Dringend Hilfe benötigt - Zusage auf Teilzeitbeschäftigung nun Absage

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Beitrag von kuschelgirl 26.09.06 - 13:50 Uhr

Hallo an Alle,
ich hoffe, dass mir hier jemand weiterhelfen kann. Ich bin seit März im Erziehungsurlaub. Den habe ich wie folgt beantragt:
1. Jahr zu Hause
2. Jahr ab März Teilzeitbeschäftigung
3. Jahr nach Zustimmung später

Ich bin für ein großes Unternehmen im Außendiest tätig. Bereits im vergangenen Oktober habe ich nachgefragt, wie es mit einer Teilzeitbeschäftigung nach einem Jahr aussieht. Mit der Personalabteilung und dem Verkaufsleiter Deutschland wurde besprochen, dass eine Mindeststundenzahl nötig sei, damit sich Firmenwage etc. rechnet. Wir haben und auf 24 h / Woche geeinigt. Ich habe auch eine Schreiben aus dem hervorgeht, dass ich den Zeitpunkt mitteilen soll ab wann ich nun genau teilzeit arbeiten möchte. War von Anfang an klar März. Um die Betreuung für meinen Sohn zu organisieren habe ich jetzt in der Firma nachgefragt, da noch nicht feststand welches Gebiet ich genau bekomme. Der Firma war bekannt, das ich in der einen Region eine Betreuung (Oma/Opa) hätte und für die andere Region eine Tagesmutter in Anspruch nehmen müßte.
Plötzlich sagt mir der Personalchef am Telefon, das der Geschäftsführer und der Hauptsitz der Firma im Ausland der Teilzeitbeschäftigung nicht zugestimmt hätten. In einem Atemzug erzählt mir der Personalchef, dass es verschiedene Bereiche gibt, wo man keinen Anspruch auf einen Teilzeitjob habe so wie auch in meinem Tätigkeitsbreich. Ein anderes Unternehmen habe prozessiert und gewonnen. Ich solle doch den Erziehungsurlaub verlängern vielleicht sehe es dann ja anders aus in der Firma oder bei mir (Vollzeitjob). Das geht ja schon mal gar nicht. Ist für mich nur eine Hinhaltestrategie, zumal sie meiner Kollegin die das auch betrifft gesagt haben, dass es keine Teilzeit künftig mehr gibt.

Ist diese schriftliche Zusage die ich habe nichts wert? Muß ich dass jetzt einfach so hinnehmen? Was soll ich tun? Ich bin fest davon ausgegangen, dass ich im März wieder arbeite. Da wir das bereits vergangenen Herbst abgesprochen haben.

Bin für Tipps sehr dankbar.
Claudia

Beitrag von scullyagent 26.09.06 - 14:11 Uhr

Schon beim lesen habe ich mich gewundert, das Du im Vertrieb eine Teilzeitstelle angeboten bekommen haben willst.

Ja, es ist vollkommen richtig: Im Vertrieb gibt es keine Teilzeit. Genausowenig wie es im Vertrieb eine 40-Stunden -Woche oder freie Wochenden gibt. Ein Vertriebler arbeitet immer!!!

Ich bin seit über 20 Jahren Accounter. Ich liebe diesen Job! Freie Zeiteinteilung, kreatives, selbständiges arbeiten und sehr gutes Geld, Firmenwagen, Provisionen und Boni. Aber das hat auch alles seinen Preis. Und für Mütter heißt das ganz oder gar nicht.

Ich selbst bin während der ersten Schwangerschaft ausgestiegen und erst nach dem 2. Kind langsam in den Job zurückgekehrt. Zuerst freiberuflich ( 14 Tage / Monat ) dann wieder Vollzeit. Allersdings habe ich auch bei der 14-Tage-Regelung ( 6Tage -Woche, v. 10h-20h ) auch soviel verdient , wie mancher mit Vollzeitjob nicht.

