ich kann nicht mehr... jeden abend das gleiche!

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Beitrag von leoniemariesmama 23.09.06 - 20:31 Uhr

muss mich mal bei euch ausheulen!

seit ein paar wochen will leonie absolut nicht mehr schlafen.der mittagsschlaf endet um ca. 13 uhr.und eigentlich ist sie immer um 19/19.30 ins bett gegangen.
sie ist bei der flasche im arm eingeschlafen.

und jetzt???? nichts ist mehr wie es mal war.

ich bring es aber auch nicht übers herz sie mal 2 min schreien zu lassen.sie tut mir dann total leid.
mein freund ist da ganz anderer meinung, und wir streiten oft deswegen:-(

was meint ihr?soll ich sie ruhig schreien lassen? ist es ein schub? oder was kann ich sonst machen?ich kann echt nicht mehr...

es wird teilweise 22 uhr oder noch später!

bin für jeden tip dankbar...

baden hilft auch nicht, davon wird sie noch fitter...

lg

yvonne mit leonie marie, 9 monate und 1 tag

Beitrag von schlumpfine2304 23.09.06 - 20:34 Uhr

hallo.
auch auf die gefahr hin, mich jetzt unbeliebt zu machen: lass die kleine auch mal schreien. dein freund hat recht. sie merkt doch jetzt schon, dass du immer gerannt kommst, wenn sie brüllt. das nutzt sie mit ihren 9 monaten aus! wenn du das nicht abstellst, wirst du auch die nächsten monate stress haben. lass sie mal zwei abende schreien, danach hat sich das sicherlich gegeben. die ältere generation hat nicht mit jedem rat unrecht.
lg a.

Beitrag von leoniemariesmama 23.09.06 - 20:37 Uhr

ja irgendwie stimmts ja mit dem schreien lassen... habs mal versucht, aber mir zerbricht es echt das herz...

was meintest du mit "ältere generation" ? oder allgemein?

Beitrag von schlumpfine2304 23.09.06 - 20:57 Uhr

naja, meine mutter meint, ich würde mein würmchen jetzt schon verwöhnen, wenn ich immer hingehe, wenn er schreit. sie sagte mir halt ... lass ihn ruhig mal schreien. wenn er gestillt ist, eine frische windel hat und keine blähungen und trotzdem schreit, willer dich nur testen. naja, da mein kleiner erst 3 wochen alt ist, wage ich das mal zu bezweifeln, aber grundsätzlich hat sie recht damit. wenn mein kleiner ein paar wochen älter ist, wird er mich sicherlich testen. ich weiß, dass es schwer ist, das kind schreien zu hören. meine freundin "erzieht" ihren 8monatigen sohn auch grad. sie legen ihn abends hin. lassen ihn ca. 5 minuten schreien. gehen rein. trösten, ohne ihn aus dem bettchen zu nehmen. gehen wieder raus. lassen wieder 5 minuten schreien. wieder rein ... meist beruhigt er sich nach zwei-drei-mal und schläft. man brauch halt nur ein paar nerven und ein wenig geduld.
lg a.

Beitrag von bienochio 23.09.06 - 20:38 Uhr

Wir hatten das Problem auch.. und ich war damals sogar beim Arzt, weil ich dachte, meine Kleine hat was.. aber nix da... meine Ärztin meinte, sie testet aus, wie weit sie gehen kann... und hat mir den Tipp gegeben, sie wirklich schreien zu lassen.. sonst gewöhnt sie sich dran, dass immer jemand kommt, sobald sie losquäkt.. ich sollte aber immer nach ca. 5 bis 10min. gucken gehen.. damit sie merkt, dass ich sehr wohl da bin.. und sich nicht im Stich gelassen fühlt...
Haben wir gemacht.. auch wenn es mir anfangs das Herz zerrissen hat.. und jetzt geht es.. wir haben nur ganz selten abends noch Theater.. ich lege sie hin.. sie guckt noch ihr Mobile an.. und dann ist Ruhe... klar gibt es Ausnahmetage.. aber soo selten..
Aber ich sag Dir, es ist schwer.. :-)

bienochio und pauli (9 Monate und 5 Tage :-)

