Ich stelle mich vor!

sunnyloca
Urbiasaurus
[1] 25.02.09, 16:32

Hallo!

Zunächst einmal möchte ich alle herzlich willkommen heißen und mich bedanken, dass ihr meinem Club beigetreten seid. Uns alle verbindet ein sehr schlimmes und trauriges Schicksal und ich weiß, dass es hilft darüber zu sprechen - immer wieder und so unsere Kinder lebendig werden zu lassen.

Dies ist meine Geschichte:

Im August 2007 wurde ich im 2. ÜZ schwanger und ich war überglücklich. Meine Schwangerschaft war ohne Komplikationen, es lief alles total vorbildlich und ich war einfach nur glücklich und hab mich auf meine Zukunft mit meinem Keks wie wahnsinnig gefreut. Dann jedoch hatte ich von einem Tag auf den anderen starke Schmerzen. mir war nicht bewusst, dass es sich um Wehen handelte. Im Krankenhaus stellte man fest, dass ich einen Fruchtblasenprolaps hatte - der Muttermund war geöffnet und die Fruchtbalse wölbte sich durch ihn hindurch in die Scheide. Ich bekam sofort die Lungenreifespritze und wurde in die Uniklinik mit Neonatologie verlegt. Es war klar, dass mein Kind ein Frühchen werden würde, aber ich war so verdammt sicher, dass alles gut ausgehen würde. Ich hatte doch erst vor 2 Jahren meinen Vater mit nur 55 Jahren an Hautkrebs verloren - wie könnte das nun schon wieder schlecht ausgehen? Unmöglich die Vorstellung... Trotz strengster Bettruhe (ich durfte gar nicht aufstehen!) und Wehenhemmer ist dann am 02.02.08 die Fruchtblase geplatzt und meine Tochter Julia kam in der 27. Woche (26+0) mit 970 Gramm und 34 cm auf die Welt. Zunächst sah alles klasse aus, sie atmete selber, hatte keine Hirnblutungen, gute Verdauung usw. Alles TOP den Umständen entsprechend und ein kleines Wunder!!

