Was tun? Stiefvater eines Kiga-Kindes ist vorbestraft wg. Missbrauch

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von versuch 26.09.06 - 09:45 Uhr

S.O.S.
Wir Eltern der Kindergartenkinder in unserm Ort befinden uns in einer absolut beunruhigenden Situation. Seit ein paar Wochen besucht ein Junge den Kindergarten, dessen Stiefvater bereits zwei Mal wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. #schock
Gespräche mit der Kiga-Leitung haben ergeben, dass der Junge aufgenommen werden musste (kath. Kiga) und sie nicht befugt sind, dem Stiefvater ein Hausverbot zu erteilen. Ebenfalls darf die Leiterin die Vorstrafen nicht publick machen. Sie hat zwar nahe gelegt, dass das Kind nicht vom Stiefvater gebracht und abgeholt wird, woran er sich bisher auch hält, aber mehr sei nicht möglich.
WAS SOLLEN WIR TUN? Wer hat eine Idee? Die Kinder aus dem Kindergarten nehmen wollen wir auf gar keinen Fall, da wir an sonsten äußerst zufrieden damit sind und sich die Kinder dort sehr wohl fühlen.
LG
"Mutter in Not" #gruebel

Beitrag von monchibaer 26.09.06 - 09:52 Uhr

Seid ihr 100%ig sicher, dass er wegen Kindesmißbrauch vorbestraft ist? Woher habt ihr die Information?

Ich hoffe, dass alles nur ein Mißverständis ist. Sonst wüßte ich auch nicht, wie ich darauf reagieren würde.

Das ist selbstverständlich eine beunruhigende Situation.

lg
Monchi

Beitrag von versuch 26.09.06 - 09:59 Uhr

Ja, wir sind 100% sicher. Unter Anderem deshalb, da der Vater des Vorbestraften das Vergehen seines Sohnes einmal mit den Worten:"Er hat doch nur ein bischen rumgefummelt." abgetan hat. Das ist für mich der sicherste Beweis.
LG ich

Beitrag von monchibaer 26.09.06 - 10:06 Uhr

Was mich noch interessieren würde, wie verhaltet ihr und die anderen Kinder, dem Kind gegenüber?

Wird der arme Sohn gemieden, ausgegrenzt? Er kann am wenigsten dafür, dass er so einen Stiefvater hat.

Warum sprecht ihr nicht mit dieser Familie? Das wird das beste sein. Führt ein offenes, sachliches Gespräch. Das hilft bestimmt.

lg
Monchi

Beitrag von versuch 26.09.06 - 10:16 Uhr

Nein, das Kind wird nicht ausgegrenzt, das ist voll integriert. Ein Gespräch mit der Familie führen ist quasi unmöglich. Die Mutter ist der deutschen Sprache nicht mächtig und ihr ist die Vergangenheit ihres Partners wohl auch nicht bekannt. Der Stiefvater selbst tut sein Vergehen als "Versehen" ab und gibt an, es käme nicht mehr vor (sorry, aber er wurde 2! mal inhaftiert und meiner Meinung nach sind solche Leute nicht heilbar).

Beitrag von .claudi. 26.09.06 - 10:50 Uhr

Hallo!

Wenn die Mutter es nicht weiß, daß ihr Partner so eine Vergangenheit hat, würde ich es ihr schnellstens sagen, schon allein um das Kind zu schützen!!! Bitte schaut nicht weg und unternimmt was! Wenn die Mutter es weiß, hat sie die Möglichkeit ihr Kind zu schützen aber ohne daß sie es weiß, ist die Gefahr leider sehr groß, daß dem Kleinen daheim etwas angetan wird (was man hätte vermeiden können!).

Ihr wollt so viel Sicherheit wie möglich für euer eigenes Kind, dann macht es bitte auch für ein fremdes Kind, daß sich alleine nicht wehren kann!

LG Claudia

Beitrag von makachri 26.09.06 - 09:58 Uhr

klar ist das beunruhigend! aber könnt ihr bitte auch mal an das KIND denken?? das kann da nämlich nichts für!

also wenn der vater sich vom kiga fernhalten muss, und das auch so läuft, dann bitte! habt ein besonderes auge drauf, dass er wirklich fern bleibt. aber das kind kann nichts dafür! ich wüsste auch nicht wirklich, wie ich reagieren würde, aber ich denke, dass es vorerst reicht, wenn der vater sich fernhält!