Beitrag von leoniemariesmama 23.09.06 - 20:41 Uhr

oh je.... meinst du? sooo lange?

sie denkt bestimmt ich verlasse sie...naja, unrecht hat sie ja nicht.

werde es mal versuchen.die arme maus...

aber es kann ja auch nicht ewig so weiter gehen und "chef" sind ja immer noch mama und papa ;-)

Beitrag von bienochio 23.09.06 - 20:51 Uhr

Du zeigst ihr doch durch das Nachschauen, dass Du da bist... nur keine Panik.. aber sonst biste irgendwann fix und fertig.. und da hat Dein Baby gar nix von...

Meine Kleine hat mich immer noch sehr lieb.. und hat mir das nicht übel genommen.. grins..

Also nur Mut.. wirklich mal schreien lassen.. soll ja nicht stundenlang sein.. wenn meine Pauli sich nach ner dreiviertel Stunde nicht beruhigt, dann überleg ich mir auch was anderes.. aber das kommt nicht mehr vor.. das längste sind derzeit fünf Minuten.. und auch nur, wenn sie wirklich extrem müde ist..

Ich hoffe das macht Dir Hoffnung!!
Ich wünsch Dir viel Erfolg!!

bienochio

Beitrag von sandra_und_luca 23.09.06 - 20:40 Uhr

Huhu

also luca hatte auch so ne phase als er das war so kurz bevor er neun monate wurde......er hat tagsüber gar nicht geschlafen, und nachts gegen drei erstemal für glatte drei std wach.....ich dachte ich dreh am rad.....da er tagsüber auch ganz schön bockig war....das ging ne ganze weile und irgendwann war jetzt wieder ruhe, seit knapp zwei wochen is wieder der alte trott#schwitz
glaub mir, dass wird wieder besser, auch wenn sich das immer blöd anhört#liebdrueck

Beitrag von tekelek 23.09.06 - 20:41 Uhr

Hallo Yvonne !
Ich muß meiner Vorrednerin entschieden widersprechen ! Wir haben unsere Tochter nie schreien lassen und sie geht seit 3 Monaten von alleine und sehr gerne ins Bett !
Wir haben sie bis dahin immer in den Schlaf begleitet, d.h., wir sind so lange bei ihr geblieben, wie sie es gebraucht hat, das schwankte zwischen 10 Minuten und auch mal einer Stunde.
Sie schreit nicht, um etwas zu "testen" (so ein Quatsch #augen), sondern weil sie einfach noch ein wenig Nähe braucht.
Wahrscheinlich lernt sie gerade etwas Neues (krabbelt sie schon ? Oder fängt sie an, an Möbeln entlangzulaufen ??) und ist dementsprechend verwirrt und aufgeregt.
Hab Mitleid mit ihr und gib ihr die Nähe, die sie braucht, hör nicht auf diese dummen Sprüche von wegen schreien lassen, sondern auf Deinen Mutterinstinkt und Deine Tochter.
Liebe Grüße und gute Nerven,

Katrin mit Emilia-Sofie (fast 21 Monate) und keinesfalls durch zuviel Nähe verwöhnt #augen, und Nevio (morgen 3 Wochen), den ich auch nicht alleine schreien lassen werde

Beitrag von sandra_und_luca 23.09.06 - 20:50 Uhr

Schreien lassen würd ich luca nie, wie ich schon schrieb hatte er auch so ne phase und war unheimlich kuschelbedürftig;-) ich hab ihn mehrmals nachts zu mit geholt und mit ihm gekuschelt, er hat es einfach gebraucht, allerdings war es auch ne anstrengende phase aber wast macht man nicht alles für unsere süssen.

Beitrag von eisprinzesin 23.09.06 - 20:42 Uhr

Hallo,

las deine Maus bitte nicht schreien. Ein Kind kann man mit Liebe und Geborgenheit nicht verwöhnen.

Versuch doch mal dich mit Ihr zusammen hinzulegen? Oder habt ihrdas auch schon versucht? Wie sieht es aus wenn sie bei euch schlafen darf?

