Wann beginnt die Alkoholsucht??

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von otti30 29.09.06 - 22:45 Uhr

Hallo an alle,

also ich weiss gar nicht recht, wie ich eigentlich anfangen soll...

Ich habe die Befürchtung, dass mein Mann so langsam aber sicher in die Alkoholsucht abrutscht, weil er nämlich seit einiger Zeit (ca. 1 Jahr schon) recht regelmässig einen wie ich finde übermässigen Alkoholkonsum hat.
Meistens trinkt er schon Bier am späten Nachmittag und seitdem ich ihn seit einiger Zeit darauf angesprochen habe, dass ich es zuviel finde und ihm auch klargemacht habe, dass das gefährlich werden kann, macht er es nur noch heimlich.
Er versteckt das Bier vor mir und trinkt auch wirklich nur dann, wenn er weiss, dass ich es nicht sehe - aber natürlich merke und sehe ich es ihm an. Es sind mitunter locker 8 Flaschen Bier an einem Abend, womit er allerdings schon am späten Nachmittag anfängt, der Wochentag spielt da auch keine Rolle.
Wir hatten schon endlose Diskussionen darüber und er hat es auch eigentlich immer eingesehen,dass ich Recht hab mit meinen Bedenken und es hoch und heilig versprochen, es sein zu lassen. Aber das hält meistens nur so ca. eine Woche.
Es ist zwar absolut nicht jeden Tag, aber eben ein Mal in der Woche schon und er riskiert es immer wieder, obwohl ich ihm inzwischen richtig Druck mache.
Dabei haben wir zwei süsse kleine Mädchen, die ihm auch sehr viel bedeuten, aber das scheint ihn nicht wirklich davon abzuhalten. Er hat seit diesem Jahr eine eigene, kleine Firma, die sehr viel Arbeit macht und ich fürchte, er hat einen imensen Druck, auch alles richtig zu machen und genug Geld für uns alle zu verdienen - aber darüber reden kann oder will er nicht mit mir, wenn ich es ihm anbiete.
Ich weiss mir wirklich nicht mehr zu helfen, da ich das auch nicht länger mit ansehen will. Ich habe auch schon öfters erwähnt, dass ich ihn mit den Kindern verlasse, wenn er nicht aufhört mit dem Trinken, aber das scheint er wohl nicht allzu ernst zu nehmen und für mich wäre dies auch wirklich der allerletzte Ausweg, weil auch die Kinder ihn sehr lieben.
Ich für meinen Teil verliere immer mehr die Achtung vor ihm und bin eigentlich nur noch wütend und unendlich traurig, dass er nicht einsieht, welchen Fehler er macht.
Hat jemand eine Ahnung, was man in solchen Situationen am besten macht?? Ist es schon eine Art Sucht, wenn jemand den Alkohol ca. 1x pro Woche braucht??
Er ist ja felsenfest davon überzeugt, dass er das auch sein lassen könnte und macht sich über mich bzw. meine Bedenken nur lustig. Dass er ein Problem damit hat, davon will er gar nichts wissen und stellt mich mehr oder weniger als hysterisch hin.
Wie soll ich mich nur weiter verhalten??
Ich will und kann nicht einfach nur zu seinem Schock vorübergehend ausziehen, weil ich da einfach auch an die Kinder denke und meine, dass das auch nicht viel bringt.
Ich bin soo rat- und hilflos und einfach unendlich traurig.
Zumal das ja auch ein Problem ist, mit dem man nicht überall hausieren geht....
Wer weiss einen guten Rat in einer solchen Situation???
Was macht man mit einem Partner, der meint er hätte so gar keine Probleme (oder es einem weismachen will) und alles nur in sich hineinfrisst, nur weil er nie gelernt hat, darüber zu reden??
Danke für`s Lesen und Eure Antworten.

Andrea

Beitrag von pupsismum 29.09.06 - 23:01 Uhr

Hallo Andrea,

also das pure Erwähnen, dass du mit den Kindern gehen würdest, hat er offensichtlich nicht ernst genommen, warum auch? Du hast es schon öfter eingesetzt, aber nicht umgesetzt, da verliert es natürlich auch seine Glaubwürdigkeit.

