Geld, Ausbildung, Beziehung?!

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Spätzünder 26.09.06 - 17:21 Uhr

Hallo,

mein Männe und ich haben gerade ein Krise überwunden bzw. sind noch dabei unser Leben wieder zu ordnen. Wir haben getrennte Wohnungen, verbringen aber mittlerweile wieder viel Zeit miteinander.

Klar freue ich mich daß es jetzt besser läuft, aber...
wir haben eben immernoch unsere Differenzen, u.a. unsere gemeinsamen Haustiere, die ihm nun doch nicht in den Kram passen (er sagt er läßt sich nicht von den Scheißviechern die Wohnung versauen). Dabei haben wir nur Hund und Katze, beide schon älter, stubenrein, brav etc. Hat sich auch noch nie jemand beschwert daß es bei mir aussehen würde wie bei Hempels unterm Sofa, ich bin nämlich ziemlich pingelig.
Alleine das macht mir schon Gedanken. Tiere schmeißt man nicht grundlos weg, zumindest sehe ich das so. Ausserdem sind sie mir auch wichtig. Aber alleine das macht ein Zusammenleben schon schwierig.

Worüber ich aber sehr erschrocken bin: ich überlege eine Ausbildung zu machen oder evtl. sogar zu studieren. Bin fast 30, kann aber in meinem alten Beruf nicht mehr arbeiten u. bekomme auch keine Umschulung. Also muß ich selbst was tun, immerhin will ich nicht bis ans Ende meiner Tage von Hilfsarbeiten leben müssen.
Ausbildung fand er ok, aber Uni - neee, das geht ja wohl gar nicht. Da verdiene ich kein Geld, was das denn soll und was mir die Uni denn bringen soll. Ist doch zu nix gut (hallo?? wollte gerne Medizin machen, ist der Arztberuf so schei...?)
Ich kann das nicht verstehen. Wir haben jeder unsere eigene Wohnung und auch finanziell macht momentan noch jeder sein eigenes Ding. Und ich habe mir sehr wohl Gedanken gemacht wie ich ein Studium finanzieren würde. Das ist ihm aber egal.

Jetzt bin ich geknickt und enttäuscht. Ok, er denkt ans Geld und wie wir das schaffen könnten. Aber für mich hört sich das an als wäre ich nur "was wert" wenn ich Kohle mit nach Hause bringe. Jetzt habe ich nochmal die Gelegenkeit mein Leben neu zu ordnen, und da soll ich auf eine gute Ausbildung verzichten?

Ich versteh das nicht...warum denkt er nur so? Bin ich wirklich nur gut wenn ich Geld verdiene???

Beitrag von palea 26.09.06 - 18:20 Uhr

Hey Du!

Ich will hier jetzt nichts schreiben von wegen, überbedenke Deine Beziehung! Das, vermute ich, wirst Du selbst sehen, wenn es soweit ist.

Stattdessen möchte ich Dir noch mal eine andere Denkrichtung anbieten:

Welchen Schul- bzw. Berufsabschluss hat denn Dein Freund? Gerade wenn Du meinst, dass Du das Studium durch Jobs o.ä. relativ selber finanzieren können wirst, kann es da sein, dass Dein Freund einfach Angst hat, dass Du schlauer wirst, als er? Das klingt jetzt blöd, ich weiß. Aber manche Männer haben bekanntermaßen ein Problem damit, wenn Frauen erfolgreicher sind, als sie selber - egal in welcher Hinsicht.

Vielleicht konnte ich Dir weiter helfen...?

Viel Glück auf Deinem/ Eurem gemeinsamen weiteren Lebensweg!!!

#blume palea

Beitrag von spätzünder 26.09.06 - 18:31 Uhr

Hi Palea,

mein Mann ist Sanitär-u. Heizungsbau Meister. Also auch kein übler Job. Ich denke nicht daß er glaubt ich wäre dann schlauer als er, na ich hoffe es jedenfalls. Haben ab und zu schon unsere "Problemchen" wenn ich mal ein Fremdwort benutze das er nicht kennt. Manchmal ist er dann beleidigt und hält mir vor ich würde das extra machen - so ein blödsinn!