Mein Freund war am anfang auch der Meinung wir müssten sie mal schreien lassen aber davon konnte ich ihn zum Glück schnell abbringen. Kira ist jetzt 28 Monate alt und schläft nur mit Begleitung ein.

Ich schlafe auch viel besser ein wenn ich nicht alleine bin.


LG Christine

Beitrag von leoniemariesmama 23.09.06 - 20:53 Uhr

habe sie jetzt hingelegt.sie schreit das ganze haus zusammen.ausserdem stellt sie sich immer hin.
oh man.... ich könnte echt heulen!


doofe frage, aber legen sich die kleinen denn auch von alleine wieder hin?#gruebel

hab echt gewissensbisse..... #heul

Beitrag von tekelek 23.09.06 - 20:55 Uhr

Hallo !
Hey, lass sie nicht schreien ! Habe Dir doch gerade geantwortet, wie es bei meiner Tochter war.
Hör auf Dein Herz und kuschel mit ihr, brich ihr nicht das Genick :-(
Liebe Grüße,

Katrin, die nie auf die Idee kommen würde, ihre Kinder schreien zu lassen #heul

Beitrag von leoniemariesmama 23.09.06 - 20:58 Uhr

oh leute....

klar, jeder hat seine meinung... die ihr auch alle äussern dürft.darum hab ich ja gebeten.
aber jetzt höre ich 2 krasse gegensätze....
ich bin grad echt am heulen.mag zwar für euch blöde kleingen,a ber es muss einfach mal raus.
der feine herr papa ist ja wie jedes We mit kumpels feieren :-[

Beitrag von mailin78 23.09.06 - 21:09 Uhr

hi,
begleite sie doch bitte in den schlaf!

sie braucht dich!sie ruft dich!

warum soll ich mein kind schreien lassen,wenn ich hingehen kann.
ich rufe meinen mann abends auch immer sehnsüchtig,weil ich mich im bett so allein und ungekuschelt fühle..

sie ist sooo klein!

LG Anne

Beitrag von tonni 23.09.06 - 21:21 Uhr

hallo du,
weisst du ich glaub irgendwie gibt es da nicht das absolute "richtig" oder "falsch".
am wichtigsten ist es das du und die kleine klarkommen und zwar so das es euch beiden gut damit geht.
ida ist 18 monate. ich habe im laufe der zeit herausgefunden was richtig für uns war.
ida konnte mit nähe nicht gut einschlafen. am abend gabs schon früh einschlafrituale und es hat immer wunderbar geklappt dass sie allein einschläft. und sogar richtig zufrieden, wie wir immer durchs babyphon hören ;-)
dann kam um den 8./9. monat die zeit wo sie am tag - totmüde wie sie war - nicht mehr schlief - nur noch beim autofahren.
ging gar nicht. also hab ich begonnen sie mittags hinzulegen. sobald ich aber bei ihr blieb machte sie den totalen austand, beruhigte sich gar nciht, wollte nur raus raus raus aus dem bett. also liess ich sie im bettchen, ging raus und kam regelmässig wieder rein. und wieder wurde es viel schlimmer wenn ich wieder reinkam.
sie tat mir furchtbar leid aber ihre tage ohne schlafen waren echt arg daneben - für alle - in erster linie für sie.
ich liess sie weinen, und es war schwer. und sie tat mir soo leid.
nach wenigen tagen klappte es. wiederum zufiredenes einschlafen.
mal gibts das noch heute. lange blieb es so, dass ich nicht reingehen konnte ohne dass die absolute hölle ausbrach. ich zog aber immer ihre spieluhr auf, die an der tür hängt, das ging deutlich besser. inzwischen bleibe ich bei ihr , lege mich neben ihr bett (gitterbettchen), sie bleibt auch liegen, ich tröste sie bis es ihr besser geht und verlasse dennoch das immer damit sie allein einschläft. und das klappt nun wunderbar. vor nem jahr hats aber eben so nicht funktioniert.
mir tat sie leid als sie weinte. aber ich fühlte dennoch - ich glaub das ist BEI UNS, FÜR UNS der richtige weg. und bin sicher das war er auch. denn es klappte schnell wunderbar - auch wenn ausnahmen die regel bestätigen. ida ist gern im bett und schläft und scheint sich superwohl zu fühlen beim einschlafen und aufwachen.
habt ihr shlafensgeh ritualE? die immer gleich ablaufen? ein besonderes schlaftier? ein schnuffeltier? das hilft ungemein.
ich drück dir alle dauemn das du deinen , ihr euren weg findet....