Dann bekam sie am 15.02. jedoch ganz plötzlich eine Infektion, die zunächst dazu geführt hat, dass sie zu schwach war, um weiterhin selber zu atmen. Sie hatte immer öfter Aussetzer und nicht selber wieder angefangen zu atmen. Man musste sie immer wieder "kitzeln", damit sie nach Luft schnappt. Profilaktisch wurden ihr da schon seit dem Vormittag Antibiotika gegeben, da sie zu diesem Zeitpunkt schon schwächelte und man die Infektion schon vermutete. Der Oberarzt meinte da aber noch zu mir, dass das öfter passiert und man die Infektion meistens in den Griff bekommt und da sie ja sonst stabil wäre, wäre er selber sehr zuversichtlich. Dann hat gegen 18 Uhr der Kinderarzt beschlossen, sie an die Beatmungsmaschine anzuschließen, damit sie sich etwas erholen kann, von ihrem Streß wegen der Atemaussetzer. Ich war dabei und er hat mich dann aber rausgeschickt. Die Schwester hat mich ca. 20 Min. später wieder rein geholt und ich hab erstmal eine Runde geheult. Dann erklärte mir der Arzt, dass er Julia einen Zugang legen möchte, damit er ihr regelmäßig Blut abnehmen kann, ohne sie immer pieksen zu müssen. Ich bin ein paar Meter weg gegangen, weil ich da nicht zusehen konnte. Plötzlich haben mich die Schwestern wieder rausgeschickt. Ich hab nur gesehen, dass trotz der Beatmung die Kurve ganz komisch aussah und der Arzt dauernd an dem Gerät was nachgestellt hat und auch immer den Monitor besorgt im Blick hatte. Ich bin dann auf mein Zimmer und habe dann meinen Mann angerufen. Ich war schon super beunruhigt und er meinte dann, dass er nochmal vorbei kommt. Eine halbe Stunde später bin ich wieder zur Kleinen hoch, wurde aber wieder weg geschickt. Die Schwester wollten mir nicht sagen was los ist und sie meinten auch auf meine Frage hin, ob ich mir Gedanken machen müsse, dass sie nichts Konkretes wüssten. Ab da ahnte ich schon, dass was nicht stimmen kann, weil sie sich einen bestimmten Blick zugeworfen haben. Sie wollten mich dann anrufen, wenn ich wieder zu Julia kann. Dann bin wieder auf's Zimmer und hab wieder meinen Mann angerufen. Er war schon auf dem Weg und ich lag heulend auf meinem Bett als er kam. Ewig haben wir gewartet so kam es mir vor und keiner rief an. Dann hat mein Mann es selber auch nicht mehr ausgehalten und auf der Kinderintensiv angerufen. Das war um viertel nach acht. Er wurde ein paar Mal weiter verbunden und bekam dann die Auskunft, dass unsere Kleine kritisch krank sei und wir noch etwas warten sollten. Keine fünf Minuten später kam die Hebamme und meinte, dass wir zur Kleinen rauf gehen sollten. Da meinte ich schon zu meinem Mann, dass wir jetzt wohl Abschied nehmen dürften... Und so war es auch. Der Oberarzt hat uns zuerst in ein kleines Zimmer geführt und uns erklärt, dass Julia seit 1,5 Std. Lungenblutungen hätte, die sie nicht stoppen könnten. Er war selber total geschockt davon. Er meinte, ob wir zu ihr wollten, sie würde noch atmen, aber sehr unregelmäßig und eher aus Reflex. Ich habe sie dann noch einmal auf meinen Arm genommen, ihr gesagt, wie sehr ich sie liebe, dass sie so hübsch ist und ich hab ihr ein Kreuzchen auf die Stirn gemalt und ihr gesagt, dass sie mit Gott gehen soll und ihren Opa da oben von mir grüßen soll. Sie hatte Blut an der Nase und am Mund und überall Schläuche und sie war schon ganz bläulich verfärbt aber trotzdem fand ich sie so wunderschön! Mein Mann hat sie dann, obwohl er erst nicht wollte, auch noch einmal auf den Arm genommen und dann kam die Schwester und hat sie notgetauft. Daraufhin nahm ich sie wieder zurück und als die Ärzte die Beatmungsmaschine abgeschaltet haben, hielt ich sie in meinem Arm als sie starb.... Wir sind dann kurz raus, um unsere Eltern anzurufen und die Schwester hat Julia in der Zeit gewaschen und angezogen. Dann sind wir wieder in das kleine Zimmer und haben sie nochmal auf den Arm bekommen. So saßen wir dann eine Stunde mit ihr da, bis meine Mutter und mein Bruder kamen. Meine Mutter hat sie auch noch einmal auf den Arm genommen und dann wurde sie in ihrem Bettchen zusammen mit ihrem Diddl Schutzengel und ihrer Spieluhr in die Krankenhauskapelle gefahren. Dort haben wir dann noch einmal Abschied von meinem Püppchen genommen. Dann habe ich fluchtartig meine Klamotten eingepackt und bin mit meinem Mann nach Hause gefahren. In der Nacht habe ich mich mehrmals übergeben, aber nur Galle. Ich saß weinend im Badezimmer auf dem Boden und konnte das alles nicht glauben. Meine Brust tat weh von der Milch und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Abpumpen? Austreichen? WAS? In meiner Verzweiflung hab ich kurz abgepumpt und geheult, als ich die Milch ins Becken gekippt habe....

Am nächsten Tag waren wir noch einmal im KH, um ein paar letzte Formalitäten zu klären. Die Ärzte verstanden das alles selber nicht und meinten, dass so etwas einmal im Jahr vorkäme - höchstens. Julia hatte ein extrem aggressives gram-negativ Bakterium gehabt, das sich von ihrem Darm gelöst hat und in die Lunge gegangen ist. Dort hat es Blutungen ausgelöst und sie starb dann in Folge eines schweren septischen Schocks. Wir haben meine Kleine im engsten Familienkreis im Friedwald beerdigt.

