Erfahrungen mit Gynäkologen

    • (1) 27.01.17 - 09:31

      moin #winke

      an geregt durch eine Diskussion hier weiter unten wäre es mal interessant, von den unterschiedlichsten Begebenheiten mit Gynäkologen zu berichtet, oder lieber doch nicht, weils...... evtl. ......ähm....... eklig werden könnte?

      Ein Erlebnis, welches ich hatte, würde ich als kurios ein stufen. Und lehr reich. Zeigt es doch m. M. n. auf, dass einige Gyns die Frau nicht als Frau/Mensch, sondern als Objekt, welches nur unter sucht werden muss, sehen.

      Zarte Seelen jetzt bitte NICHT weiter lesen!

      Hat eine Frau die 50 über schritten, so gehört für viele Gyns die rektale Untersuchung zur routine mäßigen Untersuchung mit dazu.

      So damals auch bei mir geschehen, die Ärztin hat sich während dessen mit mir unterhalten, d. h. es ging dann um das Thema Mammographie. Und während sie mit einem Finger in meinem Hintern steckt, schaut sie mich durch dringend an und erklärt mir die Wichtigkeit des Mammographie-Screenings (die ich so, wie sie Gyns sehen, natürlich nicht sehe).

      Sie läßt also ihren Finger da, wo er ist und will mich in dieser für mich, wie man sich wohl vor stellen kann, hilflos-aus-geliefert-Lage zur Mammographie als Vorsorge drängen.

      "Ziehen Sie bitte den Finger raus, ich muss hier weg"

      bin runter, hab mich an gezogen, einer völlig verwirrten und ungläubig schauenden Ärztin die Hand gegeben und hab die Praxis auf nimmer wieder sehen verlassen. Ich gebs zu, ich war damals über fordert, über rumpelt, heute würde ich in so einer Situation anders reagieren.

      hat jemand schon mal was ähnliches erlebt? Oder ist es zu peinlich, darüber zu schreiben?
      Muss es nicht, im Urbia Forum sind Peinlichkeiten erlaubt;-)

      • Hallo,

        das mit der rektalen Untersuchung kenn ich. Bin bzw. war zu dem Zeitpunkt aber noch sehr weit von 50 Jahren entfernt.

        Mein alter supertoller FA ging in Rente und eine neue Ärztin übernahm die Praxis. Sie war vorher schon da, aber ich hatte nie Kontakt zu ihr. Sie war sehr nett, bis zu dem von dir beschriebenen Zeitpunkt.
        Ich wollte wissen warum sie DAS tun wollte. Sie faselte etwas von Sitz der Gebärmutter und Blase.....

        Das war das letzte Mal das diese Praxis mich gesehen hat. Habe mich, wie du, angezogen mein Rezept geschnappt und bin gegangen.

        Ach im Gespräch vorher meinte sie noch, wie ich denn mit 31 Jahren schon entscheiden könnte das unser Sohn (damals 3) Einzelkind bleiben sollte #schock

        LG
        Tanja

        • >>Ich wollte wissen warum sie DAS tun wollte. Sie faselte etwas von Sitz der Gebärmutter und Blase.....<<

          stimmt ja auch, irgend wie. Durch die rektale Untersuchung kann der Halteapparat der Gebärmutter, das Rektum und die Hinterfläche des Uterus beurteilt werden.

          >>Ach im Gespräch vorher meinte sie noch, wie ich denn mit 31 Jahren schon entscheiden könnte das unser Sohn (damals 3) Einzelkind bleiben sollte #schock<<

          ganz schön an maßend, oder?

      Interessantes Thema.

      Meine Erfahrungen sind leider überwiegend schlecht. Ich wurde mit Mitte zwanzig Opfer sexueller Gewalt. Ich war daraufhin lange Zeit nicht beim Frauenarzt. Irgendwann beschlossen mein Mann und ich aber, dass wir ein Kind wollen. Ich habe anfangs gezögert, eben weil mir klar war, dass mir ein Frauenarztbesuch dann kaum erspart bleiben würde. Ich habe meinem Mann von diesen Ängsten erzählt und wir haben vereinbart, dass ich mir eine Gynäkologin suchen werde, der ich vertraue und der ich davon erzähle.

      Tja, was soll ich sagen. Ich klapperte reihenweise Frauenärzte ab, aber alle waren nur genervt von mir. Sagten, ich würde mich anstellen, so ein Theater hätte noch niemand gemacht usw. Dabei habe ich ja selbst stark unter meinem Verhalten gelitten. Schon beim Betreten der Praxis hatte ich das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und auf dem Untersuchungsstuhl wurde es dann erst recht schlimm. Durch den Druck, den die Ärzte aufbauten, wurde es nur noch schlimmer. Ich bat natürlich extra darum, sehr vorsichtig vorzugehen bei der Untersuchung. Das taten leider nur wenige. Den meisten merkte man an, dass sie Zeitdruck haben und völlig genervt von mir sind.
      Ein Erlebnis war besonders schlimm. Ich habe auf dem Stuhl eine Panikattacke bekommen und statt mich eine Weile in Ruhe zu lassen, hat die Ärztin eine Helferin gerufen und gesagt "halt mal mit fest" #schock war natürlich der totale Flashback für mich. Ich habe angefangen zu schreien und hatte Todesangst (klar, die war unbegründet, aber in der Situation selbst fühlte ich so).

