Noch Tipps gegen das Gebelle?

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von joschi_theoneandonly 29.09.06 - 18:56 Uhr

Hai,
nachdem ich nun mit der Suchfunktion alles zum Thema 'Mein Hund bellt immer' gelesen habe und noch nicht weiter bin, bitte ich Euch nochmal um Tipps für diesen speziellen Fall.
Joschi, ein Cairn-Terrier von 2,5 Jahren, hat schon immer ganz gerne gebellt. Insbesondere im Garten, wenn vor unserem Grundstück Radfahrer, Skater oder Fußgänger vorbeiziehen. Ich meine, er bellt nicht einfach, sondern er jagt wie geisteskrank am Zaun entlang und bellt ohne Unterlaß. Manchmal bekommt er auch im Haus mit, dass Nachbars Hund vorbeikommt und beginnt das gleiche Spiel - ab aufs Sofa, möglichst einen Fensterplatz sichern und los gehts!
Ich war auch schon immer genervt davon und bin relativ regelmäßig hinterher gelaufen und habe versucht ihn davon abzuhalten. Aber eben nur relativ regelmäßig - weil ich auch nur ein Mensch bin und noch dazu ein schwangerer Mensch war und nicht immer so schnell vonner Liege hochkam. Mein Göttergatte findet das Gebelle auch nervig, aber nicht so schlimm, dass er aufspringen und hinterherrennen würde. Er diskutiert das lieber ab und an mal mit dem Hund aus ... was natürlich Blödsinn ist. Auch im Geschäft, wo Joschi viel Zeit mit mir verbracht hat, darf er, da der Garten eingezäunt ist, ohne Aufsicht nach draußen und kann dementsprechend unkontrolliert unsere Nachbarin anpliffen.
Nun spitzt sich das ganze seit der Geburt unseres Sohnes vor 8 Wochen zu (oder sind nur meine Nerven blanker?). Joschi bellt mehr denn je, weil er damit Aufmerksamkeit bekommt - wenn auch negative. Gerne auch mal Nachts, wenn ich gerade mal versuche 1,5 Stunden am Stück zu schlafen.
Meine bisherige Strategie: Joschi schlägt an, ich brülle 'nein' (was leider ebenfalls den Sohnemann erschrickt) versuche ihn ins Platz zu legen und dann zu loben. Klappt manchmal auch. Zumindest wenn er nicht ganz aus dem Häuschen ist ... Und zwischendrin versuche ich immer wieder mich um ihn zu kümmern, ohne das er gebellt hat - aber ich kann natürlich nicht Junior brüllen lassen und mit Joschi spielen.
Problem ist vermutlich auch, dass es ihm hier zuhause zu langweilig ist, er ist halt darn gewöhnt, im Laden unter vielen Leuten zu sein. Nun habe ich aber Angst ihn dort regelmäßig abzugeben, weil ich befürchte, er fühlt sich dann wegen Junior abgeschoben.
Ach ja, Hundeschule - klar waren wir da. Der Schlingel hat auch überall eine glatte Eins bekommen, nur beim Verlassen des Geländes hat er sich ins Fäustchen gelacht. Will sagen, er gehorcht - wenn er will ...

So, jetzt hab ich mich ausgeheult, hat noch jemand Tipps? Dieses Antibell-Halsband möchte ich uns wirklich nicht antun ...

Liebe Grüße

Lotte #freu, Maarten #cool und Joschi #hund

Beitrag von p.thomas 29.09.06 - 21:45 Uhr

Was hast du gegen das Halsband? Das wär doch eine Nervenschonende Lösung ;-)

Ich kenne jemanden der hats seinem Hund im garten angelegt und nur dort. Erst jeden Tag danach immer seltener bis ers ganz weg lassen konnte. Musst allerdings vorsichtig sein, denn das bellen ist ja die Art des Hundes zu kommunizieren. Somit sind diese Halsbänder echt nicht ideal...Besser wären die ferngesteuerten Dinger denn so kannst du den Hund beibringen auf dein AUS...also erst das Kommando aus und dann sprühen, das Bellen einzustellen.