Heute ein Jahr später gibt es tatsächlich wieder Tage, an denen mich die Verzweilfung nicht zerreißt. Früher war mein Lebensmotto "Power is a mental attitude", aber heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Die Kraft ist in jedem von uns - es ist nur situationsabhängig, wieviel davon zu Tage tritt.

Mein neues Motto ist "Es gibt Wunden, die auch die Zeit nicht heilt. Man lernt nur, damit zu leben." Und ich glaube, dieser Lernprozess dauert ein ganzes Leben....

Alles Liebe für euch!
#liebdrueck
Sunny

flamboyant
Urbiasaurus
[2] 26.02.09, 18:05

Hallo,
auch ich möchte mich vorstellen.
Am 04. März kam unser Sohn Jonas in der 39. SSW tot zur Welt. Er wog 2.440g und war 48cm groß.

Am 3.März hatte ich einen Frauenarzttermin, ich war ja schon in der 39. SSW und konnte die Geburt kaum erwarten. Jonas war - nein - er IST unser Wunschkind. Beim Frauenarzt dann das Übliche: Urinprobe, CTG schreiben. Die Schwester hatte versucht das Herzchen zu finden (sonst fand sie es immer ganz schnell)...20 Minuten lang...20 lange Minuten!!! Sie beruhigte mich: "Die Kleinen drehen sich gerne mal weg!" Da hatte sie nun endlich einen Herzschlag (später stellte sich heraus, dass da MEIN Herzschlag gemessen wurde, er wurde fälschlicherweise für den von Jonas gehalten weil ich so aufgeregt war)

Da ich eine Hinterwandplazenta hatte schickte mich die Frauenärztin guter Hoffnung in die Klinik. Mit der Überweisung in der Hand machte ich mich auf den Heimweg. Ich rief Jörg an und berichtete ihm von dem Arztbesuch. Er kam sofort von der Arbeit nach Hause. Simone, Jörgs Arbeitskollegin, fuhr uns dann gegen 14 Uhr ins Krankenhaus. Dort schickte man uns erst mal auf die Entbindungsstation. Die Hebamme schloss mich erneut an ein CTG-Gerät an. Eine ganze Stunde lang versuchten wir einen Herzschlag zu finden und aufzuzeichnen. Die Hebamme wurde skeptisch und holte eine Ärztin hinzu, die uns in die Gynäkologie zum Ultraschall schickte. Der Stationsarzt schaute sich zuerst das Köpfchen an, danach suchte er den Herzschlag - negativ. Um alle Irrtümer auszuschließen wurde ich mit einem zweiten Ultraschallgerät untersucht - wieder negativ. Unser Jonas war tot. Ich brach sofort in Tränen aus und eine Ärztin spritze mir ein Beruhigungsmittel. Jörg konnte seine Trauer auch nicht verbergen - der Schock war zu groß.

Die Ärzte ließen uns für eine ganze Weile allein im Behandlungszimmer. Später brachte uns die Schwester in ein Zimmer. Wir bekamen ein Einzelzimmer. Jörg durfte mit in dem Zimmer übernachten und wir schoben unsere Betten zusammen.
Die Geburt sollte nun mit einem Wehengel eingeleitet werden. Das Gel begann ziemlich schnell zu wirken und ich verspürte die ersten leichten Wehen. Meine Mutti, ihr Lebensgefährte und meine Oma besuchten uns im Krankenhaus.

Nach ein paar Stunden (ca. 22:30 Uhr) wurde ich in den Kreißsaal gebracht und an einen Wehentropf gehängt. Die Hebamme hat mir eine PDA empfohlen, doch der Narkosearzt konnte trotz mehreren Versuchen keine PDA setzen, weil die Wehen zu diesem Zeitpunkt bereits in Abständen von zwei Minuten kamen und ich meinen Rücken nicht richtig rund machen konnte.
Mein Wunsch von einer natürlichen Geburt und ohne PDA wurde erfüllt (hatte während der Schwangerschaft Angst vor einem Kaiserschnitt).
Nach nur sechs Stunden Wehen war Jonas um 1:51 Uhr da. Zwei Stunden lag er in meinen Armen und wir konnten uns von ihm verabschieden! Jonas war sehr gut entwickelt und es gab keine Auffälligkeiten, weder während der Schwangerschaft noch bei bzw. nach der Geburt.

