Hat jemand von euch euer Kind bei seinen Elten aufwachsen lassen?

Hallo
Das ist ernstgemeint, und ich bitte darum um ernstgemeinte Antworten und keine diskriminierung.
Ich stecke momentan in einer schwierigen Lage. Ich glaube ich leide an einer Depression, aber dies schon seit Jahren. Mein Kind war bisher bei meinen Eltern, und ich bin dort immer hingegangen. Nun meinten meine Bekannten es wäre besser, wenn mein Kind bei mir aufwächst, schliesslich bleibt ein Kind bei seiner Mutter.

Ich war beim Jugendamt und nun war mein Kind zwei Wochen bei mir und seit zwei Tagen schläft er wieder bei meiner Mutter, aber heute abend hole ich ihn wieder zu mir. Ich muss sagen, das meine Mutter den kleinen beigebracht hat, zu sich Mama zu sagen und zu meinem Vater Papa. Das ist alles so eine verwirrte Situation , und würde zu lange dauern es hier reinzuschreiben um es zu erklären.

Nun wollte ich fragen, ob jemand von euch mit eurer Situation nicht klar kam , und euer Kind bei euren Eltern aufwuchs. Oder wer von euch vlt bei euren Grosseltern aufwuchs. Und was für ein Verhältnis habt ihr zu eurer Leiblichen Mutter?

Lg Anette

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"Ich glaube ich leide an einer Depression, aber dies schon seit Jahren."

Warum lässt Du Dich nicht behandeln?
Ich denke für ein Kind sind geklärte Verhältnisse wichtig, und so ein hin und her völlig inakzeptabel.

Ich selbst bin bis Schuleintritt im Wochenheim aufgewachsen und es war alles andere als einfach für mich, damit hab ich heute noch manchmal zu kämpfen.

Die Entscheidung für Dich und Dein Kind kann Dir hier keiner abnehmen.

Alles Gute, #klee
LG elfe

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Hallo

also ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen, meine Mutter ging tagsüber arbeiten.
Ich hab ein sehr schlechtes Verhältnis zu ihr.
Das muss aber bei dir nicht so sein, jedoch finde ich es nicht OK, dass "Oma" deinem Kind beibringt, zu ihr Mama zu sagen!
Schau, dass du mit dir wieder ins Reine kommst, und lass dich gegen die Depression behandeln!
Kurzfristig spricht sicher nichts dagegen, dass dein Zwerg bei Oma aufwächst,solange es dir nicht gut geht, aber langfristig finde ich das nicht so toll.
LG Sandi

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Hallo liebe Anette

ich möchte dir vorab Mut machen.
Meine beste Freundin (Alleinerziehende Mutter) verfiel in eine schwer Psychose, ist die nächste Stufe der Depression, mit der bei ihr alles anfing. Allerdings hat sie es vor sich hin geschoben sich behandeln zu lassen.
Am ende war sie mit ihrer Tochter überfordert, sich um sie zu kümmern war für sie eine Qual....Sie verließ ihr haus nicht mehr. Einkaufe erledigte sie via Computer und online Shopping.
Sie weinte nur , bis sie sich entschloss zum Arzt zu gehen. Der ihr empfahl sich bei einer Psychiatrie zu melden, um sich dort helfen zu lassen.

Hört sich schlimmer an als es war. Sie war in einer Abteilung für Frauen mit schweren Depressionen.
Sie war dann dort 2 Monate stationär. Der Weg dorthin war hart. Da man die erste Woche keinen Kontakt nach außen haben darf. Aber dann ging es aufwärts, die intensiv Psychologische Behandlung tat ihr sehr gut. Es wurde ein Antidepressiva auf sie abgestimmt, als Kombinationstherapie.

Nach 2 Monaten kam sie wieder nachhause. Und war wieder "frau ihrer Sinne."
Sie beschreibt es als erwachte sie aus einem bösen Traum. Und als lief sie die Zeit ihrer Depression mit einem Schleier über dem Kopf herum.

natürlich ist so eine Therapie nicht in 2 Monaten abgeschlossen und mann ist geheilt. Eine Therapie wird weitergeführt bzw. sollte man weiterführen.

meine Freundin geht seit dem sie wieder zurück ist, 1 Mal die Woche zur Therapie. Und es geht ihr sehr gut, sie blüht so richtig auf. Dies liegt jetzt 1 Jahr zurück.

