Wahrscheinlich Maserninfektion TROTZ Impfung :-(

Hallo!

Suche hier Leutchen, die mir ähnliche Erfahrungen berichten können.

Mein Sohn ist 3,5 Jahre alt. Er wurde MMR geimpft.

Nun ist er seit ca. 1,5 Wochen schubweise sporadisch krank.

Angefangen hat alles vergangenen Sonntag vor einer Woche. Wir waren zum Brunch. Er war normal fit, hatte gut gegessen. Auf dem Nachhauseweg im Auto erbrach er sich plötzlich massiv. War eine einmalige Geschichte. Den Folgetag habe ich ihn dann aus der KiTa rausgenommen, um zu schauen, was kommt oder nicht kommt. Gekommen ist nichts. Ihm ging es auch wieder prächtig.

Den folgenden Mittwoch war er schon am Morgen nicht so fit. Da er aber um 4 Uhr in der Nacht einmal wach war, waren wir uns nicht ganz sicher, ob es daran gelegen haben könnte, ob er ggf. länger wach war, als wir dachten. Er verhält sich dann ganz still wenn er merkt, dass alles noch dunkel ist und schläft und liegt dann da mit offenen Augen. In der KiTa war er wohl weinerlich, dennoch rief uns niemand an, dass wir ihn abholen sollen. Als er am frühen Nachmittag nach Hause kam, musste er sofort dringend auf die Toi. Es war auch das erste Mal, dass er sein großes Geschäft nicht rechtzeitig schaffte, also ein wenig in die Hose ging. Er hatte minimal Ansätze von Durchfall, was aber extrem auffiel war, dass er einen ganz enfärbten Stuhlgang hatte. Fast weiß.

Wir glaubten da noch an einen Magen-Darm-Infekt. Er war schlapp und weinerlich. Fieber hatte er nicht. Am Donnerstag habe ich ihn dann wieder Zuhause gelassen. Da war er aber normal und fit. Sein Stuhlgang war auch wieder normal geformt, nur noch nicht wieder richtig dunkel. Am Freitag war er dann wieder in der KiTa. Da war auch wieder alles normal.

Am WE hatten wir volles Programm, waren zum Karneval vom Sportverein und hatten Sonntag Besuch, da war auch nichts. Normal fit.

Am Montag war er am Morgen auch normal, habe ihn dann in die KiTa gebracht. Als ich ihn frühen Nachmittag abholte, wurde ich gleich beiseite genommen und es wurde gesagt, mit meinem Sohn stimme heute was nicht. Er war Vormittags weinerlich, hat auch nichts gegessen, lediglich im Mittagessen herum gestochert.

Er wollte dann auch vorzeitig reingehen, nach dem Mittag gehen immer alle Kinder gemeinsam raus auf das Gelände. Er beklagte sich über Schmerzen in den Füßen, wollte nicht stehen, weinte nur, hob immer abwechselnd seine Beine in die Luft und hatte knallrote verweinte Augen.

Ich prüfte seine Stirn, die war zu dem Zeitpunkt noch normal. Er hatte auch keine fiebrigen Wangen, nichts.

Er ging wie ein "geprügelter Hund" zum Auto, mit gesenktem Kopf. Allein wollte er auch nicht ins Auto einsteigen, gab immer wieder Schmerzen in den Beinen an.

Zuhause habe ich ihn dann gleich auf das Sofa gepackt und in eine Decke eingekuschelt. Er hatte eiskalte Hände und Füße, da dachte ich mir auch schon, der wird doller krank.

Er lag dann da, recht apathisch, ich habe nochmal seine Stirn geprüft, bis dato noch nichts. Kurze Zeit später ist er dann eingeschlafen.

2 Stunden später wachte er dann weinend und wimmernd auf. Zu dem Zeitpunkt merkte ich schon, dass er deutlich wärmer im Gesicht war. Er wollte freiwillig vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer gelegt werden, konnte weder Licht noch Geräusche um sich herum haben. Das fand ich schon mehr als seltsam.

Er lag dann da, mit geschlossenen Augen, die Augenlider zuckten immer sehr doll hin und her, auffallend waren auch seine Hände, wo die Finger immer wieder mehr oder weniger doll, aber regelmäßig zuckten. Er schwitze auch sehr stark.

Zu diesem Zeitpunkt beklagte er sich auch das erste Mal über sehr dolle Kopfschmerzen, über Bauchschmerzen, über Halsschmerzen und wiederholt über Schmerzen in Beinen und Füßen. Allein stehen wollte er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Ich habe dann das erste Mal Fieber gemessen. 39,6 Grad. Im Ohr.

Er war aber wach, obwohl er mit geschlossenen Augen da lag. Man konnte ihn zu jederzeit ansprechen, er wirkte aber sehr durcheinander.

Da er körperlich stärkere Schmerzen hatte, gab ich ihm dann das erste Mal Ibuprofensaft.

