Traurig, Bitte baut mich auf. Auch Erzieherinnen bitte

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von eire2002 28.09.06 - 08:10 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin heute morgen total down.
Mein Sohn Tim (nächste Woche wird er 3) geht jetzt seit Anfang September in den Kiga. Die ersten 3 Tage waren der blanke Horror. Ab dem 4. Tag ging es dann einigermaßen. Man hat ihm zwar angemerkt das er sich zusammenreisst aber er hat nicht mehr geweint, zumindestens nicht mehr beim hinbringen. Die Erzieherinnen sagten mir aber, dass er zwischendurch immer mal wieder kurz weint. Wenn er dann abgelenkt wird ist es wieder gut.
So, jetzt kommt der heutige morgen. Ich habe ihn wie jeden morgen um 07.30 Uhr abgegeben, da ich auf die Arbeit muss, und da hat er sich wieder an mir festgeklammert und bitterlich geweint, dass er nicht hier bleiben will. Die Erzieherin musste ihn mir wieder regelrecht entreissen. Ich bin natürlich wieder fix und fertig und könnte nur heulen.
Warum geht das jetzt nach vier Wochen wieder los? Ich kenne ihn so gar nicht. Er ist normalerweise sehr kontaktfreudig und hat auch keine Probleme mit anderen Kinder. Er kennt das eigentlich gar nicht anders das ich arbeiten gehe. Im Kindergarten setzt er sich von den Kindern immer ab und macht sein eigenes Ding.
Ist das Verhalten normal? Geht es anderen genauso? Was kann ich den machen damit es leichter für ihn wird?

Danke für die Hilfe im voraus.

Liebe Grüße
Sandra und Tim (04.10.2003)

Beitrag von .claudi. 28.09.06 - 08:42 Uhr

Hallo Sandra!

Ich habe - als ich gerade meine Tochter im Kiga abgegeben hab - zufällig ein Gespräch zwischen einer Erzieherin und einer Mutter mitbekommen. Da ging es genau um die gleiche Situation. Die Erzieherin hat es dann so begründet, daß jetzt die Schnupfenzeit kommt, viele Kinder einen leichten bis starken Schnupfen haben oder sie sich einfach nicht ganz so fit fühlen und daher wieder anhänglicher zur Mutter sind. Die Erzieherin meinte auch, daß es wieder ein wichtiger Schritt nach vorne ist, den viele Kinder jetzt in der Schnupfenzeit durchmachen.

Auch ist jetzt die erste Eingewöhnungsphase und das Neue, super aufregende, vorbei, die Kinder haben sich ein bißchen "beschnuppert" und es kehrt langsam Alltag ein, damit müssen die Kinder auch erst lernen umzugehen.

Mach Dir keine Sorgen, die Phase geht auch wieder vorbei und bringt deinen Kleinen wieder einen Schritt nach Vorne.

LG Claudia

Beitrag von tweety74 28.09.06 - 09:01 Uhr

Hallo.
Ich bin Erzieherin und erlebe es immer mal wieder daß die Kinder - auch die größeren - mal so eine Phase haben. Meist legt sich das nach ein paar Tagen wieder.
Ich weiß, es bricht Dir das Herz aber es ist ganz normal. Auch wir Erzieherinnen sind ganz traurig wenn ein Kind so an der Mama hängt und wir es ihr quasi "entreißen" müssen.
Ich beobachte oft daß die ganz kleinen noch alleine spielen. Sie beobachten das Gruppengeschehen und beschäftigen sich nur mit den Spielsachen. Bei meinem Sohn war das auch so (er ist nicht in meiner Gruppe).
Vielleicht wird es leichter für ihn wenn er von zuhause was mitnehmen darf, ein Kuscheltier z.B.. Ein Junge aus meiner Gruppe hat immer sein Handy - natürlich kein richtiges - dabei, mit dem er Mama anruft.

LG Tweety

Beitrag von ximaer 28.09.06 - 10:41 Uhr

Hallo,
es ist *normal*, wenn ein Kind immer wieder vor sich hin weint, weil es seine Mutter vermisst??? Es ist normal, dass ein Kind derartig weint, wenn es abgegeben wird???

Sorry, aber für eine derartige Fehleinschätzung von einer *Fachfrau* habe ich kein Verständnis.

Suse

Beitrag von flocke123 28.09.06 - 10:59 Uhr

Hallo,

übertreibst Du jetzt nicht etwas?