sei ganz lieb gegrüsst, tonni

Beitrag von daddel79 23.09.06 - 21:10 Uhr

Hallo Leonie,

vielleicht ist es echt nur ein Schub, wieviele Wochen ist Marie denn?
Ich würd sie auch NICHT schreien lassen, Hanna hat auch so Phasen, die gehen vorbei!!! Nimm deine Maus in dein Bett lass sie da rumkrabbeln und lies dabei ein Buch oder eine Zeitung. Hanna fällt dann immer irgendwann um und schläft... ;-)#gaehn
Aber mit dem Schreien lassen find ich gemein, Marie kennt das doch gar nicht und denkt du bist plötzlich weg. MIr würds das Herz brechen!!

Lass dich #liebdrueck

Nadine

Beitrag von brigitte77 23.09.06 - 22:32 Uhr


Hi Leonie,

ich hab jetzt schon soo oft gelesen, das die Babys plötzlich mit ca. 9 Monaten auf einmal so ein "Theater" machen. Und wiederum gelesen, das dies auch wieder vergeht. Also wird es höchstwahrscheinlich ein Entwicklungsschub sein.

Ich hab mich erst kürzlich mit einer Expertin unterhalten. Die schickte mir folgenden Text zum "Kontrollierten Schreienlassen".

Mein Rat an dich: Hör bitte auf deinen Mutterinstinkt! Den dieser sagt dir in der Regel immer das Richtige! Wenn du Gewissensbisse hast, weil du sie schreien lässt, dann sagt dir ja damit dein Gewissen schon, das sich das nicht richtig anfühlt.

Unten angehängt noch der Text.

Alles Gute und schau nach vorne! Alles wird wieder besser!

Lg, Biggi mit Benjamin (fast 6 Monate alt)

>> Die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen <<

Prim. Dr. Franz Paky, Leiter der Schreiambulanz (Ambulanz für Schreien und Schlafstörungen) der Kinderabteilung des LKH Mödling

Schlafen, Alleinsein, Finsternis

Für ein Kind gibt es nichts Schlimmeres, als den Schutz und die elterliche Geborgenheit zu verlieren. Mit der Finsternis der Nacht reißt die Gewißheit ab, dass der elterliche Schutz gegeben ist. Nichts ist leichter verständlich, als dass sowohl das Einschlafen als auch das nächtliche Aufwachen für ein Kind mit Angst verbunden ist. Es ist ebensowenig verwunderlich, dass viele Methoden entwickelt wurden, den Übergang vom Wachzustand in den Schlaf für das Kind zu erleichtern. All diesen Riten ist gemeinsam, dass sie die elterliche Gegenwart in den Schlaf hinein zu erhalten suchen (Wiegenlied, Gute Nacht Geschichte, Gute Nacht Kuß, Kuscheltier als Übergangsobjekt usw.).

Schlafen Loslassen

Nicht nur für das Kind ist mit dem Einschlafen eine Trennung von den Eltern verbunden. In ähnlicher Weise erleben die Eltern das Einschlafen des Kindes als Trennung. Insgeheim stellt sich die Frage: Wird das Kind ohne unsere Hilfe einschlafen? Wird sich das Kind ohne weiteres (?) von mir trennen? Wird es auch wieder von selbst wach?

Zwei Arten von guten Schläfern die echten und die resignativen

Nicht alle Kinder, die unkompliziert einschlafen und durchschlafen, sind zu beneiden. Wenn Babys spüren, dass ihr Schreien in der Nacht die Eltern unter keinen Umständen auf den Plan rufen kann, geben sie auf und schlafen den Schlaf der Resignation. Auf diesem Mechanismus beruht der scheinbare Erfolg der älteren Generation, ein Kind beim Einschlafen unbegrenzt schreien zu lassen.

