Warum versteht einen eigentlich niemand?

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Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von ozgirl 23.09.06 - 19:59 Uhr

Hallo zusammen :-)

Eigentlich ist mir eher nach #heul.

Seit 2 Jahren und 9 Monaten versuchen wir nun, ein Kind zu bekommen und ich werde einfach nicht schwanger.

Alle unsere Freunde, die Kinder wollen, haben mittlerweile welche. Am Anfang habe ich immer so getan, als wolle ich (noch) keine Kinder, aber mittlerweile kann ich nicht mehr lügen, ich binde es zwar keinem auf die Nase, aber wenn die Frage "und wie schaut's bei euch aus?" dann wieder kommt, sage ich schon mal, dass es leider nicht klappt.

Die Reaktionen darauf sind immer dieselben.

"Das wird schon"
"Nur nicht verkrampfen"
"Denk nicht drüber nach"
"Vielleicht versteifst du dich zu sehr darauf"
"Du hast ja noch sooooo viel Zeit"
etc. pp.

Ich kann's nicht mehr hören, sorry. Vor allem nicht von Frauen, die grad ihr Baby auf dem Arm haben.

Meine besten Freundinnen sind Singles. Wenn ich ihnen mit dem Thema komme, sagen sie nur, dass sie froh wären, einen Mann zu haben, mit dem sie ans Kinderkriegen denken können. Und damit haben sie ja auch recht.

Trotzdem. Warum versteht mich keiner?

Ich bin oft so verzweifelt und traurig.

Sorry fürs Ausheulen

Sonja

Beitrag von greta70 23.09.06 - 20:12 Uhr

hallo sonja,
das mit den schlauen worten kann ich mir gut vorstellen. in meiner jetzigen situation der künstlichen befruchtung kommen auch solche sätze, ach das wird schon........warts ab u.s.w. obwohl es nicht feststeht das es beim erste mal gleich klappen kann. ich könnte dann auch schreien............doch im grunde versetz dich mal in die lage der anderen. oft geht es einem so das man trost spenden will, aber einfach nicht die richtigen worte findet............
halte dir das immer vor augen........
ich wünsch dir alles glück der welt das es auch bei dir klappen wird und wenn du schon so lange sehnsüchtig wartest, hast du ich schon mal mit dem thema künstliche befruchtung angefreundet ?! ich wollte es nie wahrhaben...........doch bei einigen ist es einfach die einzige chance...........
denk mal drüber nach.....
glg
ich drück dich

Beitrag von ozgirl 23.09.06 - 20:18 Uhr

Hallo Greta,

danke für Deine Antwort.

Weißt Du, mir würde es einfach helfen, wenn nicht immer alle das so runterspielen würden. Als ob es um eine Handtasche gehen würde, die ich nicht kriegen kann. Wenn mich mal jemand einfach ERNST nehmen würde...

Klar, die richtigen Worte zu finden ist schwer. Aber man muss ja gar nix sagen. Besser nichts und eine Umarmung als immer diese Sprüche.

Aber vielleicht haben sie Angst, dass ich dann anfange zu heulen.

Künstliche Befruchtung? So weit bin ich noch nicht. Außerdem ist körperlich alles in Ordnung. Ich glaube, wir haben einfach Pech. Oder etwas stimmt nicht, was man nicht rausfinden kann.

Ich wünsche Dir alles Glück, dass es bei Dir klappt!!!

LG, Sonja

Beitrag von siomi 23.09.06 - 20:13 Uhr

Hallo Sonja!

Sei erstmal #liebdrueck. Ich kann dich sehr gut verstehen, denn es geht mir auch immer so. Am liebsten sind wir zudem noch Sätze wie: Es ist nichts leichter als Kinder zu machen, dass geht anz gschnell!#heul

Den Abschuss hatte eine Bekannte von mir gemacht, die zu mir sagte: "Ich weiß gar net warum du dich so reinsteigerst. Wenn ich keine Kids bekommen hätte (sei hat 3), fänd ich es im Nachhinein auch nicht schlimm. So bleibt dir wenigstens das Geschrei erspart!"#heul:-[#heul:-[

Ich glaube, dass man nur von denen verstanden wird, die selbst mal in der Situation waren. Uns bleibt nur durchhalten und zu denken -du mich auch mal-.

