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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von selmi22 24.09.06 - 18:18 Uhr

Es ist ziemlich kompliziert...Meine Mama und mein Vater haben sich getrennt.Er ist Pakistaner sie Deutsche,hat mit 16 geheiratet,war ihr erster und einziger Mann.Mein Vater hat sich nie so richtig in Deutschland eingelebt,weil seine moralischen Grundsätze nicht mit der europäischen Kultur zusammenpassten.Wir sind 6 Kinder.Die Jüngste ist 4.Mein Vater hat sich nie um uns gekümmert,nur gearbeitet.Mit meiner Mama hat er auch nichts unternommen...aber sie hat ihr Jahrelang geliebt...deshalb gab es zwischen mir uns ihr auch oft Streit.(Ich bin 22 Jahre-die Älteste und habe in dieser Familie immer die Rolle der Mutter und des Vaters übernommen,da er nie da war und sie schwach war).Nun ja,er war ein Jahr lang in Pakistan,weil seine Mama an Krebs erkrankte und sich ihr Leben dem Ende zuneigte,er wollte Zeit mit ihr verbringen.
Ich liebe meinen Vater so sehr,und es tut mir so weh,dass er nie der Vater war,den ich mir gewünscht habe.
Hatte aber auch ewig Stress mit ihm und bin ausgezogen als er in Pakistan war.Im Januar diesen Jahres hat meine Mum via Internet irgendso einen Typen kennen gelernt.Mein Vater kam dann wieder und das Familienleben was ja eh schon immer gestört war,war ganz kaputt....wegen meiner Mutter.Weil sie nach 23 Jahren Ehe,den süßen Geschmack des Lebens kennenlernte mit einem anderen Mann.Nun haben sie sich getrennt ohne dass mein Vater den eigentlich Grund wusste.SIe sagt sie habe sich getrennt weil er so ein schlechter Vater war,wozu brauch sie dann aber diesen komischen Typen????SIe ist so egoistisch,selbst als mein Vater Annäherungsversuche gemacht hat blieb sie kalt,nach 23 Jahren.Ich habe sie dann gezwungen meinem Vater zu sagen dass sie nen anderen hat....sie dann nur so blöd"dann sage ich ihm aber auch das du schwanger bist".-nach dem Motto,"wenn ich mich verate,dann dich auch."Mein Vater ist nun gegangen(war an dem Tag hier zu Besuch und wollte für alle kochen)er will für immer nach Pakistan....mein Problem ist,ich verstehe ihn und sein Handeln,ich verstehe sein ganzes Leben,sein Wesen,sein Ich.Aber er hasst mich weil ich nen schwarzen Freund habe,von dem ich schwanger bin und er hat mich verstoßen,er sagt ich bin eh schon lange Tot für ihn....Mein ganzes Leben ist kaputt.Denn ich liebe meinen Vater so sehr,aber er will nix mit mir zu tun haben und geht nun für immer aus meinem Leben,und das wegen meiner Mutter die mit 16 heiraten musste um mit 39 zu erkennen,dass es zu früh war....ich dreh ab....
sorry dass es so lang geworden ist,aber keiner versteht mich,alle sagen gönne deiner Mama das Glück(mit nem Typen der sie aushällt wie ne Prostituierte),was ist mit meinem Geschwistern die noch klein sind und ihren Vater verloren haben?Was ist mit meinem Vater der schon alt ist und seine Familie verloren hat???Hauptsache sie ist glücklich????
Ich kann nicht mehr,
danke fürs zuhören
selma

Beitrag von kleene0106 24.09.06 - 20:48 Uhr

Hallo selma,

ich bin nun mal ganz direkt und ich hoffe du bist mir deswegen nicht böse.:-)

Ich habe irgendwie aus deinem Beitrag herausgelesen, dass dein Vater anscheinend sehr viel gearbeitet hat. Desweiteren schreibst du, dass er sich nie um euch und auch nie um deine Mutter/seine Frau gekümmert hat - 23 Jahre lang!

Du schreibst sie hat ihn immer geliebt! Ist das so abwägig? - Nein, für mich nicht. Sicher wird sie ihn geliebt haben! Sie hat mit 16 (!) Jahren geheiratet, er war ihr erster und einziger Mann! Kennt sie was anderes? - Wohl nicht, oder?

