selbständig Kurse geben - ich blick einfach nicht durch

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von violinista 26.09.06 - 19:38 Uhr

Ich hab ja schon mehrmals hier im Forum gepostet, dass ich mich freiberuflich selbständig mache und Eltern - Kind - Kurse geben werde. Nun habe ich heute beim Finanzamt die Formalitäten erledigt. Dabei meinte die Frau dort, ich würde in 2 Wochen die Steuernummer bekommen, die ich auf meinen Rechnungen angeben muss. Außerdem muss ich meine Rechnungen fortlaufend nummerieren.

Jetzt hab ich folgendes Problem:
1.
ein Teil meiner Kurse laufen über eine Familienbildungsstätte. Denen schreib ich doch gar keine Rechnung, sondern mit denen hab ich einen Vertrag, laut dem ich mein Honorar nach Ende meines Kurses überwiesen bekomme.

Wie sieht das mit der Rechnungspflicht denn hier aus?

2.
Ein Teil meiner Kurse läuft privat, dazu habe ich einen Raum angemietet.
Ich habe überall Flyer ausgelegt zu Werbezwecken. Daher rufen mich die Eltern an, bekommen dann von mir Infomaterial mit dem Anmeldeformular zugeschickt. Auf dem Anmeldeformular stehen folgende Daten: meine Adresse, Telefonnummer, Emailadresse, Name der Eltern/Kind/ Geburtsdatum des Kindes, Adresse der Eltern, eine Zeile, in der die Eltern ankreuzen müssen, für welchen Kurs sie sich anmelden. Und dann noch folgender Satz:
Die Vertragsbedingungen und Hinweise habe ich gelesen und erkenne sie an. Dann kommen Datum und Unterschrift der Eltern. Zusätzlich zum Anmeldeformular bekommen die Eltern ein Blatt mit den Vertragsbedingungen und Hinweisen zu den Kursen. Die Vertragsbedingungen beinhalten u.a., dass die Gebühr von x Euro für den Kurs bis zum Kursbeginn am..... auf mein Konto (Kontodaten) überwiesen sein muss. Das Blatt mit den Vertragsbedingungen behalten die Eltern, es ist von mir handschriftlich unterschrieben.

Aber: so eine richtige Rechnung nach §33 "Rechnungen über Kleinbeträge" (meine Kursgebühr liegt unter 100 Euro) stell ich ja auf diese Art nicht aus, oder?
Reicht das denn so, wie ich das mache oder mach ich mich jetzt letztenendes strafbar?
Muss ich den Leuten noch nachträglich, obwohl sie schon Beträge überwiesen haben, eine Rechnung stellen?
Wie machen das andere Kursleiter?
Ich habe z.B. einen Miniclub mit meiner Tochter besucht, da mussten wir lediglich unterschreiben, dass wir den Betrag von .... Euro an .... für den Kurs vom... bis ... bezahlt haben. Sie hatte also auch keine Rechnung in dem Sinn und hat nicht schwarz gearbeitet (weiß ich definitiv!).
Die ersten Kurse starten nächste Woche. Bis dahin hab ich aber noch keine Steuernummer. Wie geh ich damit um? Immerhin möcht ich ja, dass die Leute im Voraus bezahlen.

Auf dem Finanzamt hab ich leider gar keine sinnvolle Beratung erhalten.

Ich hoffe, mir kann hier jemand Tipps geben und weiterhelfen.

Wie gesagt, mich interessiert es vor allem, wie das andere Kursleiter von VHS oder Familienbildungsstätten bzw. Kursleiter, die ihre Kurse komplett selbst organisieren, handhaben.


Ich danke euch im voraus,
eure Violinista


Beitrag von violinista 26.09.06 - 19:44 Uhr

Ich hab noch was vergessen zu schreiben:

Jeder Interessent, der mich kontaktiert, bekommt den Anmeldebogen sowie die Vertragsbedingungen zugeschickt. Es ist mir also nicht möglich, den Anmeldebogen oder die Vertragsbedingungen mit einer laufenden Nummer zu versehen, da ja nicht jeder Interessent sich auch anmeldet, ich hätt dann also doch wieder keine Rechnungen mit Nr. 1 , 2, 3 usw. in Folge, sondern es würd dann vielleicht so aussehen: Nr. 1, 3, 5. Das will das Finanzamt ja auch nicht.


