Meine Mutter will einfach nicht loslassen!

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von plauze 25.09.06 - 10:42 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

leider muss ich mich hier mal ausheulen, ich hab z Zt ein riesiges Problem mit meiner Mutter. Unsere Beziehung war schon immer sehr intensiv. Einmal am Tag mindestens telefonieren war immer so und selbst die leise Kritik von Freunden, ob das alles noch im Bereich des Normalen sei, habe ich immer runtergespielt, weil es mir nichts ausmachte. Wir hatten halt ein "freundschaftliches" Verhältnis. Sie ist dann irgendwann weggezogen zu ihrem neuen Mann. Ich habe mich nicht quer gestellt, sondern weiterhin zu ihr gestanden, ist ja klar, sie ist ja alt genug. Auch wenn es mir sehr weh tat um die Ehe meiner Eltern, aber ich habe das akzeptiert. In den letzten Jahren wurde mir das alles aber ein bisschen zu viel, weil sie immer erwartete, dass ich weiterhin IMMER für die da sei. Ich sollte sie am liebsten 4 mal die Woche besuchen, was ich aber nicht wollte. Wir hatten dann öfters diverse kleine Streitereien und ich hab halt immer gedacht, sie wird es irgendwann kapieren. Jetzt, seit meine Tochter geboren ist (*04.01.05), wird alles nur noch schlimmer und sie will einfach nicht verstehen, dass ich jetzt meine eigene Familie habe. Bisher bin ich einmal in der Woche zu ihr gefahren(45km) und dann den ganzen Tag mit meiner Tochter da geblieben. Ein-bis zwei mal im Monat hat Lina da geschlafen, ohne mich. Meine Mutter hat dann permanent gefragt, ob wir uns nicht öfter sehen könnten. Ich hab ihr mehrfach erklärt, dass ich das nicht möchte und sie mich damit etwas erdrückt.
Es würde sicher den Rahmen sprengen, jetzt alles aufzuzählen, aber ich fühle mich immer mehr gezwungen, zu ihr zu fahren und dies hat nun zur Folge, dass mir alles an meiner Mutter auf die Nerven geht. Ich habe das Gefühl, dass ich sie total ablehne, ist so schwer das auszudrücken. Wenn ich versuchte ihr zu erklären, dass ich doch nur ein bisschen mehr Freiraum wünsche, dann ist sie beleidigt. Nun fängt sie auch noch an mit Eifersucht auf meine Schwiegereltern, wird beleidigend und wirft mir vor, dass ich mich schämen solle, weil sie ja so viel für mich getan hat und ich sie jetzt "hängen lasse" ( ich habe diese Woche keine Zeit, Lina hinzubringen, daraufhin sagt sie: Nimm der Kleinen ruhig die Oma!#augen
Ist das noch normal??? Ich fühl mich so was von schlecht, ich bin so wütend und gleichzeitig traurig. Ist das nicht eine Art emotionaler Erpressung?
Sorry, dass es so lang geworden ist, ich hab heut nacht seit 3 Uhr wach gelegen und darüber nachgedacht, ob ich Schuld bin oder ob meiner Mutter einfach nicht mehr alle Tassen im Schrank hat?
Obwohl die Sache sehr komplex ist, würde ich mich über einige Meinungen von Betroffenen sehr freuen. Gibt es hier Leute, die evtl sogar gar keinen Kontakt mehr haben aufgrund solcher Ereignisse? Was kann man tun?

Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
Maja

Beitrag von lanzaroteu 25.09.06 - 10:56 Uhr

oh hallo, das kenn ich auch

ich hab immer das gefuehl (wahrscheinlich ist es auch so) dass meine mutter nur fuer mich lebt.

als ich noch zuhause gewohnt hab, war das auch alles ok, da haben wir beide noch geraucht, sassen also zusammen in der kueche haben erzaehlt....ja dann bin ich irgendwann ausgezogen, nach england zu meinem freund.

meine eltern sind gut damit umgegangen "war uns von anfang an klar dass du auch gehst".....ja nur leidet meine mutter total, wenn wir nach besuchen wieder fahren

ich hab aufgehoert zu rauchen und es scheint, als waer das das einzige gewesen, was uns irgendwie verbunden hat. jetzt versteh ich mich super mit meinen vater kann aber mit meiner mutter nichts mehr anfangen.

so, ich weiss, etwas verworren, aber das schlimmste, als ich 2004 erzaehlte, dass ich schwanger bin, da hat sie sich ganz kurz wirklich ehrlich gefreut und dann klickte was in ihrem kopf und es kam nur noch, dann seh ich euch ja nie, das baby auch nicht usw und sie ist total ausgerasstet.
ist eifersuechhtig auf die eltern von meinem freund, weil die etwas mehr geld haben und uns ja dann oefter sehen koennen und dass ich die deshalb bestimmt mehr mag:-[

grausam ist das, es macht mich super agressiv, aber ich kann auch nicht mit ihr reden....mein vater sagt, sie sei schon immer so (schwere kindheit....) wir haben ihr gesagt, sie soll zum psychlogen, frauenarzt wegen hormonen. ne will ich nicht...ja, dann ich ihr auch nicht helfen.

ich fuehl mich immer so als schwebt ein schwarzer schatten ueber mir und oft hab ich angst, dass ich auch so werde#schock

so, ist auch was laenger geworden, und leider kein tipp dabei fuer dich....aber du siehst du bist nicht allein

lg ute

Beitrag von plauze 25.09.06 - 11:06 Uhr

Hallo Ute,

uff,#schwitz vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

"ich hab immer das gefuehl (wahrscheinlich ist es auch so) dass meine mutter nur fuer mich lebt."
Der Satz könnte original von mir sein. Es tut mir natürlich für Dich auch leid, aber ich bin echt froh, nicht allein damit zu sein. Was Du schreibst, von wegen agressiv werden, kann ich zu 100 % unterschreiben. Und dann wieder dieses Scheiß-schlechte Gewissen deshalb. Es macht einen wahnsinnig, oder?
Viele Menschen verstehen das alles gar nicht und meinen, man solle froh sein, eine liebende Mutter zu haben. Bin ich ja auch, aber ihre "LIebe" erdrückt mich, ist halt wirklich schwer zu beschreiben.

Trotzdem vielen Dank dir und auch für Dich alles Gute, Deine AW hat mir schon ein bisschen geholfen#blume
LG
Maja

Beitrag von accent 25.09.06 - 12:46 Uhr

Hallo, Maja,
Du brauchst ganz dringend psychologische Hilfe, denn alleine kommst du aus diesem Dilemma nicht raus. Es nützt Dir ja nichts, wenn Du mit Deiner Mutter mal Tacheles redest. Du wirst dadurch nicht wirklich freier, weil Dich permanent ein schlechtes Gewissen plagen würde. Ich finde Deine Mutter entsetzlich egoistisch und ich muss Dich bewundern, dass Du bis jetzt soviel Geduld aufgebracht hast. Wenn sie wieder sagt, dass sie soviel für die Kinder getan hat, dann sag ihr ruhig und deutlich, dass das schlicht und ergreifend ihre Aufgabe war, als sie sich Kinder angeschafft hat. Das ist keine Leistung, die man besonders erwähnen sollte.
Ich würde Dir vorschlagen, vorerst step by step vorzugehen: Anrufe reduzieren; Besuche reduzieren, aber vor allem: LASS DIR KEIN SCHLECHTES GEWISSEN EINREDEN!! Du hast Dein eigenes Leben und bist nicht für das Wohlergeben Deiner Mutter verantwortlich. Vermutlich bist Du ihr einziges Kind und sie hat sonst keine Lebensinhalte, aber das darfst Du nicht zu Deinem Problem machen. Ich krieg echt eine fürchterliche Wut, wenn ich sowas lese, weil ich selbst miterlebt habe, wie die Mutter meiner Freundin Conny geclincht hat. Die hat es sogar geschafft, dass bald die Ehe meiner Freundin auseinandergegangen wäre. Das hätte die Mutter sogar noch gefreut in der Hoffnung, dass die Tochter wieder mehr Zeit für sie hat. Conny ging zu einer Psychotherapeutin und hat dadurch die Abnabelung gut geschafft. Hat übrigens die Kasse bezahlt.
Ich wünsch Dir viel Kraft.
Linda

