Mieterhöhung um 18 %

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von odin1981 27.09.06 - 23:15 Uhr

Hallo!

Wir wohnen in einer mittelgroßen Wohnung. Diese war ursprünglich staatlich gefördert. Seit ein paar Jahre haben diese Wohnungen einen privaten Eigentümer. Die Stadt hat dieses Jahr noch mitzureden, ab 1.1.07 nicht mehr. Dann wird unsere Miete mit einem Schlag um 18 % erhöht. Begründung: 2002 wurde nur um 2% erhöht. Unser ortsüblicher Mietspiegel beträgt 4,75€/qm. Wir werden dann von 3,30€ auf 3,90€/qm hochsteigen. Ich muß dazu sagen, daß die Häuser in einem renovierungsbedürftigen Zustand sind, also Kältebrücken an den Hausecken (dadurch Schimmel der angeblich keiner ist), Badezimmer die erneuert werden müssten, und Türen ohne Schlüssel, die total ramponiert sind (vermutlich durch irgendwelche Vormieter). Dazu um die Häuser herum Gehwege die gefährlich sind, wegen Schlaglöchern, u.s.w.

Wie weit ist diese extreme Mieterhöhung gerechtfertigt, und was kann ich dafür beim Vermieter verlangen?

Freue mich über Antworten!

Gruß Bianca

Beitrag von spaceball6666 27.09.06 - 23:26 Uhr

Du kannstdafür gar Nichts verlangen denn er darf um 20 Prozent erhöhen innerhalb von 3 jahren.

Beitrag von malawia 28.09.06 - 08:32 Uhr

Das darf er. Da könnt ihr nichts machen und auch nichts für verlangen. Nach welchem § wurde erhöht? Wenn es u. a. nach § 558 BGB war, dann habt ihr jetzt ein Sonderkündigungsrecht. D. h. wenn euch die Mitteilung über die Erhöhung z. B. in diesem Monat (September) zugegangen ist, dann könnt ihr bis zum 31.10. eure Kündigung einreichen und zum Ablauf des übernächsten Monat kündigen. Das heißt, wenn ihr noch diesen Monat also 30.09. kündigt, dann könnt ihr zum 30.11. aus der Wohnung. Kündigt ihr bis zum 31.10., dann könnt ihr zum 31.12. aus der Wohnung.
Ihr habt also nur 2 Monate Kündigungsfrist statt 3 Monate.
Das ist auch das einzige Recht was ihr habt. Vermutlich werdet ihr das aber nicht wollen.

Beitrag von odin1981 28.09.06 - 14:28 Uhr

Er hat keinen § angegeben. Er macht es sich immer einfach. Selbst die Mietverträge sind mit Word auf normales Papier gedruckt.

Beitrag von manavgat 28.09.06 - 08:39 Uhr

Ab zum Anwalt oder zum Mieterschutzbund. Und! der Mieterhöhung widersprechen und die Mängel rügen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von spaceball6666 28.09.06 - 08:43 Uhr

Die Mängel rügen die anscheinend schon seit langem bestehen? Das hätten sie tun können beim Einzug aber nicht mehr nach Jahren. Die Mieterhöhung kann durchaus gerichtlich durchgesetzt werden!

Beitrag von manavgat 28.09.06 - 08:47 Uhr

Könnte eventuell, wenn der Mietspiegel angewandt wird. Dafür muss die Wohnung aber vergleichbar sein und das ist sie anscheinend nicht.

Ich bin immer wieder verwundert, mit welchem Selbstverständnis hier Nichtjuristen Auskünfte geben, ohne genaue Kenntnis der Sachlage.

Gruß

Manavgat

Beitrag von spaceball6666 28.09.06 - 09:12 Uhr

Mana,

Sie sagt grosse Wohnanlage und das es ein Stadtbau war mit Mietbindung, dafür gib es im Regelfall sehr viele Vergleichswohnungen. Ich vermiete selbst, weiss also was ich sage. Die Mietspiegelanwendung ist zwingend vorgeschrieben und da wird kein Vermieter so dumm sein das nicht zu wissen.

Beitrag von schnuffinchen 28.09.06 - 10:08 Uhr

"Ich bin immer wieder verwundert, mit welchem Selbstverständnis hier Nichtjuristen Auskünfte geben, ohne genaue Kenntnis der Sachlage."



Ja, und da gehst Du regelmäßig mit bestem Beispiel voran!

Denn ansonsten würdest Du wissen, dass es ihr in dieser Angelegenheit GAR NICHTS nützt, wenn sie jetzt in den Mieterschutzbund eintritt. Mietstreitigkeiten, die VOR Eintritt liegen, werden nicht vertreten.


LG

Beitrag von malawia 28.09.06 - 08:47 Uhr

Warum sollte sie der Mieterhöhung widersprechen? Die Mängel haben damit gar nichts zu tun. Er erhöht ja nur auf die ortsübliche Vergleichsmiete, unabhängig davon ob Mängel vorliegen. Was anderes ist es, wenn er wegen Modernisierung, die er durchgeführt hat erhöht. Dann könnte man mit dem Argument der Mängel kommen.
Wenn sie widerspricht kann er nach einer Frist sie auf Zustimmung verklagen.

Die Mängel kann sie davon ab seperat rügen.

Beitrag von odin1981 28.09.06 - 14:27 Uhr

#danke für eure schnellen Antworten.
Wir sind erst 2004 hier eingezogen, haben also von der alten Mieterhöhung nix mitbekommen. Ich finde es ja auch ok, wenn wir dafür eine Gegenleistung bekommen, also neues Bad, und sowas. Mir geht es einfach ums Prinzip: Keine Leistung- keine Mieterhöhung. Denn hier muß viel getan werden, um es dem üblichen Mietspiegel anzupassen finde ich. Es sind teilweise richtige "Bruchbuden".

Wir wollen nächstes Jahr sowieso ausziehen, aber ich denke es wird erst im Sommer klappen. Die nächste Wohnung braucht 4 Zimmer, und die müssen erstmal finanzierbar sein.

Beitrag von spaceball6666 28.09.06 - 15:37 Uhr

Aha, also wohnt ihr schon knapp 2 Jahre da.

Keine Chance auf Mietminderung oder das Verlangen etwas zu tun. Der Vermieter darf die Miete erhöhen OHNE Euch eine Gegenleistung zu bieten!

Dein Prinzip widerspricht ganz einfach den Gesetzen.

Beispiel:

ein Haus wurde 1925 gebaut und die Wohnungen für 25,-- Reichsmark vermietet. da bis 1975 noch mit Kohleöfen geheizt wurde darf immer noch die Miete von 1925 gültig sein????

Der Mietspiegel ist übrigens klar als Geldleistung definiert und nicht nach Deinen Wünschen.

Da es mehrere "Bruchbuden" sind, sind garantiert auch vergleichbare Wohnungen da die für einen Mietspiegel herangezogen werden.

Übrigens einen §§ muss er nicht angeben sondern lediglich seinen Willen zur Erhöhung im gesetzlichen Rahmen bekunden!