Wie würdet ihr reagieren?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von celia79 29.09.06 - 12:10 Uhr

Hallo an Euch Muttis,

jeden Morgen kommt bei uns eine Mutter mit ihrer Tochter vorbei, die in den KIGA gebracht wird. Schätze sie auf so 3,5-4 Jahre.
Die Mutter tut mir echt leid, denn das Kind macht den ganzen Weg ein RIESEN Theater. Und dass jetzt schon Monate! Sie ist nur am schreien, schmeisst sich auf den Boden, tobt rum, will nicht laufen und und und. Und das Schreien ist wirklich soooo laut, als ob man ihr ein Messer in den Rücken gestochen hätte. Und dabei ist die Mutter echt verständnisvoll. Versucht immer gelassen zu bleiben, redet mit ihr. Aber nichts scheint zu helfen.
Heute sind sie dann zu dritt gegangen, der Mann ist mitgekommen. Irgendwann liess sie sich wieder mal fallen und da hat der Mann ihr einen Klaps auf den Po gegeben.
Hat natürlich gar nix gebracht, ausser dass es noch schlimmer wurde.

Na ja, ich selber halte von Haue nichts, aber ich glaube, der Mann konnte einfach nicht mehr. Ich sehe sie schonmal öfter mit ihren anderen Kindern auf dem Spielplatz. Die sind eigentlich alle gut erzogen und machen einen zufriedenen Eindruck.
Habe mich gefragt, wie ich in so einer Situation mal reagiere. Und ist das eigentlich normal, hat jedes Kind mal solche Phasen? Wie würdet ihr damit umgehen? Würde mich nur mal interessieren, denn das hat mich echt beschäftigt.

LG Celia mit Hannah (21 Monate)

Beitrag von elke77 29.09.06 - 12:35 Uhr

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.
Anscheinend will das Kind nicht in den KiGa...? Ist das vielleicht der Auslöser für den Protest?
Meine Freundin hatte früher wohl ähnlich gestreikt und partout nicht in den KiGa gehen wollen - mit dem Ergebnis, dass sie tatsächlich bis zur Einschulung zuhause blieb. Die Mutter war eh zuhause und so war das möglich.
Bei uns ginge das aber eh nicht. Ich muss über kurz oder lang wieder arbeiten #schmoll um meinen Mann finanziell etwas zu entlasten. Da könnte ich Anna gar nicht zuhause lassen...

Ich hoffe, ich habe ebenso starke Nerven wie die Mutter, von der du erzählt hast. Aber voraussehen kann man das leider nicht.
Aber es ist sicher sehr schwer, da ruhig zu bleiben, wenn das Kind tagtäglich ein Riesentheater macht auf dem Weg zum KiGa #schock ich hoffe, uns bleibt das erspart #schwitz

LG, Elke+Anna *18.9.05 #blume

Beitrag von borstie2000 29.09.06 - 12:36 Uhr

Da sprichst Di eine sehr empfindliches Thema an, wo es hier schon sehr heftige Auseinandersetzungen gab.

Die einen vertreten die Meinung, dass jegliche körperliche wie seelische "Züchtigung" verboten ist und unter Strafe gestellt sein muss.

Die anderen haben grundsätzlich die Meinung es muss ohne Gewalt gehen ( so wie ich ), es gibt aber keine Garantie daß man in unvorhergesehen Streßsitiationen nicht doch mal überfordert sein wird und überreagiert.

Es fängt an, bedenklich zu werden, wenn Eltern den "Klaps" oder härtere Maßnahmen als Standartprogramm in der Erziehung ansehen. Unsere Eltern gehören teilweise zu dieser Generation in der das noch weiter verbreitet war. Da hat man sich keine großen Gedanken gemacht, ob das für ein Kind demütigend und verletztend ist. Hauptsache es wurde gehorcht.

Über die noch extremeren Ansichten brauchen wir wohl nicht disskutieren. Sprüche wie " eine ordentlich Tracht Prügel hat noch keinem geschadet" finde ich ein Armutszeugnis.


Aber um auf Deine geschilderte Situation zurückzukommen:

ich verurteile das Verhalten des Vaters nicht grundsätzlich ! Er wollte vermutlich seiner Frau ( die ja sichtlich hilflos war ) helfen und dieser Klaps scheint wohl im Affekt passiert zu sein.

Sollte man aber eine gewisse Regelmäßig erkennen können und auch feststellen daß die "Maßnahmen" der Eltern gegen das Kind härter werden (Ohrfeigen, Schläge...), sollte man geeignete Personen ( Erzieherinnen ) um Rat fragen, damit diese dann die Eltern des Mädchens ansprechen.

Von annonymen Anzeigen in diesem Fall ( gabs leider auch schon ) halte ich überhaupt nichts ! Man hat zuwenig Einblick in die Familiensituation.

So ist z.B. eine Mutter, die auf einem Spielplatz ihrer Tochter einen Klaps gegeben hat von einer anderen Mutter, die das gesehen hat, bei der Polizei angezeigt worden.

Aber wie gesagt, ein Tabuthema....das muss jeder selber wissen, wie er darüber denkt.

Liebe Grüsse

Borstie

Beitrag von celia79 30.09.06 - 13:04 Uhr

Hallo Borstie,

ja ich bin genau Deiner Meinung. Ich habe auch schon oft mitbekommen, dass gerade die Eltern, die wirklich so strikt gegen einen Klaps auf den Hintern sind und das Thema fast mit Hexenverbrennung ahnden wollen, entweder draussen nur so tun und drinnen dann regelmässig ausrasten oder eben komplett die Kinder dermassen verwöhnen, dass es im KIGA richtige Kotzbrocken sind, weil sie wirklich alles dürfen.

Ich denke, eine gesunde Einstellung, so wie Du sie auch hast, ist das wichtigste. Ich halte auch nichts von Haue.
Klar gibt es auch bei uns Situationen, in der ich meine Tochter echt könnte...:-p;-), aber bisher reichts auch, wenn ich ganz klar Nein sage, oder wenns gar nicht geht auch mal lauter werde. Aber freisprechen kann und will ich mich nicht, denn man sieht ja, was auch bei solch geduldigen Menschen passiert.

Na ja, wünsche noch alles Gute weiterhin,

Celia.