Warum fällt es so schwer, sich zu trennen? Gerade als Frau....

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von sanibaby 27.09.06 - 13:37 Uhr

Ich habe mich gerade von meinem Freund getrennt, mit dem ich über 1 1/2 Jahre zusammen war, weil er teilweise wirklich schrecklich zu mir war.
Als wir zum ersten Mal gemeinsam, nach 1 Monat zum Skifahren sind, verlangte er von mir Benzingeld, denn wir waren ja mit seinem Auto unterwegs. Ich schluckte und zahlte.
Dann regte er sich ständig auf, weil ich nicht so superordentlich und pingelig bin wie er. Er hielt mir vor, ich trockne mich nach dem Duschen falsch ab, ich räume den Geschirrspüler falsch ein, ich erziehe meinen Sohn falsch, es könnne aus ihm ja gar nichts werden, weil sein Zimmer so schlampig ist.
Ich soll mein Auto in der Tiefgarage so abstellen, wie er es mag, als die Musik in meinem AUto mal zu laut war,schlug er so heftig aufs Radio, dass es aus der Verankerung sprang.

Nichts machte ich richtig. Auf die Frage, was ihm denn eigentlich an mir gut gefalle, kam, meine Art sei so toll und es sei so schön, mit mir seine Zeit zu verbringen.

Ich darf nicht in seine Wohnung, weil ich sie ja "verschlampen" könnte.
Alles wird extra abgerechnet, jeden Cent will er haben, aber auf meine Kosten wird hier gegessen, geduscht usw. (Wir sahen uns einmal in der Woche und am WE).
Mir ist klar, dass dieser Typ krank ist (und ich auch, weil ich so lange mit ihm zusammen war), aber warum kann ich mich so schlecht aus der Beziehung, die eigentlich nur schlecht für mich ist, lösen???
Geht es hier jemandem wie mir?
Was kann man da machen?
Danke,

Beitrag von simone_2403 27.09.06 - 15:53 Uhr

Hallo

>Nichts machte ich richtig. Auf die Frage, was ihm denn eigentlich an mir gut gefalle, kam, meine Art sei so toll und es sei so schön, mit mir seine Zeit zu verbringen. <

Klar,er hatte ja ne blöde die nach seiner Pfeife getanzt hat und ihm Zucker in den Arsch geblasen.

Warum es so schwer ist sich von ihm zu lösen???Gibt 2 Möglichkeiten.

Entweder du stehst auf sowas weil du massochistisch veranlagt bist oder du bist ganz einfach durch deine ganzen Erlebnisse,dein ganzes Leben so geprägt,das es für dich schon zur Normalität zählt sich so behandeln zu lassen.

Seh zu das du da raus kommst,denk an dein Kind und nimm dein Leben in die Hand.

Beitrag von accent 27.09.06 - 23:02 Uhr

Hallo,
ich glaube, dass viele Angst vor Veränderungen haben und vor einer ungewissen Zukunft. Bis jetzt war alles nach einem Schema abgelaufen, jetzt kommt Neuland auf Dich zu und das ist erst mal ein großes Fragezeichen. Ich kann Dich aber nur beglückwünschen, dass Du den Absprung geschafft hast, denn dieser Mensch ist absolut partnerunfähig.
Liebe Grüße
Linda

Beitrag von ku4ka 28.09.06 - 00:37 Uhr

Tja, auf die Frage hätte ich ebenso gern eine Antwort. Aber ich weiß es nicht. Gewöhnheit? Angst vor der ungewissen Zukunft? Angst allein zu sein?
Eins ist sicher, falls du gehst, könnte es nur noch besser werden.
Also pack deine Kraft zusammen und gehe!
Alles Gute!

Beitrag von sanibaby 28.09.06 - 13:58 Uhr

Hallo,
danke für Eure Antworten.
Ich bin nicht masochistisch veranlagt!!

Vor fast drei Jahren habe ich mich nach zehnjähriger Beziehung von meinem Mann (jetzt Ex) getrennt und das auch ganz gut "durchgezogen".

Ich komme alleine wirklich gut zurecht und brauche eigentlich niemanden, der mir sagt, was ich zu tun habe, das habe ich 38 Jahre auch so ganz gut hingekriegt.

