Trotzphase....sorry lang!!

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von quiny 27.09.06 - 16:41 Uhr

Hallo,

Leonie scheint wohl in der dicksten Trotzphase zu sein. Spielzeug aus Wut durch die Gegend schmeißen ist noch harmlos. Sie stellt sich auf den Wickeltisch, lehnt sich gegen die Wand und haut ihren Kopf gegen die Fliesen.

Letzte Woche wollte ich ihr noch eine frische Windel anziehen, bevor wir vom Urlaub nach Hause fuhren. Als ich ihr das sagte, dass ich ihr noch eine frische Windel mache, verneinte sie dies kniet sich auf den Boden und haut den Kopf gegen die Steinplatten. Eine dicke Beule hat sie bekommen.

Sie hatte Schnupfen gehabt und mußte ihr die Nase putzen. Wenn ich ihr ungelegen damit kam, hatte sie auch den Kopf auf den Boden gehauen. Mit jedem mal macht sie es fester.

Ich weiß gar nicht mehr was ich mit ihr in dieser Situation machen soll#kratz Ignorieren bis sie von allein damit aufhört oder unterbrechen? Bis jetzt hat noch nix geholfen. Der Kinderarzt meinte sie wird schon damit aufhören, wenn es wehtun würde. Sie macht es auch nicht aus Langeweile sondern nur aus trotz, wenn sie irgendwas will und bekommt es nicht oder wenn ich was mache, dass sie nicht will.

Wenn ich ihr die Zähne putzen will und sie mag es grad nicht und ich will trotzdem putzen, stellt sie sich auch gegen die Wand oder kauert sich mit dem Kopf nach unten zusammen und bleibt liegen wie ein Frosch. Nehm ich sie hoch zum Umdrehen windet sie sich wie ein Aal und schreit was das Zeug hält. Es macht echt keinen Spaß mehr. Hab ich die Zähne dann trotz allem geputzt bekomm ich hinterher einen dicken Kuß von ihr und drückt mich fest. Echt merkwürdig#kratz

Außerdem macht es ihr anscheinend auch Spaß den Menschen Gegenstände vor die Füße zu werfen, damit sie die aufheben und ihr wieder geben. Sonst hab ich ihr gesagt, dass sie das nicht machen soll und hab es dann aufgehoben und in die Tasche gesteckt oder weggeräumt wo sie nicht hinkommt. Heute schmeißt sie einem Mann den Eisbecher (zum Glück aus Plastik) hinterher. Ich hab ihn dann wortlos aufgehoben und in die Tasche gesteckt (ist so ein Pluto-Eisbecher v. World Disney). Meine Schwester meinte dann ich soll mit ihr schimpfen. Hab ihr dann gesagt, dass die ganze Schimpferei nix nützt. Aber du mußt doch was sagen als Konsequenz, meinte sie. Ich sagte, die Konsequenz war die, dass ich das Ding weggeräumt hab und sie es nicht mehr bekommt. Ich bin es echt genervt, vom Verhalten von Leonie und dann noch die Supernanny-Sprüche von meiner Schwester, die selbst zwei kleine Kinder hat und anscheinend alles richtig macht.

Sorry, ich glaub eben gehen meine Hormone mit mir durch.....bin #schwanger

Aber würd mich trotzdem mal interessieren, wie ihr das so macht und sieht, mit der Trotzphase.

