Kann es denn dann Liebe sein?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von habe Angst 29.09.06 - 12:24 Uhr

Im Moment habe ich große Angst, meinen Freund zu verlieren.
Ich liebe ihn sehr, doch ich habe das Gefühl, er kann gewisse Umstände bei mir nicht akzeptieren.

Zum einen leide ich unter Depressionen. Doch seit einigen Wochen nehme ich ein anderes Antidepressivum, und seitdem geht es mir besser.

Doch das größere Problem sind meine Eltern.
Obwohl ich schon 33 bin, konnte ich mich bis heute nicht richtig frei machen von ihnen. Sie sind sehr dominant und versuchen immer, sich in mein Leben einzumischen. Leider bin ich zur Zeit auch noch finanziell von ihnen abhängig.

Außerdem ist meine Mutter krankhaft penibel. Ich würde es schon als psychische Erkrankung sehen. Sie putzt den ganzen Tag das Haus und kommt nicht eher zur Ruhe bevor alles blitzblank ist.
Leider darf niemand mein Elternhaus betreten, weil meine Mutter immer Angst hat, es könnte etwas schmutzig werden oder irgendwo ein Kratzer drankommen.
In meiner Kindheit und Jugend durfte ich auch niemanden mit nach Hause bringen.
Wenn ich heute meine Eltern mal besuche, werde ich meistens nur in der Diele abgefertigt.
Eine Tasse Kaffee im Wohnzimmer gibt es nur Weihnachten und Ostern.

Da mich das ganze natürlich sehr belastet, habe ich mit meinem Freund ausführlich darüber gesprochen.
Er hat meine Eltern nur mal kurz bei mir kennen gelernt, da wir auch erst 4 Monate zusammen sind.
Doch ich wollte ich schon einmal darauf einstellen, dass er das Haus wohl nie betreten wird. Wollte ihm zu verstehen geben, dass es nicht an ihm liegen würde, sondern an dem Wahn meiner Mutter.

Mein Freund reagierte sehr befremdet auf meine Erzählungen un fragte, ob meine Mutter denn schon mal an eine Therapie gedacht habe.
Nein hat sie nicht, da sie sich ja für den normalsten Menschen der Welt hält!

Ich habe gemerkt, dass meinem Freund das ganze sehr zu denken gibt.
Er möchte schließlich auch irgendwann ein Kind, und es ist ja vorherzusehen, dass es nie in das Haus seiner Großeltern käme.
Meine Mutter würde wahrscheinlich einen Herzinfarkt bekommen, wenn ein Kind etwas mit schokoladenveschmierten Händen anfassen oder etwas verschütten würde!

Ich habe jetzt große Angst, dass mein Freund mit mir aufgrund meines kranken Elternhauses keine Zukunft sieht.
Er hat sich in den letzten Tagen etwas von mir distanziert.
Als ich ihn gestern darauf ansprach, meinte er, er liebe mich, doch vielleicht habe das Verhalten meiner Mutter ja etwas auf mich abgefärbt.
Wozu ich sagen muss, dass ich in einem normalen Rahmen ordentlich und sauber bin. Meine Wohnung ist nicht steril.

Glaubt Ihr, wir haben trotzdem eine Zukunft?
Wenn er mich wirklich wegen dieser Problematik verlassen würde, wäre es doch von seiner Seite keine Liebe, oder wie seht Ihr das?

Beitrag von simone_2403 29.09.06 - 12:48 Uhr

Hallo

Zu deiner Mutter sag ich nicht viel,nur soviel : Sie hat nen Knall.

Zu deinem Freund.Er sieht das Verhalten deiner Mutter als krankhaft und damit hat er nicht so ganz unrecht.Er macht sich vieleicht Gedanken das in eurer Familie etwas nicht stimmt,das vieleicht auch mal auf eure Kinder abfärben würde.Es gibt psychische Erkrankungen die sind vererbbar.

