Sohn gleitet mir aus den Händen

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von neckenecke 25.09.06 - 09:24 Uhr

Schönen guten Morgen zusammen!!

Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt hier in´s Forum schreiben soll, wage es jetzt aber einfach.

Mein Problem ist, dass mein 7-jähriger Sohn mir völlig fremd geworden ist, das heisst, er ist superfrech geworden, übt sich uns gegenüber ständig in Opposition, hat auf einmal Ausdrücke drauf, die mich mit den Ohren schlackern lassen........

Diese Phase hat er nun schon seit 2 Wochen, ich bin sowas von down, denn ich erkenne ihn nicht mehr wieder, vorher war er ein echt netter Kerl, zwar mit grosser Klappe, aber im grossen und ganzen für mich normal.

Wenn ich mit ihm schimpfe, oder auch einfach nur rede, habe ich das Gefühl, nein ich weiss, dass er mir nicht zuhört, weil es ihm egal ist, er geht mit seinem Verhalten zur Zeit ständig bis an die Grenzen, d. h. er hört erst, wenn man schon die stimme extremst erhoben hat.

In der Schule kommt er gut mit, ist also Mittelmass, und macht diesbezüglich keine Probleme.

Ich würde von mir behaupten, dass ich ein starker Mensch bin, aber zu Zeit bin ich wirklich ständig an meiner Belastbarkeitsgrenze.

Ach nochwas, ihm ist ständig langweilig, was er uns natürlich auch immer sehr "dezent" mitteilt, obwohl er hier Freunde hat, mit denen er spielt, er liest gerne.......
Damals bei der Schulanmeldung wurde uns gesagt, dass er sehr intelligent zu sein scheint, und man hat uns dann auch eine Adresse gegeben, wo man ihn hätte testen lassen können. Das haben wir allerdings nicht gemacht.

Ich mache mir natürlich in sämtliche Richtungen Gedanken, vielleicht sogar, ob er ständig Unterfordert ist, ich meine damit, vielleicht geht sein Interesse ja in eine bestimmte Richtung (Naturwissenschaften) und ich bin nicht in der Lage es zu fördern, weiss aber auch nicht, wie ich es herausfinden kann. Er ist nämlich ein Mensch, der , wenn ihm etwas gefällt noch nie in Begeisterungsstürme ausgebrochen ist, sondern immer gelangweilt zu sein scheint, obwohl es ihm gefällt.

Sorry, ist wohl was lang geworden, aber ich könnte noch 1000 Beispiele schreiben.

Würde mich über Feedbacks sehr freuen, vielleicht kennt das ja eine von Euch.

Vielen Dank im Voraus


Neckenecke

Beitrag von marion2 25.09.06 - 09:44 Uhr

Hallo,

das ist ja nett - dann ist es wohl doch nur ne Phase und ich dachte schon...

Wenn mein Sohn (7) zu mir sagt, ihm wäre langweilig, dann will er immer irgendwas von mir. Langeweile soll für Kinder ganz gut sein. Die ständige Reizüberflutung kann in Langeweilezeiten gut kompensiert werden. Also lass ihn sich langweilen - er hat bestimmt auch "viel zu wenig Spielzeug" - so wie meiner - damit kann man sich beim besten Willen nicht beschäftigen #augen Letzen Endes findet meiner dann doch immer was, womit er sich beschäftigen kann. Spätestens wenn ich sage: "Wenn dir langweilig ist, dann räum doch mal wieder dein Zimmer auf - oder übe für die Schule"#schein

Ich sage immer alles drei Mal in ruhigem Ton zu meinem Sohn - beim vierten Mal werde ich laut. Das kann er garnicht leiden, aber ich mag mir auch nicht mehr den Mund fusselig reden.#augen

Zu regelrechten Begeisterungsstürmen kann ich meinen auch nicht hinreißen - ein gequält klingendes "War ganz ok" ist der übliche Ausdruck von "ich hab Spaß gehabt".

Irgendwie scheinen unsere Jungs sich ähnlich zu sein.

Wenn deiner an irgendetwas Interesse zeigt, dann unterstütz es, aber auf Teufel komm raus, das finden, was ihn begeistert - das könnte eine Lebensaufgabe werden. Zumal sich das in dem Alter ja noch stündlich ändert.

LG Marion

Beitrag von silberlocke 25.09.06 - 12:59 Uhr

Hi Necke
also ich finde das hört sich doch total normal an! Und klar - Mama ärgern und Grenzen austesten machen doch Kinder immer, mal mehr mal weniger....

Die Ausdrücke, die sind auch normal - kommt in der Schule spätestens eben auch - und nur mit erklären und dann diese Ausdrücke verbieten und "rede ich auch so mit Dir" helfen.

Achte darauf, daß er Dir in die Augen sieht, wenn Du ihm etwas erklärst - ich denke da an zukünfige Regeln: ich sage es zweimal, beim dritten mal gehst Du in Dein Zimmer, ist die CD für 2 Tage weg, .... Du wirst sicher was finden, was ihn "ärgert", wenn er sich schlecht benimmt. Dann wird es ihm irgendwann zu doof und es klappt wieder besser....

Weißt ja, Pupertät ist, wenn Eltern schwierig werden - und ab 8 Jahren fängt das ja schon teilweise an!

Iss schön viele Nüsse und Schoki, egal dass es schlecht für die Figur ist, für Deine Nerven dafür um so besser!

LG Nita


Beitrag von sidonie 25.09.06 - 15:13 Uhr

Mein Sohn (9 Jahre) 3.Klasse hat das auch schon hinter sich. Er war auch immer ein guterzogenes nettes Kind! Das hatte sich schlagartig mit der 2. Klasse geändert, er war rotzfrech, es schien ihm alles egal zu sein, und dann dieses Schulter zucken, da könnt ich ja die Wände hoch gehen.:-[ Nun ja, mein Mann und ich haben hin und her überlegt, bis wir letztenendes entschieden haben, ein Punktesystem einzuführen. Kleine Beispiele; gutes Benehmen, Tisch abräumen, Hausaufgaben machen (ohne Theater), Keine Ausdrücke sagen. Naja und wenn er dann genug Punkte gesammelt hatte, durfte er am Wochenende seine Punkte einlösen, X-Box oder computer oder Fernsehen, natürlich nicht den ganzen Tag!!! Mittlerweile machen wir eine ganz andere Phase durch. Ich glaube diese Phasen kommen und gehen. Zum anderen Thema; gelangweilt sein: da würd ich auf jedenfall mit den Lehrern Kontakt aufnehmen, vielleicht empfindest du das nur so!

Beitrag von neckenecke 26.09.06 - 09:38 Uhr

Hallo, ihr 3!

Vielen, lieben Dank für Eure netten Antworten, ihr habt mir wirklich Mut gemacht.
Ich glaube einfach, dass es mir manchmal sehr schwer fällt, ihn zu verstehen.
Wir haben dann auch noch mal mit ihm in aller Ruhe geredet, und man hat richtig gemerkt, dass er sich für sein Verhalten geschämt hat, er hat sogar geweint#heul

Na ja, mal abwarten, was die Zukunft bringt, eine Freundin sagte gestern zu mir, wart´ ab, es kann nur schlimmer werden.....#schock#schock#schock#schock#schock#schock

Danke nochmal

Neckenecke