#herzlichSiomi

Beitrag von susannewerner 23.09.06 - 20:24 Uhr

Hallo Siomi,

na, das waren mir auch immer die liebsten :-[

Jemand, der ohn Probleme schwanger wird und das vielleicht oft in seinem Leben, der kann bei unseren Problemen gar nicht mitreden.

Liebe Grüße

Susanne

Beitrag von susannewerner 23.09.06 - 20:18 Uhr

Hallo Sonja,

lass Dich erst mal #liebdrueck.
Ich kann Dich soooooooooo gut verstehen, da es mir jahrelang genauso erging.

Am schlimmsten fand ich immer, wenn mir alle erzählen wollten, ich würde mich so versteifen und deswegen würde es nicht klappen. Aber bei uns gab es wirklich eine Ursache. Und nach einigen Jahren Kinderwunsch stellte sich dann auch heraus, dass es auch bei meinem Mann Probleme gab. Tja, von wegen, wir versteifen uns zu sehr auf ein Kind.
Ohne medizinische Hilfe wäre ich höchstwahrscheinlich nie schwanger geworden.
Mein behandelnder Arzt im Kinderwunschzentrum meinte nach 8 Jahren vergeblichen übens, dass es höchst unwahrscheinlich ist, im 9. Jahr schwanger zu werden. Eher würde er tippen, dass wir einen 6er im Lotto hätten. Folge dessen unterzogen wir uns einer Kinderwunschbehandlung, mit dem Ergebnis, dass nebenan mein süßer Sohn selig schlummert.

Nach der ersten erfolgreichen ICSI Behandlung, die leider in der 9. SSW mit einer FG endete, durften wir am 25.12.2005 endlich unser lange ersehntes Wunschkind in die Arme schließen. (ebenfalls mit Hilfe einer ICSI)

Warte nicht zu lange mit weiterführenden Maßnahmen. Und gib niemals die Hoffnung auf.

Liebe Grüße
Susanne

Beitrag von kat38 24.09.06 - 04:46 Uhr

Doch,
ich verstehe Dich.
Aber wie oft hast Du es schon gehört?
Eigentlich kann Dir nichts ausser einer Schwangerschaft Trost spenden.
Anteilnahme zu zeigen ist schwierig.
Ich hoffe trotz allem das es klappt, möglichst bald.
Liebe Grüße

Kat & Co

Beitrag von baldmutti 24.09.06 - 13:56 Uhr

Hallo,

ich verstehe dich sehr gut, obwohl ich nicht in deiner Situation bin, im Gegenteil. Wochenlang wollte ich euch hier ins Forum etwas schreiben, hatte aber irgendwie noch keine Gelegenheit dazu.

Also ich habe 2 Kinder, es hat immer gleich geklappt. Aber dadurch habe ich leider meine beste Freundin verloren #heul. Bei ihr klappt es nicht, sie hatte mehrere FG. Ich war immer für sie da, aber es klappte nicht mehr. Sie warf mir indirekt vor, dass es ungerecht ist, dass sie die "bessere" Mutter wäre weil sie nur halbtags arbeitet, dass sie schliesslich verheiratet ist und ich nicht usw. All dies tat und tut mir sehr weh. Ich wollte für sie da sein, bekam aber immer nur solche Sprüche zu hören. Während meiner ganzen ss habe ich es mir angehört, ihre schlechte Laune akzeptiert usw. Doch als ich dann entbunden hatte, wurde es mir auf einmal zu bunt. Ich fand heraus, dass eigentlich IMMER ICH mich meldete, sie rief schon lange nicht mehr an.

Ich habe es dann auch sein lassen. Wir waren über 20 Jahre lang befreundet. Seit ein paar Monaten gibt es diese Freundschaft nicht mehr. Ich kann nichts dafür, dass es bei ihr nicht klappt mit dem Kinderkriegen und muss einsehen, dass ich sie deprimiere, auch wenn ich genau das Gegenteil wollte.

Sie hat übrigens eine 3 1/2 Jahre alte Tochter, es ist also nicht so, dass sie noch kein Kind hätte. Aber seither klappt es halt leider nicht mehr.

Ich hoffe, dass sie sich wieder melden wird wenn sie eines Tages ss ist. Ich denke jeden Tag an sie.