Scully

Beitrag von kuschelgirl 26.09.06 - 14:57 Uhr

Hallo,
das ist ja die super Antwort. Die hilft mir echt weiter. #augen

Schon beim lesen habe ich mich gewundert, das Du im Vertrieb eine Teilzeitstelle angeboten bekommen haben willst.

Da kannst Du Dich gerne drüber wundern, ich habe es sogar schriftlich steht ja auch in meiner Frage. Nur hat die Firma jetzt es sich jetzt anders überlegt.

Ja, es ist vollkommen richtig: Im Vertrieb gibt es keine Teilzeit. Genausowenig wie es im Vertrieb eine 40-Stunden -Woche oder freie Wochenden gibt. Ein Vertriebler arbeitet immer!!!

Da ich die letzten Jahre sehr erfolgreich im Vertrieb gearbeitet habe ist mir durchaus bekannt wieviele Stunden man in Vollzeit investiert. Insbesondere da ich bereits zweimal hintereinander die erfolgreichste Mitarbeiterin bei uns im Vertrieb war.

Also wie gesagt diese Antwort beantwortet nicht im geringsten meine Frage und hilft mir absolut nicht weiter, da ich mich nicht nach dem Berufsfeld eines Vertrieblers erkundigt habe.

Verstehte die Antwort nicht, da sie nicht im geringsten etwas mit meiner Frage zu tun hat.

Beitrag von scullyagent 26.09.06 - 15:12 Uhr

Da kannst Du Dich gerne drüber wundern, ich habe es sogar schriftlich steht ja auch in meiner Frage. Nur hat die Firma jetzt es sich jetzt anders überlegt.


Nein, die Firma hat Dir eine fehlerhafte Zusage gemacht, die sie nun - auch wieder schriftlich - zurückgenommen hat.

Weil es im Vertrieb eben keine Teilzeit gibt! Ist ausgenommen!

Da können die Dir viel schriftlich geben. Es ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Ich kenne ( nach 20 Berufsjahren ) nicht einen einzigen Fall, indem eine AD`lerin jemals in Teilzeit gearbeitet hat.

Aber ehe Du Dich über mich aufregst, ruf Deinen Anwalt an und laß Dir von Ihm sagen, wo Du Deine schriftliche Zusage übers Klo nageln kannst.


Verstehte die Antwort nicht, da sie nicht im geringsten etwas mit meiner Frage zu tun hat.


Sorry, und Du willst eine der Besten gewesen sein????
Die Anwort ist: WO KEINE TEILZEIT MÖGLICH IST, KANN EIN UNTERNEHMEN KEINE TEILZEITSTELLUNG ANBIETEN!

Du kannst auf eine Teilzeitstelle bestehen, aber eben dann z. B. im Vertriebsinnendienst, was natürlich mit erheblichen Einkommensverlusten verbunden ist, da Du so aus der Provisions und Boni - Regelung rausfällst, was normalerweise bis zu 50% des Gehaltes ausmacht. Und ja, auf eine solche Stellung hast Du Anspruch

Scully

Beitrag von kuschelgirl 26.09.06 - 15:37 Uhr

Sorry, und Du willst eine der Besten gewesen sein????
Die Anwort ist: WO KEINE TEILZEIT MÖGLICH IST, KANN EIN UNTERNEHMEN KEINE TEILZEITSTELLUNG ANBIETEN!

Scheinbar bist Du in anderen Sphären unterwegs wie ich. Ich verstehe nämlich schon wieder nicht, was Sorry....., Die Antwort ist: ...... zu tun hat. Ich will nicht nur eine der Besten gewesen sein, das wurde vom Unternehmen sogar entsprechend veröffentlicht und honoriert. Aber darüber bin ich Dir auch keinerlei Rechenschaft schuldig bzw. muß mich dafür rechtfertigen.

