Ich dreh bald durch... Angst vor Krankheiten wird immer schlimmer

    • (1) 16.01.16 - 14:29

      Hallo ihr lieben,

      vorneweg ich bin 34 und Mama einer 2,5 Jahre alten Tochter und verheiratet.

      Eigentlich ist alles wunderbar... Eigentlich.

      Ich habe aber so unendlich Angst vor einer Krankheit das ich mich manchmal auf nichts anderes konzentrieren kann.

      Alles fing vor ca. 5 Jahren an. Ein Mitarbeiter erkrankte an Hautkrebs, er erzählte so dramatisch von seiner Krankheit, dass ich danach völlig panisch war. Untersuchte mich ständig und ging zu 4 Hautärzten um mir Gewissheit zu verschaffen, dass alles gut ist. So richtig glauben konnte ich aber keinem.
      Dann verstarb ein angeheiratetes Familienmitglied an Lymphdrüsenkrebs. Während dieser Krankheit bemerkte ich auch bei mir ein paar tastbare Knoten am Hals und zwei davon sind etwas größer.

      War deshalb schon bei einem Onkologen in Behandlung und auch im ct. Der Hno machte mehrfach Ultraschall und es wurde nichts dramatisches entdeckt. Die Knoten sind zwar da... Verändern sich nicht sind verschieblich und oval.

      Hatte mal Pfeiffersches drüsenfieber, daher sind die Knoten wahrscheinlich geblieben.
      Aber die Angst lässt mich nicht los. Letztes Jahr hatte ich sicher 6x eine vereiterte seitenstrangangina, natürlich habe ich mir auch hier gedacht, das ist sicher so oft, weil mit mir etwas nicht stimmt.

      Egal was ich lese oder wo ich gucke, werde ich ständig mit diesem Thema konfrontiert.
      Zur Zeit habe ich im Rachen seit ein paar Wochen eine weiße Stelle und ein kloßgefühl im Hals.... Tja und wenn man das googelt kommt natürlich sofort Krebs. (Habe aber kommenden Freitag einen Hno Termin.)
      Ich habe ständig Panikattacken, Fummel mir ständig am Hals rum und nerve meine Umwelt.

      Ich stelle mir ständig vor, meine Familie muss sich von mir verabschieden und meine Tochter ist ohne ihre Mama.... Und das sind noch die harmlosesten Gedanken.

      Ich weiß ich brauche Hilfe und Unterstützung um da wieder raus zu kommen.

      Hat jemand ähnliche Erfahrungen ?

      Ich drehe bald durch .... Dieses ständige auf den Körper hören macht mich fertig.

      Tat aber jetzt gut darüber zu schreiben,....

      Danke fürs lesen.

      Angsthase

      • (5) 17.01.16 - 13:07

        Hallohallo,

        ich habe eine ganz schlimme Phase hinter mir, in der mich die von dir beschriebene Angst, sehr, sehr, sehr beeinträchtigt hat. Und vor lauter Anspannung aufgrund der permanenten Angst, ist mein Körper Amok gelaufen und ich hatte wirklich beängstigende Symptome (so war monatelang mein Fußrücken taub, meine Muskeln zuckten, mir war schwindelig, ich hatte immer Durchfall etc.), die meine Ängste dann noch stärker befeuert haben usw..
        Es war furchtbar. Wirklich! Ich fühle mit dir.

        Ich habe ein Jahr lang eine Verhaltenstherapie gemacht. Die hat zumindest schon einmal so geholfen, dass ich wieder im Alltag funktioniert habe.

        Was mir wirklich total geholfen hat, und seither bin ich angst- und symptomfrei, ist die Teilnahme an einem MBSR-Kurs. Google das mal. Wenn du Fragen dazu hast, schreib mich per PN an. Am Anfang war der Kurs für mich kein Zuckerschlecken: Man horcht da viel in sich rein und das ist ja eigentlich etwas, was einem als Hypochonder in der Regel Angst macht. Das erste Mal habe ich einen Panikanfall vom Feinsten bekommen.
        Aber dadurch, dass man das Reinhorchen immer wieder tut und dabei übt, Körperempfindungen nicht zu bewerten, habe ich einen Ausstieg aus dem Teufelskreislauf Angst gefunden.
        Außerdem nehme ich mir seither bewusst Zeit, regelmäßig inne zu halten und auf mich zu achten. Dadurch habe ich das Gefühl, dass ich gut auf mich Acht gebe. Sollte ich mal wirklich krank werden, werde ich das schon merken.

        Schwer zu erklären, was sich bei mir durch den Kurs geändert hat. Für mich war er aber auf jeden Fall Gold wert.

        #winke Die Alltagsprinzessin

        Hallo,

        bei mir wurde auch durch Zufall vor 4 Jahren mal ein Melanom entdeckt und entfernt - danach tat ich mich sehr schwer damit, meinen Körper wieder als gesund anzunehmen. Man guckt halt doch dauernd, ob noch was ist oder sein könnte...
        Geholfen hat mir persönlich Sport und Entspannung, ersteres, um meinen Körper als leistungsfähig wahrzunehmen und zweiteres, um den Kopf frei zu bekommen (geht mit Sport aber auch super).

        LG

        a79

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