Depression erfolgreich bekämpfen - aber wie?

    • (1) 19.06.16 - 20:08

      Hallo zusammen. Ich leide schon seit langer Zeit (mehrere Jahre) unter einer Depression. Ich war ein komplettes Jahr von Mitte 2014 bis Mitte 2015 in psychologischer Therapie..leider ohne großen Erfolg..im Gegenteil! Seit Anfang diesen Jahres ist alles noch viel schlimmer geworden. Meine Symphtome sind intensiver geworden. Kurz zu den Symphtomen: das schlimmste ist die Teilnahmslosigkeit/Antriebslosigkeit gefolgt von psychosomatischen Erkrankungen wie anhaltende Kopfschmerzen die immer öfter in Migräne übergeht, starke Rückenschmerzen, Blasenentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden. Des weiteren kann ich mich fast gar nicht mehr konzentrieren, vergesse alles und bin innerlich immer angespannt und nervös. Ich bin immer müde, egal wie viel ich schlafe. Von 30 Tagen in einem Monat sind vielleicht noch 3-4 Tage dabei wo ich mal was machen kann und mich minimal motiviert fühle.Schwindel und Benommenheit kommen ebenfalls immer öfter hinzu.Ich kann mich zu nichts mehr aufraffen oder begeistern, am liebsten bin ich den ganzen Tag Zuhause und verkriech mich. Das Arbeiten fällt mir unglaublich schwer,weil keine Kraft habe. Meine Hobbys wie reiten und wandern begeistern mich überhaupt nicht mehr. Früher war ich eine fröhliche, aufgeweckte Frau voller Tatendrang und Motivation.

      Ich weiss das ich dringend wieder eine Therapie brauche aber seit der missglückten Therapie von vergangenen Jahr bin ich skeptisch geworden. Habt ihr Tipps oder Erfahrungswerte wie man aus dem Teufelskreis Depression wieder raus kommt.

      Anti Depressiva nehme ich nicht mehr weil mir haben sie nichts gebracht und nur ein 'scheiss egal Gefühl' vermittelt. (Hab schon viele ausprobiert)

      • Hallo, ich kenne das auch.

        Was du beschreibst, sind meiner Meinung nach keine Depressionssymptome. Davon kann man höchstens depressiv werden

        Hast du Probleme mit der Schilddrüse, Bandscheibe, eine Infektion oder alles zusammen?

        Du solltest dich mal durchchecken lassen, am besten ohne die Depression zu erwähnen.

        Es wird alles leicht auf die Psyche geschoben, bei mir war/ist es dann eine Infektion mit einem multiresistenten Keim, eine kaputte Schilddrüse und ein Hypophysendefekt und ein Bandscheibenvorfall.

        Der Schwindel war bei mir Hashimoto, der Verdauungstrakt war von jenem Keim befallen, jetzt ist er nur noch in den Atemwegen.

        Anfangen würde ich an deiner Stelle mit dem Endokrinologen.

        LG

          • Eine Überweisung macht Sinn, wenn man möchte das der Hausarzt über das Ergebnis informiert wird.
            In deinem Fall wäre es wahrscheinlich gut, alles über deinen HA laufen zu lassen um die Ergebnisse zusammengefasst zu besprechen.
            Gruß

      Hallo,

      meine Vorrednerin hat schon insoweit recht, dass wirklich vieles dahinter stecken kann.

      Gehe ich aber von einer schweren Depression mal aus, die ein Psychiater diagnostiziert hat, dann gehört man eigentlich in eine Klinik, bei der man aus unterschiedlichen Gesihtspunkten arbeiten.