Außerdem muß wohl die Firma wissen, ob Sie Teilzeitstellen anbietet oder nicht. Und so viel dazu, bislang gab es bei uns im Vertrieb (Teilzeitbeschäftigung) auch wenn es Dir in Deiner langjährigen Berufserfahrung fremd ist. Und wir sind bei Weitem nicht das einzige Unternehmen gewesen, welches im Außendienst Teilzeitbeschäftigung angeboten hat (mit bestimmer Stundenanzahl). Nur haben sie es zum jetzigen Zeitpunkt abgeschafft.

Auf eine weitere Kommuniktaion mit Dir habe ich keine Interesse, da die Antworten an der Fragestellung vorbeigehen und mir meine Zeit für so was zu schade ist. Mein Kleiner hat nämlich gerade seinen Mittagsschlaf beendet und ich habe wichtigeres zu tun als mich über Deine Antworten zu wundern.

Beitrag von scullyagent 26.09.06 - 15:41 Uhr

Du hast Recht, ich bin sooo blöd!!!!!!

Nur haben sie es zum jetzigen Zeitpunkt abgeschafft.


Ich hab doch wirklich gedacht, das Du eine ernstgemeinte Frage gestellt hast.

Sorry, mein Fehler

Scully
*ironie off*

Beitrag von scullyagent 26.09.06 - 17:03 Uhr

2. Der Anspruch auf Teilzeit

Ein Teilzeitarbeitsverhältnis ist ein ganz normales befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis. Es unterscheidet sich lediglich von anderen Arbeitsverhältnissen dadurch, dass die vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit wesentlich kürzer ist als die regelmäßige betriebliche, branchenübliche oder allgemein übliche Arbeitszeit.

Seit dem Inkrafttreten des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) am 01.01.2002 haben alle ArbeitnehmerInnen (mit Ausnahme der BeamtenInnen) einen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat und sofern der Arbeitgeber ausschließlich der Auszubildenden regelmäßig mehr als 15 ArbeitnehmerInnen beschäftigt.

Beantragung:

Möchte der/die ArbeitnehmerIn Teilzeit arbeiten, so muss er/sie die Verringerung der Arbeitszeit und den Umfang der Verringerung mündlich oder schriftlich spätestens drei Monate vor dem Beginn geltend machen. Er/sie soll gleichzeitig die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben. Der Arbeitgeber hat daraufhin die gewünschte Verringerung mit dem/der ArbeitnehmerIn mit dem Ziel der Einigung zu erörtern und über die von ihm festzulegende Verteilung der Arbeitszeit Einvernehmen zu erzielen.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, der gewünschten Arbeitszeitverringerung zuzustimmen und sie auch entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin zu verteilen, soweit nicht betriebliche Gründe entgegenstehen. Derartige Betriebliche Gründe sollen vorliegen, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Ablauf oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Da dieser Anspruch des Arbeitnehmers noch recht neu ist, ist in der Praxis bisher auch noch weitgehend ungeklärt, welche betrieblichen Gründe den Arbeitgeber sonst berechtigen, eine Verringerung der Arbeitszeit abzulehnen. Ablehnungsgründe können auch in Tarifverträgen festgelegt sein. Lehnt der Arbeitgeber das Begehren des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin ab, sollten ver.di-Mitglieder sich Rat bei den Rechtskundigen Mitarbeitern der Landesgeschäftsstellen einholen.

Der Arbeitgeber hat zudem spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Teilzeitarbeit dem/der ArbeitnehmerIn seine Entscheidung über die Verringerung und die Verteilung der Arbeitszeit mitzuteilen. Lehnt der Arbeitgeber nicht innerhalb der vorgenannten Frist schriftlich ab oder konnten die Arbeitsvertagsparteien keine Einigung über die Arbeitszeitverringerung erzielen, so verringert sich die Arbeitszeit automatisch kraft Gesetzes in dem von dem/der ArbeitnehmerIn gewünschten Umfang. Diese Änderung kann dann nur noch durch einen Änderungsvertrag oder eine Änderungskündigung rückgängig gemacht werden. Allerdings kann der Arbeitgeber die neu Verteilung der Arbeitszeit jederzeit ändern, wenn das betriebliche Interesse an der Änderung das Interesse des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin an der Beibehaltung erheblich überwiegt und der Arbeitgeber die Änderung dem/der ArbeitnehmerIn spätestens einen Monat vorher angekündigt hat.