Ich wollte dies nur mal loswerden. Denke bitte mal darüber nach... die schlauen Sprüche
"Das wird schon"
"Nur nicht verkrampfen"
"Denk nicht drüber nach"
"Vielleicht versteifst du dich zu sehr darauf"
"Du hast ja noch sooooo viel Zeit"
helfen nicht weiter, aber was sollen deine Freunde dir sagen? Sie können nichts dafür, wollen wahrscheinlich für dich da sein. Und dich deprimiert es, sie zu sehen mit den Babys.

Sorry fürs zutexten, aber ich wollte meine Geschichte jetzt loswerden. Glaube mir, ich bin unendlich traurig diese super Freundin, mit der ich über alles reden konnte, mit der ich 20 Jahre lang gelacht und geweint habe, verloren zu haben. Ich wäre froh, wenn sie mir sagen könnte, was ich falsch gemacht habe... aber hätte ich auf mein 2tes Wunschkind verzichten sollen nur weil es bei ihr nicht klappt?

Ich fühle mit euch, ich drücke die Daumen dass du bald mit einem dicken Bauch durch die Gegend rennst.

Ganz liebe Grüsse,

o.


Beitrag von teff 24.09.06 - 19:32 Uhr

Hallo Sonja,
ich kann Dich total gut verstehen, aber wahrscheinlich kann Dich das nicht wirklich trösten. Wir versuchen seid fünf Jahren Kinder zu bekommen, haben eine Kinderwunschbehandlung erfolglos abgebrochen (ich entwickle keine Eizellen) und obwohl ich so ganz allmählich wieder etwas leichter und positiver durch das Leben gehe, hört diese Trauer nicht auf. Und eigentlich kann einen so ganz niemand verstehen, weil eben selbst Leute mit ähnlicher Problematik, doch nochmal IHRE eigene Geschichte haben. Mein Mann und ich besuchen aber seit kurzem eine Selbsthilfegruppe für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch und dort findet man doch ein wenig mehr Freiheit, zu sagen, was man denkt und fühlt. Ich finde es auch sehr befreiend nicht immer die Arme und Bemitleidenswerte zu sein, oder die der man Mut machen muß und so weiter. Man ist eben auf Augenhöhe...
Ich wüsche Dir viel Glück und Kraft!
Liebe Grüße
Steffi

Beitrag von hibbelliese 24.09.06 - 21:18 Uhr

Was würdest du denn gerne hören als Antwort ?

Beitrag von samy_71 25.09.06 - 14:36 Uhr

Hey, das kenne ich auch#liebdrueck.

Wir versuchen es seit über 5 Jahren. Nach 2 1/2 Jahren erfolglosem Üben hat mein Mann ein SG machen lassen (mehrfach). Die Werte wurden immer schlechter, bis bei ihm eine "aktuell schwerste Kryptozoospermie (< 1Mio Spermien und die auch noch nicht mal gut), spontane Fertilität nahezu ausgeschlossen." diagnostiziert wurde.
Sowas willst du natürlich auch nicht im Freundeskreis herumposaunen, aber auch die wenigen, die es wußten hatten immer schlaue Sprüche parat, die ich hier nicht noch einmal zitieren will. Der Klassiker "wenn ihr nicht mehr daran denkt, wird es schon klappen"-und jeder hat dann gleich x Bekannte, parat, bei denen es auch so war#augen.
Am besten ist noch der Spruch: "Du weißt schon, daß Rauchen die Fruchtbarkeit einschränkt! An deiner Stelle würd ich das lassen, dann klappt es bestimmt!"#augen#augen:-[
Ab dem Moment, wo meinem Mann "sowas" diagnostiziert wurde, kann ich mit dem Rauchen aufhören so viel ich will, mich in ein Sauerstoffzelt hocken und mich höchst gesund ernähren -und es würde doch nix bringen!:-[ Aber denen das zu erklären........da bringt man eher einem Eichhörnchen das Eiskunstlaufen bei!#augen So nebenbei: meine Eltern waren BEIDE Kettenraucher, als meine Mutter mit mir schwanger wurde, das sage ICH dann immer ganz gerne!

Auch wenn mich solche schlauen Sprüche immer wieder ärgern, habe ich dennoch gelernt, die nicht mehr so an mich ranzulassen wie früher.