Die Entwicklung des Babys und das
Schlafproblem

Um das sechste Lebensmonat erweitern Babys ihren sozialen Horizont beträchtlich. Sie lernen zwischen ihren vertrauten Eltern und fremden Menschen zu unterscheiden ("Fremdeln"). Die Angst, die damit einhergeht ("Achtmonatsangst"), führt nicht selten zu einer Störung des Schlafes. Kinder, die in den ersten Lebensmonaten zur Freude ihrer Eltern bereits durchgeschlafen haben, beginnen dann nachts mehrmals wach zu werden. Oft brauchen sie nicht mehr als die Versicherung, dass alles in Ordnung ist. Ein kurzes Nuckeln an der Brust oder allein der Zuspruch einer vertrauten Stimme genügen, dass das Kind weiterschläft. Häufig führt aber die Schlafstörung zur Sorge der Mutter, dass das schon größer gewordene Kind mit ihrer Milch nicht mehr genug hat. Dann erhält das Kind an Stelle des Trostes, den es braucht, mehrere Mahlzeiten, die eigentlich überflüssig sind. Welcher Erwachsene, der gut schlafen will, würde sich absichtlich zu diesem Zweck den Bauch voll schlagen?

Das Schlafparadoxon

Wenn wir den Schlaf dringend herbeisehnen, stellt er sich am zögerndsten ein. Eine ganz ähnliche Erfahrung machen wir mit unseren Kindern. Wenn wir am wenigsten darauf angewiesen sind, schläft unser Kind am leichtesten ein. Brauchen wir dagegen unseren eigenen Schlaf dringend, weil wir am nächsten Tag früh aufstehen müssen oder einen schwierigen Termin haben, dann spielt das Kind nicht mit. Es will und will nicht einschlafen. Und noch weniger gönnt es uns einen ununterbrochenen Schlaf. Man gewinnt fast den Eindruck, als würden wir das Kind mit unserer Aura des Schlafzwanges am Schlaf hindern.

Wenn sich ein Vater, der sein Kind mit allergrößten Mühen zum Einschlafen gebracht hat, auf leisesten Sohlen vom Bett fortschleicht, weckt er das Kind mit seiner Angst, dass es wieder wach werden könnte, tatsächlich auf. Dieses Phänomen zwingt uns dazu, über den eigenen Schatten zu springen. Wir müssen uns nach dem Rhythmus des Kindes richten und aufhören, ihm unsere Bedürfnisse aufzuzwingen.




Individueller Schlafbedarf

Jedes Kind braucht wie übrigens erwachsene Menschen auch eine individuelle Zahl von Schlafstunden. Die Spannbreite liegt bei Kindern im zweiten Lebenshalbjahr bei 9 bis 14 Stunden (Largo Kinderjahre 1999, S. 27).

Behinderung der Selbstregulation

Groß ist die Gefahr, dass sich Eltern in guter Absicht in Vorgänge einmischen, über deren Ablauf das Kind selbst bestimmen soll. Als Beispiele seien das Essen und das Trinken, die Kleidung und die Kontrolle von Stuhl und Harnausscheidung genannt. Die Selbstregulation über diese Vorgänge wird vom Kind im Lauf seiner normalen Entwicklung übernommen. Greifen die Eltern allerdings in diese Entwicklung ein, wird die Selbständigkeit nicht erreicht. Den Eltern bleibt damit die Bürde der Kontrolle erhalten, und das Kind bleibt in Abhängigkeit.

In typischer Weise tritt dieser Mechanismus beim Schlaf auf. In der Meinung, dass die Eltern die volle Verantwortung für die Tiefe und die Dauer des Schlafes ihres Kindes tragen, wird dem Kind seine Selbständigkeit verwehrt und die Eltern zerbrechen an der Bürde der Kontrolle, die sie selbst nicht abgeben können.