Sie hat doch nicht gesagt, daß es ihr gleichgültig ist, ob ein Kind nach seiner Mutter weint, sondern aus ihrer Erfahrung gesprochen, daß Kinder häufig solche Phasen haben, die eben auch wieder vorbeigehen. Ebensowenig hat sie gesagt, daß sie sich nicht um diese Kinder kümmert und sie einfach weiterheulen läßt.

Insofern ist das halt "normal" - genauso wie es "normal" ist, daß manche Kinder (wie meine Tochter) plötzlich im Kiga wieder in die Hose machen. War auch nicht toll, aber auch kein Grund, sich Sorgen zu machen, weil es eben solche Phasen gibt. Ich wäre ehrlich gesagt nicht auf die Idee gekommen, der Erzieherin, die mir sagte, das komme häufig vor und sei "normal", Gleichgültigkeit und fehlende fachliche Eignung zu unterstellen.

Sorry, aber man kann's auch übertreiben.

VG
Susi





Beitrag von trixi28 28.09.06 - 11:31 Uhr

Stimme dir 100pro zu. Manche übertreiben aber eben gerne! ;-)

LG Bianca

Beitrag von tomkat 30.09.06 - 11:21 Uhr

Dreh nicht ab. Wir reden hier nicht von Kindesmisshandlung. Das ist doch albern. Natürlich ist das normal.

Beitrag von flocke123 28.09.06 - 11:20 Uhr

Hallo,

ich denke, jedes Kind ist da anders.

Ich kenne Kinder, die haben zum Teil Monate später noch geklammert (häufig waren es aber Kinder, die drei Jahre lang zu Hause bei ihrer Mutter waren). Bei der Tochter einer Freundin war es auch sehr heftig. Drinnen im Kiga war dann das Kind und heulte, und draußen im Auto saß die Mama und weinte sich die Augen aus. Du bist also kein Einzelfall.;-)

Du sagst, er kennt es, daß Du arbeitest - wo war er denn vorher untergebracht, und wie hat es da geklappt?

Hattet ihr eine richtige Eingewöhnung? Vielleicht hätte er einfach noch etwas Zeit gebraucht, um sich an den Kiga zu gewöhnen. Wie lange bleibt er jetzt jeden Tag? Hast Du vielleicht die Möglichkeit, ihn etwas früher wieder abzuholen, damit es nicht zu lange für ihn ist?

Daß er sich von den anderen Kindern absetzt, finde ich nicht so ungewöhnlich. Meine Tochter (wird im Nov. 4) ist auch ein Kind, das sich alles erst mal aus der Entfernung anschaut - das war im Mini-Kiga so, und im Kiga genauso. Die Erzieherinnen sagen, es habe nichts unbedingt was damit zu tun, daß ein Kind schüchtern oder ängstlich ist, sondern beobachten sei eben auch eine Form der Beschäftigung. Am Anfang war sie aber auch noch sehr anlehnungsbedürftig; häufig habe ich sie mittags abgeholt und da saß sie kuschelnd bei einer der Erzieherinnen auf dem Schoß, während alle anderen gespielt haben.

Ich würde an Deiner Stelle versuchen, ihn vielleicht - wenn möglich - etwas früher abzuholen, damit die Zeit nicht zu lange für ihn wird, vielleicht fällt es ihm dann leichter. Ansonsten müßt Ihr beide da wohl einfach durch - und die Erzieherinnen scheinen sich ja schon um ihn zu kümmern, wenn er traurig ist.

VG
Susi



Beitrag von trixi28 28.09.06 - 11:28 Uhr

Hallo Sandra!

Genau das, was Tweety beschrieb, hat die Erzieherin meines Sohnes auch gesagt. David weinte die ersten Tage auch, wollte mir hinterher und plötzlich war es okay und es gefällt ihm immer besser. Einige Kinder stecken es wunderbar weg, andere so wie mein Großer sind super sensibel und brauchen etwas mehr Zeit. Es ist nun mal eine große Veränderung im Leben der Kleinen eingetreten, die sie erstmal verarbeiten müssen. Die einen schaffen es schnell, die anderen brauchen halt etwas! Und wenn es absolut nicht geht und es organsiatorisch möglich ist, mußt Du ihn nochmal für ein halbes Jahr rausnehmen. So mußte es eine Bekannte auch machen. Sieht bei dir aber ja eher schlecht aus, da Du arbeiten gehst.

Aber das wird schon *liebdrück*

#blume Bianca