In der Zeit in der sie in der Klinik war, war ihre Tochter bei ihrer Schwester, die sich liebevoll kümmerte.
Und ist seit dem Tag der Entlassung wieder bei ihrer Mutter, und es klappt prima.
Sie könnte sich nichts ohne ihre Tochter vorstellen, und ist eine ganz ganz tolle Mama.

Rede doch mal mit einem Arzt. Die können dir bestimmt helfen. Es gibt andere Lösung als das Kind bei den Großeltern aufwachsen zu lassen.
Vielleicht tut dir eine Therapie ganz gut, und bereust es im nachhinein diese Entscheidung getroffen zu haben.

Ich wünsche dir auf deinem Weg alles gute und das du für dich die richtige Entscheidung triffst

liebe Grüße

Jessica

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Mein Freund wuchs bei seinen Großeltern auf.

Das erste Lebensjahr, seit er geboren wurde. Aber meine Schwiegermutter wollte nur einfach weiter studieren und hat ihn höchst freiwillig dort hin gegeben und nur besucht.

Die Großeltern waren sehr liebevoll. Mit einem Jahr hat sie ihn wieder zu sich genommen - aber es nicht gepackt und er kam mit 2 Jahren (weil er jegliche Nahrungsaufnahme abgelehnt hat - musste zwangsernährt werden mit 2 !!!) wieder zu den Großeltern, bis er 9 Jahre alt war.

Ab da sollte er, weil er ja jetzt groß war, so ihre Meinung, wieder bei ihr leben und hat es auch, bis wir zusammen gezogen sind, da war er 23.

Er musste eine Therapie, hatte große Verlustängste, ist auch heute noch nicht selbstbewusst und ein großer Grübler, ob ihn andere wohl nicht mögen.

Er kann nicht immer gut mit Fremden - unkontrollierbares Stottern/Versagensängste etc.

Wir haben zu meiner Schwiegermutter keinen Kontakt mehr - sie war und ist aber auch eine schreckliche Frau und es sind mit mir und Luca auch Sachen vorgefallen, dass ich schon lange vor meinem Freund den Kontakt zu ihr abgebrochen habe.

Daher tendiere ich dazu, wenn sich Dein Kind dort wohlfühlt, ihr regelmäßig Kontakt habt, und Du nun mal sehr krank bist, ist es wohl das beste, ihn bei seinen Bezugspersonen zu lassen.

Wenn er zu Dir will, dann ist es etwas anderes. Dann musst Du entscheiden, ob Du es schaffen kannst.

Ich wünsch Dir in jedem Fall viel Kraft.

entichen

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Ich finde es sehr gut von dir, dass du dir da Gedanken drüber machst.

Eine meiner ehemaligen Freundinnen aus der Schule ist bei ihren Großeltern aufgewachsen, weil ihr Mutter damals mit ihren 19 Jahren überfordert war mit einem Baby. Allerdings wäre ihre Oma nie auf die Idee gekommen, dass sie "Mama" genannt werden möchte #schock. Dies hätte ich an deiner Stelle auch bei Zeiten unterbunden. Denn auch, wenn du dein Kind nicht selbst erziehst, bleibst du die Mutter und deine Eltern nun mal die GROßeltern.

Solltest du es noch nicht getan haben, dann begib dich am besten schnellstmöglich in psychologische Behandlung, um deine Depressionen in den Griff zu bekommen. Und für dein Kind sollte definitv auch klar sein, wer Mama ist und wer die Großeltern sind. Wie spricht dein Kind dich denn eigentlich an?

Wenn du eines Tages psychisch wieder stabil genug bist, kann man ja immer noch überlegen, ob du dein Kind zu dir nimmst. Aber dann auch für immer, weil ein Hin & Her wäre für das Kind einfach unzumutbar.

Alles Gute #klee und LG
Tina

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Hallo!