Ich habe einfach bedenken, daß es ihm wirklich nur ums Geld geht...
Auch hätte er ein Problem damit wenn ich weiter weg müsste und mir irgendwo ein Zimmer nehmen müsste. Sicher auch wegen der Beziehung (er ist der Meinung, wenn man nicht zusammen wohnt braucht man auch keine Ehe :-( )
Naja, irgendwie hatte ich mir so einen Neuanfang auch leichter vorgestellt und frage mich natürlich, ob ich diese ganzen alten Differenzen nicht gesehen habe (rosarote Brille) oder ob er sich einfach gut verstellt hat um mich zurück zu bekommen.

Aber ich finde, jetzt geht Ausbildung vor. Ich habe oft bereut damals nach dem Abi nicht zur Uni gegangen zu sein, den Fehler will ich jetzt nicht machen und überlege daher sehr genau was ich machen will.

Beitrag von enti1976 26.09.06 - 19:54 Uhr

Kann seine Bedenken schon verstehen - grade Medizin... - habe einige Bekannte, die das studiert haben (direkt nach dem Abi) die werden nun langsam fertig oder sind es vielleicht seit einem Jahr... vorher nur Studium, x Praktikas in denen es nur minimal geld gab und dann Doktorarbeit, evtl, noch Facharzt - die sind immer noch nicht fertig... ich weiß nciht, die sind 30 und haben noch nie richtig geld verdient.. - oder jetzt grad mal ein wenig - wäre nciht meines (und ich hab auch studiert...)

Also 8-10 Jahre Ausbildungszeit - gut wenn es wirklich dein wunsch ist - aber dann ist wohl auch eine Familie gestorben....

und zusammenleben ist echt schwierig, wenn einer die Tiere des anderen nicht akzeptiert... - ich würde sie wegen einem Partner nicht weggeben - außer vielleicht wegen einer Allergie...

naja, und viele studiengänge sind echt zu wenig gut... sehr praxisfern - wenn ich nochmal vor der Wahl stände, dann nur Fachhochschule, die dauert meist auch nur so 4 Jahre - das wäre nicht soviel länger wie eine Ausbildung...

Vielleicht ist er auch der Meinung, dass eine Frau nur so eine "beschäftigung" braucht, bis sie schließlich eh Hausfrau wird?!? - wie leben denn seine Eltern?!? - denn mein Mann hat ab und an auch so ähnlcihe gedanken, obwohl man es ihm eigentlich nicht zutraut...

LG Enti

Beitrag von manavgat 27.09.06 - 09:18 Uhr

Es ist schon was dran: hinter dem erfolgreichen Mann steht (meistens) eine Frau. Einer erfolgreichen Frau stehen mindestens 10 Männer im Weg...

Was Du erlebst, ist die Machtfrage. Hier entscheidet sich, ob Du Dein Leben lebst oder seins.

Für ersteres brauchst Du Mut und Energie. Und Du musst damit leben, dass ein schwacher Mann die Beziehung abbricht, wenn er es nicht schafft, sein Rollenmodell zu überwinden.

Ich bin mit einem selbstständigen erfolgreichen Unternehmer seit 3 Jahren zusammen. Ich selbst bin auch selbstständig und erfolgreich. Mein Studium (Fern-Uni-Hagen) ist ein ständiger Zankapfel. Aber ich ziehe es durch. Er hält es aus oder eben nicht (was sehr schlimm für mich wäre).

Auch die Tierdiskussion basiert letztendlich auf der Machtfrage. Ist die Frau bereit für ihn die Tiere wegzugeben? Um das Tier selbst geht es dabei nicht, sondern darum, dass Du an den Tieren hängst. Das könnte auch die Yogagruppe sein!...

Wenn Du magst, kontaktier mich über VK.

Alles Gute

Manavgat