Frage, wann das Kind über KV aufklären?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von eiven 26.09.06 - 10:46 Uhr

Hallo,

ich möchte mal bei Euch nachfragen ob Ihr mir da Eure Erfahrung schildern könnt. Also ich bin verheiratet und habe 2 Kinder. Der "Grosse" hat aber einen anderen KV als die kleine. Mein Mann weiss davon, nur die Kinder nicht. (Mein Mann und ich sind seit meiner Schwangerschaft schon zusammen) Jetzt wird mein Sohn aber schon 7 und ich möchte ihm eigentlich sagen dass er einen anderen Erzeuger hat. Meine damalige Chefin (Psychologin) hat mir geraten es ihm nicht vor dem 13. Lebensjahr zu sagen, ich finde diese Zeit aber als äußerst schlecht ... so in der Pubertät. Wann und wie habt Ihr es Euren Kindern gesagt? #kratz
Denn der KV will von ihm nichts wissen, er sagt er käme damit nicht zurecht, mit seiner Schwester stehe ich aber noch in gutem Kontakt. Wir sehen uns regelmäßig und die Kinder spielen gerne und oft zusammen. Nur wissen sie halt nicht dass sie eigentlich verwandt sind. #schmoll

Ich würde mich freuen wenn Ihr Eure Erfahrungen berichten könntet #danke

Gruss

eiven

Beitrag von maeuschen06 26.09.06 - 11:04 Uhr

Hallo,

sofort, es ist schon viel zu spät! Man soll es den Kindern von Anfang an sagen, auch wenn sie es noch nicht richtig verstehen, man sollte sie nicht mit einer Lüge aufwachsen lassen! Das ist nach meiner Erfahrung die einhelllige Meinung der Kinderpsychologen.

Such dir einen guten Kinderspychologen und sagt es deinem Sohn, er hat ein Recht darauf! Je später ihr es ihm sagt, desto schlimmer wird es. Er wird euch vorwerfen, ihn belogen zu haben und das habt ihr ja auch, wenn auch nicht mit schlechten Absichten.

Sucht euch einen Fachmann, wenn es Probleme danach gibt und sagt es ihm!

lg und alles Gute!

Beitrag von pupsismum 26.09.06 - 11:21 Uhr

Na da hat deine damalige Chefin dir ja einen tollen Tipp gegeben, kann gar nicht glauben, dass sowas von einer "Fachfrau" kommt #schock

Bei uns war es etwas anders, mein Großer hat seinen Vater zuletzt mit 1 3/4 persönlich gesehen, ich hab aber ihm gegenüber nie nen Hehl draus gemacht, dass der Mann an meiner Seite nicht sein leiblicher Vater ist. Bitte nicht falsch verstehen, ich habs ihm natürlich nicht dauernd unter die Nase gerieben, habs aber halt auch nicht verschwiegen wenn es Thema wurde! Auch die Bilder des KV in den Alben wurden belassen wo sie waren, so konnte mein Großer immer mal schauen, wenn er wollte.

An deiner Stelle würde ich aber jetzt ganz fix zusehen, dass der Junge das erfährt. Ich würde ein ruhiges Gespräch mit ihm suchen und ihm in diesem Gespräch erklären was, wieso, weshalb, warum. Ich würde jede Frage meines Kindes daraufhin offen und ehrlich beantworten, alles andere würde er wahrscheinlich eh merken oder weiter hinterfragen. Ob dir der Weg in Zusammenarbeit mit einer Psychologin lieber ist, mußt du selbst entscheiden, für zwingend notwendig halte ich es nicht, aber das ist nur meine Meinung. Wenn es dir hilft, vereinbare doch vielleicht einen Termin für dich in der Erziehungsberatungsstelle und hol dir da noch ein paar Tipps, wie du das am besten machst.

LG und alles Gute #blume
pupsismum

Beitrag von witch71 26.09.06 - 13:05 Uhr

Eine gute Gelegenheit wäre, es "hintenrum" zu versuchen.
Ihm erstmal zu sagen, dass <Name der Schwester des KV> seine Tante ist und die Kinder seine Cousins/Cousinen.
Bzw. würde ich fragen: "Wie fändest Du es denn, wenn <Name der Schwester> Deine Tante wäre?" und die Reaktion abwarten.

