Einsteigerinformation - Zyklusblatt

jaci1205
Urbiasaurus
[1] 22.01.12, 23:32

Ein Zyklusblatt ist weniger geheimnisvoll als es zunächst aussieht. Jeden Tag werden die Informationen bezüglich Temperatur und Zervixschleim eingetragen (Genaueres dazu später), die zusammen dann den Zyklusverlauf darstellen.

Warum aber sollte man überhaupt ein Zyklusblatt führen? Ist das nicht viel zu aufwändig?
Zunächst stellt sich klarerweise die Frage, warum man eigentlich den Zyklus mitschreiben möchte - man hat dies ja bisher noch nie getan. Es gibt mehrere - und zwar sehr gute - Gründe für das Führen eines Zyklusblattes:
Ich möchte meinen Körper kennen lernen. Ich möchte verstehen, was da eigentlich in mir passiert. Ich möchte die Zeichen und Signale, die er aussendet verstehen können. Woher kommt beispielsweise der Schleim? Warum und wann wird meine Brust größer? Wieso kommt es zu Regelschmerzen (und was kann ich dagegen tun)?
Bei Kinderwunsch ist es wichtig, um die fruchtbare Zeit zu wissen. Die Ovulation findet nicht am 14. Tag statt, sondern dann, wenn der Körper so weit ist. Das kann bereits um einiges früher sein, allerdings auch bis zu mehrere Wochen später.
Manchmal versucht man, einem seltsamen Verhalten auf die Spur zu kommen, beispielsweise warum Zyklen so unregelmäßig sind oder so lang. Man kann dieses Verhalten erstens besser verstehen, wenn man direkt sieht, was passiert; und zweitens kann man auch entsprechende Maßnahmen setzen.
Man möchte Empfängnisregelung ohne Hormone, ohne Chemie, auf eine partnerschaftliche Weise, und zwar mit einer Verlässlichkeit, die der Pille entspricht beziehungsweise diese sogar übertrifft.
Mit dem Mitschreiben des Zyklus kann man gleich anfangen. Man weiß ja, wann der erste Zyklustag war, und man weiß meist auch noch, wie lange die Blutung gedauert hat. Also kann man sofort beginnen.

Dazu zunächst eine Empfehlung: Wenn ein Partner vorhanden ist, ist er meist am "Grund" beteiligt; in einer Partnerschaft handelt es sich meist um Kinderwunsch oder Kontrazeption. Für die Frau ist es sehr angenehm, wenn der Partner sich am Geschehen beteiligt. Er kann klarerweise nicht den Schleim beobachten, und er kann auch nicht die Blutungsstärke abschätzen. Aber er kann Interesse am Zervixschleim zeigen, an den Vorgängen in der Frau, an den Beobachtungen. Und er kann vor allem das Zyklusblatt führen!