Beitrag von versuch 26.09.06 - 10:13 Uhr

Klar, kann das Kind nichts dafür, wir (Eltern) sind uns auch einig, dass es vollkommen in Ordnung war, das Kind aufzunehmen.
Doch das mit dem fernhalten des Stiefvaters ist schon so eine Sache, bisher war noch keine Kiga-Veranstaltung, doch ich bin mir recht sicher, dass der beim Martinsumzug, Adventnachmittag, Sommerfest usw auch dabei sein wird, da er auch bei sonstigen Festen im Ort immer auftaucht. Außerdem war er gestern beim Elternabend (Klar, Kinder waren keine da, aber die Möglichkeit Kontakte zu anderen Eltern zu knüpfen, die nichts über seine Vergangenheit wissen, hatte er.).

Beitrag von .claudi. 26.09.06 - 10:16 Uhr

Hallo!

Das ist ja schrecklich! Aber ich kann mir auch vorstellen, daß der Kiga ganz besonders auf den Vater achtet und beobachtet, wenn er seinen Sohn bringt. Es wäre ja auch für den Kiga sehr schlimm, wenn dort irgendein Mißbrauch stattfinden würde.

Ich würde auch mit dem "Vater" dieses Sohnes reden. Vielleicht beim nächsten Elternabend wenn er dabei ist. Der Kiga darf zwar das nicht ansprechen, aber ihr Eltern habt die Möglichkeit, darüber zu reden (während die Erzieherinnen sich raushalten und nichts dazu sagen dürfen). Vielleicht könnt ihr den Vater ja überzeugen, daß er sich vom Kiga vernhalten soll.

Aber denkt auch bitte an den kleinen Jungen. Er hat es schon schwer genug!

LG Claudia

Beitrag von kleene0106 26.09.06 - 10:23 Uhr

Hallo.


Mal andersrum gefragt: Was für Möglichkeiten schwirren euch denn vor?
Ich nehme doch mal an, dass ihr Eltern euch darüber unterhalten habt und auch Diskussionen darüber geführt habt. Was kam denn dabei heraus?

Was für eine Erwartung stellt ihr an den Kindergarten? Ihr habt bestimmt eine Erwartung. Jeder einzelne von euch Eltern wird eine bestimmte Erwartung haben.
Welche sind das?

Was ist eurer Meinung nach das Beste was der Kiga tun kann?


Ich hoffe ich bekomme zumindest "eine" Antwort.;-)

LG
Kleene

Beitrag von monchibaer 26.09.06 - 10:33 Uhr

#pro

Ja, das würde mich auch mal sehr interessieren.

#kratz

Beitrag von versuch 26.09.06 - 11:58 Uhr

Hi,
ich denke ein Hausverbot wäre schon mal ein Anfang. Außerdem fände ich es mehr als richtig, ALLE Eltern über die Vorstrafen zu informieren (mittels Handzettel, Elternversammlung u.ä). Eine Mutter hat früher auf dem Jugendamt gearbeitet, sie meinte, das Jugendamt sei hierfür nicht zuständig, viel eher sollte man den Kinderschutzbund einschalten, was jetzt auch getan wird.
Irgendwie kommt es mir hier so vor, als ob diese Situation nicht für alle, die hier posten ein Problem darstellt!? Wie kommt das? Sollen wir eurer Meinung nach erst etwas unternehmen, wenn es zu spät ist??? Sorry, aber damit kann und möchte ich nicht leben.
LG

Beitrag von risala 26.09.06 - 12:26 Uhr

hi!

leider lässt die rechtliche situation in deutschland es nicht zu, dass sexualstraftäter öffentlich "an den pranger" gestellt werden. deshalb darf auch der kiga weder zu den vorstrafen stellung beziehen noch die eltern darüber informieren. erst recht nicht mit handzetteln. ein hausverbot darf auch nicht ausgesprochen werden, da er ja im kiga nicht "straffällig" geworden ist.

das einzige was evtl. möglich ist - aber mit einem rechtsanwalt abgeklärt werden muss - wäre eine gerichtlich festgestellte verfügung, dass sich dieser vater dem kiga nur auf eine bestimmte entfernung nähern darf und sich von va fernzuhalten hat. ob das überhaupt ohne grund machbar ist bezweifle ich allerdings.

und auf der anderen seite: auch der junge hat ein recht darauf, dass seine mutter und der stiefvater bei elternabenden und veranstaltungen anwesend sind. wie soll man das einem kind erklären?

und mal ganz ehrlich... warum seid ihr zu feige den mann einfach mal anzusprechen und eure befürchtungen zu erklären? hätte ich kein problem mit. klar, er wird sagen, "war ein ausrutscher" - aber dagegen kann man in einem gespräch argumentieren, dass er ja 2x rechtsgültig verurteilt wurde... und in diesem gespräch kann man ihn auch darauf hinweisen, dass er bei veranstaltungen etc. immer unter beobachtung steht - auch das sichert kinder schonmal.

