ein kranker freund zieht sich zurück

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von akelei 24.09.06 - 18:10 Uhr

hallo zusammen, vielleicht kann mir jemand helfen, es wäre sehr wichtig für mich andere meinungen zu hören, oder die ein oder andere erfahrung.

es geht darum, ein wirklich guter freund von mir ist an krebs erkrankt. wir wohnen nicht so nah zusammen, das ich ihn immer besuchen kann, aber ich habe mich bemüht ihm immer mit briefen, sms, telefonaten usw. zur seite zu stehen.
die erste zeit haben wir uns dann auch noch ab und an gesehen, er freute sich auch immer und es tat uns beiden gut.

nun auf einmal möchte er mich nicht mehr sehen, er sagt nur so wage, "ja ich rühr mich wenn ich was brauche" und meldet sich dann ewig nicht mehr... - er meinte er will niemanden um sich rum haben, muß das alleine durchstehen.

was soll ich bloß machen? soll ich ihn wirklich in ruhe lassen, oder weiter immer wieder mal was von mir hören lassen? dann hab ich aber angst das ich ihn evtl nerve, und er hat ja so schon probleme genug.

das alles beschäftigt mich sehr...

wie mach ich es am besten, das er sich nicht bedrängt fühlt und trotzdem nicht meint das ich ihn vergessen habe?

danke für antworten..

gruß lele

Beitrag von eineve 24.09.06 - 18:25 Uhr

einfach immer wieder mal ein lockeres telefonat - das nicht immer auf seine situation eingeht von deiner seite aus - sondern immer am besten von seiner seite aus.

einfach als freund melden.

Beitrag von tinalawa 25.09.06 - 07:16 Uhr

Liebe Lele,

ich würde an deiner Stelle nicht locker lassen.
Von mir ein guter Freund ist vor ein paar Jahren mit mitte 30 an Krebs gestorben.
Sie ziehen sich zurück, wenn aus ihrem Umfeld sich die Freunde zurückziehen.....das sind die....die diesen langsamen, schleichenden, sehr schmerzhaften Zerfall nicht sehen und damit umgehen können.
Wenn du die Kraft hast, bleibe dran.......auch wenn er sagt, er will es nicht......
Es tut verdammt weh, wenn sich Freunde zurückziehen und man wird dann auch manchmal ungerecht denen gegenüber.....die noch da sind,.....man will es denen leichter machen auch wegzubleiben........aber man sehnt sich jeden Tag nach den Freunden....

Diese Erfahrung mußte auch ich leider machen.....nach der Ermordung meiner Tochter....

Liebe Grüße#liebdrueck
Martina mit Tränen in den Augen und Mariann und 2* im Herzen

Beitrag von tinalawa 25.09.06 - 07:17 Uhr

Liebe Lele,

ich würde an deiner Stelle nicht locker lassen.
Von mir ein guter Freund ist vor ein paar Jahren mit mitte 30 an Krebs gestorben.
Sie ziehen sich zurück, wenn aus ihrem Umfeld sich die Freunde zurückziehen.....das sind die....die diesen langsamen, schleichenden, sehr schmerzhaften Zerfall nicht sehen und damit umgehen können.
Wenn du die Kraft hast, bleibe dran.......auch wenn er sagt, er will es nicht......
Es tut verdammt weh, wenn sich Freunde zurückziehen und man wird dann auch manchmal ungerecht denen gegenüber.....die noch da sind,.....man will es denen leichter machen auch wegzubleiben........aber man sehnt sich jeden Tag nach den Freunden....

Diese Erfahrung mußte auch ich leider machen.....nach der Ermordung meiner Tochter....