      #winke

      Hallo,
      ist denn organisch alles ausgeschlossen worden? Vielleicht war es die falsche Therapie bzw. der/die falsche TherapeutIn? Wann war "früher" anders, als du noch aufgeweckt und fröhlich warst? Was ist passiert? Nimmst du vielleicht ein hormonelles Verhütungsmittel? Wie alt bist du? Wurde dein Hormonstatus kontrolliert? Es gibt ein gutes Buch, das heißt "Natürliche Hormontherapie" von A. Hild u. Dr. med. A. Scheuernstuhl. Es erklärt sehr verständlich die Mechanismen und das Zusammenspiel der Hormone und wie man das Hormonsystem natürlich regulieren kann. Warst du auch stationär oder wurde nur ambulant therapiert? Eine entfernte Bekannte war mehrere Wochen in der Habichtswaldklinik in Kassel und kam als anderer Mensch zurück! Diese Klinik arbeitet ganzheitlich. Ich weiß aber nicht, ob die Krankenkassen die Kosten tragen. Wenn du tatsächlich an einer Depression erkrankt bist, solltest du nicht darauf hoffen, dass sie von allein wieder verschwindet! Es gibt bestimmt auch Menschen, die dir helfen könnnen! Ich wünsche dir alles Gute!

      • Danke für den Hinweis!

        Naja, was heisst ob organisch alles in Ordnung ist!.. Ich weiss es auch nicht so genau. Ich war letztes Jahr im Kernspint aber da war nichts auffälliges zu sehen.

        Ich nehme seit 6 Jahren die Anti Baby Pille. Ich bin 22. Ich rauche nicht, trinke fast nie Alkohol und bin Vegetarier seit 14 Jahren. Als ich 13 Jahre alt war hatte ich eine Anorexia Nervosa (Magersucht). Wurde aber therapheutisch gut behandelt.

        Ich gehe in Abständen zum Heilpraktiker um mir durch die Breuss/Dorn Massage abhilfe zu schaffen..

        • Sprech mal mit deiner Heilpraktikerin oder einem Gynäkologen das Thema Pille an. Man kann durch die Pille in eine Östrogendominanz rutschen, die ganz heftige Symptome verursachen kann. Unter der Seite www.oestrogen-dominanz.de kann man

          sich auch informieren, ich empfehle dir aber das Buch in meiner ersten Nachricht. Vor allem aber, setzte die Pille nicht ohne ärztliche Begleitung ab! In deiner jetzigen Situation solltest du unbedingt darauf achten, dass du nicht schwanger wirst! Du kannst auch selbst einen Hormonspeicheltest durchführen, z.B. von der Firma Verisana. Gynäkologen kontrollieren das Östrogen/Progesteron in der Regel im Blut, Auf folgender Seite wird erklärt, warum Geschlechtshormone im Speicheltest aussagekräftiger getestet werden können: http://katiatrost.de/2015/10/06/hormontest-speichel-blut-oder-urin/. Im Blut wird die Gesamtkonzentration gemessen, da Hormona aber auch als Transportproteine gebunden sind und somit keine Auswirkungen auf den Organismus haben, ist die Speicheluntersuchung der Blutuntersuchung vorzuziehen, da diese nur die freien Hormone testet (Gebundene gelangen nicht in den Speichel!).

    Hallo,

    ich litt über Jahre an einer Angsterkrankung und bin durch einen starken Willen und vielen Veränderungen im Leben wieder da wo ich gerne hin wollte.

    Den größten Tritt in den Hintern hat mir eine nicht ganz "allgemeintaugliche" Therapeutin gegeben die wie auch ich der festen Überzeugung war dass es auch ohne die Hilfe der Pharmaindustrie gehen muss. Für den Anfang sicher hilfreich, auf Dauer aber nicht gut für Leber uä. Meine Hausärztin hat zwar immer mit den Kopf geschüttelt aber bei mir war ganz klar der Weg das Ziel und ich bekam die Unterstützung die ich brauchte.

    Wenn ich Deine Beschwerden so lese, dann fallen mir die Worte meiner Hausärztin ein: " Die Last des Alltags lastet auf Dir und der Körper zeigt Dir was los ist." Davon kommen die Rückenschmerzen, der Spaß landet dann im Darm und Du hast Probleme und da Dir das zu schaffen macht streikt der Kopf. Davon wirst Du dann auch vor Verzweiflung ......,

    Als erstes würde ich an Deiner Stelle zum Hausarzt gehen und die Blutwerte - Schilddrüse überprüfen lassen. Geh zum Gyn - Pille absetzen. Meine Freundin wurde davon ein wenig komisch bis sie selbst beschloss die Verhütung zu verändern, was auch was brachte.

