Gefühl der Unterzuckerung / Dämmerzustand / Panik

    • (1) 17.01.17 - 10:30

      Hallo,

      ich muss mir nun doch hier mal Rat holen, da mich ein lang geprägtes Problem aus der Vergangenheit nun wieder eingeholt hat.

      Ich leide nicht an Diabetes, bin aber derzeit wieder täglich in einem Unterzuckerungszustand, der mich in den Wahnsinn treibt. Und ich frage mich, ob das tatsächlich normal ist, was ich falsch mache und was ich mal untersuchen lassen sollte. Ich habe das nun schon seit ein paar Wochen, dass ich regelmäßig unterzuckere, die letzten 2 Wochen ca. tatsächlich täglich. Und es kommt wie aus dem Nichts... Ich hatte das damals schon oft. Dann wurde ich schwanger und durch die Schwangerschaft hat sich das anscheinend reguliert, keine Ahnung. Mein Sohn ist jetzt 2 und jetzt geht's wieder los...

      Ich habe es meist am Vormittag. Und es kommt plötzlich. Es fängt an, dass ich das Gefühl habe neben mir zu stehen, dann wird mir ganz warm, ich werde unruhig, kann mich nicht mehr konzentrieren, ich fange an zu zittern und habe das Gefühl, ich kippe gleich um. Ich bekomme dann regelrecht Panik, Herzrasen, dann ist mir eiskalt. Ich stopfe alles möglich in mich hinein. Und dann wird es besser. Aber gut fühle ich mich den Rest des Tages nicht mehr.

      Könnte hier irgendeine Erkrankung dahinterliegen? Schilddrüse vielleicht? Oder könnte es Mangelernährung sein? Bei einer Größe von 1,70 wiege ich mur 51 kg. Das ist aber schon mein ganzes Leben so. Ich bin nach dem Frühstück auch satt. Aber bis zum Mittagessen reicht es bei weitem nicht. Oder kann es evtl auch Kopfsache sein?

      Ich leide hin und wieder unter Panikattacken. Damals ganz, ganz schlimm. Ich hatte Angst, beim Autofahren ohnmächtig zu werden, weil es einmal fast passiert ist. Damals bin ich lange nicht Auto gefahren, außer die Kurzstrecke zur Arbeit. Die Attacken sind dann immer schlimmer geworden, an der roten Ampel, in der Warteschlange im Supermarkt und und und.... Es wurde nur langsam immer besser. Und dann kam die Schwangerschaft und die Geburt unseres Sohnes. Da hat man absolut keine Zeit zum Nachdenken, macht Sachen einfach so, ich fühlte mich quasi geheilt. Bin wieder regelmäßig Auto gefahren, hatte keine Probleme mehr an roten Ampeln. Und dann gab es kurz vor Weihnachten wieder ein Schlüsselerlebnis, dass mir auf der Arbeit auf der Toilette schummerig geworden ist und ich mich tatsächlich auf den Boden legen musste und die Beine hochlagern musste. Seitdem wird es wieder schlimmer und ab und zu rutscht wieder eine Panikattacke dazwischen, hauptsächlich im Auto an der roten Ampel. Ich habe einfach Angst, dass mir schwarz vor Augen wird. Mit dem Unterzuckerungszustand ist es quasi das gleiche. Warum war die ganze Zeit alles gut und plötzlich geht wieder alles von vorne los? Ich versuche mich wirklich nicht arg einschränken zu lassen, mein Sohn muss eben auch gefahren werden usw... Aber es macht mich wirklich fertig... Ich möchte das nicht.