Am 15. März fand die Beisetzung im Kreis der Familie statt. Eine Spieluhr spielte "Weißt du, wie viel Sternlein stehen" und anschließend wurde "You`ll be in my heart" (Phil Collins) gespielt.
Wir werden unseren Jonas immer lieben und niemals vergessen - unser erstes Kind!

Als Ursache wird eine Plazentainsuffizienz vermutet, allerdings war auch die Rede vom Plötzlichen Kindstod im Mutterleib.
Ein Arzt der Uniklinik sagte später zu mir, dass sie Jonas bereits in der 30. SSW geholt hätten. Eigentlich unverständlich, dass meine damalige Frauenärztin nicht gemerkt hat, dass Jonas ab der 30. SSW nicht mehr richtig gewachsen ist.

Liebe Grüße
Franzi mit #stern Jonas ganz fest im #herzlich

scully66
Urbiasaurus
[3] 28.02.09, 21:51

Hallo an alle.

Meine Tochter Laura wurde am 04.07.2003 auf die Welt geholt (32+2 SSW)

Ich hatte ein schweres Helpp Syndrom und wurde mit Kaiserschnitt von ihr entbunden.

Bei der Geburt gab es schwere Komplikationen, sie hatte 10 Minuten Sauerstoffmangel und daraus folgte das sie sehr schwere Hirnschädigung von sich getragen hatte.

Sie wurde beatmet und künstlich Ernährt, Pipi ging nur durch einen Schlauch und die Sauerstoffsätigung war auch nicht wirklich Optimal.

Es wurden viele Untersuchungen gemacht wie zum Beispiel MRT, dort wurde festgetellt das ihr Hirn so weit geschädigt wurde das sie über das Alter eines Kleinkindes wahrscheinlich nicht raus kommen würde.

Nach ein paar Tagen konnte sie dann von der Beatmung ab und es gab dann nur noch Sauerstoff über die Nase. Sie fing dann an am ganzen Körper an zu Krampfen das wurde dann so schlimm das sie dann am 05.07.2003 schon eine sehr hohe Dosis Morphium bekamm.

Ich habe Sie jeden Tag besuch und immer gesagt was ich alles für sie machen würde wenn sie nur bei uns bleibt und das es ihr immer gut gehen wird und das ich sie ganz doll Liebe.

Ich habe nie zu vor jemanden sterben sehen und wünsche es echt keinem Meschen das erleben zu müssen aber ich hätte es mir nie verzeihen können wenn ich den Tag (06.07.2003) zur falschen zeit dagewesen wäre.

Ich kam auf die Neo und die Tür zum Zimmer war zu. Ich schaute durch das Fenster und drei Ärtze standen um ihr Bett. Die Schwestern meinten das ich nochmal raus gehen könnte. Ich bin dann völlig Geistesabwesen raus gegangen. Nach ca. 10 Minuten bin ich wieder rein. Der Chefarzt nahm mich beiseite und erklärte mir das sie in der nächsten Stunde keine Kraft mehr hätte zu Atmen und das sie lieber die Maschine nicht mehr anschliessen wollen. Ich habe mich dann schweren Herzen dafür entschieden was die Ärzte für richtig hielten.

Sie wurde abgekabelt und mir in den Arm gelegt. Es dauerte so ungefähr eine halbe Stunde, dann wurde sie immer entspannter und dann ist sie ganz friedlich von uns gegangen. Es war schlimm aber wenn ich nicht dagewesen wäre hätte ich mir noch mehr Vorwürfe gemacht!

Sie sah so friedlich aus, Ihre Glieder waren ganz locker und nicht mehr verkrampft. Wie ein kleiner Engel.

