Letizia ... manche haben´s eilig

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von kleiner.stern 23.09.06 - 21:53 Uhr

Hallöchen!

Unsere Tochter Letizia hatte es im Vergleich zu ihrer älteren Schwester Leonie (22 Std. vom Blasensprung bis zum ersten Schrei) sehr sehr eilig.
Sie war 6 Tage über die Zeit, als ich im Wartezimmer des Frauenarztes befürchtete, dass ich gerade einen Blasensprung hatte oder ein Fall für TENA-LADY war. Ich wurde kurz untersucht und da sich mein Frauenarzt nicht wirklich sicher war, ins Krankenhaus überwiesen.
Dort wurde gleich ein CTG geschrieben und ich wurde nochmals untersucht. Diagnose: KEIN Blasensprung! - Ich sollte wieder kommen, wenn´s tatsächlich los ging. Auf dem CTG waren alle vier Minuten Wehen - aber ich spürte lediglich ein leichtes Ziehen (nicht zu vergleichen mit Regelschmerzen, denn die waren manchmal heftiger).
Kurz bevor das CTG ausgestellt wurde kam eine ziemlich heftige Wehe und als sie gerade ihren Höhepunkt erreichte tat es in meinem Bauch einen richtigen Knall. Unter mir wurde alles feucht und warm - ein Blasensprung! (18.24 Uhr)

Das CTG blieb also eine weitere halbe Stunde dran. Dann wurde ich noch mal untersucht. Diagnose: grünes Fruchtwasser, Muttermund geschlossen!#schock
Die Hebamme schickte mich mit meinem Mann auf Station. Dort wurde mir ein Zimmer und ein Abendessen zugewiesen. - Wenn ich also noch was zu essen bekomme, dann rechnet hier heute keiner mehr damit, dass ich noch entbinde. Das waren meine Gedanken und ich erinnerte mich an die lange erste Geburt!
Nach dem Essen sollte ich mit meinem Mann auf dem Flur noch ein bisschen herumlaufen und mich dann um halb neun wieder im Kreissaal für ein weiteres CTG melden. Mein Mann könne dann nach Hause gehen und am nächsten Morgen noch mal nachfragen.

Also spazierten wir nach dem Essen auf dem Flur herum - oder wir versuchten es zumindest. Irgendwann in einer Wehenpause sagte ich zu meinem Mann, dass wenn er mir nicht sofort die Ärztin beiholen würde, dann bekäme ich das Kind hier auf dem Flur. Die hat gelacht, als ich ihr das sagte und hat mich zur Untersuchung in den Kreissaal gebracht. Die Hebamme wurde gerufen und sie untersuchte mich. Diagnose: Muttermund 4 cm offen (20.30 Uhr).
Mein Mann bekam die Anweisung nun doch nicht nach hause zu gehen - das Kind würde gegen Mitternacht erwartet - zumindest, wenn das weiter so gehen würde.

Also lag ich nun seitlich auf dem Kreisbett und beatmete dort meine Wehen. So wirklich weh taten die noch nicht, sie kamen nur in so kurzen Abständen, dass ich kaum Zeit hatte dazwischen mal richtig Luft zu holen. #schwitz
Irgendwann kam dann die Ärztin mit der Hebamme noch mal zu mir. Ich wurde noch mal untersucht. Die beiden sahen sich an und waren wieder verschwunden ohne zu sagen, was da jetzt gewesen war. #gruebelIm Nebenraum versuchte auch gerade eine Frau ihr Kind auf die Welt zu bringen. Die beiden rannten immer von einem Kreissaal in den anderen. Dann war da plötzlich eine weitere Ärztin und eine weitere Hebamme, die sich der anderen Frau annahmen.

Ich wurde wieder untersucht. Während sie untersuchte nutzte ich eine Wehenpause und bettelte um eine PDA, denn plötzlich tat es doch weh. Die beiden (Ärztin und Hebamme) warfen sich einen Blick zu, beidseitiges Kopfschütteln. Diagnose: Muttermund vollständig geöffnet (21.15 Uhr)
Man erklärte mir, dass es für eine PDA zu spät sei und ich solle doch einfach dem Gefühl des Pressens nachgeben, was ich bisher unterdrückt hatte und nun bereitwillig tat.

Am 15.08.06 um 21.29 Uhr tat unsere Letizia ihren ersten Schrei.#schrei 4.360g schwer, 52 cm "groß" und 36 cm Kopfumfang

Es kann also auch schnell gehen.

Liebe Grüße

kleiner.stern

Beitrag von bluevision13 23.09.06 - 22:46 Uhr

Hallo!!!

Also, respekt!!! Ein kleines Sonnenkind, nicht war, mit dem Gewicht hattest du bestimmt schwer zu kämpfen! Wurde dir gesagt, das sie so schwer wird? Ich finde es immer wieder sehr interessant, wie man es fertig bringt, ein "schweres" Kind auf die WElt zu bringen, nicht das du mich irgendwie falsch verstehst, ich find es wirklich faszinierend. Allein die Vorstellung aus einer kleine Öffnung ein Baby raus zu drücken. Ich hab zwar auch ein Kind, aber miener kam per Notsectio zu Welt, ich konnte leider die Erfahrung nicht machen!!!

Viel Spaß mit deinem kleinen Sonnenschein!!!

bis dann, blue

Beitrag von kleiner.stern 25.09.06 - 13:00 Uhr

Hallo Blue,
um ganz ehrlich zu sein ... ich hatte schon so meine Bedenken, wie ich diesen "Brocken" rausbekommen sollte. Mein erstes Kind hatte zwar auch schon 3.870 g, aber als der FA mir sagte, dass mein Kind ca. 4.200g oder mehr haben sollte, da wurde mir schon etwas mulmig.

Letztlich muss ich aber sagen, dass mir die zweite Geburt wesentlich leichter gefallen ist. Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich diesmal keine PDA hatte und alles ohne Schmerzmittel erlebte - vielleicht strengt man sich dann mehr an, um´s hinter sich zu bringen. Bei der ersten Geburt haben sie ca. 3 Stunden vorher die PDA ausgestellt, damit ich richtig mitarbeiten kann.

Dass Du einen Notkaiserschnitt hattest, das tut mir leid. Die Erfahrung einer natürlichen Geburt ist etwas ganz besonderes. Zu merken, dass man an seine Grenzen der Belastbarkeit stößt, das ist schon eine Erfahrung, die man nicht beschreiben kann. Zumal man im einen Moment noch denkt, dass man es gleich nicht mehr aushält und im nächsten Moment - wo das Kind Deinen Körper unwiderruflich verlassen hat - sind alle Schmerzen weg! - Meine Hebamme hat immer wieder betont, dass die Wehen die einzigsten Schmerzen sind, an deren Ende wir belohnt werden - und sie hatte recht!

Vielleicht hast Du ja beim nächsten Kind die Möglichkeit diese Erfahrung zu machen.

Liebe Grüße,

Kleiner.Stern