Dann, wie schon erwähnt, einfach warten was kommt und die Fragen alle wahrheitsgemäss beantworten. Und besorg Dir unbedingt Bilder vom KV wenn Du keine hast, er wird vielleicht welche sehen mögen.

Beitrag von eiven 26.09.06 - 16:57 Uhr

Erst schonmal #danke für Eure Antworten. Jepp, hab eben nochmal mit ihm gesprochen wegen Tante und Cousine, er fand die Idee ok, hatte aber keine Lust weiter drüber zu reden. Ich warte erstmal ab, Fotos vom KV kennt er weil er weiss dass dieser Kerl der Onkel von seiner "Freundin" ist. Mal sehen wie`s in den nächsten Tagen so wird, dann werde ich mal weiterreden.

Beitrag von prinzessin1976 26.09.06 - 21:47 Uhr

Ich kann Dir meine eigene Geschichte berichten:
Als meine Mutter Schwanger wurde hat sich mein Erzeuger(Italiener) nach Italien zurückgeszogen!!! Sie ist vor Gericht gegangen und hat versucht ihn in mein Geburturkunde zu kriegen damit ich später weiß wer men Erzeuger ist!
Der Anwalt meienr mutter hat einen vaterschaftstest verkangt aber der Idiot konnte es ja nicht machen alssen weil er (angeblich) Zeugen jehovas war und somit kein Blut entnommen werden drufte! (DNA Tests gab es damals noch nicht!).
Als cih 2 wurde zog meine Mutter mit meinem "Ziehpapa" zusammen udn sie trennten sich wieder als ich 9 war!
Er ist aber bis Heute noch "mein alles geliebter papa!"#freu#huepf

So nun aber zum eigentlichem THema:
In meiner ganzen Kindheit agb es imme rwieder Situationen in denen ich geahnt hatte das mein "Papa" nicht mein "Papa" ist!!! Es war schrecklich beim spielen den Tanten zuzuzhören wie sie darüber redeten dass sie meinen "richtigen Vater" mal wieder sehen wollen würden!
Immer wieder gab es solche oder ähnliche Situationen aber ich wollte es nicht wahrhaben udn traute mich auch nicht meine mutter darauf anzusprechen!!! Sie sagte nie was!!! Als ich 16 war und sie im Bad stand und sich die Haare fönte,um zur Arbeit zu gehen setzte ich mich auf die Klobrille und fragte sie mit klopfendem #herzlich: Mama wer ist eigentlich nun mein echter Papa?

Für meine Mutter war es ein schock aber imGrunde wusste sie es würde irgendwann kommen! Nur wusste sie nicht dass ich es bereits wusste!!! Es wäre viel besser gewesen wenn meine Mutter ehrlcih gewesen wäre!!!
Es war ein echt dooofes Gefühl mit dem Wissen umherzulaufen aber das Gefühl zu haben darüber nicht mit meiner Mutter reden zu können!!!!

Ich rate Dir:
Erkläre es Kindgerecht und Kurz! Sage ihm dass er jederzeit kommen kann um darüber zu reden wenn er mehr wissen will!
danach würde ich abwarten bis er etwas fragt oder darüber sagt!! Ansonsten reicht die Info die er bekommen hat!!!

Wenn er dann irgendwann soweit ist und mehr wissen will wird er sicher zu Dir kommen weil Du ihm ja wissen lassen hast dass Du offen bist !!!!