Red mit deinem Freund offen und ehrlich,sag ihm wie du das siehst und verschweig ihm nichts,nur so könnt ihr offen miteinander umgehn.

lg

Beitrag von angeloona 29.09.06 - 13:12 Uhr

Hallo,

nun sei mal nicht so deprimiert.... #liebdrueck

Daß mit deiner Mutter tut mir leid, ich kann mir vorstellen, wie belastend das für dich war/ist. Sei froh, daß du - bis auf das finanzielle - nicht mehr von deinen Eltern abhängig bist.

Sicher verstehe ich deinen Freund. Für ihn, für uns, ist das Verhalten deiner Mutter sehr befremdend und kaum vorstellbar. Es darf sich aber nicht belastend auf Eure Beziehung auswirken! Wenn dich dein Freund liebt, wird er für dich Verständnis aufbringen und das zwanghafte Verhalten deiner Mutter nicht als Grund für Zweifel und Trennung anführen. Schließlich plant IHR zusammen eine Zukunft, mit oder zu deiner Mutter soll er ja gar nicht ziehen!

So wichtig Eltern im Leben immer sein werden (was auch gut ist), mindestens genauso wichtig ist es, daß ihr für euch seid, eine Familie gründet (wobei das Kind dann eben nicht zu deinen Eltern kann - kein Grund, keines zu bekommen!), eben euer Beisammensein genießt und euch nicht vom Tun eurer Eltern beeinflussen laßt.

Lieber Gruß und euch alles Gute
Angeloona

Beitrag von tw.angel 29.09.06 - 13:59 Uhr

Frag ihn einfach, und sag ihm, daß Du selber weißt, daß Deine Mutter nicht richtig tickt!

Wenn sie wegen ihrem Putzwahn ihr Enkelkind nicht sehen kann, ist es ihre eigene Schuld.

Ihr beide wollt ein gemeinsames Leben aufbauen, nicht Ihr und Deine Mutter ;-)

Liebe Grüße
angel

Beitrag von agostea 29.09.06 - 14:28 Uhr

Das Hauptproblem sind nicht deine Eltern,das Hauptproblem bist du.

Hätte ich als Partner auch keinen Bock drauf, als Zusatzbonus zu meiner Freundin noch ne notorische Putze ertragen zu müssen.

Nabel dich ab,wird Zeit.

Gruss
agostea

Beitrag von tigra85 29.09.06 - 16:07 Uhr

Hallo,

ich sehe im großen und ganzen eigentlich schon eine Zukunft für euch.
Allerdings kann ich auch deinen Freund verstehen. Ich möchte jetzt nicht respektlos oder unverschämt wirken, aber deine Eltern haben offensichtlich ihn sofern auf dich abgefärbt, dass du unter Depressionen leidest. Darf ich fragen, ob du schon eine Therapie machst? Oder nimmst du nur das Antidepressiva?

Vielleicht solltest du versuchen dich etwas mehr von deinen Eltern zu lösen. Ich sage das nicht einfach so, ich weiss, wie schwer das ist! Auch ich komme aus einem sehr zerrütteten und belasteten Elternhaus und ich muss gestehen, dass das auch einigermaßen auf mich abgefärbt hat. Ich habe es mit einer Therapie versucht, und mich auch sehr von meiner Mutter zurück gezogen. Ich habe festgestellt, dass es mir und auch meiner Beziehung seitdem besser geht.

Ganz liebe Grüße!

Beitrag von diamant 30.09.06 - 08:34 Uhr

hallo, deine mutter ist krank, sie hat eine putzsucht, und es ist wirklich eine krankheit. ich kann mir vorstellen, daß du sehr darunter leidest.
daß du an depressionen leidest, das tut mir sehr leid für dich. auch das ist eine weitverbreitete krankheit.
ich kann aber auch deinen freund verstehen, er möchte natürlich nicht, daß sich diese krankheiten auf seine kinder vererben. das würde ich auch nicht wollen. mach dir jetzt mal nicht so viele gedanken, sondern schau zu, daß du gut mit tabletten eingestellt bist, alles andere wird sich ergeben. #herzlich