Das Fieber sank darunter nur sehr mäßig. Ihm ging es immer noch sehr schlecht. Wir haben ihn dann gefragt, ob er gern zum Arzt möchte, der mal drüber schaut. Er wollte sogar freiwillig, was er sonst nie macht. Wir wären auch gefahren, wenn er nein gesagt hätte ;-) Nur sonst kriegt der das Panik-P im Auge, wenn er das Wort Arzt überhaupt hört.....

Wir sind dann am späten Abend noch in die Klinik gefahren. Die Ärztin wurde bei der Beschreibung, dass er weder Licht noch Lärm abkonnte und auch diesen Zuckungen hellhörig in Bezug auf eine Hirnhautentzündung. Er konnte zwar das Kinn nicht ganz auf die Stirn legen, hatte aber dafür eine zu geringe Schmerzangabe, als dass man jetzt hätte sagen können, er hat eine Hirnhautentzündung. Zum Glück!

Sein Rachen war aber sehr stark gerötet, er war klitschnass geschwitzt, sein Bauch war ganz aufgetrieben, Lungen, Nase, Ohren und Lymphknoten waren aber ohne Befund. Scharlach wurde anhand eines Streptokokkentests ausgeschlossen.

V. D. Virusinfekt.

Was die Ärztin aber auch da schon störte war, dass nicht nur sein Rachen, sondern auch sein Mundraum recht rot erschien. Wir waren aber nun recht früh da, sagte sie, daher konnte man da noch keine genauere Diagnose stellen, also nächsten Tag zum KiA.

Bevor wir dann nächsten Morgen auf zum KiA waren, sagte Jannes immer seine Zunge wäre scharf... Ich denke mal, er meinte, dass diese brennt. Er beklagte sich auch weiterhin über Bauchweh, Fieber war am Morgen weg.

Wir dann zum KiA, der sich nochmal ausführlich angeschaut. Diese Geschichte im Mund störte ihn auch etwas, vor allem auch Fieber ohne Erkältungsanzeichen.... Magen-Darm war es auf gar keinen Fall, dafür fehlten Durchfall und Erbrechen und dafür war der Rachen-Mundraum auch nicht typisch....

Dann fiel das erste Mal das Wort Masern.... Ist ihr Kind geimpft.... Ja, ist es.... Es deute vieles darauf hin, dass sich eine Kinderkrankheit entwickeln würde, am ehesten würde da wohl Masern passen. In der ersten Erkrankungsphase.

So, was uns jetzt richtig stutzig macht ist, Mittags bekam er wieder ganz hoch Fieber, wieder das gleiche Spiel, wollte wieder nur ins Schlafzimmer ohne Licht ohne Geräusche, dann wachte er 2 Stunden später auf und war vollkommen entfiebert und war fit, als ob nie was gewesen wäre..... Von Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen keine Rede mehr....

Zusammenfassend alles eine einmalige Geschichte... Einmalig gespuckt, einmalig etwas Durchfall eher sehr breiig stark entfärbt, 24 Stunden hoch gefiebert und dann puff..... Alles weg..... Und ja nicht nahtlos, sondern immer mit einigen Tagen dazwischen, wo es wieder o,k. war.

Die 2. Erkrankungsphase kommt bei Masern wohl 3 - 5 Tage später, nach der ersten hohen Fieberphase. Wenn der Ausschlag plötzlich einsetzt....

Ich werde irre.... Das Problem daran ist, mein Mann hatte wohl nie die Masern und ist auch nicht geimpft, zu seiner Kinderzeit existierte auch noch keine Impfung.... Ich hatte Masern richtig als Erkrankung als Kind.

Jetzt hatte ich vorhin mal gegoogelt, ob das häufiger vorkommt, das Kinder trotz Impfung an Masern erkranken. Das ist bei der Masernimpfung wohl nicht so selten....

Daher wollte ich mir hier mal austauschen, mit Leuten, denen es genauso ergangen ist.... Hatten Eure Kinder dann verkürzt die Masern, also abgeschwächt?

Jannes hat ja jetzt nur 24 Std. hoch gefiebert. Im Netz steht immer 3 - 5 Tage, aber ich weiß, dass Menschen, die ein bißchen immunisiert wurden aber halt nicht ausreichend, verkürzt und abgeschwächt die Krankheit durchmachen können, daher wiege ich mich aufgrund der kurzen Fieberphase nicht in Sicherheit, dass es doch nicht die Masern sein werden.....

DANKE :-) Und sorry, dass es so lang geworden ist!

LG Janette

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Hallo,

habe mir jetzt auf die schnelle nicht alles durchgelesen. Antworte deshalb nur auf Deine Überschrift.

Generell gilt:

Wenn man geimpft ist, heißt das definitiv NICHT, dass die Krankheit NICHT zum Ausbruch kommt, sondern dass sie auftreten kann, aber nur in abgeschwächter Form. Das wird aber eigentlich von jedem guten Kinderarzt VOR einer Impfung im Impfaufklärungsgespräch erörtert.

LG pinguin011

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Hallo! Erstmal Danke für Deine Antwort!