Ich bin froh das dies Problem mit meinen Hunden nie bestand, mich würde das ewige Gebelle auch wuschig machen

Beitrag von maryalex 30.09.06 - 10:22 Uhr

Huhu!
Vielleich fällt dir selbst auf, dass du einige Fehler machst, wenn du dir den Text den du geschrieben hast nochmal durchliest. Also erstens, du hast einen Terrier, wenn du den nicht konsequent erziehst(was mit Hundeschule meist nicht so recht klappt, wie du bei dir gesehen hast. Dein Hund hat den so genannten "Platzgehorsam". Er weiß genau, in der Hundeschule muss er machen, was gesagt wird, weil da auch n Trainer dabei ist, der was dagegen tut, wenn er sich aufführt und zu Hause versucht er natürlich seinen Willen zu bekommen, was bisher anscheinend auch wunderbar geklappt hat;o)), dann passiert es eben, dass er kläfft, typisch Terrier. Dass er draußen im Garten bellt, wenn jemand vorbeiläuft ist ebenfalls völlig normal in den Augen des Hundes, da es ja jemand wagt, ganz nah an sein Revier ranzukommen, das passt ihm natürlich gar nicht und er sagt mit seinem gekläffe: "he du da draußen, wage es ja nicht in mein Revier einzudringen,sonst setzts was!". Was der Hund dann als besonders witziges Spielchen ansieht ist, wenn du ihm hinterherrennst, damit er mit dem bellen aufhört, da denkt der sich "suuuupi, frauchen spielt mit mir fangen, das kann sie haben, bin eh schneller". Nächster Fehler: Du sagst, du BRÜLLST "nein" wenn dein Joschi anschlägt. Findet der auch Klasse. Er brüllt/bellt,du brüllst, er brüllt, du brüllst, er wird dann garantiert nicht mit seinem Verhalten aufhören, weil er dich übertönen will und sich dabei womöglich noch denkt, was die kann, kann ich schon lange(nämlich laut sein). Du willst nicht, dass er bellt, also gib ihm für das bellen keine Aufmerksamkeit, noch nichtmal negative, im Sinne von schimpfen, das ist ganz wichtig! Lobe ihn nur dann, wenn er gerade nicht bellt, wenn mal jemand vorbeiläuft, oder schieb ihm genau dann ein leckerchen rein, wenn er aufhört zu bellen, zusätzlich lobst du ihn mit Worten ganz überschwänglich. Du darfst ihn nichtmal ansehen, wenn er bellt, den selbst das empfindet der Hund als Aufmerksamkeit deinerseits, dreh im den Allerwertesten zu, das ist typisches Hundeverhalten, was auch im Rudel angewendet wird, wenn sich ein Rudelmitglied zu viel geleistet hat! Ich denke, das wird eine Zeit lang dauern, und du musst immer schnell genug mit dem Leckerchen sein, aber mit etwas Übung funktioniert das denke ich.
Das nächste Problem, was du ansprichst, ist seine eventuelle Langeweile, da er nicht mehr so viele Leute um sich hat, wie im Laden. Das kann gut möglich sein, da grade Terrier ziemlich arbeitswütige Hunde sind. Versuche immer, ihm Kopfarbeit zu geben. Nicht nur zu Hause, sondern auch wenn du mit ihm Gassi gehst.(Ich weiß, das ist mit Baby leichter gesagt, als getan...) Aber wenn alles nichts hilft, würde ich dir raten, einen Trainer nur für deinen Hund zu finden, damit nicht wieder dieser so genannte Platzgehorsam auftritt. So ein Privattrainer ist zwar wahrscheinlich(nicht immer!) teurer als die Hundeschule, aber er ist wesentlich effektiver und er braucht vielleicht nur 1-2 Monate, um euer Problem zu beheben, außerdem kann er euch wertvolle Tipps geben, die sich dann wirklich nur auf deinen Hund und seine Charaktereigenschaften beziehen!
So, ich hoffe, ich konnte dir ein bißchen weiterhelfen:-)
LG Mary

Beitrag von minimal2006 30.09.06 - 14:02 Uhr

Hallo Lotte

Ich versuche mal, dir ein paar Hinweise zu geben...haben mit unserem Parson Jack Russel auch "kleff-Bell-Probleme" gehabt, die wir aber mit einer Hundetrainerin ganz gut in den Griff bekommen haben.
Zunächst einmal...ihr habt auch einen Terrier. Terrier bellen fast alle furchtbar gerne und es wird fast nicht möglich sein, das ganz abzustellen!
Unser Jack Russel bellt immer noch.