14 Tage später haben wir sie dann auf dem Friedhof beerdigt.

Es gibt keinen Tag an dem ich nicht an sie denke und ihr sage das ich sie liebe.

Liebe Grüsse an alle und 1000 Küsse an alle Engel und Sterne

kimberleybaby
Urbiasaurus
[4] 02.03.09, 12:58

Hallo will mich dann auch mal vorstellen.Es ist heute genau 9Jahre her.
wir haben schon viel durchgemacht vor allen den Tod unserer Tochter war sehr schwer aber wir halten immer zusammen. Unsere Tochter ist an eine nicht erkannte innere Nabelentzündung verstorben die Hirnblutungen und Blutvergiftung verursacht hat. Kimberley war ein Frühchen und war zwei Wochen im Krankenhaus.Ich habe den Ärzten und Schwestern gesagt das der Bauchnabel komisch aussieht aber die meinten er wäre ganz normal. sie ist am 6.2.2000 geboren und am 22.2.2000 habe ich sie nach Hause bekommen. Leider hat sich mein Mann am 25.2.2000 steriliesiren lassen. Am Abend des 1.3.2000 haben wir sie zum Krankenhaus gebracht weil sie nicht essen wollte und nur am schlafen war.Dort wurde festgestellt das sie eine Hirnhautentzündung hatte.Man schickte mich nach hause da meine anderen beiden ja auch versorgt werden mussten und die kein platz für mich hatten. Morgens am 2.3.2000 um sechs rief man mich an das ich schnellstmöglichst kommen sollte sie hätte innere Blutungen und es stehe sehr schlecht um sie. Als ich dort ankam habe ich mein kind kaum erkannt vor lauter kabeln und infusionen. der oberarzt sprach mit uns das sie auf die medikamente nicht anspricht und dann wollten sie kimberley nochmal röntgen und bevor sie dazu kamen versagte ihr herz.man schickte uns raus und versuchten sie zu reanimieren leider haben sie es nicht geschafft. sie wurde von allen kabeln befreit und ich durfte sie noch ca.eine stunde im Arm halten.Mein Mann erlitt einen Nervenzusammenbruch und konnte sich kaum beruhigen und ich war einfach erstarrt ich konnte nichts mehr denken oder fühlen.Das war so schrecklich!!Unsere beiden grossen damals vier und zwei Jahre alt konnten es garnicht verstehen was nun passiert war und verstehen es auch heute mit 11 und 13Jahren noch nicht.

sandralein07
Urbiasaurus
[5] 02.03.09, 17:38

Hallo,
möchte mich auch mal vorstellen. Florian kam am 23.06.08 zur Welt und ist am 19.08.08 gestorben. Und das nur weil das KH bei der Behandlung geschlampt hat.
Am 23.06. war der Ks und am 24.06. wurde er auf die Intensiv verlegt. Angeblich konnte man nicht feststellen was ihm fehlt, es wurde nur bemerkt, das er Sauerstoff benötigt.
Der Verdacht auf Hirnhautentzündung u.s.w. hatte sich nicht bestätigt, bei der Kernspin kam auch angeblich nichts raus. Nach knapp 4 Wochen wurden wir dann von Intensiv in die Kinderklinik verlegt und nach 1 Woche entlassen. Mit Sauerstoffgerät und Monitorüberwachung. Waren 10 Tage zuhause und in der Zeit jeden Tag beim Kinderarzt, da das KH keinen Bericht zu ihm geschickt hatte und er ihn beobachten wollte. Wir haben dann jeden Tag inhaliert und alles mögliche gemacht. Nach 10 Tagen bekam er Fieber und wir kamen wieder ins KH. Dort bekam er dann wieder Antibiotika und er hieß wieder abwarten. Nach 1 Woche war dann die rede von nach Hause gehen, aber nach absetzen der Antibiotika kam wieder das Fieber. Nach langem einreden auf Professor und Oberarzt
wurde dann auf unsren Wunsch hin eine Bronchoskopie gemacht. Dort stellte sich heraus das 1 Lungenflügel komplett zu und der ander zu 2/3 zu ist. Er wurde dann in ein künstliches Koma verlegt, an die Beatmungsmaschine angeschlossen und mit Medis vollgepumt. 1 Woche später war er Tot, weil er eine 2. LE hatte, die dann eine Thrombose und eine Blutvergiftung ausgelöst. Einen Tag bevor er gestorben ist, hat der Professor nur gemeint
"Auf die Lungenentzündung, die er von geburt an hat, hat sich eine 2. gesetz. Jetzt hat er noch eine leichte Blutvergiftung und eine Thrombose. Es sieht nicht sehr gut aus"
Auf unsere Frage, warum die 1. LE nicht erkannt wurde haben wir bis heute noch keine Antwort.
Es war für uns einfach die Hölle.
Das ist meine Geschichte in Kurzform
LG
Sandra mit #stern Florian und neuem Bauchbewohner(5. ssw)