Ich an deiner Stelle würde mich noch mal mit deinem Mann hinsetzen und reden. Denn was er betreibt ist auf jeden Fall ein Alkoholmissbrauch, wenn er nicht sogar schon tief in der Sucht drin steckt, aber das kann ich nicht beurteilen, ich bin keine Ärztin. In diesem Gespräch würde ich ihm deutlich machen, wie wichtig er dir ist, wie wichtig dir der Erhalt der Familie ist und dass ihr nur eine Zukunft habt, wenn er sich in Behandlung begibt.

Es gibt viele Beratungsstellen an die du dich wenden kannst. Bei uns z.B. gibt es Sozialpsychiatrische Dienste. Unter anderem dort kann man auch ambulante Entwöhnungstherapie machen. Die Gespräche dort sind übrigens kostenlos. Du kannst dich aber auch an die Caritas oder ähnliche Einrichtungsstellen wenden, was halt bei euch in der Nähe vorhanden ist. Dort würde ich schon mal einen Termin vereinbaren.

Und in dem Gespräch würde ich sagen, hey... ich hab da nen Termin gemacht und ich möchte das du da mit mir hin gehst! Ich steh dir bei, aber es wichtig, dass sich was verändert.

Wenn er dann nicht will, dann bleibt dir nichts übrig, dann mußt du (erstmal) gehen. Manche Alkoliker müssen leider erst ganz tief fallen, bevor sie wach werden. Bei anderen allerdings kommt der "Klick" schon vorher.

Also nur Mut, such noch mal das Gespräch und dann geht zur Beratungsstelle. Selbsthilfegruppen sind auch immer gut, gibt es übrigens auch für Angehörigen (Coabhängige).

Ich wünsch euch alles Gute für die Zukunft! Ihr und vor allem dein Mann könnt das schaffen, wenn der Wille da ist!

LG #herzlich
pupsismum

Beitrag von kenne ich :-(( 29.09.06 - 23:38 Uhr

"Ich habe auch schon öfters erwähnt, dass ich ihn mit den Kindern verlasse, wenn er nicht aufhört mit dem Trinken, aber das scheint er wohl nicht allzu ernst zu nehmen"

Das muss er auch nicht ernst nehmen, wenn du das "öfters erwähnst"!
(Man "erwähnt" auch schon mal, dass eigentlich die Gardinen gewaschen werden müssten)

"obwohl ich ihm inzwischen richtig Druck mache."
Je mehr Druck du machst, umso mehr wird er trinken.
Er trinkt ja unter anderem, WEIL er Druck hat (Firma).

"Ich weiss mir wirklich nicht mehr zu helfen,"
DU kannst NICHTS tun, wenn er nicht einsichtig ist.

"Ich für meinen Teil verliere immer mehr die Achtung vor ihm"
Und das ist der Anfang vom Ende.

Wenn du deinen Mann durch Gespräche nicht mehr erreichst, dann MUSST du gehen, entweder erwacht er durch den Schock, dann habt ihr noch eine Chance.
Oder er macht weiter so, dann ist es für die Kinder und dich sowieso besser, ihn zu verlassen.
Geh, bevor du dich vor deinem Mann ekelst und du nur noch Hass und danach Verachtung für deinen Mann hast.
Geh um deinetwillen, ein Leben mit einem Alki zieht dich körperlich und seelisch ganz tief runter.... und wozu??

Beitrag von eineve 30.09.06 - 01:13 Uhr

z.b. das machen:

--> anklicken: http://www.al-anon.de/

eine seite für angehörige von suchtkranken.

Beitrag von 01wba056 30.09.06 - 01:50 Uhr

Wenn er nur einmal in der Woche was trinkt, würde ich nicht meinen, daß er suchtgefährdet ist. Wieviele Leute gehen jedes Wochenende weg und trinken dann was. Da würd ich auch nicht unbedingt von Alkoholismus reden.

lg
Mia

Beitrag von diamant 30.09.06 - 06:49 Uhr

so leid es mir tut, aber er ist schon abhängig. ich glaube, das weißt du. er trinkt heimlich, würde er das machen, wenn er es nicht müßte??
da kommt ein schwerer gang auf dich zu. ich wünsch dir das beste.