Ich kann dir nur schreiben, was mein Gefühl zu dieser Sache ist.
Ich würde mich nicht wohl fühlen, wenn ich nicht die "Mama" meiner Kinder wäre, ob sie jetzt bei mir leben oder wo anders, ICH bin die MAMA.

Ansonst, Depressionen sind eine Krankheit, also ab zum Arzt.
Bezüglich der Situation mit deinem Kind, würde ich mir dringend Unterstützung suchen (mobile Mamas, Tagesmutter, Jugendamt, was macht der Kindsvater?,...)

Normal finde ich es nicht, einem Kind als Oma beizubringen sie Mama zu nennen. Da würde ich mich schon fragen, ob er in guten Händen ist. Und was bist du dann für dein Kind ?!? unwichtig-> ist natürlich wieder ein idealer Nährboden für Depressionen,.....

lg karin

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Ich kam unmittelbar nach meiner Geburt zu meiner damals 48-jährigen Oma. Meine Mutter war 20 als sie mich bekam, war total überfordert und wollte wieder arbeiten gehen.

Anfangs habe ich meine Mutter besucht, ich bin aber als Kind schon nicht mit ihr klargekommen. Nun wohnt sie neben mir, aber viel mit ihr zu tun habe ich nicht. Sie ist wie eine Nachbarin für mich. Meine Mutter ist eine verlogene, hinterhältige und geldgierige Person.

Ich bin froh und dankbar, dass ich als Kind zu meinen Großeltern gekommen bin. Sonst wäre ich heute vielleicht wie meine Mutter.

Meine Großeltern haben sich wunderbar um mich gekümmert und tun es heute noch. Bessere "Eltern" hätte ich mir nicht wünschen können.

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Wenn es fuer Dich und das Kind die beste Loesung ist und weder das Kind noch Du damit ein Problem haben dann ist es doch voellig ok.

Wenn es Dir nicht gut ist solltest Du Dich um Dich selber kuemmern und versuchen gesund zu werden egal wie lange das dauert und auch kein schglechtes Gewissen Deinem Kind gegenueber haben. Wenn es bei Deinen Eltern alles hat was es braucht dann ist das ok so.

Im Sueden ist das ueblich so und in Lateinamerika sowieso. Da wachsen die Kinder bei den Grosseltern auf waehrend die Eltern in anderen Ecken des Landes arbeiten gehen etc.

Keines dieser Kinder hat einen Schaden...!!!! Besser so als verwahrlost oder in adoption.

Mach Dir keinen Kopf, es gibt auch wieder bessere Zeiten, Du hast eine gute Loesung gewaehlt und sieh zu das Du nun fuer Dich eine entsprechende Theraphie oder so findest.

Alles Gute !

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Hallo Anette,

erstmal finde ich es wahnsinnig mutig von dir dich hier so zu öffnen und auch ganz klar deine Probleme/Ängste/Bedenken zu schildern.

Ich selbst bin bei meinen Großeltern aufgewachsen weil meine Eltern beide ganztags berufstätig waren. Das Wochenende habe ich dann immer bei meinen Eltern verbracht.
Für mich hätte es keine bessere Lösung geben können denn von meinen Großeltern hab ich alles bekommen was ich wollte (damit meine ich Liebe, Zuneigung....). Schön war natürlich auch, dass noch jüngere Geschwister meiner Mutter im Haushalt gelebt haben und ich somit sozusagen als "Nesthäckchen" groß geworden bin. Dadurch dass mich meine Eltern fast täglich bei den Großeltern besucht haben, blieb eine enge Bindung bestehen.
Im Alter von 10 Jahren bin ich dann zu meinen Eltern zurückgezogen weil ich auf eine andere Schule gekommen bin. Von Anfang an hat alles prima geklappt. Für mich ist meine Mutter die beste Mutter der Welt. Dazu kommt, dass ich ein sehr inniges Verhältnis zu meinen Großeltern habe und somit quasi mit zwei Elternpaaren gesegnet bin.

Ganz wichtig finde ich allerdings, dass dein Sohn lernt, dass DU die Mutter bist. Seine Oma ist und bleibt seine Oma - das musst du klarstellen denn sonst wirst du das irgendwann von deinem Sohn als Vorwurf bekommen!

Ich wünsche dir alles Gute!

LG, Lilli