      Das Ende vom Lied: Ich habe die Vorsorge nur bei der Hebamme machen lassen und war lediglich dreimal zum Ultraschall dort und das auch nur ab einer Woche, in der man bereits über die Bauchdecke schallen sollte. Heute habe ich eine einigermaßen kompetente und einfühlsame Gynäkologin gefunden. Vor den jährlichen Vorsorgeterminen graut es mir aber trotzdem noch.

    Mit der von Dir gemachten Erfahrung kann ich nicht dienen.
    Aber als ich noch sehr jung war (ca. 19 Jahre alt), hatte ich häufig Probleme mit Pilzinfektionen. Ein Uralt-Frauenarzt hat mir dann so eine ganz mysteriöse Tinktur verordnet zum draufpinseln, die stechend-giftgrün war und auch tagelang als giftgrün auf der Haut sichtbar war.
    Als es nicht besser wurde, bin ich kurzerhand zu einem anderen Frauenarzt gegangen. Dort lag ich dann also auf dem Gyn-Stuhl, er schaute, lachte laut los und rief durch die gesamte Praxis: "Frau XYZ, kommen sie mal her, das müssen sie sich ansehen!"
    Es dauerte mehrere Minuten, ich lag immer noch mit gespreizten Beinen auf diesem Stuhl, bis dann irgendwann mal seine Kollegin ankam und sie sich das auch anschaute und beide gemeinsam loslachten.

    Ja, hab mich da in dieser Situation als 19 jährige UNGLAUBLICH toll gefühlt, wie sich jeder denken kann...

    Beide Frauenärzte habe ich nie wieder aufgesucht.

    • >>Mit der von Dir gemachten Erfahrung kann ich nicht dienen.<<
      du, ich meine es ganz allgemein mit den Erfahrungen beim Gyn. Nicht auf eine spezielle Untersuchung bezogen.

      >>Ja, hab mich da in dieser Situation als 19 jährige UNGLAUBLICH toll gefühlt, wie sich jeder denken kann...<<

      na, was glaubst du, wie sich eine ältere Frau erst in so einer Situation fühlen würde?
      Da legt man sich hin mit gespeizten Beinen, eine Position, die normaler weise nur Vertrauenspersonen vor behalten ist, man gibt so zu sagen Vorschusslorbeeren an Vertrauen zu einem Arzt und dann fängt der jenige an zu lachen.....
      Da fragt man sich doch wirklich, als was so ein Gyn seine Patientin sieht

Ok, halb witzig, halb grotesk.

Ich hatte - ohne es zu wissen, das kam erst Wochen später 'raus - eine Reaktion auf eine Infusions-Trägerflüssigkeit. Das erste Symptom war Juckreiz im Genitalbereich. Also ab zum Arzt, bzw. seiner Vertretung, er war im Urlaub.

Sie untersucht mich, sagt, das sei irgendwie wie ein Pilz oder auch eine Infektion, sie wüsste nicht so genau (soweit medizinisch ja auch korrekt), und außerdem, vielleicht sei es ja beides, denn "DER MENSCH KANN JA LÄUSE UND FLÖHE GLEICHZEITIG HABEN"! Währenddessen sieht mich Papst Johannes Paul II milde lächelnd von einem Foto hinter ihrer rechten Schulter an. Und ich hatte Kopfkino.

Fiese dagegen schon eher:
Es tritt Sekret aus beiden Brüsten aus. Weit und breit keine Schwangerschaft in Sicht. Es ist Freitag Nachmittag. Der Arzt untersucht mich, nimmt Blut ab, und sagt zu mir:
" Es kann "nur so" sein, wahrscheinlich ist es nix. Ich gucke nach dem Prolaktin im Blut und wenn das zu hoch ist, haben sie vielleicht einen Tumor an der Hypophyse".

Ich hatte 1,5 Tage Zeit, in der Uni-Bibliothek "Tumor an der Hypophyse" nachzuschlagen - es war weit vor dem Google-Zeitalter. Die Bilder waren entsetzlich. Beim nächsten Termin (Prolaktin war ok) habe ich mich formvollendet von ihm verabschiedet, mitgeteilt, dass ich nund nicht mehr zu ihm käme und es eine gute Idee wären, Patientinnen mit solchen Aussgaen nicht ins Wochenende zu schicken.

Ich mochte den blöden Kerl sowieso nicht....

b.