Beitrag von kim16 28.09.06 - 08:56 Uhr

hallo! also möchte euch mal eine kurzgeschichte erzählen, warum ich zu diesem thema unbedingt meinen beitrag geben möchte! ich habe einen bruder der 6 jahre älter ist als ich. er hat einen anderen vater als ich - der nie kontakt mit ihm od. meiner mutter hatte. meine eltern sind verheiratet seit ich auf der welt bin. mein bruder wusste glaub ich schon immer davon dass mein vater nicht sein vater ist, aber dadurch er adoptiert wurde (von meinem vater - den gleichen namen trägt und immer "papa" zu ihm sagte ist mir ja nie was aufgefallen). aufjedenfall haben mir das meine eltern nie erzählt. ich bin durch einen blöden zufall (eine dame die ich nicht mal kannte-hat sich irgendwie verplappert) es war für mich damals ein richtiger schock - ich war ja schon 18! dann habe ich zu suchen begonnen und habe es auf seiner geburtsurkunde schwarz auf weiss gesehen! war aber damals so geschockt dass ich nie darüber reden konnte! mittlerweile bin jetzt 25 1/2 kann ich sehr gut darüber sprechen - es hat sich ja nichts geändert, aber bin mir auch sehr blöd damals vorgekommen, so auf die art jeder wusste es nur ich nicht! ich weiß daher dass ich nie den gleichen fehler machen werde sowas muß man dem kind od. kindern von klein auf klar machen! danke fürs zuhören! lg,

Beitrag von eiven 28.09.06 - 09:10 Uhr

Guten Morgen,

jepp, das kann ich gut verstehen. Das tolle ist nur es weiss bei uns niemand ausser mein Mann, meine Ex-Chefin (die Psychologin), die Schwester vom KV und der KV. Der KV möchte mit dem Kind nichts zu tun haben, wir akzeptieren es, er braucht auch keinen Unterhalt zahlen. Das möchte mein Mann nicht, er steht ja auch als KV in der Geburtsurkunde da wir z.Zt. der Geburt schon verheiratet waren.
Das ist alles etwas kompliziert, wir haben erst vor ca. 3 Monaten erfahren dass der KV wirklich der KV ist. Meine damalige Ärztin hat sich einfach verrechnet, mein Sohn kam nicht zu früh sondern zum eigentlichen Termin. Da aber der KV nicht KV sein wollte und mein Mann von vornherein meinte er könne nur der Vater sein haben wir es so belassen. Meine Ärztin war sich damals zu 100% sicher, aber wie man sieht hat sie sich gut geirrt. Naja, und jetzt sehe ich das alles etwas anders und möchte es meinem Sohn sagen. Ich hab versucht mit ihm zu reden, er weiss er hat eine Tante und Cousine, der KV interessiert ihn aber nicht wirklich. Wobei ich dann meine er versteht es einfach noch nicht und ich kann ihn ja schliesslich nicht drängen mir jetzt zuzuhören und den Schock dann erstmal zu verdauen.
Oh man, ich glaub das hört sich jetzt komisch an, ich kann es aber nicht anders ausdrücken - im Moment.

Beitrag von hummelinchen 29.09.06 - 20:11 Uhr

Hey,
das ist eine sehr schwierige Situation.
Denn im Grunde ist es zu spät um keine "Schäden" mehr anzurichten. Denn dein Mann ist sein Vater, nicht wahr?! Und einen anderen hat er nicht z.Zt. nicht, oder?! Oder ist Kontakt geplant?
Mein Gefühl und meine Erfahrung im Umgang mit Kindern sagt mir, dass, wenn du es ihm jetzt sagt, du ihn in eine schwere Krise stürzen kannst. Die Familie, die er als die seine betrachtet hat, gibt es so nicht mehr. Er gehört nicht mehr dazu... Und dann will sein Vater ihn nicht... #heul
Ich stimme mit der Psychologin überein, ihn noch in seiner behüteten Kindheit zu lassen. Ihm den Glauben nicht zu nehmen einen tollen Vater zu haben.
Was für ein Gedanke einen anderen Vater zu haben und der will noch nicht einmal was von ihm wissen!!!
Tu ihm das nicht an...
Ich finde auch ab 13, vielleicht 16, kommt auf den Jungen an. Vorher machst du mehr kaputt als das es nützt.

Ich habe so einen Fall im Bekanntenkreis und darum schon viel darüber nachgedacht. Was wäre wenn, was würde ich tun... ect.,ect.,
Schreibe Tagebuch und gib ihm das später, das wäre vielleicht eine Idee.
Und warum vertraust du nicht auf die Psychologin??

lg Tanja

Beitrag von kausan 29.09.06 - 21:37 Uhr

Viel zu spät! Nur wer mit der Wahrheit aufwächst sieht diese als selbstverständlich an.