Meine Schwester wurde ungeplant schwanger letztes Jahr, das war ein schwerer Schlag für mich. Unser ansonsten sehr inniges Verhältnis wurde dadurch kurzzeitig etwas getrübt:-(. Im April hat sie per Kaiserschnitt 2 gesunde Zwillingsmädels zur Welt gebracht. Auch sie war Raucherin und hatte eine Woche nach dem positiven Test ihre letzte Zigarette geraucht. Wenn SIE mir Vorträge darüber hält, sage ich ihr auch ganz gerne, daß es mir natürlich 1000 mal lieber so gewesen wäre. Ich muß aufhören, mich einer Hormonbehandlung unterziehen und der Erfolg ist nicht mal garantiert#schmoll. Seitdem läßt sie mich damit in Ruhe.

Ich wünsche dir alles Gute und nimm dir diese schlauen Sprüche nicht so zu Herzen! Und zeig es den Leuten ruhig mal, daß sie dich damit nerven. Seit ich mal richtig grantig reagiert habe, läßt man mich damit auch weitgehend in Ruhe!#liebdrueck

Beitrag von unicorn1984 26.09.06 - 08:11 Uhr

Hallo :)

Diese ganzen Standartsätze kann ich auch nicht mehr hören oder der von meiner Mutter ist ja noch viel genialer.

Ich bastel nun schon 14 Monate am Wuki, klar kommt dir das wie eine Kurze Zeit vor wenn ich es mit der Bastelzeit vergleiche.

Nun ja am 8.9. hab ich erfahren das ich schwanger bin, ich hab mich riesig gefreut doch am 20.09. ist es leider abgegangen.

Daraufhin rief meine Mutter nach dem ich ihr es gesagt hatte, 2 Tage später an. Weil sie sich sorgen machte.

Und es musste kommen was nicht zu verhindern war mal wieder eine diskussion.

Sie stellt sich vor ich wäre eine die nur 24 Std. an das Thema BABY BABY BABY denkt. Dazu kann ich sagen das weder mein Mann noch ich das Gefühl haben das es so ist. Es ist eben mal mehr mal weniger Thema.

Und als ich ihr sagte das ich Hormone genommen hab und dann war ich sofort schwanger, gings richtig los. Ich wär doch verrückt und noch jung und sowas macht man erst wenn man alt ist. Und bla bla bla. Es muss auf natürlichem Wege klappen. Bei ihr wars ja auch so!

Natürlich hielt ich nicht meinen Mund und gab kontra. Denn wenn ich mir angugg. 1 Jahr ohne hilfe von Hormonen und dann mit Hormonen und es hat sofort geklappt. Also was würde man da wohl weiterhin tun ? Natürlich mit Hormonen unterstützen.

Aber verstanden hat sie es natürlich nicht. Es ist ja alles so einfach und im endefekt soll wieder mal mein Kopf dran schuld sein. Komisch wie hab ich es dann überhaupt geschafft schwanger zu werden!?

Ich hab echt 12 Monate ohne Hormone nachgeholfen und erst im ÜZ 11 mit der Tempikurve angefangen und dann gabs ja noch nen Hormonstatustest und mein Mann und ich waren froh das es nicht an meinem Kopf lag. Denk werd aber nicht um nen zweiten Test rumkommen, denn ich denk meine FG hatte was mit meinen Gelbkörperhormonen zu tun, da im üz 11 etwas darauf hingedeutet hat.

Sorry das ich etwas abgeschweift bin, kann aber verstehen wie es ist wenn einer jemanden nicht versteht.

Das mit den Freundinnen ist ärgerlich, aber ich bin froh das keine meiner wichtigsten Freundinnen einen Kiwu haben.
Aber ich kann mit ihnen drüber reden.

Eine hat schon ein Kind und die andere ist gerade Single und die eine weitere wichtige person hat 4 Kinder mit der red ich am meisten drüber, sie hat mir auch ihren FA empfohlen und ich muss sagen ich bin froh das ich bei dem bin. Er hat sich riesig gefreut als ich schwanger war und war ebenso traurig als er nix mehr gesehen hat.

Ich drück dir die Daumen das du bald jemanden findest mit dem du drüber reden kannst.

Mir hilft auch meine Foren, weil man weiß das man nicht alleine ist