Expertenforum
Kinderautositz-Fachmann Ingo Biener

Expertenrat Unterwegs mit Kind

Die Qual der Wahl hat, wer einen Kinderwagen oder einen Autositz kaufen möchte. Nach welchen Kriterien wähle ich das beste Produkt für mich und mein Kind aus? Der Fachmann für Kinderautositze Ingo Biener beantwortete eure Fragen zum Thema in unserem Expertenforum.

Autor: urbia
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Best of-Fragen

Experte Britax-Römer Ingo Biener

Über den Experten

Ingo Biener ist seit 2008 bei der Firma Britax Römer als Teamleiter des deutschen Kundenservices tätig. Ingo Biener ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. 

 

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3 wichtige Fragen aus unseren Expertenforum

Gurte zu kurz

Frage: Im neuen Auto meiner Schwiegermutter, die oft auf die Kinder aufpasst, sind die Gurte hinten zu kurz für den Maxi Cosi (Babyschale) und für den Cybex mit Gangkörper den wir haben.(Seat Ibiza) Es gibt ja Gurtverlängerungen, aber die sind glaube ich verboten oder?

Experte: Die heutigen Größen der Kindersitze bzw. die benötigten Gurtlängen sind an der Norm ECE-R16 orientiert. Nach dieser Norm sind normalerweise alle Sicherheitsgurte in den Fahrzeugen ab dem Jahr 2000 geprüft und zugelassen. In älteren Fahrzeugen hat man deshalb oftmals Schwierigkeiten Kindersitze wie z.B. eine Babyschale zu befestigen. Gurtverlängerungen sind in der Nutzung zusammen mit Kindersitzen nicht zugelassen. Deine Schwiegermutter könnte aber in einer Fachwerkstatt anfragen, ob es möglich ist längere Gurte in ihr Auto einzubauen.

 

Großes Kind, welcher Sitz?

Frage: Mein Sohn ist 7 Monate alt und 10 kg schwer. In unserem aktuellen Sitz (Hauck 0) sitzt er sehr beengt, hat kaum Platz und auch sein Kopf ragt ca.2 cm über die Kopflehne. Er kann zwar kurze Zeit alleine sitzen, aber noch nicht von alleine. Welchen Sitz würden Sie mir empfehlen?

Experte: Gleich vorab: Wenn Dein Sohn bereits mit dem Kopf über den Rand der Babyschale gewachsen ist, muss ein anderer Kindersitz verwendet werden. Bei rückwärtsgerichteten Kindersitzen muss der Kinderkopf immer von der Schale abgedeckt sein und darf maximal mit dem Rand abschließen. Da Dein Sohn noch nicht alleine Sitzen kann, das ist der Fall, wenn er sich aus dem Krabbeln in die sitzende Positon selbst aufrichten kann, müsstest Du auf jeden Fall weiterhin einen rückwärtsgerichteten Kindersitz verwenden. Es gibt für diesen Fall von verschiedenen Kindersitzherstellern Modelle, die in den Gruppen 0+ & 1 (ab Geburt bis 18 kg) verwendet werden können und daher dementsprechend größer gestaltet sind. Zum Teil dreht man die Sitze ab 13 kg in Fahrtrichtung, andere sind bis 18 kg rückwärts zu nutzen oder sind wahlweise, sobald das Kind sitzt, drehbar. Auch die Befestigungsvarianten reichen von Sitzen mit Isofixrastarmen bis hin zu Sitzen, die mit dem fahrzeugeigenen 3-Punkt-Gurt befestigt werden.

 

Reboarder als Folgesitz

Frage: Empfehlen sie auch eher Reboard-Folgesitze wie vorwärtsgerichtet nach der Babyschale? Und schneiden Reboarder bei Tests wirklich oft nur schlechter ab, da das Handling schwieriger ist als bei anderen Sitzen? Weil wenn man sich ADAC oder Stiftung Warentest anschaut, haben Reboarder (wenn sie überhaupt mal getestet werden) oft nur mittelmäßige Ergebnisse.

Experte: Eine Empfehlung, ob ein rückwärts- oder vorwärtsgewandter Kindersitz nach der Babyschale verwendet werden sollte, ist schwierig. Man sollte sich immer bei einem Fachhändler vor Ort Sitze beider Verwendungsmöglichkeiten anschauen, das Kind Probesitzen lassen und die Sitze im eigenen Fahrzeug probeweise einbauen. Es gibt bei beiden Kindersitzvarianten Vor- und Nachteile und je nach Unfallart hat der eine oder andere seine Stärken. Die Reboarder werden bei den Testinstituten oft auch wegen des aufwändigeren und deshalb fehleranfälligerem Einbaus im Fahrzeug abgewertet. Die einzelnen Ergebnisse können Sie über den ADAC oder die Stiftung Warentest erfahren.


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