Zahnimplantat oder doch nicht? - Erfahrungsberichte?

    • (1) 31.01.16 - 14:02

      Hallo,

      mir wurde vor ein paar Monaten ein Backenzahn im Unterkiefer gezogen . Nach einer Wurzelbehandlung und einer WSR hatte ich eine Entzündung an den Wurzeln, zum Schluss sogar mit Fistelbildung. Eine weitere WSR konnte nicht mehr durchgeführt werden, der Zahn wurde entfernt und das entzündete Gewebe rausgeschabt.

      Die Heilzeit ist nun bald vorbei und ich muss mir überlegen, wie ich die Lücke schließen möchte. Von einer Brücke hat mir meine Zahnärztin abgeraten, denn ich habe sehr gute Zähne und sie sagte, dass es einfach zu schade wäre, wenn man die dann für die Brücke so stark abschleifen müsste.

      Im Raum steht jetzt ein Implantat und ich war zunächst wirklich angetan davon. Aber in der Apothekenumschau stand ein Artikel über Implantate und die "Nebenwirkungen" bzw. Nachteile. Etwa 30% der Implantatpatienten bekommen Entzündungen am Randbereich des Implantats, jedes 4. Implantat muss innerhalb der ersten 5 Jahre ausgebessert werden, weil man zum Beispiel zu kräftig zubeißt. Diese Zahlen lassen mich zweifeln.

      Jetzt zu meinen Fragen:

      Hat jemand ein Implantat und möchte mal darüber berichten, wie das Einsetzen verlaufen ist und ob und wie lange das Implantat schon hält? Würdet ihr wieder zum Implantat tendieren? Oder habt ihr euch doch für eine andere Methode zum Lückenschluss entschieden? Und warum?

      Viele Grüße,
      lilavogel

      • Hallo!
        Ich habe erst letzten Montag eine Implantat bekommen. Oben 2ter Zahn nach dem Schneidezahn. War letzten August abgebrochen, leider im Kiefer, also auch kein Stiftzahn mehr möglich.
        Bei mir sind links und rechts die Zähne auch noch gut und deshalb kam für mich auch nur ein Implantat in Frage.
        Die Op war nicht schlimm und auch die Schmerzen nicht.

        Wie es dann mit der Haltbarkeit aussieht, wird sich zeigen. Aber was wäre denn, außer Brücke für ne Alternative möglich??
        Lg Sportskanone

        • Hallo,

          vielen Dank für deine Antwort.

          Schön, dass es bei dir so gut gelaufen ist - gerade im Frontzahnbereich möchte man ja schnell eine gute Lösung haben.

          Eine Alternative zu Implantat oder Brücke? Tja, das weiß ich auch nicht so richtig. Vielleicht eine Klammerprothese oder so, aber das sind sicherlich keine Dauerlösungen und die Nachteile wiegen schwerer als die Vorteile.

          Viele Grüße,
          lilavogel

          • Gott sei dank kein richtiger Frontzahn. Ich habe da seit August eine Lücke, die man gar nicht sieht, aber ca. im März bekomme dann die Krone.
            Heute muß ich zum Fäden ziehen.
            Viel nerviger ist, dass ich auf der linken Seite eine alte Krone austauschen wollte und die neue nach 2 mal ausbessern immer noch nicht richtig passt. Ich denke, heute wird komplett noch mal neu geguckt, evtl mit neuen Abdrücken usw. Ich lasse bestimmt nicht, für teures Geld eine nichtpassende Krone im Mund.
            Was da für Zeit und Geld drauf geht, ist der Wahnsinn:-[:-[:-[

      (6) 31.01.16 - 17:05

      Ich kenne einige Menschen, die schon lange Implantate haben und keiner davon hatte je Probleme....... das vorweg.

      Ich habe Anfang Dezember 3 Implantate gesetzt bekommen, die Vorgeschichte ist lange und die erspare ich Dir jetzt, aber nur eins...... nie wieder würde ich mir gesunde Zähne für eine Brücke abschleifen lassen.

      Ich habe 3 Implantate bekommen, ein Zahn wurde etwa 4 Wochen vorher gezogen, die anderen beiden waren Sofortimplantate, das heißt die Zähne wurden vorsichtig gezogen und es kamen direkt Implantate rein.

      Ich habe noch einen etwas größeren Knochenaufbau gebraucht, der zeitgleich gemacht wurde, deshalb hat die Implantation mit allem drumherum 3 Stunden gedauert.

      Schmerzhaft war gar nichts, es war auch nicht schlimm........... es dröhnt etwas im Kopf wenn in den Kiefer gebohrt wird, die Geräusche sind ungewohnt, aber alles in allem war das nicht das Unangenehmste was ich je beim Zahnarzt habe machen lassen.

      Hinterher sah ich etwas zerstört aus, es fließt einiges an Blut, welches natürlich dann auch etwas im Gesicht hängt.......... ich sah im Spiegel anschließend aus, wie ein Vampir nach der Mahlzeit #rofl
      Es schwoll auch leicht an die ersten Tage, das sah aber nur ich......... es wurde auch blau und gelb aber nicht so, dass man es nicht mit Schminke abdecken konnte.

