Meine Schwägerin hat ein Mammakarzinom

Guten Abend,

ich bin schon den ganzen Tag recht unkonzentriert, habe immer noch nicht die Master-Arbeit meiner Freundin durchkontrolliert und hänge viel zu viel in Urbia rum, um mich abzulenken. Bis heute um 16:00 Uhr habe ich auf einen Anruf von meiner Mutter gewartet. Jetzt ist die unangenehme Gewissheit da: Meine Schwägerin (38) hat Brustkrebs. Noch ist nicht klar, ob der Tumor bereits gestreut hat, aber er ist bereits so groß, dass eine Chemo-Behandlung unumgänglich ist. Wir sind alle schockiert und obwohl ich die Prognosen ungefähr kenne und weiß, dass die Genesungschance in den letzten Jahren wahnsinnig gewachsen ist, mache ich mir unglaubliche Sorgen und weine immer wieder ein bisschen in mich hinein...
Mein Bruder und meine Schwägerin haben 2 Kinder unter 3 Jahren. Der ganz Kleine ist 7 Monate alt und gerade abgestillt (dadurch hat sie es ja erst bemerkt; sie dachte zunächst es sei ein Milchstau und hatte tierische Schmerzen); wir wohnen alle ziemlich weit auseinander und da ich jetzt bald meinen Ersten entbinde sehe ich mich kaum in der Lage zu helfen, obwohl ich das gern tun würde :-(

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, deshalb gehe ich davon aus, dass es hier einige Damen im Forum gibt, die mir ihre (positiven) Erfahrungen teilen können..... gell!??

Viele Grüße

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Hallo,

nun die Diagnose ist natürlich nicht prickelnd und erst mal für alle, vor allem aber für die Schwägerin ein riesen Schock.

Ich selbst hatte Krebs, Schilddrüsenkrebs, als meine Tochter 9 Monate alt war.

Es gibt leidergottes viele schwangere Frauen, bei welchen während der Schwangerschaft oder danach Tumore entdeckt werden. Ist halt verdammt viel los mit unserem Körper und die Zellteilung geht rasend schnell zu diesem Zeitpunkt.

Du siehst in wenigen Minuten dein Leben an dir vorbeiziehen und denkst erst mal nur ans Kind.

Das ist logisch.

Trotzdem muß man die Untersuchungen, Behandlungsmethoden abwarten und wie die ersten Behandlungen anschlagen.

Ich kenne leider auch viele Frauen, die an Brustkrebs erkrankten, allesamt junge Frauen. Alle hatten eine sehr aggressive Form des Brustkrebs und alle wurden als erstes eine Chemo/Bestrahlung erhalten, und dann wurde im zweiten Schritt operiert.

Die Zeit ist hart, aber zu schaffen und die Kinder werden Deiner Schwägerin die Kraft geben diesen Weg zu durchschreiten.

Wichtig ist die Unterstützung durch die Familie. Die Entlastung auch des Ehepartners. Oft wird vergessen, dass der Ehepartner auch sehr stark mitgenommen ist, durch die Sorge, aber auch die Übernahme der Pflichten, die sonst seine Frau zu erledigen hatte.

Wenn Du selbst nicht hinfahren kannst, dann rede zumindest über Telefon mit ihr. Schreibe ihr mal einen Brief / Karte, nach Hause, ins Krankenhaus.

Oft ziehen sich Angehörige zurück, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, wie sie Patienten ansprechen sollen.

Wenn alles überstanden ist Chemo / Bestrahlung / OP, dann kann ich nur eine Rehamaßnahme empfehlen. Ich hatte damals meine Tochter dabei. Aber vielleicht bekommt Deine Bruder auch eine Genehmigung, dass man evtl. eine Familienreha machen kann.

Dadurch kann die Familie wieder Zeit füreinander finden und zur Ruhe kommen und Energie tanken.

Du mußt aber auch auf Dich aufpassen. Die Sorge und der Kummer darf Dich nicht zu sehr auffressen. Du brauchst jetzt auch Energie für Dein Kind.

Auf alle Fälle alles Gute.

A

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Vielen Dank für deine Worte!

Ich hatte nicht vor mich zurück zu ziehen, noch ist irgendwer in meiner Familie der dies tun würde. Ganz im Gegenteil; ich habe das Gefühl wir werden jetzt wieder ein wenig zusammen rücken, denn in letzter Zeit gab es diverse Konflkte mit unserem Bruder. Wir wissen, dass er jetzt Unterstützung braucht.
Meiner Schwägerin werde ich morgen eine Karte schreiben; laut meiner Schwester mag sie gerade noch nicht sonderlich reden, das möchte ich respektieren. Aber das ist ein toller Tipp, um trotzdem Kontakt zu halten (und so nahe liegend!!)

:-) Vielen Dank.

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Hallo

Heute erst gelesen, die Heilungschancen sind bei Brustkrebs heute sehr gut.

Ich Verstehe das der Schock Tief sitzt, aber nie die Hoffnung aufgegeben. Und seid einfach da wenn sie euch brauch. Wenn sie euch Abweist und in sich einkehrt lass, sie erst einmal !

Seid einfach da, auch für die Kinder und Besonders für den Mann, den Grade Männer fressen alles in sich rein, und tun so als wenn nichts wäre. Obwohl sich Unterstützung brauchen

Wenn sie nicht Reden möchten, da alles neu ist, Grade die Ungewissheit, nicht sauer werden einfach Akzeptieren !

Auf die Familie kommt jetzt eine schwere zeit zu, Strahlentherapie, Chemo . Aber einfach da sein hilft der Familie #herzlich

Saludo Mela