sunnyloca
Urbiasaurus
[6] 09.03.09, 11:26

#kerze für Jonas

#kerze für Laura

#kerze für Kimberley

#kerze für Florian


#stern#stern#stern#stern#stern#stern#stern#stern
#stern#stern#stern#stern#stern#stern#stern#stern
#stern#stern#stern#stern #stern#stern#stern#stern

lisi32
Urbiasaurus
[7] 03.05.09, 22:43

Hallo teilweise ist es in der Gegenwart geschrieben - ich habe das Tagebuch damals geschrieben, wie die Ereignisse stattgefunden haben - kann es bis heute nicht wirklich ändern.
Es tut immer noch so sehr weh obwohl es 2006 war... und ich inzwischen 2 gesunde jungs habe.

Lisa-Marie du fehlst mir so sehr - ich kann euch gar nicht sagen wie

Ich konnte auch eure Berichte nicht wirklich lesen, sosehr haben sie mich an unsere Prinzesin erinnert. Keiner sollte so was mitmachen müssen.

Ich war auch bei 2 Psychiatern inzwischen, aber die kraft alles wirklich aufzuarbeiten hatte ich nie

danke euch fürs lesen



Die Geburt meiner Tocher LISA MARIE

uns gehts so weit gut - der kleinen geht es ganz gut - den umständen entsprechend.

Am Donnerstag (23+0)vor einer Woche hatte ich Unterbauchschmerzen - habe mich fast nicht ins Krankenhaus getraut um nachsehen zu lassen - aber nachdem da Rückenschmerzen dazu gekommen sind, bin ich dann doch gegangen - zuerst wurde ein Harnwegsinfekt Diagnostiziert.

Ich war schon heil froh, dass es nicht mehr ist. Doch dann beim Ultraschall die Schreckensnachricht Muttermund ist auf 1,8 Cm verkürzt und eine Trichterbildung - na ich sollte 1 woche liegen, dann wird wohl das schlimmste ausgestanden sein.

Ich bekam sofort Antibiotika gespritzt und einen Wehenhemmer - anscheinend waren die schmerzen die ich da hatte, wohl schon wehen gewesen. Die Nacht ging dann ganz gut.

Am nächsten morgen hatte ich immer wieder mal ein Ziehen oder so aber nichts aufregendes. eigentlich keine Schmerzen mehr

Am sonntag (SSW 23+3)hatte ich dann doch Wehen - die sich aber mit einem Cognac (den ich von der Krankenschwester bekam) und einem Haufen Wehenhemmer gebremst werden konnten.

Pfingstmontag (SSW 23+4)- am mittag um 14.30 hatte ich einen Blasensprung.

es wurde wieder ein Ultraschall gemacht und mir mitgeteilt, ein Teil er Fruchtblase würde schon aus dem Muttermund rausschauen, die kleine würde heute oder morgen kommen.

Gleichzeitig wurde uns Mitgeteilt, vor 24+0 würde kein Kinderintensivmediziner geholt werden, und man würde uns das kleine einfach in den Arm legen um es sterben zu lassen.

Wir haben über persönliche Kontakte versucht noch über andere Auskünfte oder altrnativen zu erfahren.....