Beitrag von plauze 25.09.06 - 13:19 Uhr

Hallo Linda,

vielen Dank für die AW. Habe erst jetzt wieder Zeit.Es ist tatsächlich so, dass sie all ihre Mutterliebe auf mich projeziert, ich habe einen Bruder, aber bei dem würde sie sich nie so aufführen, der würde sie glatt auslachen (überspitzt gesagt). Sie hatten nie ein sonderlich gutes Verhältnis, er ist auch mehr oder weniger bei meiner Oma groß geworden.
In der Tat hab ich den Eindruck, dass meine Mutter keine Lebensinhalte hat außer mir und meinem Kind. Ich will das aber nicht und ich will nicht für ihr permanentes "Leiden" verantwortlich sein, ich hab ihr ja nichts getan! Habs ihr auch gesagt, als es mir klar wurde. Sie ignoriert es! Macht dann mal 2 Tage ein bisschen piano und dann gehts von vorne los.

Danke für Deinen Rat, bezahlen die Kassen in der heutigen Zeit tatsächlich etwas so "unscheinbares"? Wäre ja toll, denn aus eigener Tasche geht im Mom. gar nicht. Hab schon nach Literatur zum Thema Ausschau gehalten, kann man sich da nicht so ein bisschen selber helfen?

Liebe Grüße und #danke
Maja

Beitrag von lillifee111 25.09.06 - 14:08 Uhr

Glaube mir ich erlebe das gleiche und habe versucht mir selbst zu helfen, das Thema wird dich immer wieder einholen. Es gibt einige Bücher "Emotionale Erpressung" oder"vergiftete Kindheit", das letztere ist übrigens auch sehr gut geeignet, da du selbst Mutter bist um zu sehen, was man alles für Erziehungsfehler machen kann.

Beitrag von herzensschoene 25.09.06 - 14:10 Uhr

liebe maja,

ich bin 100% der meinung meiner vorgängerin. du kannst nicht erwarten, dass deine mutter sich ändert. eine therapie wird dir helfen ein richtiges maß im umgang mit deiner mutter zu finden.

ich wünsche dir viel erfolg dabei.
maren

Beitrag von carolynca 25.09.06 - 17:49 Uhr

Hallo,

das klingt doch sehr nach emotionaler Erpressung....

egal, wieviel du dir Muehe gibst, was du machst, wie oft du kommst, es ist nie genug fuer dein emotional beduerftige Mutter.

Manche koennen das Verhaeltnis zum besseren aendern, manche brauchen etwas mehr Abstand und manche geben diese giftige Beziehung ganz auf.

Es gibt 2 gute Buecher, im uebrigen auch Bestseller der New York Times und bei Amazon (sieh dir da mal den Inhalt an, das geht naemlich genau ueber so etwas, was du beschreibst)

Susan Forward: Vergiftete Kindheit und
Susan forward> Emotionale Erpressung (hier ist genau das Beispiel mit der "nimmersatten" Mutter beschrieben.

Wenn du Englisch kannst, gibt es noch viel mehr Buecher, z.B. wie man eine Borderline Mutter ueberlebt oder Erwachsene Kinder von narzisstischen Eltern.



Wuensche dir alle Liebe und Gute!

#blume#blume#klee#blume#blume