Finia Pauline ist nun auch auf dieser Welt (KS)

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von schnupperhase 28.09.06 - 20:19 Uhr

Hallo,
ich werde mal versuchen mein Geburtserlebnis in Worte zu fassen.
Ich bekam am 12.9.2006 einen geplanten Kaiserschnitt wegen BEL.
Dadurch das ich hier schon viel über Kaiserschnitte gelesen habe, hatte ich eine ziemlich gute Vorstellung von dem was mich erwartet. Und ich muß sagen: es war wirklich so wie ich es mir vorgestellt habe. Die OP, aber auch die Zeit und Genesung danach.
Ich habe mich am 12.9.06 zu hause schon selber rasiert und einen Einlauf verpaßt, so dass ich das nicht die Hebamme machen lassen mußte.
Ging alles auch ganz problemlos. Die Hebamme war sehr erstaunt darüber und sagte mir, dass sie noch nie jemanden hatte, der so gut vorbereitet war..#kratz. Hat mich gewundert, weil mir dieser Vorschlag beim Vorgespräch gemacht wurde (mich selber vorzubereiten) und ich das dankend angenommen habe..
Im Kreissaal angekommen wurde als erstes ein CTG geschrieben. Darauf hat man das allererste Mal ein paar kleine Wehen gesehen, die die Hebamme aber nur etwas beschmunzelt hat;-).
Während des CTG's wurde noch ein letzter Ultraschall gemacht, um sicher zu gehen, dass die kleine Maus auch noch in BEL liegt. Ich muß sagen ich war ganz froh darüber, dass sie noch so lag, ich konnte mir nicht vorstellen, jetzt alles abzublasen#schwitz.
Dann sollte ich mich umziehen: schickes Hemdchen, Anti - Thrombose - Strümpfe, Netzhöschen. Dann bekam ich einen Zugang gelegt und noch ein bißchen Flüssigkeit über den Zugang. Ich mußte daraufhin ständig aufs Klo rennen..#augen
Meinen Mann habe ich nochmal frühstücken geschickt. Während ich am Tropf hing kam er dann aber auch schon wieder. Wir waren beide ganz schön aufgeregt.
Im Kreissaal war zufällig sehr wenig los (ich glaube ich war die einzige), so dass alle Hebammen und andere Beteiligte relativ ruhig und relaxt waren. Das war ganz angenehm.
Eine Assistenzärztin nahm sich nochmal Zeit, um mit mir über die Atmosphäre, die mich im OP erwartet, zu reden. Z.B., dass ich nicht erschrecken soll, weil so viele Leute drin sind, dass das normal ist und nix mit Komplikationen zu tun hat. Wir waren insegesamt mit meinem Mann und mir 10 Leute im OP.
Dann kam der Anästhesist (ganz pünktlich übrigens) rein und gab mir was zum Magensaft neutralisieren. Mein Mann kannte ihn aus dem Studium. Ich wußte allerdings in dem Moment nicht, ob ich das gut oder schlecht finden sollte. Aber er war super professionell und hat sich deswegen überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen. Fand ich beruhigend.
Außerdem gab er mir zwei letzte Infos: erstens, dass es sein kann das mir schlecht wird während der OP und zweitens, dass es sein kann, dass
ich das Gefühl bekommen könnte schwer Luft zu kriegen. Beides sollte ich ihm dann sofort mitteilen.
Dann ging es auch schon los: Rein ich den OP, rauf auf den Tisch. Spinalanästhesie gesetzt. Die Hebamme fragte mich noch, ob ich mir die Plazenta ansehen möchte, dann hebt sie sie auf#schock. Ich habe dankend abgelehnt#schein.
Dann wurden meine Beine auch schon schwer und ich mußte mich ruck zuck hinlegen, damit ich noch ein bißchen mithelfen kann. Ich fand das Gefühl, die Beine nicht mehr unter Kontrolle zu haben widererwartend angenehm, weil ich die Gewissheit hatte: so, jetzt kann ich nicht mehr helfen und muß mich vollständig abgeben#gruebel
Dann wurde mir auch erst der Blasenkatheter gelegt, so dass ich davon gar nix bemerkte.#danke Ein Glück...#schwitz
Mein Nachthemd wurde so vor mir aufgehangen, dass ich nix mehr sehen konnte. War mir auch angenehm.
Dann wurde mir das EKG, die Blutdruckmanschette und der Sauerstoff - "Finger" angelegt. Parallel dazu der Bauch desinfiziert.
Am Ende der ganzen Vorbereitungen wurde dann der Bauch steril abgedeckt und das Tuch hoch über mein Blickfeld gespannt. In dem Moment wurde mein Mann schon reingeholt.
Er saß die ganze Zeit neben mir und hielt meine Hand.
Der Anästhesist war super aufmerksam. Ich konnte ihn zwar nicht sehen, weil er am Kopfende hinter mir saß, aber er hat alles was ich gesagt habe sofort registriert und darauf reagiert.
Und mir wurde schlecht und ich hatte das Gefühl, dass ich schwerer Luft bekomme. Der Anästhesist sagte nur zur Übelkeit: "Ist gleich wieder vorbei" und ich dachte nur "Ja Ja, alles klar, noch eine Minute und ich kotze". Was soll ich sagen: er hatte recht. Von einer Sekunde auf die andere war die Übelkeit weg.