ICH HABE MEINE KLEINE ZU DEM ZEITPUNKT NOCH RICHTIG KRAEFTIG STRAMPELN GESPUEHRT............... ich war total verzweifelt. Wir haben schon mit einem Seelsorger Kontakt aufgenommen und auch schon über den Abschied gesprochen.

Nach dem Gepräch haben wir dan beschlossen wir machen jetzt alles um versuchen irgend wie auf die 24+0 zu kommen - wir haben begonnen die Stunden bis 24+0 zu zählen......... 60 Stunden rückwärts zählen.........

Alles was wir irgendwo an Hausmitteln oder irgend welchen Wehenhemmenden Mitteln zu machen... Sie liessen uns einfach auch machen und haben uns unterstützt - mein Schatz hat ein Bett bei mir im Zimmer bekommen, und hat mir geholfen, mich unterstützt wo es geht - ich war zwar oft wie weggetretten.... hab gar nicht mehr alles so richtig wahr genommen.

Dienstag 23+5 es gab keine besonderen Vorkommnisse - wir haben wieder begonnen zu hoffen.........

Es wurde vereinbart, sollte ich es bis 24+0 schaffen, würde ich verlegt werden in ein anderes Krankenhaus mit einer besser ausgestatteten KInderintensiv. (in dem Haus wo ich lag werden kinder erst ab 26+0 betreut)

Mittwoch 23+6 ich hatte Bauchschmerzen (nicht schlimm), konnte es aber nicht mehr richtig zuordenen, der Bauch wurde auch nicht hart - und es waren Schmerzen die ständig da waren - meine mami und mein Schatz haben gemeint es waren die Kirschen die ich zwischen drinnen genachscht habe, habe mich auch damit zufrieden gegeben.

Donnerstag 24+0 mir gehts sehr gut - heute soll ich verlegt werden in ein Krankenhaus - mit einer sehr guten Kinderintensivmed. Betreuung. Doch mittags der Schock - leider ist die Geburtshilfestation voll - ich kann nicht verlegt werden - ausser es sollte ein Notfall eintretten, aber da ich ja zu der Zeit schmerzfrei war und ich beruhigt war ich hatte ja mein grosses Ziel erreicht 24+0 stimmte ich zu......

Am mittag um 15.00 bin ich aufgestanden um Auf die Toilette zu gehen. ich merkte da kommt was raus griff nach unten und hatte schon den Kopf meines Babys in der hand (ZU DER ZEIT HATTE ICH KEINERLEI SCHMERZEN ODER SO WAS)

mein Schatz hat sofort Alarm geschlagen - ich habe die kleine solange zurückgehalten, bis ich den Kinderarzt gesehen habe - dann habe ich sie sofort kommen lassen....... Sie wurde Notversorgt und ein Kinderintensivmedizinerteam wurde aus dem Zentralkrankenhaus angefordert die sie sofort mitgenommen haben....... Ich wurde wegen starker Blutungen sofort Operiert - da ich eine sehr extreme Nachblutung gehabt (HB ist momentan 7,8)

Unsere Lisa-Marie hat 643 Gr und es geht ihr den Umständen entsprechend sehr gut.... auf der Frühgeburtenstation, haben sie anscheinend noch nie ein so aktives Früchen gehabt in der frühen Woche......

Wir können momentan nur hoffen und betten, dass alles gut geht.

09.07.2006 unserer Lisa-Marie geht es immer schlechter - Nachmittags werden wir über die bevorstehende OP aufgeklärt die am 10.07.2006 stattfinden soll......(Lisa-Marie hat einen Darmverschluß)

doch es kommt alles anders - Abends geht es unserer kleinen Prinzessin immer schlechter - uns wird geraten Lisa-Marie zu den Sternen gehen zu lassen - nie mußten wir eine schwerere Entscheidung treffen. Doch die Ärzte können ihr nicht mehr helfen - es ist alles nur eine Frage der Zeit. Innerhalb von nur 3 Stunden geht es ihr so schlecht, daß sie nicht bei uns bleiben kann........