Oh man, ich hoffe, ihr versteht, was ich meine, sonst, fragt einfach nochmals nach. Ich bin morgen mittag voraussichtlich wieder online.


Und noch was: Steuerberater hab ich leider keinen, das kann ich mir einfach nicht leisten. Daher hab ich auch keinen kompetenten Ansprechpartner zu solchen Fragen.

Beitrag von violinista 26.09.06 - 19:57 Uhr

und mir ist noch was eingefallen:

Bei Interesse der Eltern verlängert sich der Kurs, es wird nochmals der bereits zu Kursbeginn bezahlte Betrag fällig. Dies ist in den Vertragsbedingungen zu lesen.
Darin ist formuliert: Die Gebühren von.... Euro für einen Folgekurs sind bis zum Kursbeginn des Folgekurses zu entrichten, ansonsten behalte ich mir vor, den Platz anderweitig zu vergeben.

Ich hatte nicht vor, dafür extra eine Rechnung zu schreiben, sondern hatte lediglich an der Teilnehmerliste am Rand der Tabelle eine Spalte, in der das Datum des Folgekurses steht, sowie unterschrieben wird, wenn und wann der Betrag eingegangen ist.

Darf ich das? Ich dachte immer, das in Kombination mit meinen Kontoauszügen würde dem Finanzamt genügen....

Beitrag von eineve 26.09.06 - 23:50 Uhr

um die grundlagen dessen zu beherrschen und beruflich auszuüben - habe ich gesamt auf dem 2. bildungsweg 15.000 euro investiert...


eine lohnende investition die ich dir äuserst nahe lege - grundbuchhaltungskurse gibt es bereits bei der volkshochschule, die ihk bietet auch kurse für selbstständige und freiberufliche an - das solltest du umgehenst und dringenst belegen.

mit deiner einstellung das hier derlei berufs- und selbstständigen relevanten mindestvoraussetzungen geklärt werdne - begibst du dich auf eine gefährliche eisscholle!

die beantwortung deiner fragen - fallen unter das steuerberatungsgesetz und - ich bin mir sicher es ist nicht in deinem sinne der fragestellung das urbia dadurch probleme bekommen kann.

also - entweder schnellstens zu einem steuerberater der auch "neu" einsteiger in die selbstständigkeit ehrlich berät oder ab zur ihk und die entsprechenden basics an wissen aneignen oder aber im netz suchen, wer in deinem ort grundlagen der buchführung und buchführungspflicht dir verständlich vermittelt.

Beitrag von violinista 27.09.06 - 10:23 Uhr

Hallo Eineve,

hm, die Frage ist einfach: das kann doch alles nicht so kompliziert sein, immerhin bin ich ja Kleinunternehmer, d.h. ich verdien keine Reichtümer mit meinen Kursen. Ich rechne mit einem Gewinn von 200 Euro im Monat, wobei ich in den Sommerferien gar kein Einkommen haben werde.
Da wir allgemein finanziell sehr knapp dran sind, sind die ganzen kostenpflichtigen Anbieter für mich momentan einfach keine Lösung.
Ich hatte mir ja erhofft, vom Finanzamt das erklärt zu bekommen, war ja aber leider nicht so.
daher hatte ich hier im Forum gefragt. Es muss ja noch mehr Leute geben, die bei Familienbildungsstätten / VhS oder ähnlichem oder komplett selbständig Kurse irgendwelcher Art anbieten.... Da wir ja alle das gleiche Problem haben dürften, erhoffte ich mir halt einen Austausch und Tipps.
Mir war nicht klar, dass urbia dadurch Probleme bekommen könnte. Sorry.

Beitrag von manavgat 27.09.06 - 09:51 Uhr

Schreib mich an unter meiner VK

Gruß

Manavgat