      Ich hab auch ehrlich etwas Schiss zum Arzt zu gehen, und in die Psyche-Schublade gesteckt zu werden. Ich weiß das vieles Kopfsache ist, aber wie kann ich den ausschalten?

      und nochmal zum Thema Unterzuckerung: kann auch irgendein Vitaminmangel oder Mineralstoffmangel vorliegen? Eisenmangel? Vitamin D? Vitamin B? Unabhängig von der Unterzuckerung bin ich auch häufig in einer Art Dämmerzustand. Ich stehe irgendwie neben der Spur.... Ich kann es nicht erklären... Wahrscheinlich wie gesagt Kopfsache, weil ich ständig an irgendwelche Situationen denke, was wäre wenn ich dann und dann umkippe usw...

      Hat vielleicht jemand ähnliches erlebt und kann berichten? Oder mir Tipps geben wie ich mich verhalten soll? Was sollte mal untersucht werden? Wie kann ich meinen Kopf freibekommen?

      Sorry für den langen Text....

      • (2) 17.01.17 - 10:45

        Wie stellst Du denn den "Unterzucker" fest? Misst Du Dir den Blutzucker? Wie sind die Werte? Wenn Du schnell löslichen Zucker isst, geht der Blutzucker schnell wieder in die Höhe, schon nach wenigen Minuten. Es kann also nicht sein, dass Du noch Stunden nach solch einem Ereignis "Unterzucker" hast. Du solltest dringend zu einem Arzt gehen und einige Blutwerte abklären lassen, auch die Schilddrüse, Eisen, Vitamine...
        Aber warum hast Du Angst, auf die "Psycho-Schiene" geschoben zu werden, wenn Du doch selbst von Panikattacken schreibst? Du kannst doch unabhängig von einem Arzttermin mal nach einem Psychologen oder Psychotherapeuten schauen und das Problem mit der Panik mal angehen. Auch psychische Erkrankungen sind doch "normale" Erkrankungen und Du hast ein Recht auf Behandlung. Du brauchst da nicht mal eine Überweisung. Bei Panik ist am Besten Verhaltenstherapie.

        • (3) 17.01.17 - 10:53

          Ich stelle es einfach nur anhand der Symptome fest. Ich bin dann richtig zittrig und ja sobald ich was gegessen habe wird es besser. Meist esse ich einen Müsliriegel oder trockenes Roggenbrot. Dieser Zustand hält also nicht über Stunden an. Ich bin auch damals von Ärzten auf den Kopf gestellt worden. Alles gut. Sogar auf der Warteliste einer Verhaltenstherapie stand ich. Aber ich habe es ja alleine in den Griff bekommen. Und das möchte ich jetzt gerne wieder.

          Was mich einfach sehr verunsichert ist dass ich oft das Gefühl habe, nicht richtig da zu sein. Also so neben der Spur zu stehen. Ich denke es ist Kopfsache, aber ich möchte es gerne in den Griff kriegen. Denn die letzten Jahre war ja auch alles gut. Also muss es doch irgendwas gegeben haben was mich jetzt wieder unsicher werden lässt...

      Hallo!

      Bei mir (ich habe das auch seit Kindheit-kein Diabetes) seit Kindheit.
      Ich habe allerdings Probleme mit der Schilddrüse, nehme Thyronajod. Und bei mir ist es definitiv zyklusabhängig.

      Ich muß, wenn ich so eine Unterzucker-Phase habe immer zuckerhaltige Bonbons lutschen, besondrs natürlich beim joggen. Auch gerade am Wochenende, wenn ich länger schlafe, habe ich nach dem FRühstück nach ca. 1-2 Stunden so einen "Anfall".

      Ich habe gelernt damit zu Leben, bei den ersten Anzeichen Bonbon lutschen und dann zeitnah "richtig" essen. Gegen Abend habe ich das (glaube ich) nie!

      Lg Sportskanone

      • Stimmt ich könnte man darauf achten ob es Zyklusabhängig ist. Genau, es passiert meist 1-2 Stunden nach dem Frühstück. Ich halte mich dann bis zum Mittagessen irgendwie über Wasser (habe ständig irgendwas zu Essen im Mund) und bin froh, wenn ich was richtiges essen kann. Und dann habe ich es auch den Rest des Tages nicht mehr oder nur sehr selten.

