wir sind traurig

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von salute 26.09.06 - 08:38 Uhr

Mein Mann und ich waren gestern beim Ultraschall - Ende 12. SSW. Unser Kind lebt schon eine Weile nicht mehr. Kam völlig unerwartet, da ich die üblichen Symptome hatte und nie Bauchkrämpfe oder Blutungen. Wir sind tief traurig. Es war unsere erste SS.

Nun muss ich heute entscheiden, ob ich eine operative Ausschabung machen lasse oder Medis nehme, um Wehen auszulösen. Hat jemand von euch Erfahrung damit und kann mit Ratschläge und Tipps geben?

Wir sind tief traurig und es ist so unangenehm, jetzt als erstes eine solche Entscheidung treffen zu müssen.

Salute#heul

Beitrag von sonnenstrahl1 26.09.06 - 09:30 Uhr

Hallo
Lass dich mal #liebdrueck

Wie Du dih fühlst kann ich sehr gut verstehen. Ich hatte auch in der 12 ssw eine FG. Alledings mußte ich mich nicht entscheiden. Es war Sonntags und ich hatte die "FG" auf dem Toilettenpapier liegen. Wir sind dann ins KH und da wurde am selben Tag noch eine AS gemacht.
Ich kann dir nicht sagen wie ich mich entschieden hätte wenn ich die wahl gehabt hätte.

Ich wünsche dir alles alles Gute!

LG
Jelena

Beitrag von jaki23 26.09.06 - 09:42 Uhr

Hallo!
Es tut mir sehr leid für euch,dass die erste Schwangerschaft so endet und in dieser Situation auch noch eine Entscheidung ansteht.
Mein Baby wurde in der 27SSW per Notkaiserschnitt tot auf die Welt geholt,da es bei mir mit dem Wehen einleiten nicht geklappt hat.Also mir sagte man,dass eine Ausschabung notwendig sei,damit keine Überreste in der Gebärmutter verbleiben,die eventuell zur Unfruchtbarkeit führen können.Das kann aber auch mit der fortgeschrittenen Schwangerschaft zusammenhängen.Ich weiß nicht,ob ich dir helfen konnte,denn das kann glaub ich Niemand wirklich,aber ich wünsche dir alles Gute,viel Kraft und Hoffnung!!!

Liebe Grüße
jaki23

Beitrag von mandy21 26.09.06 - 13:58 Uhr

Hallo,


#liebdrueck #kerze

war genau in der gleichen Situation....Ende 13. SSW und keine Herztöne mehr.

Ich habe wehenauslösende Tabletten bekommen und es ging dann ne halbe Stunde später auch schon los. Hat ungefähr 6 Stunden gedauert und dann hab ich mit der Nachtschwester auf der Krankenhaustoilette "entbunden". Danach noch ungefähr 2 Stunden "Nachwehen" aber die waren nicht mehr schlimm. Es sind schon ziemliche Schmerzen...ausgelöste Wehen tun eigentlich sogar mehr weh als natürliche...am nächsten Morgen haben sie dann nochmal nachgeschaut und es hatte sich alles "schön" selbst abgelöst und wurde ausgeschieden sodass keine Ausschabung mehr notwendig war. Der Weg war für mich der bessere weil ich mich vorher mit vielen Frauen unterhalten habe die es auch entscheiden mussten und die haben gemeint "natürlich" ist immer besser denn man erholt sich körperlich, zyklustechnisch schnell wieder. Und genauso war es bei mir auch.

Ich hatte körperlich schon am Nachmittag keine Schmerzen mehr und Blutung auch nur noch 1nen Tag.

Wenn du "Angst" um deine Psyche hast ist der andere Weg vielleicht aber doch der bessere denn da siehst du "es" nicht und bekommst es auch nicht "live" mit.

LG

PS: vielleicht berichtest du welchen Weg du gegangen bist danach mal?! #herzlich

Beitrag von salute 26.09.06 - 14:08 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten. Da meine FA heute nicht in der Praxis arbeitet, habe ich für morgen früh einen Termin vereinbart, um die beiden Wege nochmals durchzubesprechen. Ich denke, ich werde mich für den "natürlichen" entscheiden. Mein Mann hat für Donnerstag frei genommen, so dass er mir dann beistehen kann. Ich werde berichten, für was wir uns entschieden haben! Danke für den Erfahrungsbericht, es tut mir sehr gut, zu lesen, wie es Dir gegangen ist.

Kann heute und den Rest der Woche zu Hause bleiben, bin froh über die Zeit, um mit der ganzen Situation zugange zu kommen.

LG

Beitrag von teufelchenxxs 26.09.06 - 14:08 Uhr

Erst einmal #liebdrueck

Es ist wirklich schon schlimm genug für euch. Und nun noch die Entscheidung...

Leider (oder für mich zum Glück, sorry) kann ich euch da nichts raten.


Alles liebe. Der Himmel hat nun einen seiner Engel wieder

LG

Tine

Beitrag von idefix70 26.09.06 - 17:20 Uhr

Hallo,

ich habe auch ein Sternenkind !
Hatte Ende Juli eine AS in der 10 SSW.
Ich würde dir auch diesen Weg empfehlen. Du bekommst nix mit und wenn du aufwachst ist alles vorbei. Die Gedanken vorher und hinterher sind schlimm genug, da mußt du dich nicht noch mit schmerzen und zusätzlichenseelischen Belastungen belasten. Denke an dich und bringe es schnell hinter dich - das hilft...

ich denke an dich

LG TAnja

Beitrag von soviel3 26.09.06 - 21:14 Uhr

Liebe Salute,

mein Mitgefühl für Euch! Und eine #kerze für Euer Sternchen.