ach ja, und man kann das ja darauf ansprechen, dass ein verurteilter kinderschänder wieder mit einem kind zusammenlebt... evtl. erfolgen dann kontrollen... ausserdem solltet ihr / der kiga einfach den jungen weiter intergireren - auch dann merkt man, ob wieder etwas vorgefallen ist.... und kann entsprechend handeln sowie das kind schützen. die mutter zu informieren ist sicher eine möglichkeit - evtl. mit hilfe eines dolmetschers... aber ob das der richtige weg ist? bin da etwas zwiegespalten.

auf der anderen seite würde ich den kiga dazu bringen, mit den kindern aufklärungsarbeit über den "bösen onkel" zu machen. die polizei hilft hierbei auch!!!! auch dadurch werden alle kinder senisbilisiert und im idealfall auch geschützt. sie wissen dann, wie sie sich zu verhalten haben. und auf so einem projekt würde ich bestehen! auch darauf, dass es in kürzester zeit durchgeführt wird! mit der polizei kann man auch reden, dass auch ein evtl. missbrauch(sversuch) zu hause angesprochen wird.

lg
kim

Beitrag von muckel71 26.09.06 - 12:47 Uhr

Hallo kim.
Superidee mit der "böse-Onkel-Aufklärung".
Ich denke auch das dem Kiga die Hände gebunden sind.Die Gesetze sind in dieser Beziehung leider sehr löchrig.Man kann erst etwas unternehmen wenn es zu spät ist:-(.
Gerade deshalb ist Prävention unerlässlich.
#proMuckel71

Beitrag von kleene0106 26.09.06 - 13:00 Uhr

*unterschreib* #pro

Beitrag von ximaer 26.09.06 - 13:07 Uhr

Hallo,
ich will mich gar nicht großartig einmischen. Aber wenn dieser Stiefvater sein Kind vom Kiga abholt und mein Kind in der Gruppe wäre - das würde mir nicht gefallen. Was weiß ich, was der für Möglichkeiten hat. Auch die beste im Erzieherin hat nicht ständig alle Kinder im Auge - und wo ein Wille ist, ist ein Weg.

Suse

Beitrag von kleene0106 26.09.06 - 13:24 Uhr

Da magst du wohl recht haben, aber so wie es aussieht, scheinen viele Eltern und auch die Erzieherinnen davon zu wissen. Er wäre also ziemlich dumm wenn er direkt im Kiga so was machen würde.
Und demnach finde ich die Chance eher gering.

Natürlich ist es nicht schön und ein gutes Gefühl hätte ich sicherlich auch nicht, wobei man jetzt auch wieder sagen muss: "Die hat gut reden! Ist nicht in der Situation, mischt sich aber ein!"#hicks
Stimmt, aber manchmal ist es auch von Vorteil solche Dinge von "aussen" zu betrachten.

Wie gesagt, ich weiß nicht was es für genaue Möglichkeiten in so einem Fall gibt. Unten wurde schon geschrieben, dass man sich an das Jugendamt wenden soll. Ich bin gespannt ob die denen helfen können. Wäre schön. Andererseits, wie gesagt, die meisten werden wohl durch mundpropaganda (wurde unter den Eltern ja bereits besprochen) schon von der Sache wissen und ihn sicherlich nicht behandeln wie einen "gewöhnlichen" Vater.
Das heißt die Möglichkeiten des tätlichen Übergriffes sind auf ein Minimum reduziert - zumindest was die Zeit im Kiga betrifft. Alles andere hat man ohnehin nicht in der Hand, dazu müssten die Gesetze verschärft und die Steuern dementsprechend weiter angehoben werden. (Lebenslange Gefängnis- oder Psychiatrieaufenthalte, die den Steuerzahlern ganz schön in die Tasche greifen würden, bei der Anzahl von Triebtätern, die es leider auf der Welt gibt.)

LG
Kleene

Beitrag von ximaer 26.09.06 - 14:02 Uhr

Hi,
also, um ehrlich zu sein: das *Minimum* reicht mir nicht, wenn es um meine Kinder geht.

Ich würde nicht ruhen, bis es ein Hausverbot für den Mann gibt.
Denn Triebtäter handeln leider nicht nach rationalen Aspekten - deshalb ist es für diese Personen egal, ob es *dumm* ist, im Kiga einen Übergriff zu starten. Es muss ja nicht gleich ein Mißbrauch stattfinden, es würde mir schon reichen, wenn er mein Kind überhaupt berühren würde usw.