      Das Unangenehmste waren eigentlich die ...... teilweise etwas harten...... Fäden die mir 14 Tage jegliches essen unmöglich machten. Es piekste an den Wangen, es fühlte sich etwas wund an und da dann nach dem ziehen dieser Fäden nochmal etwas nachgenäht werden musste, lief ich insgesamt fast 4 Wochen mit Fäden im Mund rum.
      Antibiotika nahm ich auch.

      Ich wollte auch nichts essen, hatte Angst dass was in die Wunden kommt ( BioOss Knochenaufbau mit Membran) und sich entzünden.

      Ich habe keinerlei Probleme damit bisher. Noch habe ich Provisorien, es sieht super aus, nächste Woche werden zwei Implantate freigelegt, eins war eine offene Einheilung.

      Alles in allem ist Implantate setzen nicht schlimm, absolut aushaltbar und ich würde auch keine Alternative wollen.

      Ich habe zum Glück eine super Zusatzversicherung, so dass ich mir über die Kosten keine Gedanken machen muss und kann jedem nur dazu raten.

      Wenn man raucht sollte man sich das allerdings gut überlegen,...... ich glaube das Verlustrisiko ist dann ziemlich groß.

      Such Dir auf jeden Fall einen erfahrenen Zahnarzt.

      • (7) 01.02.16 - 10:33

        Hallo,

        vielen Dank für deine Antwort.

        Das ging ja wirklich schnell bei dir. Mir wurde zu einer Heilzeit von 6 Monaten geraten, ein Knochenaufbau ist zum Glück nicht nötig. Ich bin auch froh, dass ich jetzt etwas Pause im Mund hatte. Deswegen finde ich es erstaunlich, dass dein Zeitplan so kurz ist.

        Meine Zahnärztin bietet keine Implantologie an, den Zahn habe habe ich bereits bei einem Implantologen ziehen lassen, der dann auch die weitere Behandlung übernehmen würde. Er ist dann quasi von Anfang an dabei, hat alle bisherigen Röntgenbilder dazu gemacht und ich habe ein gutes Gefühl in der Praxis.
        Eine Zusatzversicherung habe ich nicht, ich müsste die Kosten minus Festzuschuss und Bonus selbst tragen. Das alles ist aber bei weitem nicht so teuer wie befürchtet.

        Raucherin bin ich auch nicht und in der jetzigen Situation wirklich froh darum ;-)

        Viele Grüße,
        lilavogel

    (8) 31.01.16 - 17:06

    Huhu,

    Ich habe zwei Implantate seit über 10 Jahren und keinerlei Probleme. Bei mir wäre auch keine andere Methode in Frage gekommen, eine Brücke hätte man mit der speziellen Zahnsituation nicht auf beiden Seiten befestigen können.
    Ich hatte damals sogar noch Knochenaufbau, die OP wurde im Abstand von 6 Monaten in zwei Sitzungen gemacht.
    Das Einsetzen war problemlos, Zahn-OPs sind jetzt ja nie besonders "schön". ;-) Schmerzen hatte ich danach keine dramatischen, ein bisschen Heilungsschmerz, aber nicht der Rede wert.
    Ich bin eine zeitlang nicht einmal regelmäßig zum Zahnarzt gegangen, allerdings achte sich durchaus gut auf die Zahnhygiene. Ich hatte bisher nie eine Entzündung.

    Wie gesagt, bei mir alles gut und ich kann nichts negatives berichten.

    LG

    Hanna

(10) 31.01.16 - 17:30

Ich habe zwei Implantate, ungefähr 8 und10 Jahre alt, und hatte nie ein Problem. Es dauerte meiner Erinnerung nach ca. 3 Monate bei der Stift eingeheilt war und der Zahn drauf kam, d.h. so lange hat man eine Lücke. Manchmal, sehr selten, merke ich beim Singen eine Art Resonanz. Sonst fühlt es sich an wie ein natürlicher Zahn.

LG d.

(12) 31.01.16 - 20:43

Hallo ich bekam vor inzwischen 24 Jahren ein Schneidezahnimplantat nach einem Unfall mit Zahnverlust. Es war eine der ersten Implantate im Rahmen einer Studie und hatte nie Probleme damit.

Gruß chantalele

>>Aber in der Apothekenumschau stand ein Artikel über Implantate und die "Nebenwirkungen" bzw. Nachteile. Etwa 30% der Implantatpatienten bekommen Entzündungen am Randbereich des Implantats, jedes 4. Implantat muss innerhalb der ersten 5 Jahre ausgebessert werden, weil man zum Beispiel zu kräftig zubeißt. Diese Zahlen lassen mich zweifeln.<<

stand denn auch etwas über diese Menschen, die am Implantrand eine Entzündunge kommen, dabei, also warum es zur Entzündung kam?
Da schwingt so viel mit rein, wenn der jenige Raucher ist, dann kann es schnell zur Entzündung kommen. Bei vielen liegts ja auch am Rauchen, dass das Zahnfleisch krank wird, Zähne wackeln und deshalb gezogen werden und dann ein Lückenschluss her muss.
Oder der Zahnarzt hat nicht gut gearbeitet. Wie ist die Zahn- und Zahnfleischpflege?
Auch kommts drauf an, um welche Art Implantat es sich handelt.

http://www.implantate.com/diskimplantate-boi-2.html

Alles Gute!