Ich wollte nicht direkt drauf hinaus, ob man Erkrankungen trotz Impfung bekommen kann. Das weiß ich.

Ich wollte hier lediglich schauen, ob sich explizit bei der Masernimpfung in der Tat eine verhältnismäßig höhere Anzahl an Betroffenen finden lässt, die ähnliches durchgemacht haben.

Ich hätte auch gern tipps, was mit Angehörigen gemacht wurde, wo nicht sicher war, ob sie Immunschutz haben, oder nicht....

Mach mir halt im Falle des Falles verdammt Sorgen um meinen Mann.... Um meinen Sohn natürlich auch, aber Erwachsene sollen ja von Erkrankungen doller betroffen sein. Und Masern ist ja nun keine Erkrankung, die man auf die leichte Schulter nehmen sollte....

Wenn der jetzt schon vorsorglich beim Arzt aufschlagen würde, kenne ich die Antwort schon.... Nun warten sie doch erstmal ab, um was zu testen ist es eh zu früh....

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Hallo,

wichtig ist, dass Masern richtig behandelt werden, unabhängig davon, ob das Kind vorher geimpft wurde oder nicht, denn dadurch kann man die gefürchteten Komplikationen weitestgehend ausschließen! Bettruhe in einem abgedunkelten Zimmer ist nach Ausbruch der Krankheit unerlässlich. Kalte Umschläge helfen gegen entzündete Augen. Erkrankte brauchen in den meisten Fällen rund eine Woche lang Bettruhe und P?ege. Erfahrene Ärzte und Naturheilkundler raten von chemischen Fiebersenkern dringend ab, da sie bei Masernkranken schwere Komplikationen hervorrufen können. Fieber bis über 40 Grad ist bei Kindern nicht selten und in der Regel auch nicht gefährlich. Dadurch werden die Erreger abgetötet. Die gefürchtete Komplikation SSPE tritt meist auf, wenn das Fieber unterdrückt wird! Als ?ebersenkende Massnahmen sollten Wadenwickel, kühle Umschläge und Essigsocken angewandt werden. Kinder sollten mindestens zwei Tage ?eberfrei sein, bevor sie wieder ausser Haus gehen. Leider ist es so, dass sich diese harmlose Kinderkrankheit (wenn sie richtig behandelt wird!) wegen der Impfung immer mehr ins Erwachsenenalter verschiebt, wo sie tatsächlich komplikationsreicher wird! Menschen wie Du (und ich), die die Krankheit als Kind hatten, werden auch irgendwann gefährdet sein, da der Wildvirus (der für die Boosterung = Erinnerung an das Immunsystem, Antikörper zu bilden) nicht mehr so häufig vorkommt (das gleiche Problem haben übrigens auch Geimpfte, deshalb werden auch irgendwann keine 2 Impfdosen mehr genügen, da die Immunität immer kurzzeitiger wird). Aus diesem Grund "vergisst" unser Immunsystem irgendwann, Antikörper zu bilden. Wenn man dann mit dem Erreger konfrontiert wird, wird man wohl ein weiteres Mal daran erkranken. Ich drücke Deinem Mann jedenfalls die Daumen, dass er verschont bleibt, sollte sich die Diagnose bei Deinem Sohn bestätigen!

LG

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Hallo polarsternchen :-)

Vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort! Bisher ist zum Glück noch nichts wieder nachgekommen. Mein Sohn ist fit wie eh und je. Wir hoffen natürlich weiterhin, dass dieses eine Antwort auf eine andere, ggf. banalere Infektion war.

Die Wartezeit auf den 2. Erkrankungsgipfel ist noch nicht ganz vorbei. Wenn bis Sonntag nichts mehr passiert, wird auch nichts mehr passieren.

Ja, ich habe mich damals schon genauestens über diese Impfungen aufklären lassen. Habe auch selbst im Netz viel gelesen und ich weiß, dass Impfungen zwar schützen, aber auch unheil anrichten können.

Unheil nicht unbedingt auf die direkten Komplikationen nach einer Impfung, aber vergessen darf man halt auch den von Dir benannten Punkt nicht, dass sich Erregerstämme immer verändern können und somit eine Impfung keinen 100 %-igen Schutz bieten können, wie es z. B. häufig bei der Grippeimpfung der Fall ist, wo die Geimpften häufig davon ausgehen, dass sie durch die Impfung nicht an einer richtigen Grippe erkranken können. Doch über das Vorhandensein von 100en anderen Erregern wird einem beim Arzt selten was erzählt.

Auch über die Länge der Immunität nach Impfung weiß niemand etwas genaues. Man weiß nur, dass eine durchgemachte Erkrankung lebenslange Immunität in den meisten Fällen ausmacht, was wiederum bei der Impfung häufig nicht gegeben ist.

Deshalb riet man ja jetzt auch von der Varizellaimpfung ab. Da nachgewiesene Zweifel auftraten, dass längerer Schutz bestehen würde und die Geimpften häufiger im Erwachsenenalter erkrankten, wo die Krankheit einen schwereren Verlauf nehmen kann.

LG Janette