Wir entschließen uns das letzte was wir für unsere Prinzessin tun können - sie in Würde gehen zu lassen. So ist unsere Lisa-Marie in den Armen ihres Papis um 21.10 gestorben.........

nanel
Urbiasaurus
[8] 04.05.09, 19:10

Hallo #liebdrueck

Ihr habt zweifellos beispielhaft gekämpft, mehr konntet Ihr nicht tun!

Die Regelung mit der 24. SSW hat auch uns zu schaffen gemacht.
Wie kann es sein. dass vor diesem Zeitpunkt den Kleinen nicht geholfen wird!
Unglaublich wie mit menschlichem Leben umgegangen wird!
Wie kann man solche Gesetze in Kraft setzen?
Sollte man sich nicht um jedes lebend geborene Kind kümmern, dass zur Welt kommt?
Man kann heute schon so viel tun, aber warum erst ab 24+0 SSW?

Ich kam in der 19.SSW mit Diagnose vorzeitiger Blasensprung ins KH. Und wir haben es bis 27+4 SSW geschafft. Dann bekam ich starke Blutungen - wahrscheinlich Plazentaablösung. Notsectio ...
Unser kleiner Kämpfer hat leider seinen ersten Lebenstag nicht geschafft, weil die Lungenfunktion nur unzureichend ausgebildet war - aufgrund Fruchtwassermangel.
Aber wir sind froh, den Weg so gegangen zu sein, denn er war bis zum letzten Tag in meinem Bauch trotz allem sehr mobil und war zu seiner Geburt zeitgemäß entwickelt.
Wir hätten alles für ihn getan. Und viele haben mitgehofft und gebetet.
Das Ganze zu akzeptieren, fällt mir nach wie vor wahnsinnig schwer.

Er fehlt mir sehr und das wird auch immer so bleiben.

Nun bin ich auch wieder schwanger. Wie hast Du es geschafft, Dich voll auf das "neue" Kind einzustellen? - ohne ständig traurig zu sein - weil man ja für das erste Kind das Gleiche getan hätte, wenn man könnte.
Mir kommt das noch so wahnsinnig schwer vor.

Liebe Grüße nanel mit Moritz fest im Herzen

lisi32
Urbiasaurus
[9] 04.05.09, 23:26

Hallo nanel

danke für deine Antwort - wie ich es geschaft habe.... eigentlich gar nicht - zuerst konnte ich die Schwangerschaft die ich mir so sehr gewünscht habe nicht akzeptieren....

als ich sie dann akzepieren konnte hatte ich nur noch angst um dieses Kind. Ich bin einmal so ausgeflippt, daß sie mich im Krankenhaus niedergespritzt haben. Der Arzt hatt dan mit meinem Mann gesprochen und ihm klar gemacht, daß viele meiner Beschwerden nur Psychisch sind.

ich hatte noch sehr viel Pech in der Schwangerschaft. als die Cerklage gelegt wurde, saß die Narkose nicht richtig - ich habe jeden stich gespührt.... aber das ist eine andere unschöne geschichte, die ich dir lieber ersparen würde.

Auf alle fälle kam es so weit, daß ich die Hilfe eines Psychiaters in anspruch genommen habe. Sollte vielleicht auch dazu sagen, die Schwangerschaft kam etwa 2 Wochen nach dem Tod von Lisa-Marie zustande. Ich hatte bis dahin nichts verarbeitet und gehoft mit der Schwangerschaft meine tochter wiederzubekommen........ Was natürlich nicht möglich war. Habe auch medikamente für die Psyche bekommen und eigentlich die ganze Schwangerschaft mehr oder weniger im Krankenhaus verbracht. Meine Beiden ersten Kinder sind nur 8 Monate auseinander da ja Joel auch ein Früchen war.

Meine letzte Schwangerschaft verlief übrigens ganz problemlos und der kleine kam erst in der 42 SSW zur welt. Ich werde bei jeder weiteren Schwangerschaft probleme haben....

Karoline