    Und dann erkundige Dich ob Du nicht aus der Pflanzenwelt was findest. Ich bin damals beim Heilpraktiker gewesen und bekam was wo sich auch mein Hormoncaos etwas normalisierte.

    Eventuell solltest Du auch mal schauen was Dich in die Depression gebracht hat. Bei mir war es etwas was sehr tragisches & trauriges . Nachdem bei mir die Ursache klar war konnte ich lernen damit umzugehen und was verändern.

    Alles Gute auf Deinem Weg

    Geli

    Zusätzlich zu Schilddrüse, Hormonspiegel untersuchen lassen, etc. pp solltest du dich vielleicht auch körperlich betätigen, mache autogenes Training. Versuche deine Anspannungen in den Griff zu bekommen. Wenn es dir körperlich besser geht, wird es dir auch geistig besser gehen. Lenke deine Gedanken auf andere Themen, du musst raus aus deinem Schneckenhaus. Ist zwar leicht gesagt, aber wenn du gar nichts unternimmst, dann werden die Gedanken nur noch dunkler und das Ende ist nicht positiv.

    Und ganz wichtig: suche dir jemand zum Reden. Vielleicht gibt es bei dir Selbsthilfegruppen, wo man sich gegenseitig hilft. Ich glaube, alleine rumdoktern wird dich nicht weiterbringen. Und wenn ich bei anderen Leuten sehe, wie die drauf sind, wenn sie ADs nehmen, dann kann ich verstehen, dass du sie nicht mehr nehmen willst. Langsam komme ich auch zu der Überzeugung, dass ADs nur was für Leute sind, wo die Depressionen durch untherapierbare nervliche Schäden kommen. Alle anderen Fälle werden nur ruhig gestellt und wirken wie bekifft. Die Dinger nur zu nehmen, um zu funktionieren, ist irgendwie gruslig. In der Familie und auf Arbeit habe ich derzeit AD-Nehmer. Deswegen fallen mir die kleinen Veränderungen in der Persönlichkeit so krass auf.

    • (13) 20.06.16 - 15:19

      Hallo ninnifee,

      hast du selbst schon mal eine richtig schwere Depression gehabt?
      Klingt nicht so! Gerade die Antriebslosigkeit ist ja das/ein Problem. Man weiß selbst das man etwas "tun" müsste, aber die Kraft, Energie und Motivation fehlen einfach!
      Genau DAS ist ja ein Hauptsymptom der Depression.
      Und dem Kranken dann zu sagen er solle sich körperlich betätigen, ist wenig hilfreich.

      Und hilft auch manchmal wirklich nicht, je nach Schweregrad der Depression (weiß ich aus eigenener Erfahrung).
      Und über AD's scheinst du auch nur unzureichend informiert? Es gibt verschiedene AD's und sie wirken auch verschieden. Sie stellen nicht (generell) ruhig, sondern - je nach Wirkstoff - können sie auch für Antrieb sorgen, um überhaupt erst einmal fähig zu werden in die Aktivität und Therapiefähigkeit zu kommen.
      Ich fühlte mich - als ich damals AD's brauchte - weder bekifft, noch wirkte ich nach aussen so. Auch die Persönlichkeit eines Menschen verändert sich dadurch nicht wirklich. Manche zeigen evl. veränderte Verhaltensweisen - wie du sie dann wahrnimmst - aber das ist weder die Regel, noch ist diese Veränderung dauerhaft. Nach dem Absetzen gehen diese Veränderungen alle zurück, man ist kein "anderer" Mensch dadurch.
      Ich möchte dich mit meinen Worten nicht angreifen....nur aufklären!

      Denn immer wieder stelle ich fest, dass bei vielen Menschen ein völlig falsches Wissen bzgl. AD's herrscht. (Z.B. glauben viele, dass sie Abhängig machen, was aber nicht stimmt!)
      Ich möchte diese Mittel nicht schönreden, und bestimmt schlucken sie viele Menschen aus falschen Motiven - weil sie denken es löst die Probleme , was natürlich nicht stimmt - aber sie können eine grosse vorrübergehende Hilfe sein. Ich selbst bin froh das ich sie heute nicht mehr brauche, aber damals haben sie mir das Leben gerettet.
      Deshalb würde ich sie nicht grundsätzlich verteufeln....kann jeden verstehen der sie braucht....und auch jeden der sie nicht (mehr) nehmen mag.

