noch in der Vorbereitungsphase, aber auch jetzt denke ich manchmal: warum lässt er mich so allein, dabei versucht mein mann ja alles um mir zu helfen, ist aber oft so hilflos. Gerade wenn ich wieder traurig bin und weine, dann wird er manchmal richtig sauer, wegen seiner Hilflosigkeit... vielleicht geht es deinem Mann genauso? Das er sich zurückzieht weil er sich hilflos vorkommt?

Ich wünsche dir alles alles Liebe,

Sarah

Beitrag von unicorn1984 26.09.06 - 07:55 Uhr

oh je, du arme

kann deine Gefühl nur zu gut verstehen, eine Eileiterschwangerschaft hab ich nicht hinter mir dafür hatte ich vor 1 Woche eine FG.

Während ich in Foren über meine Gefühle reden kann tut das mein Mann leider nicht :(

Er ist zwar kein so gefühlsmensch wie ich aber ich finde es trotzdem traurig, nur in der Nacht als ich meine FG hatte konnte er drüber reden, seitdem schweigt er :(

Ich weiß ja nicht wieviele abgänge du vor der künstlichen Befruchtung hattest, aber ich glaube schon das du alles schaffst.

Das dir das die Freundinnen nicht zutrauen find ich mehr als traurig. Sollten sie dich nicht lieber unterstützen ?

Ich wünsche dir auf jedenfall viel Erfolg und genau soviel Kraft