Wenn sie jetzt, im Laufe der Jahre, gemerkt hat dass das Leben noch mehr bietet, warum soll sie sich dann ihr ganzes Leben lang quälen? Sie ist 39 Jahre alt!!! (jedenfalls wenn sie mit 16 geheiratet hat und 23 Jahre verheiratet war)
Sie ist weder zu jung noch zu alt an ihrem Leben etwas zu verändern. Sicherlich wird diese Erkenntnis nicht von heute auf morgen gekommen sein, sondern sich im Laufe der Zeit angesammelt haben - Sehnsüchte; Träume; etc.

Glaubst du wirklich deine Mutter würde ein glückliches Leben führen wenn sie an der Ehe festhalten würde? Soll sie eventuell ihr Leben lang unglücklich sein nur um ihrem Mann und euch Kindern nicht weh zu tun?
Ich denke da steckt der Egoismus dann wohl in beiden Seiten. DU (oder ihr, die Kinder (?)), möchtest/möchtet glücklich sein und bist/seid es nur wenn deine/eure Mutter an der Ehe festhält, anscheinend ist es auch völlig egal ob sie damit glücklich ist oder nicht.
SIE (deine Mutter) möchte auch glücklich sein, ist es aber anscheinend nicht mit deinem Vater und hat, vielleicht durch Zufall, einen Mann kennengelernt, der ihr Dinge geben kann, die sie seit Jahren bei deinem Vater vermisst hat.

So, wer ist nun egoistischer? Du oder deine Mutter?
Was ist dir lieber? DU bist glücklich, aber deine Mutter wird von Tag zu Tag unglücklicher - oder SIE ist momentan glücklich und ihr könnt es nach Überwindung der Trennung auch werden?

Ich verstehe absolut dein Problem! Die Trennung der Eltern ist immer schwer zu verarbeiten (oder zumindest meistens), egal wie alt man ist.
Aber man kann es überwinden. Es braucht alles seine Zeit bis man den Schmerz und den "Verlust" überwunden hat, aber vielleicht bist du dann in der Lage dich auch in deine Mutter zu versetzen.

Du sagst du bekommst ein Kind - dann denke in ein paar Jahren noch mal darüber nach, wie du dich vielleicht entscheiden würdest, wenn du Kind und Haushalt, etc. bewältigen musst, dein Mann ständig unterwegs ist, du keinerlei Möglichkeiten hast, dir von ihm etwas abnehmen zu lassen, du nicht mal wieder so tolle gemeinsame Abende mit ihm verbringen kannst - ob du dann auch noch sagen würdest "Nein ich bleibe bei ihm, lieber bin ich mein Leben lang unglücklich, als dass meine Kinder eine Trennung erleben müssten". Die Sache steigt einem alsbald über den Kopf!


Lass erstmal Ruhe einkehren, ärgere dich und schmoll auch ruhig eine Weile, aber versuche nicht Partei für einen deiner Eltern zu ergreifen! Sie werden ihre Gründe haben - dein Vater hat einen Grund warum er sich so wenig bis gar nicht gekümmert hat und deine Mutter einen warum sie sich nach 23 Jahren getrennt hat. #liebdrueck


Liebe Grüße und Kopf hoch!!!

Kleene


P.S.: Meine Eltern waren auch 23 Jahre verheiratet als sie sich haben scheiden lassen.

Beitrag von manavgat 25.09.06 - 10:10 Uhr

Ganz ehrlich?

Dein Vater ist das Problem, nicht Deine Mutter.

Vermutlich hat sie sich mit 16 nicht mal selbst für diese Hochzeit entschieden.

Nimm es wie es ist. Dein Vater versteht unsere Kultur nicht, hat keine Toleranz. Letzten Endes musst Du froh sein, dass

keiner getötet wird

keines Deiner Geschwister entführt wird

und

es ohne größere Turbulenzen möglich war, dass Deine Eltern sich getrennt haben.

Lebe Dein Leben und das Deiner Familie

Alles Gute

Manavgat