weiterführende Schule nach der Volksschule??? (ziemlich lang!!!)

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von karo_austria 26.09.06 - 00:27 Uhr

Hallo!

Gerade hat die Schule wieder angefangen und schon müssen wir uns darüber Gedanken machen, welche Schule unsere Älteste ab dem nächsten Schuljahr besuchen soll/darf.

Wie macht ihr das so? Nach welchen Kriterien sucht ihr (gemeinsam mit euren Kindern) die weitere Schultype aus? Oder geht ihr eher nach dem Praktischen (die nächstgelegene Schule eben)? Oder je nachdem, wo die Freundin hin will???!?!?!

Im Moment geht Christina in die 4. Klasse einer Musik-Volksschule. Diese Schule haben wir aus folgenden Gründen gewählt:

1. sind wir der Meinung, dass man Kinder fordern und somit auch fördern soll. Die Musik-VS bietet zusätzlich zum Unterricht das Erlernen von mind. 2 Instrumenten an (1. + 2. Klasse Flöte, ab der 3. Klasse Gitarre, Altflöte, Klavier, ...). Auch lernen die Kinder an dieser Schule ab der 3. Klasse Französisch (zusätzlich zu Englisch). Natürlich nur in spielerischer Form, also noch nicht in schriftlicher Form - aber immerhin!

2. Christina steht sehr gerne auf der Bühne - in dieser Schule ist dies kein Problem - immer wieder gibt es kleinere aber auch größere Auftritte vor begeistertem Publikum (den Eltern, aber auch zB ein Seniorenwohnheim, etc.)

3. Wir haben auch in unserem Ort eine Volksschule, allerdings hat diese damals (zum Schuleintritt) noch keine Nachmittagsbetreuung angeboten. In der nahegelegenen Stadt bieten (glaube ich) alle Schulen eine entsprechende Nachmittagsbetreuung mit der Möglichkeit die Hausaufgaben zu erledigen und anschließender betreuter Freizeit an.

Die letzten 3 Jahre sind wirklich verflogen, und jetzt stehen wir schon wieder vor der Entscheidung! Viele Schulen haben demnächst "Tag der offenen Tür" - sich alle anzusehen ist schier unmöglich, da einige Termine sich natürlich überschneiden und Christina, da diese Termine immer vormittags sind, auch in ihrem Unterricht ausfallen würde! Deshalb müssen wir unsere Möglichkeiten etwas eingrenzen! Vorab - in eine "normale" Hauptschule möchten wir Christina nicht stecken!

Zur Auswahl würden also stehen:

- Musik-Hauptschule
- Sport-Hauptschule
- Bilinguale Hauptschule
- Gymnasium (3-4 verschiedene - keine Ahnung nach welchen Kriterien man hier wieder geht?!)

Beim Gymnasium ist bei uns das Problem, dass der Andrang so groß ist, dass eigentlich nur Schüler mit einem Notendurchschnitt von 1,0 aufgenommen werden. Finde ich allerdings ziemlich unfair, da ja jeder Lehrer anders beurteilt - ich persönlich würde einen Aufnahmstest bevorzugen!
Christina lernt zwar ganz brav und auch völlig selbständig, aber für einen Notendurchschnitt von 1,0 reichts eben nicht (zumindest lt. ihrer Lehrerin - eher 1,5)!

Die Musik-HS und die Sport-HS sind dann auch noch in die engere Auswahl gefallen. Musik deshalb, weil sie gerne tanzt und sich präsentiert und Sport, weil sie gerne Tennis spielt und auch gerne reitet (allerdings alles Sportarten die eher nur in einer Projektwoche praktiziert werden!)
Die bilinguale HS möchte sie nicht sooo gerne besuchen, da sie den Sprachunterricht an ihrer Schule schon nicht sooo gut leiden kann (hat sie anscheinend vom Papa #kratz) - und fällt somit eher flach!


Jetzt sind wir ziemlich ratlos - man will dem lieben Kinde ja auch nichts verbauen!

Wie macht ihr das - habt ihr Tipps????

DANKE schon mal und ganz liebe Grüße aus Österreich

Petra (die das dann noch mindestens 2x durchmachen muss)



Beitrag von radoki 26.09.06 - 19:31 Uhr

aaaaalso eigentlich bleibt doch nur die Musikhauptschule, wenn ich Dich richtig gelesen habe...aber verstehen tu ichs nicht wirklich- in Österreich scheint das Schulsystem doch sehr anders zu sein als hier...