Die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen

Auf übermüdete und erschöpfte Eltern wirkt es vermutlich zynisch, wenn ich davon spreche, dass es bei der Kunst, sein Kind schlafen zu lassen, um die eigene Gelassenheit und das Loslassen des Kindes geht. Nach allem, was man schon versucht hat, sollte es gerade mit dem Loslassen funktionieren, wo man doch weiß, dass nichts schwerer ist im Leben als das Loslassen.
Vertrauen in die Selbstregulation des Kindes ist der Schlüssel zum Loslassen und damit auch zum Schlafenlassen des Kindes. Wenn man dieses Vertrauen erwirbt, wird man sich vom Kind für die Zeit des Schlafes trennen können, ohne den Kontakt ganz zu verlieren. Das Kind wird auch in einer unruhigen Umgebung und ohne großes Geschrei einschlafen können. Vor allem wird es möglich sein, das Kind im Elternbett schlafen zu lassen und auf diese Weise das Stillen nach dem natürlichen Bedarf von Mutter und Kind beizubehalten.

Jedes Kind kann schlafen lernen

Weil es schwierig ist, diese Zusammenhänge bewußt zu machen, erfreuen sich Bücher, die sich auf ein Training bzw. auf eine Dressur des kindlichen Verhaltens beschränken, großer Beliebtheit.

Am populärsten sind zur Zeit wohl Methoden der dosierten Frustration. Anstatt bei sich selber anzufangen, läßt man das Kind etwas länger schreien, so lange, bis es davon überzeugt ist, dass man als Nachtwächter oder Tröster nicht in Frage kommt. Der Erfolg stellt sich scheinbar ein, indem das Kind den Schlaf der Resignation schläft. Die Chance, dass sowohl die Eltern als auch das Kind aus dem Problem des gestörten Schlafes etwas lernen und auch für sich gewinnen, wird damit aber vertan.

Wir sollten die Chance wahrnehmen, die darin liegt, die Kunst zu erwerben, sein Kind schlafen zu lassen.

Beitrag von brigitte77 23.09.06 - 22:40 Uhr

Hier noch eine Teilantwort zum Thema Schlaf von einer Expertin, da wir selbst auch Schlaf-"Probleme" haben. Vielleicht hilft dir der Text weiter?!

Alles Gute nochmals! Biggi
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Nun zum leidigen Thema Schlaf: lassen Sie sich von niemandem beeinflussen, denn Sie spüren sehr genau, dass Ihr Kind Sie nachts noch braucht!

Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses "natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit "Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben.
Leider geht der Trend zu immer früherer Anwendung sogenannter Schlaftrainingsprogramme und Eltern von Babys, die sich nicht dieser "Norm" anpassen, wird mehr oder weniger direkt vermittelt, dass sie selbst schuld sind, ja manchmal kommt unterschwellig sogar dazu, dass dies Eltern sich als Versager fühlen sollten.

Wird dem Kind die Gelegenheit gegeben, wird jedes Kind irgendwann seinen Weg zum Durchschlafen und alleine schlafen finden. Das eine früher, das andere später.

Ich bin überzeugt, dass bis auf die wenigen Ausnahmen, die extrem "pflegeleichte" Kinder haben jede Mutter diesen Punkt kennt, an dem Sie jetzt sind. Die Zweifel nagen und die Frage stellt sich "Will mein Kind mich nicht doch manipulieren?" "Wird es je anders werden?"

Da es nicht nur jede Menge Menschen gibt, die der Meinung sind, dass ein Kind möglichst früh lernen muss "was Sache ist", sondern auch Bücher, die ein Kind vom ersten Lebenstag an als Wesen hinstellen, das nur darauf aus ist, mit den Eltern und ihren Bedürfnissen in Konflikt zu treten, ist es nur zu verständlich, dass sich alle Eltern, die nicht diesem Strom folgen, sondern einen anderen Weg im Umgang mit ihren Kindern suchen, in Zeiten besonderer Erschöpfung oder einfach dann, wenn auch noch andere Dinge das Nervenkostüm sehr dünn werden lassen, nachdenklich werden: ist unser Weg wirklich gut oder ziehe ich mir einen Tyrannen heran?