Du bist aber auch echt eine Patientin, die man seinem schlimmsten Feind nicht wünscht....#heul

So gar nicht gewinnbringend und dann auch noch mit eigener Meinung! Tse!

#blume

Wenn ich das hier alles so lese, kann ich mich echt glücklich schätzen.

Ich bin damals zu dem Gynäkologen gegangen, zu dem auch meine Mutter ging. Sie hatte kurz zuvor gewechselt, weil sie mit ihrem vorherigen Arzt auch nicht zufrieden war. Und diesen Gynäkologen hatte ihr eine Freundin empfohlen. Der Arzt war schon etwas älter und wie sich später herausstellte, war er 22 Jahre zuvor bei meiner Geburt im KH der diensthabende Arzt gewesen.

Ich war mit ihm immer sehr zufrieden, habe mich bei Untersuchungen nie ausgeliefert gefühlt und wurde immer gut über alles informiert.

Als er 2008 in Rente ging haben 2 Ärztinnen die Praxis übernommen. Ich war schon bei beiden und kann auch nicht klagen.

Ich weiß aber auch, dass es ganz anders laufen kann. Eine Freundin vom mir wechselt ständig den Gynäkologen. Und das jedes Mal mit gutem Grund. Sie hat schon versucht, bei meiner Ärztin unterzukommen, aber dort werden keine Patientinnen mehr angenommen.

  • oh, es ist so wichtig, zu lesen, dass jemand im wahrsten Sinne des Wortes "gut behandelt" wird!
    danke dafür!

    Es hat jetzt nichts mit dir zu tun, nicht dass du jetzt was in den falschen Hals bekommst, aber es gibt viele Frauen, die mit ihrem Gyn tatsächlich rund um zu frieden sind. Meist sind es Frauen, die bisher nie ein gynäkologisches Problem hatten. Oder welche, die ohne zu hinter fragen alles vom Gyn an nehmen, im abgrund tief glauben und vertrauen.

    Wer nichts in Frage stellt, kann auch nicht enttäuscht sein.

    Bei wem gynäkologisch alles ok ist, weiss nicht, wie der Gyn reagiert, was er tut, sollte es zu Krankheit od. Problemen kommen.
    Das wollte ich jetzt nur mal erwähnt haben

    • Großartige Probleme hatte ich bisher zum Glück wirklich nicht.

      Aber es geht ja auch schon mit so Sachen wie den IGeL los. Es gibt Ärzte, da fühlt man sich wie auf einer Verkaufsveranstaltung. Einer Freundin von mir wurde in der Schwangerschaft so einiges aufgedrängt. Da wird regelrecht mit den Ängsten der werdenden Mutter gespielt.

      Mir wurde kurz vorgestellt was so alles angeboten wird und warum es sinnvoll sein kann. Das aber ohne jegliche Panikmache. Und nachdem ich gesagt hatte, dass ich das alles nicht machen möchte, war es nie wieder Thema.

Hallo

die Erfahrungen von 44 Jahren kann ich nicht aufschreiben.Das wäre mir doch zu viel Arbeit.

Ich hatte mehr gute als schlechte Erfahrungen, was damit zusammenhängt ,dass ich von Anfang an bei Bedarf wechselte.
Einige Jahre hatte ich sogar zwei FA.
Der eine war ganz toll mit Schwangeren, andere Beschwerden interessierten ihn nicht so wirklich.
Meine Mutter hatte über 40 Jahre denselben FA, bis zu dessen Ruhestand.Ihre positive Einstellung hatte sicherlich Auswirkungen auf uns Töchter.
Ich habe handwerkliche Unfähigkeit wie zum Beispiel (beim Spirale einsetzen, Damm-Naht nicht hin gekriegt), fachliche ( Pille verschreiben ohne Untersuchung und Anamnese) und menschliche erlebt.

Aber eben auch sehr viel Verständnis und Empathie.
Dazu gehören für mich u.a.viel Zeit, angewärmte Instrumente, Fachwissen auf aktuellem Stand und keine Euro Zeichen in den Augen.Vor allen Dingen auch keine Vorschläge oder Operationen, die man bei der eigenen Frau auch nicht machen würde.
Aber das ist ein anderes Thema

In Ballungsgebieten gibt es jetzt auch vereinzelt Gyns mit naturheilkundlichen Ansätzen.

Ich hatte früher schon mal jahrelange, private Sonder-Behandlung und werde auch zukünftig
durch meine Tochter an der Quelle sitzen.

L.G.

  • na, würde ich alles auf schreiben, es würde STUNDEN, ach was, WOCHEN, nein MONATE dauern;-)
    >>Ich hatte früher schon mal jahrelange, private Sonder-Behandlung und werde auch zukünftig
    durch meine Tochter an der Quelle sitzen.<<

    dieses Glück haben aber die aller wenigsten.

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