Das mit dem schwerer Luft bekommen war ok. Ich hatte nicht das Gefühl zu wenig Sauerstoff zu bekommen, sondern nur das der Bauch schwer ist (von der Narkose).
Von dem Kaiserschnitt habe ich überhaupt nichts mitbekommen. Ich habe allerdings auch nicht gemerkt, das meine Kleine rausgeholt wurde. Die Hebamme hat uns dann nur gesagt: "Sie ist jetzt draußen". Sie wurde uns nicht gezeigt, sondern kam gleich zum Kinderarzt. Das ist wohl immer etwas unteschiedlich von OP - Team zu OP - Team.
Bis dahin waren ca 9 Minuten vergangen. Die Kleine hat
keinen Mucks von sich gegeben. Zum Glück wußte ich, dass die Babys nicht zwangsläufig schreien. Sonst hätte ich mir Sorgen gemacht.
Zwei Minuten später war auch schon der Kinderarzt da und hat uns gesagt, dass die Kleine Maus gesund und munter ist und das sie uns gleich gebracht wird. Ich war sooooooo erleichtert #freu#freu#freu#huepf#huepf#huepf
Dann wurde sie zu uns reingetragen und mein Mann bekam sie in den Arm. Sie war in ein rosa Handtuch gewickelt. Ich habe mir den Hals verrenkt, um sie mir anzusehen, hatte aber leider keine Chance sie richtig zu sehen. Ich habe immer nur einen Zeigefinger von ihr aus dem Handtuch vorluken sehen. Mein Mann hat versucht sie mir besser hinzuhalten, aber es war sehr wenig Platz im OP. Also mußte ich mich, während ich noch ca. eine halbe Stunde genäht wurde, gedulden. Ist mir sehr schwer gefallen.
Mein Mann war hin und weg und hat sich kaum eingekriegt. Er hat immer gesagt: "die ist soooo süß", "die sieht soooo süß aus". Ich habe mich so gefreut zu sehen, wie er sich in sie verliebt.
Dann war ich fertig mit nähen und wurde in mein Bett gehieft und wieder in den Kreissaal gefahren. Dort habe ich meine kleine Süße dann endlich in den Arm bekommen. Das war soooo schön. Dafür gibt es keine Worte, deswegen versuche ich es erst gar nicht das Gefühl zu beschreiben. Die Hebamme hat mir dann noch Frühstück gebracht. Mein Mann hat mir ein Brötchen geschmiert und während ich gegessen habe die Kleine gewickelt. Dann wurden wir erstmal alleine gelassen. Später wurde ich dann mehrmals untersucht, ob ich normal viel blute und ob der Uterus sich zurückbildet. War alles in Ordnung. Die Kleine wurde dann gewogen und vermessen: 51 cm groß und 2900 g leicht, KU 34 cm
Nach 2 Stunden wurde ich auf die Station gebracht. Da habe ich meine Beine schon wieder gut gespürt. Abends wurde der Katheter gezogen ich etwas gewaschen (das mir das sooo egal sein könnte hätte ich nicht gedacht), dann bin ich mit der Schwester aufgestanden. Es ging gut, die Schmerzen hielten sich in Grenzen, mir wurde nur etwas übel, aber das war ok.
Danach bin ich schon alleine zur Toilette war aber noch etwas wacklig. Mein Mann konnte zum Glück eine Nacht bei mir schlafen, das war toll. Ich hätte mich noch nicht um die Kleine kümmern können.
Am nächsten Tag sah schon alles ganz anders aus.
Ich bin am 4. Tag nach hause gegangen. Sie hätten mich sogar schon nach drei Tagen nach hause gehen lassen, aber mir war das dann doch etwas zu früh. Ich war froh über die Tips der Schwestern und die Stillhilfen die ich im Krankenhaus bekommen habe. Ich bin ganz toll betreut worden von allen Hebammen, Schwestern und Ärzten.
das schlimmste an der ganzen Sache war erstaunlicher Weise das Ziehen des Fadens zu hause. Leider war der Faden sooooo fest, das ich dachte mir wird der ganze Bauchschnitt wieder aufgerissen. Und ich habe mich wirklich zusammengerissen, weil es mir viel zu peinlich war die Schmerzen zuzugeben#hicks.
Die Hebamme meinte, dass sie das in 20 Jahren Berufserfahrung noch nie erlebt hat, das der Faden so fest sitzt. Sie hat mit aller Kraft dran gezogen und er kam nur Stückchenweise zum Vorschein. Mit mehreren Pausen und zusammengebissenen Zähnen haben wir ihn dann doch rausbekommen. Aner zwischenzeitlich dachte ich, das packe ich nicht.
Aber nun habe ich genug geschrieben. Der Bericht wurde ja doch viel länger als ich wollte.#hicks#schein

Also keine Angst vor einem Kaiserschnitt. Es war absolut nicht schlimm. Ich denke jede Spontangeburt ist schlimmer. Das Stillen klappt übrigens auch super.

Liebe Grüße Schnupperhase


Beitrag von annalina 29.09.06 - 13:52 Uhr

Ich habe gedacht, ich lese meinen Bericht....

Mir ging es ziemlich ähnlich wie dir und ich kann nur bestätigen, dass der KS die bessere Alternative ist.

Ich hatte eine spontane Geburt, dann einen KS und jetzt wieder einen KS.

Viel Spaß mit der Maus...

annalina