      VG Rudyline

      • (14) 20.06.16 - 19:44

        Hallo,
        du hast das sehr gut geschrieben und aufgeklärt!
        Mehr muss dazu nicht gesag werden.

        Mich hat der Beitrag auch etwas geärgert.

        Gruß

        An die TE:
        Ich würde auch nochmal alles abklären und sich nicht so schnell abfertigen lassen.
        Sollten die Werte und Untersuchungen unauffällig sein, wirst du wahrscheinlich eine dauerhaft Therapie/ Begleitung benötigen.

        Gerade wenn die Stimmung bzw Anzeichen so ins Akute kippen.

        Alles Gute

Hallo!

Auch ich muss Sumatra... Recht geben. Ich würde auch SChilddrüse/Hormone untersuchen lassen (wenn das wirklich immer noch nicht gescxhehen ist, verstehe ich weder deine behandelnden Ärzte, noch die Therapeuten und Kliniken, wo du schon warst)

Außerdem würde ich (wenn nötig auf eigene Kasse) ein großen Vitamincheck machen lassen, besonders auch B-Vitamine (ich habe perniziöse Anämie und weiß, dass auch psychiche Symptome dabei auftreten) und Vitamin D

Außerdem Eisen/Ferittin.

Als erste Maßnahme hole dir ein hochdosiertes Vitamipräperat aus der Apotheke (laß dich beraten, auf jeden Fall Vitamin B- Komplex und Vitamin D)

Du könntest auch mal einige Wochen L-Tryptophan und 5Htp ausprobieren. Das sind Aminosäuren, Vorstufen des Körpereigenen Serotonin/Melatonin und wirkt positiv auf Schlaf/Wachrythmus. Ich nehme das schon Jahre gegen Schlafstörungen, es macht aber auch morgens eingenommen "gute Laune".

Bei Fragen-fragen!
Lg Sportskanone

  • (16) 20.06.16 - 19:45

    Hallo Sportskanone,

    ich habe eine Frage an Dich.
    Verträgst du das 5htp gut? Mir war davon immer so übel ...bis hin zu Erbrechen.
    Da war alleine schon dadurch nix mit guter Laune :-(
    VG Rudyline

(19) 21.06.16 - 10:09

Hallo Christina,

den Tipp körperlich alles abzuklären hast du hier ja schon mehrfach bekommen und dem schliesse ich mich an. Gerade Hormone haben einen massiven Einfluss auf Körper und Psyche. Sowohl Sexualhormone, als auch Schilddrüse, Nebenniere ect. Leider kennen sich nur wenige Ärzte gut damit aus, weshalb der Rat mit dem Endokrinologen schon mal gut war. Wenn du kannst und es Alternativen gibt, versuche die Pille abzusetzen und auch sonst vorerst auf hormonelle Verhütung zu verzichten. Das ist ein so massiver Eingriff in den Hormonhaushalt - den verträgt nicht jeder. Zumindest einen Versuch wäre es wert.

Falls du doch noch mal den Mut für eine Therapie hast (ich würd's versuchen, habe selbst einige Therapeuten durch und es hat lange gedauert, bis ich den "passenden" gefunden hatte - da braucht's manchmal Ausdauer und Geduld)
da du auch schon an einer Magersucht gelitten hast.....vielleicht könnte dir eine Therapie helfen die systhemisch arbeitet?

Mir selbst hat die klassische Homöopathie zum Durchbruch verholfen, allerdings auch mit dem (für mich) "passenden" Homöopathen, der auch ein guter "Psychologe" ist.
Gerade bei den psychischen Problemen braucht es einen Therapeuten zu dem du 100%iges Vertrauen hast!

Alles Gute
Rudyline

(20) 20.02.18 - 13:19

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