Ich habe vor 2 Wochen mein Kind in der 17. SSW verloren u. normal zur Welt bringen müssen, ich hätte mir gerne diese Schmerzen u. Qualen über fast 12 Stunden erspart, aber ich mußte es so gebären. Ich konnte mich so zwar noch verabschieden, aber das könnte man bestimmt auch nach einer OP. Du kannst Dich entscheiden u. das ist gut, ich würde den schmerzloseren Weg wählen, weil ich damit besser hätte umgehen können als die Wehen für nix und wieder nix.

Und nach der Geburt mußte ich noch ausgeschabt werden, weil die Plazenta sich nicht vollständig ablöste u. dazu bekam ich eine Vollnarkose. Das kannst Du Dir ersparen, wenn Du gleich eine Ausschabung machen läßt. Dann hast Du es schneller hinter Dir.

Es ist ja schon tragisch genug ein Kind zu verlieren u. die Seele leidet unendlich, da muß man sich nicht unnötig noch körperliche Schmerzen zufügen.

Alles Liebe für Euch u. ganz viel Kraft!!!!

LG
S.

Beitrag von melly25746 27.09.06 - 14:48 Uhr

es tut mir leid für euch das ihr das auch durchmachen müßt

ich habe mein kind in der 12 ssw verloren und mußte eine op machen, mir wurde nichts anderes angeboten.

heute denke ich ist dieser weg der leichtere, du bekommst nicht viel mit, denn es wird hinterher noch sehr viel leid und schmerzen auf dich zukommen, erspar dir weiteren seelischen schmerz und körperlichen.

wenn ich die wahl hätte würde ich mich für die as entscheiden

ich schicke euch sehr viel kraft und stärke

vielleicht magst du dich ja mal melden wenn du trost oder liebe worte brauchst ich brauchte sie

mtreppy@web.de

lg melly mit #sternchen im herzen

Beitrag von salute 28.09.06 - 16:39 Uhr

Zwischenstand.....

vielen Dank für eure zahlreichen Antworten - es hat mir sehr gut getan, zu lesen, wie es anderen erging und so viele einfühlende Worte zu bekommen.

Teil 1 ist jetzt vermutlich durch... ich habe gestern abend die Wehenmittel genommen, heute morgen um 6 gings dann los mit Blutungen. Bis um 13.00 hatte ich ziemlich Wehen, d.h. damit verbunden Schmerzen, z.T. alle 5-10 Minuten. Sie sind längst nicht so schlimm wie bei einer regulären Geburt, sagte man mir.... mir würde es aber durchaus ausreichen#schwitz. Man übersteht es, aber angenehm ist es nicht. So wie der Verlauf war, tönt es relativ gut. Jetzt haben die Blutungen nachgelassen, was eigentlich ein gutes Zeichen ist. Morgen muss ich dann nüchtern zur FA um zu kontrollieren, ob alles raus kam. Wenn nicht, dann geht es mittags zur OP.

Nun ja, man muss überzeugt von diesem Weg. Bei mir war die damit verbundene Hoffnung, vielleicht auf AS verzichten zu können lohneswert, den Weg so einzuschlagen und Schmerzen auf mich zu nehmen. Ich hatte auch weniger Angst vor den Schmerzen als vor der AS und fand den "natürlicheren" Weg sympatischer. Wenn die Gebärmutter morgen leer ist, dann hat sich für mich dieser Weg gelohnt, andernfalls natürlich nicht. Leider weiss man das nicht im voraus!

Ich werde berichten!

Beitrag von salute 02.10.06 - 14:46 Uhr

Eine Woche später....

Am FR zeigte sich im US, dass die Gebärmutter leer ist - wir waren sehr erleichtert!
Ein kleiner Klumpen lag aber noch kurz vor dem Muttermund. D.h. ich darf noch bis Mittwoch Wehentropfen nehmen. Das ist aber nicht so schlimm.

Psychisch war es für uns sehr wertvoll, die SS auf diese Art zu beenden. Mein Mann war vom Mittwoch an die ganze Zeit zu Hause, wir haben zusammen durchgelitten, geweint, aber auch wieder gelacht, Pläne und Träume geschmiedet.

Von den Schmerzen her fand ich es machbar. Unangenehm, aber es geht vorbei. Es sind einige Stunden und ich schaute es auch ein bisschen als Vorbereitung auf eine hoffentlich nächste "richtige" Geburt an.

Am unangenehmsten fand ich, im Nachhinein, nie zu wissen, ob es "hinhaut". Funktioniert es, oder muss ich dann doch noch zur AS? Resp. das Ungewisse, das auf einen zukommt. Wie viel Blut kommt, wie lange geht es, was tun, wenn ich allenfalls ohnmächtig werde etc. (traf nicht ein, aber war eine Befürchtung).

Ich denke, jede Frau muss das wirklich selber entscheiden. Wertvoll waren für mich Erfahrungen anderer, um mir ein bisschen eine Vorstellung zu machen, was welcher Weg bedeuten könnte.

Liebe Grüsse