Der erste Tip der Hundtrainerin:

wenn der Hund am bellen ist, auf keinen Fall laut seinen namen rufen. denn er fühlt sich dann angespornt und meint, daß er das gut macht und bellt weiter.
Wir haben mit "leeren Plastikflaschen" gearbeitet. Immer wenn der hund ans Fenster gerannt ist (weil draußen jemand am Haus vorbeigegangen ist) habe ich, wenn er anfing los zu belle, eine plastikflasche auf den boden fallen lassen. ABER... er darf nicht sehen, daß DU die Flasche wirfst. er verbindet sonst immer Flaschen mit Strafe.
Das aufknallen der Flasche bietet dem hund eine Unterbrechung.
Es hat auch kaum einen Tag gedauert und er hat verstanden!
Wir haben am Türöffner und am großen Fenster immer eine leere Plastikflasche stehen...er weiß mittlerweile, wenn er kläfft, fliegen Flaschen...
#augen
Das gesicht des Hundes ist einfach zum schreien, wenn mal eine Flasche geflogen kommt, denn er weiß ja nicht, daß mein Mann oder ich dahinter stecken;-)

Es gibt auch sogenannte Schellen. Die sind auch etwas lauter, wenn sie aufschlagen, sind auch für Teppiche geeignet.

Ansonsten bleibt noch das Antibell halsband. Das ist eine nervenschonende Sache, die eine Überlegung wert ist.
wenn das alles nicht fruchtet, dann wende dich mal an eine(n) Hundetrainer/in
Unsere Trainerin wurde hier http://www.canis-kynos.de/2006/frameset.html ausgebildet.

es ist eben auch leicht, sich "Hundepsychologin" zu nennen... da es KEIN anerkannter Berufszweig ist. Dennoch rate ich jedem, wenn er sich zu dem Schritt mit einer Trainerin/Trainer entscheidet, darauf zu achten, wo die leute das gelernt haben bzw. ihre Ausbildung gemacht haben.

ich wünsche dir viel Erfolg

LG

MINI

Beitrag von lotte20567 30.09.06 - 20:34 Uhr

Erstmal Danke für die Tipps und die Mühe, die ihr Euch gemacht habt.
Ich denke, ich werde mal die 'Klöterdose' wieder rauskramen, die eine ähnliche Funktion wie die Flaschen haben sollte. Das Ignorieren und Aussitzen machen meine Nerven derzeit nicht mit. Dann werde ich vielleicht mal im Team mit dem Göga oder einer 'Freundin das Nicht-Bellen üben, indem ich ihn am Haus vorbeilaufen lasse und Joschi dabei kontolliere, ruhig halte und lobe, wenn er durchhält.

Mal sehen, ob wir so weiterkommen.

#danke
Lotte

Beitrag von zwerg2905 01.10.06 - 10:05 Uhr

Hallo,

meine Freundin hatte mit ihrem Hund ebenfalls das Problem, dass er wie verrückt anfing zu bellen, sobald er in den Garten kam. Da haben sich sogar schon die Nachbarn beschwert.
Unsere Trainerin sagt dazu, dass man den Hund nicht alleine im Garten lassen soll - da er sonst halt meint, dass er alles alleine "regeln" muss (womit auch viele Hunde schlichtweg überfordert sind). Heisst also, wenn es in den Garten geht, gehst du erst vor, sicherst quasi ab (guckst dich also einmal im Garten um), und dann erst darf dein Hund raus. Wenn es wieder rein geht, umgekehrt - dein Hund geht erst rein, dann kommst du, "sicherst nach hinten ab". Hört sich vielleicht blöd an, aber seitdem meine Freundin das so macht, ist es vorbei mit der Bellerei im Garten.
Bei dem anderen Problem (im Haus etc) kann ich leider nicht wirklich helfen.
Finde es übrigens super, dass ihr nicht einfach zu den "tollen" Antibell-Halsbändern greift ;-) (wenn da wirklich kein Weg dran vorbeiführen sollte, dann doch bitte nur mit Anleitung, aber ich halte von den Dingern nicht viel).

Liebe Grüße und alles Gute,
Nicole