        Vielleicht sollte ich meine Schilddrüse mal untersuchen lassen. Meine Werte waren immer Rahmen, während unserer Kinderwunschbehandlung hat mir unser Arzt trotzdem empfohlen L-Thyroxin zu nehmen. Nach der Schwangerschaft habe ich es dann irgendwann nicht mehr genommen...

        Du kommst also gut damit klar? Fühlst du dich auch manchmal so, als wärst du irgendwie weggetreten?

        • Ja klar, da geht dann nix, wenn ich nicht gleich mit Zucker gegensteuere.

          Das ist bei Sportlern der gefürchtete "Hungerast".

          Du kannst dann fast nicht mehr laufen, alles wird schwer, Hände zittern stark, du denkst du kippst um (das tut man nicht)!, schwummrig im Kopf, kannst nicht mehr klar denken. Ich habe IMMER Bonbons dabei. Ich merke es mittlerweile bevor es losgeht und steuere so dagegen..

          • Das wäre für mich mal interessant zu wissen: Warum kann man denn nicht umkippen? Ich sehe schon Sterne, aber stimmt irgendwie regeneriert es sich dann. Wobei ich mich auch oft hinlege und die Beine dann hochlager.

    (12) 17.01.17 - 10:57

    Ich habe ganz oft das gleiche Problem. Bin allerdings auch so ne Bohnenstange, wie du.

    Ich merke, dass ich schnell unterzuckere, wenn ich zum Frühstück kurzkettige Kohlenhydrate esse. Sprich, Weizenbrötchen, Marmelade, Nutella und Kellogs Flocken.

    Wenn ich eiweißreich esse, passiert das nicht. Was auch hilft ist, nicht zu snacken. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel auf und abgejagt und dann unterzucker ich immer.

    Ansonsten habe ich Vitamin D und Eisenmangel. Vielleicht solltest du mal ein Vitaminblutbild machen lassen.

    • (13) 17.01.17 - 11:02

      Ich denke auch, dass ich meine Blutwerte mal checken lassen sollte... Wie macht sich bei der der Vitamin D Mangel bemerkbar? Hast du auch oft das Gefühl, du wärst irgendwie weggetreten?

      Was gibt es dann bei dir zum Eiweißhaltigem Frühstück? Ich esse tatsächlich meist Weizenbrötchen mit Wurst, ab und zu ein Körnerbrötchen. Zu Hause eher Vollkorntoast, Roggenbrot oder Cornflakes.

      Nicht zu snacken kann ich mir gar nicht vorstellen. Wobei dann wohl eher ne größere Zwischenmahlzeit einführen ?

      • (14) 17.01.17 - 11:20

        Hast du immer das Gefühl weggetreten zu sein oder nur während der Unterzuckerung?

        Immer könnte auch B12 Mangel sein.

        • (15) 17.01.17 - 11:25

          Nicht immer. Aber sehr häufig. Unabhängig von der Unterzuckerung. Ich merke aber auch wenn ich ganz stark abgelenkt bin habe ich dieses Gefühl nicht. Wir waren z.B. am Wochenende das erste mal mit unserem Sohn richtig im Schnee. Ich war so abgelenkt, mir ging es richtig gut. Bis Mittags dann, weil ich nichts richtiges gegessen habe.

          Aber manchmal habe ich auch das Gefühl, dass dieser Zustand nach dem Essen stärker wird. Als ob vielleicht irgendwas im Essen ist, was ich nicht vertrage.... Oder eine Unverträglichkeit... Ich spreche jetzt nicht von der Unterzuckerung sondern von den Gefühl weggetreten zu sein.