#danke

LG
quiny mit Leonie (noch 20 Monate)+#ei5+5

Beitrag von tekelek 27.09.06 - 19:11 Uhr

Hallo Quiny !
Emilia steckt gerade in einer ähnlichen Phase, sie schmeisst auch alles runter, wehrt sich beim Zähneputzen mit Händen und Füßen, die Windel möchte sie zwar ausgezogen bekommen wenn was drin ist, aber eine neue soll ich nicht anziehen ...
Ich bin auch der Meinung, daß Schimpfen nichts bringt und mache es genau wie Du, es folgen einfach direkte Konsequenzen.
Beim Zähneputzen gibt es sowieso keine Ausnahme, die werden geputzt, egal wie sie sich wehrt, beim Windelwechsel lasse ich sie dann halt mal ohne Windel herumrennen, meist möchte sie dann von selbst wieder eine angezogen bekommen, wenn sie Sachen herumwirft, lasse ich sie manchmal einfach, denn ich sehe es auch als Physikexperiment, sie will einfach sehen, wie die Dinge fallen.
Wenn es natürlich etwas ist, das kaputtgehen kann oder gefährlich ist sage ich ihr, daß ich das nicht möchte, wenn sie es trotzdem versucht, kommt es einfach weg ohne weiteren Kommentar - basta.
Ich nehme sie sehr ernst und behandle sie nicht wie ein Baby, zeige ihr aber deutlich, wenn mir etwas nicht passt oder etwas für sie gefährlich ist, und das respektiert sie dann auch meistens, da ich sie genauso respektiere.
Liebe Grüße,

Katrin mit Emilia-Sofie (fast 21 Monate) und Nevio (3 Wochen)

P.s.: Ich kann Dir nur das Buch "Das kompetente Kind" von Jesper Juul empfehlen, da sind einige sehr interessante Denkansätze drin :-)

Beitrag von quiny 28.09.06 - 10:26 Uhr

>Ich nehme sie sehr ernst und behandle sie nicht wie ein Baby, zeige ihr aber deutlich, wenn mir etwas nicht passt oder etwas für sie gefährlich ist, und das respektiert sie dann auch meistens, da ich sie genauso respektiere.<

Damit sprichst du mir aus der Seele#danke#huepf

LG
quiny mit Leonie (01.01.05) + #ei5+6

Beitrag von barbarella1971 27.09.06 - 22:39 Uhr

Hallo Quiny,
ich finde, Du machst das echt gut! #blume
Natürliche Konsequenzen, die sich aus dem Verhalten des Kindes ergeben, sind doch viel einsehbarer und wirkungsvoller als Schimpfen oder auf später vertagte Strafen (wie z.B. Süssigkeiten streichen).
Ich hab auch so ein willens- und lautstarkes Wesen. Die sucht teilweise richtig den Widerstand bei mir und schätzt wohl den Halt, den sie dadurch bekommt. Indem Du Leonie trotz Geschrei die Zähne geputzt hast, weiss sie, dass Du verlässlich bist und für sie da bist. Deshalb wohl der dicke Kuss... was ich übrigens beim Lesen ganz süss fand#herzlich
Natürliche Konsequenzen können zum Beispiel sein:
- wenn das Kind nicht essen mag, hat es eben später Hunger bis zur nächsten Mahlzeit
- wenn es sich nicht anziehen lassen will, bringe ich es im Pyjama in den Kiga und es wird ausgelacht
- wenn es Spielzeug aus dem Kinderwagen wirft, sage ich, was man wegwirft, braucht man nicht mehr, und sacke es ein.
- wenn es extra den Kopf auf den Boden haut, tut es dem Kind eben weh
- wenn es der Mutter weh macht (Hauen, Beissen), geht die Mutter aus dem Zimmer

Eine Strafmassnahme klassischer Art habe ich allerdings: wenn sie sich beim Essen sehr daneben benimmt (Essen absichtlich auf den Boden schmeissen, Füsse auf den Tisch), muss sie nach 2 Vorwarnungen aus der Küche, wo sie vor der offenen Tür auf dem Boden sitzt und weint. Meist reicht eine kurze Warnung aus, dass sie ihr Verhalten ändert. Sie sagt dann "Nuria briegge"(=weinen auf Schweizerdeutsch), imitiert kurz ein Weinen und benimmt sich.

Bei ihrem Vater, der in der Erziehung auf schimpfen, fragen warum sie das gemacht hat oder auf laisser-faire setzt, ist sie viel weniger handlich als bei mir.

Viel Erfolg und gutes Durchstehen der aktuellen Trotzphase!
Barbara

Beitrag von quiny 28.09.06 - 10:30 Uhr

Hallo Barbara,

#danke für deine Antwort und die Tipps!

LG
quiny mit Leonie (01.01.05)+#ei5+6