Als dreifache Mutter von ebenfalls keineswegs immer "pflegeleichten" Kindern, kenne ich diese Gedanken nur zu gut. Doch inzwischen, wo mein ältester Sohn bereits ein junger Erwachsener ist, bin ich froh, nie auf die "andere Seite" übergelaufen zu sein. Ich bin überzeugt, dass der Weg, das Kind zu achten und auf seine Bedürfnisse einzugehen, richtig ist und das nicht nur, wenn ich mir meinen Großen anschaue (und mal wieder froh bin, dass er ungefragt dafür sorgt, dass die Blumen, die ich vergessen habe, gegossen werden, dass er den Streit zwischen den Kleineren schlichtet, ihnen etwas zu essen macht, weil Mutter am PC sitzt und unzählige Stillberatungen schreibt oder plötzlich mit einer Tasse Kaffee neben mir steht, weil "Du ihn jetzt sicher brauchen kannst"), sondern auch wenn ich andere Kinder und Jugendliche erlebe, die in ähnlicher Weise erzogen wurden und ebenfalls fröhliche und in sich ruhende Menschen sind.

Sicher gibt es auch in unserer Familie Konflikte und auch unser Sohn hatte Pubertätskrisen, doch bis jetzt konnte ich immer auf ein festes Fundament unserer Beziehung vertrauen, das uns durch alle Krisen getragen hat und von dem ich mir wünsche, dass es weiter bestehen wird, auch wenn alle meine Kinder erwachsen sind.

Ich schreibe das jetzt deshalb so detailliert, weil es mir ungemein geholfen hat, die älteren Kinder und Jugendlichen in den Familien von anderen LLL Stillberaterinnen zu erleben, als ich das Gefühl hatte, dass meine Kinder mich zuviel fordern und ich jetzt endlich auch mal wieder jede Nacht oder zumindest jede zweite schlafen will.

Die Art, wie ein 16jähriger bei einem LLL Regionaltreffen liebevoll ein völlig außer sich geratenes kleines Geschwisterkind in den Arm nahm und beruhigte, werde ich nie vergessen, obwohl es schon Jahre her ist. Für mich, war es damals ein ungeheures Erlebnis, einen Teenager zu sehen, für den es selbstverständlich war, so einen Umgang mit seinen kleinen Geschwistern zu pflegen und heute höre ich manchmal von anderen Müttern "toll, wie euer Großer das macht".

Auch hat es mir enorm geholfen, zu sehen, dass die Mütter von diesen Kindern keineswegs total aufgearbeitet und verbraucht aussehen, im Gegenteil.

Es ist schwer, müde zu sein und jede Nacht x Male aufzuwachen, weil das Kind mich braucht und ich hätte zeitweise sehr viel dafür gegeben nur einmal einfach weiterschlafen zu können und am nächsten Tag nicht vor einem Berg unerledigter (Haus)Arbeit zu stehen. Doch es hat sich gelohnt, den Haushalt zurückzuschrauben, mir Nischen zu suchen, in denen ich auftanken konnte (sowohl körperlich als auch emotional) und zu akzeptieren, dass meine Kinder keine kleinen Roboter sind, die auf das Durchschlafen (o.a.) "programmiert" werden können.

Liebevolles Eingehen auf die Bedürfnisse der Kinder, ihnen die Zeit lassen, die sie brauchen, um jeweils den nächsten Schritt zu meistern, das ist der Tipp, den ich allen Eltern nur wärmstens ans Herz legen kann. Wir würden niemals an einer Blume ziehen, damit sie schneller wächst, denn jeder weiß, dass sie dann eingehen würde. An unseren Kindern sollten wir auch nicht "ziehen".

Ich hoffe, der Text war Ihnen jetzt nicht zu lange und wenn Sie noch Lust zum Lesen haben, dann schauen Sie sich auch den angehängten Text von Dr. Paky an, der zeigt, dass lange nicht alle Kinderärzte der Meinung sind, dass "kontrolliertes Schreienlassen" in Ordnung geht.

LLLiebe Grüße
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