Vor der endgültigen Verringerung der Arbeitszeit ist ebenfalls der Betriebsrat zu beteiligen.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein/eine ArbeitnehmerIn beim Arbeitgeber den Wunsch anzeigt, die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit zu verlängern. Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, den/die ArbeitnehmerIn bei der Besetzung entsprechender freier Stellen bei gleicher Eignung bevorzugt zu berücksichtigen, sofern nicht dringende betriebliche Gründe oder Arbeitszeitwünsche anderer teilzeitbeschäftigter ArbeitnehmerInnen entgegenstehen.

Teilzeitbeschäftigten ist ebenfalls im Rahmen des Möglichen die Gelegenheit einzuräumen, an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen.


Wichtig hierbei folgender Satz:

Derartige Betriebliche Gründe sollen vorliegen, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Ablauf oder unverhältnismäßige Kosten verursacht.

Das ist beim Außendienst gegeben.

Soviel dazu!

Scully

Beitrag von tati_plus_wuerstchen 26.09.06 - 19:06 Uhr

mal nur so nebenbei, wenn hier schon gesetze zitiert werden:

für die fragende trifft NICHT das teilzeitgesetz, sondern das bundeserziehungsgeldgesetz zu. und zwar §15 Abs. 7 des BErzGG.

hier reichen keine betrieblichen gründe, sondern nur DRINGENDE betriebliche gründe.

wollte ich nur mal loswerden, bei so viel klugscheißerei muss wenigstens das die fragende betreffende gesetz hergeholt werden.

gruß
tati

Beitrag von scullyagent 27.09.06 - 09:26 Uhr

Im Nachgang ist dann auch aufgegangen, daß der Unterschied zwischen Schriftlichem Angebot und Äbänderungsvertrag nicht bekannt war.

Sorry, aber mir war die vollkommene Ahnungslosigkeit der Fragestellerin vollkommen undenkbar.

Scully

Beitrag von manavgat 26.09.06 - 14:32 Uhr

Frag einen Anwalt. Ohne genau Kenntnis der Akten ist ein vernünftiger Rat nicht möglich.

Gruß

Manavgat

Beitrag von kruemlschen 26.09.06 - 15:41 Uhr

Hallo Claudia,

ganz einfache Antwort:

nachdem Du keinen Vertrag unterschrieben hast, hilft Dir Deine Schriftliche Zusage auch nicht weiter, da diese nun mit der Aussage: "das der Geschäftsführer und der Hauptsitz der Firma im Ausland der Teilzeitbeschäftigung nicht zugestimmt hätten" revidiert wurde.

Du kannst versuchen zu klagen, ob das tatsächlich viel bringt... fraglich #gruebel zu einem harmonischen Arbeitsklima wird es sicherlich nicht beitragen.

Evtl. hast Du Aussicht auf eine Teilzeitstelle wenn Du den Bereich wechselst und beispielsweise in den VID gehst.

Allerdings finde ich die sofortige Aussage des Personalchefs von wegen "Ein anderes Unternehmen habe prozessiert und gewonnen." schon etwas merkwürdig...

Ich würde erstmal versuchen das mit Deiner Firma friedlich zu lösen und zu fragen welche Möglichkeiten Du nun hast und wenn dieses Gespräch unbefriedigend ausgeht einen Anwalt aufsuchen um zu sehen wie Du ansonsten weiter vorgehen kannst.

LG Krüml #mampf