Ich weiss, dass dieser Typ für mich absolut nicht gut ist, weil es mich immer total runterzieht. Andererseits kann er aber auch total nett, aufmerksam, hilfsbereit und witzig sein.
Was natürlich die negativen Seiten absolut nicht aufwiegt.

Ich möchte, wenn er anruft, eigentlich gar nicht ans Telefon gehen und tu es dann trotzdem immer.
Er tut so, als ob nichts gewesen wäre und plaudert über völlig Alltägliches und macht Witzchen und wenn ich mal Hilfe bräuchte im Garten oder mit Winterreifen, solle ich ihn doch anrufen, er macht das dann für mich.

Ich hab mir auch schon eine Liste gemacht, wo ich alle negativen Sachen an ihm aufgeschrieben habe.
Mir ist das auch alles klar, dass es richtig ist, mich nicht mehr mit ihm einzulassen.
Was ist es dann??
Auf jeden Fall ist die Trennung vollzogen, ich werde mich jetzt vermehrt anderen Dingen widmen und irgendwann wird auch das wieder vorbeigehen.

Beitrag von gaetulia 28.09.06 - 20:42 Uhr

Wie war denn euer Sexualleben? Vielleicht war er im Bett ja nicht so ein Ungeheuer....???!!!

Beitrag von sanibaby 28.09.06 - 20:51 Uhr

Anfangs war er sehr einfühlsam und zärtlich.
Das hat vielleicht drei Monate angehalten, dann hatte er keine Lust mehr auf Sex.
Höchstens so alle 4 - 6 Wochen. Er meinte dann, er bräuchte es nicht so oft, das war schon immer so. Es seien auch schon Beziehungen kaputt gegangen, weil die Frauen nicht wie Bruder und Schwester zusammensein wollten.

Es sei doch so toll, was wir sonst zusammen unternehmen, im Fernsehen kommt doch auch sowas tolles und jetzt bin ich aber ganz schön müde, weil morgen muss ich früh raus usw.

Sich einen blasen zu lassen, da war er aber immer sofort dabei.
Umgekehrt hatte ich vielleicht dreimal das Vergnügen, wobei er dann oft mittendrin aufhörte.

Beitrag von accent 28.09.06 - 22:11 Uhr

Hallo,
Dein Ex ist ein Nehmer hoch Drei, aber geben kann er nix! Du bist doch neben ihm verhungert - und zwar in jeder Hinsicht.
Linda

Beitrag von el_friede 29.09.06 - 20:32 Uhr

Wir fiel/fällt es so schwer, weil ich kein eigenes Einkommen habe und keine Ahnung hatte an wen ich mich wenden kann muß! Sicher auch Angsat vor einer ungewissen Zukunft!
LG El_Friede

Beitrag von cassiopeia68 29.09.06 - 20:32 Uhr

Es gibt sicher viele Frauen, die nicht fähig sind, eine Beziehung zu einem Mann, der ihnen nicht gut tut, zu beenden. Dies liegt oftmals in Strukturen der Kindheit begründet, kann aber auch andere Ursachen haben.
Die Männer "erkennen" aber meistens auch die Frauen, mit denen sie sich zusammen tun. Ich schätze, Deiner würde sich nicht auf eine dominante und extrem selbstbewußte Frau einlassen. Keine Beziehung entsteht aus Zufall.
Aber ich nehme doch stark an, daß die Mehrheit der Frauen eine für sie ungesunde Beziehung zeitig erkennt und sie dann beendet.

Beitrag von sanibaby 01.10.06 - 20:08 Uhr

Da liegt ja der Hund begraben!!!
Ich bin eine sehr selbstbewusste Frau! Meine Freundin ist ratlos, dass ich mir sowas gefallen lasse.
Sie sagt immer, sie kann es nicht glauben, dass ich mir sowas gefallen lasse.

Ich hab ihm vor ein paar Tagen eine e-mail geschickt, mit den Gründen, warum ich nicht mehr mit ihm zusammensein möchte und kann.
Er meinte, das wäre an den Haaren herbeigezogen und wenn man das so hörte, dann müsse man sagen: Gut dass Du es diesem Arsch gegeben hast.

Seitdem habe ich gottseidank nichts mehr von ihm gehört und jetzt könnte er mich auch nicht mehr einlullen, das ist endgültig vorbei.
Ich bin nur so schockiert von mir, dass ich mir so lange so viel gefallen ließ.