Liebe Grüße #liebdrueck
Martina mit Tränen in den Augen und Mariann und 2* im Herzen
www.mariann.de.ki

Beitrag von akelei 25.09.06 - 14:09 Uhr

hallo ihr zwei,

danke für eure antwort.

zuest mal, martina, es tut mir sehr leid was mit deiner tochter passiert ist. ich habe selber 2 jungs und allein der gedanke das einem von ihnen etwas zustoßen könnte macht mich wahnsinnig. es wäre zuviel gesagt, das ich nachempfinden kann, wie es dir geht, denn das kann sicher nur jemand der das gleiche erlebt hat. aber ich fühle mit dir...

sicher habt ihr recht, dranbleiben und sich immer wieder mal melden. doch oft ist da so viel hilflosigkeit in meinem herzen. ich bin so traurig und kann doch nicht helfen. die richtigen worte fehlen mir oft, es wäre viel schöner einfach zu ihm zu gehen und ihn in den arm zu nehmen. aber er will es im moment nicht.

bin im gedanken bei dir, martina, und wünsche dir alles gute...

liebe grüße,
lele

Beitrag von sonntagskind64 25.09.06 - 14:20 Uhr

Liebe Lele,

du schreibst: "es wäre viel schöner einfach zu ihm zu gehen und ihn in den arm zu nehmen. aber er will es im moment nicht."

Tu es und erst dann wirst du merken, ob er es wirklich nicht will.

Manchmal braucht man keine Worte.

Gruß, Sk64

Beitrag von akelei 25.09.06 - 14:45 Uhr

... vielleicht hast du recht, danke dir....

aber ich hab auch angst ihm zu nahe zu treten und in eine unangenehme situation zu bringen, zb, wenn er dann anfängt zu weinen, und ich weiß er haßt es gefühle zu zeigen...

bin so furchtbar hilflos....und das tut fast noch mehr weh als alles andere...

gruß, lele

Beitrag von sonntagskind64 25.09.06 - 15:15 Uhr

Schaffst du es denn, ihm Trost zu geben, wenn er Trost braucht? Stört es dich, wenn er weint? Wenn er seine Angst zeigt?

Krebs ist eine Scheißkrankheit, man kämpft und kämpft und die Meisten verlieren, egal wie hart sie gekämpft haben. Hat er denn sonst noch Angehörige, die ihm zur Seite stehen? Für ihn da sind?

Ich wünsche dir viel Kraft, die aber meistens von alleine kommt.

Gruß, Sk64

Beitrag von akelei 25.09.06 - 15:30 Uhr

liebes sonntagskind,

natürlich stört es mich nicht wenn er weint oder seine angst zeigt, ich "liebe" ihn ja in gewisser weise.
aber ihn stört es halt, und das ist das problem!

er hat noch familie, ja, und die sind auch für ihn da. nur ein paar "gute" freunde haben sich wohl schon verabschiedet.

ich hoffe das richtige zu tun....

gruß, lele

Beitrag von sonntagskind64 25.09.06 - 17:36 Uhr

Hallo Lele,

ich denke, für einen Mann, der immer stark war und in gewisserweise seine Gefühle nie so offenbaren musste, ist es noch schwieriger, seine eigene Hilflosigkeit zu akzeptieren oder diese Hilflosigkeit Menschen zu zeigen, die ihm wichtig sind.

Hör auf dein Bauchgefühl, Lele, du kennst ihn und wirst wissen, wann du an ihn ran kommst und wann du Abstand halten solltest.

Welche Art Krebs hat er? Seit wann? Macht er Chemo?

Wenn du möchtest, kannst du mich auch gerne über VK anschreiben.

Gruß, Sk64

Beitrag von ella1967 27.09.06 - 11:31 Uhr

Hallo Lele
Man sagt ja, erst wenn es einem schlecht geht erkennt man die wahren Freunde, bleibe bitte dran und höre nicht auf mit ihm ein gespräch zu suchen, es ist für deinen freund sehr wichtig auch wenn Er das gegenteil behauptet. Ich weiß wovon ich spreche, meine schwägerin (41) ist auch sehr schwer krebskrank, mit ihr machen wir im moment das selbe durch, will auch lieber alleine sein ( allein erziehend, 3 kinder) und eigentlich auch schon mit dem leben abgeschlossen da es inoperabel ist ( Gehirnmetastasen 12 stück), aber wir geben nicht auf und fahren immer wieder zu Ihr hin täglich im wechsel, mit den geschwistern damit sie nicht alleine ist.
Ich wünsche deinem Freund alles gute, und noch ein langes Leben.
LG Ella