Beitrag von hummelinchen 30.09.06 - 17:31 Uhr

dann spar schon mal für den Psychologen...
Wie gesagt ich begegne solch einer Geschichte Live und in Farbe und das Vertrauen zu verlieren, das Dazugehörigkeitsgefühl ist schwerwiegender. Wichtig ist, WIE es dann irgendwann gesagt wird...

lg Tanja

Beitrag von kausan 01.10.06 - 20:26 Uhr

Mein Neffe wächst seid dem 4. Lebensjahr mit dem Wissen auf, daß sein Papa nicht sein leiblicher Vater ist. Er ist mit diesem Gedanken aufgewachsen, und daher ist es für ihn nichts neues. Er wird mit 14 oder älter also nicht ins kalte Wasser gestoßen und muß sich mit 18 auch nicht fragen warum man ihm nicht die Wahrheit gesagt hat. Dann bräuchte er den Psychologen.

Alles womit wir in einer natürlichen Verständniskeit aufwachsen, ist für uns dann, wenn wir alt genug sind um es auch im Kopf zu begreifen nicht mehr schlimm, weil wir es von klein auf bei uns hatten.

Beitrag von hummelinchen 02.10.06 - 20:47 Uhr

Hey, da gebe ich dir vollkommen recht. Aber vier ist auch ein anderes Alter.
Aber vielleicht ist es auch besser ihn jetzt aufzuklären. Das wird die Mutti am besten wissen, denn sie kennt ja ihr Kind am besten.
Das ist alleine ihre Entscheidung und ich bin froh sie nicht treffen zu müssen...

lg Tanja

Beitrag von blackdoxx 02.10.06 - 22:04 Uhr

Liebe Eiven!

Ich bin als Säugling von meinen Eltern adoptiert worden und weiß das auch, seit ich denken kann. Deine Situation ist zwar nicht die gleiche, ich finde sie jedoch ähnlich. Es hätte mir sehr weh getan, wenn ich von meiner Adoption erst mit 13 oder später erfahren hätte. Ich habe meine Eltern immer geliebt, das hat auch mein Wissen, dass es da noch leibliche Eltern gibt, nicht verändert. Es war für mich nicht wichtig, wer mich geboren hat, sondern wer mich geliebt und mich groß gezogen hat. Es könnte schließlich auch passieren, dass jemandem, der von der Herkunft deines Sohnes weiß, aus Versehen herausrutscht, wer der leibliche Vater ist. Ich glaube, dass das für deinen Sohn eine sehr unangenehme und traurige Nachricht sein kann, wenn er das über Dritte erfährt.
Ich würde mich in einer entspannten "Minute" mit deinem Sohn hinsetzen und ihm das ganz ruhig erklären. Es wäre bestimmt auch gut, wenn dein Mann dabei ist! Wenn er dich fragt, warum du ihm das erst jetzt erzählst, dann sprich mit ihm über deine Ängste, die du davor hattest, es ihm zu sagen.
Ich wünsche dir ganz viel Mut und Energie für das Gespräch!!!!
Sei ganz lieb gegrüßt, Chrissi

Beitrag von eiven 03.10.06 - 09:07 Uhr

Hallo Chrissi,

ja, das möchte ich auch sehr gerne machen. Es wissen ja nur 4 Leute davon. Das Problem ist nur, der KV hat Angst vor Pflichten (die er aber nicht bekommen wird, haben wir geklärt - es bleibt wie es ist) und mein Mann möchte nicht dass der Grosse erfährt wer der KV ist. Er hat (denke ich mal ) Angst dass er nicht mehr als Papa gesehen wird. Ich denke aber dass sich daran nichts ändern wird, der KV will ja schliesslich vom Kind nichts wissen. Schade ist es nur wenn die "Tante" und ich uns treffen und den Kindern nicht sagen können dass sie Cousin und Cousine sind. Ich werde mal sehen was sich ergeben wird, ist halt eine blöde Situation wegen meinem Mann. Ich möchte mit meinem Kind reden und er möchte es für sich behalten, ich kann ja nicht hinter seinem Rücken darüber reden. #schmoll
Naja, ich danke aber für die liebe Antwort.

Gruss

eiven