  • Hallo,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Da stand, dass es einen Zusammenhang mit der Mundhygiene gibt und auch der Fachbegriff für diese Art von Entzündung wurde genannt: Periimplantitis.

    Bei näherer Recherche habe ich herausgefunden, dass das Zahnfleisch und die Schleimhäute um das Implantat anders durchblutet werden als das Gewebe um einen echten Zahn herum und dadurch von Haus aus Bakterien schlechter abgewehrt werden können. Und ich habe gelesen, dass es auch Dinge gibt, die solche Entzündungen begünstigen können wie zum Beispiel Osteoporose, Rauchen oder ein von Stress oder Medikamenten geschwächtes Immunsystem.

    Vielen Dank auch für deinen Link. Die Website hatte auch schon mal vorher angeschaut, aber mich nicht näher mit dem von dir gezeigten Implantat befasst, da die Praxis, die ich ausgewählt habe, mit Titanimplantaten arbeitet und diese BOI-Implantate nicht anbietet. Bei näherem Einlesen käme so ein Implantat auch nicht für mich in Frage.

    Viele Grüße,
    lilavogel

    • wenn du Interesse hast, befasse dich mal mit der Ultraschallzahnbürste. Nicht zu verwechseln mit einer Schallzahnbürste. In der Anschaffung zwar erst mal ein wenig teuer und auch die spezielle Zahnpasta u. die Bürstenköpfe kosten, aber es lohnt! (eigene Erfahrung)
      https://www.youtube.com/watch?v=pvOiUbGSYR8

      • Das kannte ich bisher nicht, ich putze mit einer elektrischen Zahnbürste von Braun, für die Zwischenräume nehme ich Interdentalbürstchen und nutze Zahnpasta und Fluoridgel von Elmex. Damit bin ich bisher gut gefahren, aber Verbesserungspotential gibt es ja immer ;-)

        Die Ultraschallzahnbürste kannte ich bisher nicht, mir fallen aber die eher gemischten Bewertungen im Internet auf. Vielleicht liegen hier Anwendungsfehler vor. Als ich von der normalen Handbürste auf die elektrische Zahnbürste umgestiegen bin, habe ich mir von meiner Zahnärztin zeigen lassen, wie ich damit am besten putze. Ich werde sie mal beim nächsten Besuch in der Praxis auf Ultraschall- und Schallzahnbürsten ansprechen.

        • Schallzahnbürsten sind etwas anderes, als Ultraschallzahnbürsten. Das ist ein himmel weiter Unterschied!
          Bei der Ultraschallzahnbürste wackelt nichts an den Zähnen od. dem Zahnfleisch.

          Viele Zahnärzte sind der echten Ultraschallbürste gegen über abgeneigt. Ich frag mich, warum?

          • Schon klar, dass Ultraschallzahnbürsten und Schallzahnbürsten unterschiedlich sind sich dadurch auch komplett in der Anwendung unterscheiden. Und vielleicht ist das nicht allen Nutzern bewusst und es kommt dadurch zu den schon sehr gemischten Bewertungen von echten Ultraschallzahnbürsten.

            Übrigens ist auf der von dir zuvor empfohlenen Internetseite der Unterschied zwischen elektrischen, Schall- und Ultraschallzahnbürsten gut erklärt und es werden Vor- und Nachteile aufgeführt. Und da steht auch ein ganz besonders guter Satz:
            Eine effektive Plaqueentfernung und damit einer Vorbeugung von Karies, Parodontitis und Periimplantitis, ist allen elektrischen Zahnbürsten unabhängig von der Technologie zuzutrauen. Die (Ultra)Schallzahnbürste dürfte dabei die substanzschonendere Putztechnik sein. Der Schwachpunkt in der Zahn- und Implantatpflege wird der Mensch selber bleiben.

            Und ich denke, dass ein guter Zahnarzt beim Aussprechen einer Empfehlung für eine Zahnbürste immer auch den Schwachpunkt Mensch berücksichtigen sollte und abwägen muss, welcher Patient mit welcher Art von Zahnbürste und Zusatzequipment am besten zurechtkommen wird ;-)

    (21) 09.02.16 - 12:42

    Hier ist auch noch ein Video zum Ablauf einer Implantation. war in der Praxis in München und habe mir auch ein Implantat in eine Lücke setzen lassen. http://www.zahnärzte-münchen.de/fileadmin/Content/Videos_Erklaerungen/150904_HMB_SH_06_Funktion_Zahnimplantat.webm
    Vorteil vom Implantat ist, dass es halt natürlich aussieht. Das Abschleifen der gesunden Zähne finde ich, persönlich gedacht, auch nicht sehr optimal.
    Du findest auf der Seite auch noch ne Behandlungsgalerie aber mit sehr expliziten Bildern. Würde ich mir nur anschauen wenn du kein Problem damit hast.

    LG

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