Beitrag von hmmmmmmm 30.09.06 - 11:42 Uhr

Ich habe viel Erfahrung mit Alkoholikern und Dein Mann steckt mit Sicherheit noch nicht "tief drin", wie das hier irgendwo beschrieben wurde.

So lange es sich auf 1x wöchentlich beschränkt und er die Finger von harten Getränken lässt, sehe ich darin bis jetzt nur eine Übersprungshandlung.
Überlege mal, wie viele Menschen am Wochenende ausgehen und sich ordentlich einen eingiessen. Sind das alles Alkoholiker?!

IHR müsst jedoch aufpassen, denn es ist übel, wenn er beginnt, heimlich zu trinken. Das tut er, weil Du ihm Druck machst, aber genau den will er mit dem trinken jawohl kompensieren, damit hilfst Du ihm also nicht.

Wende Dich an Al- anon und überlege, ob Du ihm helfen kannst und willst, dass es nicht schlimmer wird oder - geh', wie Du es angekündigt hast.

Mit Deinem Verhalten machst Du es ihm schwer, über seine Probleme zu reden. Also ändere das, wenn Dir etwas an ihm (Euch) liegt.

REDE mit ihm, ohne ihm dabei ständig Vorwürfe zu machen.

Gruss, .....






Beitrag von sanders_vs 30.09.06 - 13:14 Uhr

Mach Dir Deinen Traum doch jetzt schon wahr. Warum zögerst Du noch und suchst einen fadenscheinigen Anlass, um Dich vom lästigen Übel Ehemann zu trennen. Du hast zwei Kinder und einen fleißigen Ernährer, der in der Lage ist, einen angemessenen Unterhalt zu zahlen. Du kannst Dich ganz und gar auf die Kinder konzentrieren. Jede weitere Bemühung um Partnerschaft bleibt Dir erspart. Denk doch bloß mal an die viele Wäsche, die er macht. Kochen sollst Du bestimmt auch noch für ihn. Staubsaugen, vielleicht auch noch bügeln. Aber das hast Du sicherlich schon alles durchgespielt. Hier hast Du meine Zustimmung, die Du sicherlich gesucht hast.

Beitrag von odetta 30.09.06 - 16:02 Uhr

Ein Beitrag den die Welt nicht braucht, und jemand der hier um Hilfe bittet schon gleich gar nicht.

Beitrag von otti30 30.09.06 - 19:35 Uhr

Also ich weiss wirklich nicht, was ich mit Deiner Antwort anfangen soll.....!!?!!
Aber Deine Zustimmung zum etwaigen Verlassen brauche ich sicher als allerletztes!

Beitrag von Ich stimme zu !!!!! 01.10.06 - 14:34 Uhr

Richtig. #pro

Mein Ex war auch ein Alki.#fest

Habe ihn viel zu spät verlassen.#schmoll

Diese verlorene Zeit gibt dir niemand mehr zurück.#heul

Beitrag von judith81 30.09.06 - 14:40 Uhr

Hallo,
so wie du das Trinken beschreibst sage ich dir: er steckt schon in der Sucht.
Setz dich mit ihm an einen Tisch und sage ihn "wenn du nicht aufhörst oder zur Beratung gehst, dann gehe ich mit den Kindern" - und tu das dann auch!!!
Viele Grüße und viel Kraft
Judith (die in der Psychiatrie auf einer Suchtstation arbeitet)

Beitrag von otti30 30.09.06 - 19:40 Uhr

Hallo nochmal,

danke für Eure offenen Worte und die Ratschläge, die Ihr mir gegeben habt.
Ich bin mir selbst sehr bewusst, dass ich mit meinem Druck alles nur noch schlimmer mache und werde mich auf jeden Fall einmal mit einer Beratungsstelle in Verbindung setzen, die können erst einmal mir sicherlich mit noch mehr Infos weiterhelfen und dann auch hoffentlich meinem Mann.
Ihr habt mir Mut gemacht, es richtig anzugehen.

#danke und liebe Grüsse !

Beitrag von manavgat 01.10.06 - 15:00 Uhr

Warum willst Du ausziehen?

Setz ihn vor die Tür und gib ihm Gelegenheit sich mit seiner Alkoholsucht auseinanderzusetzen.

Es ist egal, wann es anfängt, er! ist Alkoholiker.

Gruß

Manavgat