          • (16) 17.01.17 - 11:34

            Ich würde ALLE Hormone checken lassen. Schilddrüse und Sexualhormone. Dann Vitamine und Mineralien (besonders auch Vitamin D und B 12, Eisen (Ferritin).
            Und anfangen darauf zu achten, ob es z.b. vor, während, nach der Mens besser/schlechter ist.
            Morgen geht bei mir am besten Milch und Vollkornmüsli, dazwischen muß ich aber noch bis Mittag was essen (Apfel, Kekse, Joghurt...)

      (18) 17.01.17 - 12:49

      Ja, ich stehe auch öfter mal neben mir und bin hundemüde, egal wie lange ich schlafe.

      Eiweißhaltiges Frühstück sieht so aus: Ein gekochtes Ei, oder Omelette, Wurst, Käse, Quark mit Beeren, Würstchen usw (Nicht alles auf einmal hihi:)

      Und dann versuche ich ca. 4 - 5 Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten zu lassen, damit der Blutzuckerspiegel konstant bleibt. Funktioniert super. Ich trinke dazwischen viel.

      Übrigens versuche ich generell weniger Kohlenhydrate zu essen. Es bekommt mir einfach nicht:)

(19) 17.01.17 - 13:20

Hi,

es könnte an der Magenentleerungszeit liegen. Bei mir ist das auch so dass ich eine beschleunigte Magenentleerung habe und dadurch der Blutzuckerspiegel rasch ansteigt und dann auch wieder abfällt. Nennt sich Dumping-Syndrom, meistens haben das zwar nur Menschen die eine Magen-OP hinter sich haben, aber wie gesagt ich habe das auch ohne OP.
Mir hilft immer genug Fett zum Essen (verlangsamt die Verdauung), und ggfs. Schokolade o.ä. eine Stunde nach dem Essen.

  • (20) 17.01.17 - 13:24

    Fettiges Essen vertrage ich gar nicht so gut... Aber ich versuche mal den Trick mit der Schokolade. Danke :-)

    • (21) 30.01.17 - 22:11

      Hallo,
      das ist ja was: ich kenne das so ähnlich auch wie Du es beschreibst. Bei mir wurde auch nichts festgestellt: SD wurde gecheckt, Blutwerte...., Insulinwerte alles super.

      Eine Ärztin sagte mir mal, dass das von den Hormonen käme und dass es vorbei ist wenn die Wechseljahre vorbei sind und ich glaube sie hatte recht. Wie alt bist du? Bei mir hat es mit Mitte 30 angefangen, bin jetzt 42 und habe es nicht mehr so oft (habe aber meine Periode nur noch selten). In der SS mit unserem Sohn, der jetzt 7 ist, hatte ich die ganze Zeit keine Beschwerden, erst nach der Geburt wieder. Ich bin allerdings nicht so dünn wie Du: wiege 61 kg bei 1,65 cm Größe. Ich würde also mal Deine Hormone beim FA checken lassen. Ich kenne das übrigens genau wie Du es beschreibst, dass man so "neben sich" steht und sich richtig konzentrieren muss und richtig schlapp ist. Bei mir dauert so eine "Freßattacke" allerdings leider manchmal 2 Tage und Nächte und ich wache dann vor lauter "Hunger" nachts auf..... Habe jahrelang auch ständig viel gegessen wenn ich diese Attacke hatte und dementsprechend hatte ich einige Jahre um die 70 kg auf die Waage gebracht....

      Ich wünsche Dir alles gute. Bzgl. der Autofahr-Angst-Attacken würde ich mich vermutlich doch mal in psychologische Behandlung begeben denn das schränkt Dich ja richtig ein. Ich fahre mit so einer Freßattacke auch nicht so gerne längere Strecken, aber so schlimm wie bei Dir ist es bei mir nicht.
      Du kannst ja mal Bescheid geben wenn Du beim FA warst. Alles Gute und ich drücke die Daumen, dass diese Attacken nicht so oft auftreten. Jeden Tag ist ja heftig.
      Viele Grüße

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