Beitrag von happynine84 27.09.06 - 15:41 Uhr

Also ich weiß ja nicht wie dass in Österreich ist aber was ist zum Beispiel mit einer Realschule? Und eigentlich kann ich es nicht glauben , dass ein Kind mit einem 1,5 Notendurchschnitt nicht an einem Gymnasium augenommen wird??!!!!

Beitrag von karo_austria 27.09.06 - 16:30 Uhr

Hallo!

Danke euch beiden mal für die Antwort!

Realschule - ich denke das ist vergleichbar mit unserer Hauptschule (oder irre ich mich da?).

In der normalen Hauptschule ist das so eine Sache:

1. der Ausländeranteil ist ziemlich hoch - und auch wenn ich so nichts gegen andere Kulturen habe - sie bremsen einfach den Unterricht. Bei uns ist es wirklich so, dass die Kinder in die Schule kommen und sagen "Ich Schule!" und sind dann einfach da, können kein Wort deutsch (ev. Schimpfwörter) und sind einfach da! Wenn die dann auch noch eine 3 oder 4 ins Zeugnis bekommen und bis zum Schluss der Pflichtschulzeit mitgeschleift werden (und bringen noch immer keinen geraden deutschen Satz raus) dann bekomme ich schon eine Riesenwut, wenn dann ein Kind österreichischer bzw. deutschsprachiger Abstammung eine "ehrlich verdiente" 3 oder 4 im Zeugnis stehen hat! Die selbe Note für so verschiedene Leistungen - nur damit man keinen zusätzlichen Arbeitsaufwand hat! :-[

2. sind die Regionen (egal ob Stadt oder Land) in sogenannte Schulsprengel aufgeteilt. Im Normalfall wird man einfach einer Schule zugeteilt und man hat keine Chance in eine andere Schule zu kommen (es gibt zwar einige wenige Schlupflöcher - aber wirklich legal sind die nicht). Das bedeutet, dass die Schulen und auch Lehrer nicht wirklich motiviert sind, gute Arbeit zu leisten - die Schüler kommen ja sowieso!!!! Es gibt also überhaupt keinen Wettbewerb unter den Schulen.

Anders gestaltet es sich bei den sogenannten Schwerpunkt-Schulen (Musik-, Sport- und Bilinguale Hauptschulen). Diese "kämpfen" schon um die Schüler und bieten demnach auch interessanten Unterricht und zusätzliches Programm. Zum Beispiel arrangiert die Musik-Volksschule (die unsere beiden Großen besuchen) alle 4 Jahre ein großes Musical (Handlung, Musik und Tänze werden komplett von den Lehrern und der Direktorin entworfen bzw. komponiert). Jedes Kind wird in die Aufführung integriert und leistet einen wichtigen Beitrag, damit die ganze Inszenierung ein tolles Erlebnis für alle wird. Die Aufführung ist dann nicht nur für die Eltern oder Großeltern bestimmt, sondern es werden öffentlich Karten verkauft und es kann somit jedermann kommen und die Kleinen auf der Bühne bewundern! Und auch sonst gibt es immer sehr interessante Projekte (zB besuchen sie das Altenpflegeheim und spielen mit und für die alten Menschen) und Ausflüge (vor allem auch kulturell) für die Kinder!

Auf jeden Fall werden wir auch das Thema Gymnasium noch nicht ganz aufs Eis legen! Vielleicht haben wir ja Glück und es ist ein geburtenschwacher Jahrgang - da nehmen sie dann nicht nur Notendurchschnitt 1,0. Sie füllen die Klassen bis aufs Maximum (34 Schüler) auf und wenn sie jetzt 4 Klassen aufnehmen und somit 136 Schüler mit einem Notendurchschnitt von 1,0 angemeldet haben, bekommen die anderen gar keine Chance - so ist das eben!

Im Prinzip müsste man das ganze Schulsystem umkrempeln - ist halt meine Meinung! Aber da müssen wir durch und das Beste daraus machen!


Danke noch mal für die Antwort und liebe Grüße

Petra und 3-Mäderl-Haus