Grüße
Suse

Beitrag von kleene0106 26.09.06 - 20:30 Uhr

Aber das Problem ist nicht aus der Welt!!!
Was nützt es wenn er ein Hausverbot bekommt? Dann wartet er halt ein paar Meter VOR dem Kiga!

Die Gefahr ist doch nicht gebannt. Er läuft immer noch draußen rum.

Geht am besten in die Politik und sorgt dafür das diese Menschen ihr Leben lang eingesperrt werden!!!
Da und nirgendwoanders liegt der Knackpunkt.

Denn auch wenn er Hausverbot hätte - mal ganz ehrlich - Angst hättest du trotzdem und ich bin mir sicher du würdest dein Kind niemals alleine nach Hause laufen lassen, oder?

Beitrag von ximaer 27.09.06 - 09:33 Uhr

Hi,
na, des Rätsels Lösung ist auch das Hausverbot natürlich nicht - da hast Du Recht. Aber es mindert schon mal die Gefahr, da IM Kiga somit nichts passieren kann und das Kind ja außerhalb des Kigas von den Eltern o.ä. beaufsichtigt wird.

Und NATÜRLICH würde ich mein Kind nicht alleine nach Hause laufen lassen - weil ich das bei Kindergartenkindern generell nicht für angebracht halte!

Ansonsten: Ja, Du hast Recht - es stimmt nicht, wie bei uns in Deutschland mit Kinderschändern umgegangen wird. Das Gesetz ist da auf der Seite der Täter - nicht der Opfer.

Grüße
Suse

Beitrag von mausel63 26.09.06 - 10:39 Uhr

Das die Mutter kein Deutsch kann und nicht weiß, dass er vorbestraft ist,... da klingeln bei mir die Alarmglocken, da hat er sich ja wieder eine Frau mit Kind offensichtlich ausgesucht, die er täuschen kann. Sowas machen viele Pädophile, d.h. sie suchen sich keine Singlefrau, sondern eine mit Kindern, damit sie gleich Kontakt zum Kind haben.


Was würde ich tun ? ( Vorausgesetzt er ist pädophil ( egal ob vorbestraft oder nicht)

1. Elterversammlung mit Kita-Leitung einberufen

2.) Jugendamt einschalten, damit Mutter des Kindes informiert wird, dass er vorbestraft ist.

3.) Brief an Mutter schreiben ( der übersetzt wird.)


Es sollte danach m.E. folgendes eintreten:

1.) Mutter trennt sich von diesem Mann sofort.
2.) Mann sollte von Polizei ein Annäherungsverbot für den Stiefsohn und Kiga haben.
3.) Am besten, er macht eine Therapie, obwohl viele nicht therapiefähig sind..., aber besser als untherapiert herumlaufen, ist meine Meinung.

Gruss Mausel

Beitrag von manavgat 26.09.06 - 11:48 Uhr

Schaltet das Jugendamt ein.

Selbstverständlich darf ein Hausverbot ausgesprochen werden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von versuch 26.09.06 - 12:00 Uhr

Sehen wir auch so, bisher konnte die Kiga-Leitung auch noch keine Begründung nennen, warum sie das nicht kann; ggf. werden wir uns wohl an den Träger des Kigas wenden, der sollte zumindes befugt sein, dieses Hausverbot zu verhängen.
LG

Beitrag von kleene0106 26.09.06 - 13:04 Uhr

Hallo,

versucht es dann aber wirklich mal mit dem Jugendamt.
Wäre schön wenn du dich dann nochmal meldest, es würde mich (und bestimmt noch einige andere hier) wirklich sehr interessieren was in so einem Fall gemacht wird oder gemacht werden kann. Und vor allem ob das JA euch dabei helfen kann.

Ich drücke euch die Daumen und hoffe ich höre bzw. lese nochmal was darüber.:-)

Kleene

Beitrag von muckel71 26.09.06 - 11:49 Uhr

Hallochen


Ich kann mir gut vorstellen das Du da ein ungutes Gefühl im Bauch hast was diesen Stiefvater betrifft.
Aber ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen das der im Kiga eine Übergriffsmöglichkeit bekommt.
Die Kinder werden ja üblicherweise von den Eltern gebracht und auch wieder abgeholt oder?
Und vorsichtshalber würde ich mein Kind nicht dort zu dem anderen Kind zum spielen hinschicken.
Seid einfach nur wachsam denn ihr werdet keine rechtliche Handhabe finden diesen Typen aus dem Kiga oder seiner Nähe zu verbannen wenn kein Verdacht besteht das er wieder Rückfällig wird.
Er hat seine Strafe verbüßt und ist somit erstmal aus dem Schneider,Leider:-(
LG Muckel71

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