Panikattacken und permanentes Unwohlsein

    • (1) 28.02.17 - 18:57

      Hey zusammen,

      mein Name ist Helena, ich bin 21 Jahre alt und mache derzeit eine Ausbildung in der Radiologie.

      Angefangen hat alles als ich in meiner Praxis, während ich mit einem Patienten gearbeitet habe, meine Hände zu zittern begannen. Kurz darauf wurde mir schon sehr schwindelig, mein Herz begann stark zu schlagen und ich musste mich hinlegen.

      Nach drei EKGs, unzähligen Blutdruckmessungen und zwei Blutuntersuchungen durfte ich endlich nach Hause, nach diesem schrecklichen Tag.

      Zwei Tage hatte ich noch Krankenschein, und dort bereits ein schlechtes Gefühl, hinsichtlich dem wieder arbeiten gehen.

      Zwar war ich am ersten Tag etwas weinerlich, doch habe ich ihn überstanden. Positiv gelaunt dadurch habe ich es am zweiten Tag auch probiert und wurde eines Besseren belehrt. Alles ging wieder eine Weile gut, danach wurde mir schwindelig und ich musste mich hinlegen.

      Ich dachte es liegt in dem Fachbereich in dem ich arbeite und habe mich erst einmal an die Anmeldung versetzen lassen, doch das Gleiche. Herzklopfen, extremes Unwohlsein, Unwirklichkeitsgefühle und der extreme Drang weg zu wollen.

      Jetzt habe ich seit bestimmt drei-vier Wochen Krankenschein und alles ist nur noch schlimmer geworden.

      Mein Körper denkt sich jeden Tag neue Symptome aus, die mich panisch werden lassen, auch wenn ich es versuche so gut wie möglich in Schach zu halten.

      Von Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Herzklopfen, Enge und Spannung im Hals, den stark ausgeprägten Unwirklichkeitsgefühlen bis hin zu Zittern der Hände und kalten Füßen ist alles dabei. Ich habe Angst alleine zu Hause zu sein, weil ich die Befürchtung habe wieder umzukippen oder an irgendeiner Krankheit zu leiden.

      Meine Neurologin hat mir Lasea verschrieben, meinen Schilddrüse ist trotz Hashimoto gut eingestellt und ich habe nach den Symptomen meinen Nuva-Verhütungsring abgesetzt, in der Sorge dass es daran liegt.

      Derzeit warte ich auf einen Psychotherapietermin und hoffe dass ihr irgendwelche gleichwertigen Erfahrung, oder aufmunternde Worte und Tipps habt.

      Bin um jeden Rat sehr sehr sehr sehr dankbar, bitte macht mir nur nicht noch mehr Angst.

      Danke im Voraus,

      Helena.

          • Ah.ok, das ist was anderes.
            Mir persönlich hat das überhaupt nichts gebracht.ausser Sodbrennen, da ich anscheinend Lavendelöl nicht vertrage.
            Vielleicht hast du ja mehr Glück und das hilft dir!
            Gute Besserung.

      Mir hat damals bei meinen Panikattacken eine Frage nachhaltig geholfen.
      Zuerst habe ich mein "Notprogramm" gestartet und mich auf eine ruhige tiefe Atmung konzentriert.
      Wenn die Attacke dann abgeebbt war habe ich mich gefragt "was will ich (da eben ) nicht erleben?"
      Panik ist ja so etwas wie Flucht vor etwas von dem etwas gefährliches, unangenehmes , unerwünschtes vermutet/erwartet.
      So habe ich mich mit meinen Ängsten auseinandersetzen können und konnte selektieren was begründete Ängste udn was nicht sind und konnte dementsprechend agieren.

      Vielleicht hast du Ängste entwickelt, die im Zusammenhang mit deinem Beruf stehen.
      Auslöser können scheinbar harmlos sein.
      Psychologische Betreuung ist nicht die schlechteste Wahl.

      Gute Besserung :-)

    • Hallo!

      Ich bin im Moment so ziemlich in der selben Situation wie du!

      Krank .. prinzipiell jetzt seit Ende Oktober mit immer mal wieder Arbeits-versuchen. Die hab ich jetzt aufgegeben, weils eh nix bringt :-(
      Symptome die selben.. Zittern, Schweißausbrüche, Restless legs, Enge im Hals, Herzklopfen wie verrückt, Schwindel, Schwarzwerden vor Augen,..

      Arzt sagt, das ist der Stress (was jetzt nicht so abwegig is.. haben Haus gebaut, haben zwei Kinder, war nebenbei noch 4 Tage die Woche arbeiten und mein Mann ist selbstständig .. d.h. quasi nicht da), aber ich glaube nicht daran, dass es nur der Stress war.
      Nachdem mich sowohl Psychotherapeut, als auch Kunsttherapeuting und Heilpraktikerin (habe ich alle deswegen aufgesucht) auf die SChilddrüse angesprochen haben, habe ich mir meine TSH-Werte angeschaut und festgestellt, dass dieser seit OKtober von 1,00 auf 0,71 abgesunken ist. Daher geh ich grad auf die Schilddrüse und seitdem ich da Tropfen nehme, merke ich leichte Besserung.
      Bin aber immer noch recht in der Schwebe und habe immer wieder Panikattacken :-(
      Habe jetz auch ne Kur beantragt und genehmigt gekriegt.

      Is alles sehr langwierig und ich finde, das schlimmste an allem ist die Geduld, die man sich selbst gegenüber haben muss. Die ständigen Panikattacken sind grauenhaft..

      Hast du Freunde/Familie, der du dich anvertrauen kannst? Ich bin mit der ganzen Situation relativ offen und erzähle es sehr vielen, weil es mir besser geht, wenn man Bescheid weiß, warum ich manchmal so komisch bin :-/ und mir ist aufgefallen, dass es sehr sehr viele Leute gibt, die dasselbe oder sehr ähnliche Problem auch schon hatten/jemand kennen, der sowas hatte. Finde das muntert auf ;-)

      Ich denke und hoffe, dass wir mit Therapie auf dem richtigen Weg sind und das alles wird wieder gut #klee#klee#klee#klee#klee

      Lg und ganz ganz viel Geduld und Zuversicht #sonne
      aiko

    Hallo

    ich lebe seit gut 17 Jahren mit Panikattacken; eine erste Therapie ließ mich den Auslöser dafür finden. Vorher wurde alles gut durchgecheckt, daher sind körperliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen.

    Ich habe angst- und panikfreie Phasen, aber meine Seele und auch mein Körper sagen mir durch die Symptome sehr deutlich, wann es Zeit ist, mehr auf mich zu hören. Ich springe immer sofort an, wenn ein Verlust irgendwelcher Art ansteht - bei schweren Krankheiten ebenso, besonders wenn sie das Herz betreffen. Meine Mutter ist damals ganz plötzlich an einem Herzinfarkt (der aus ihrer bestehenden Erkrankung resultierte, aber dennoch ganz unerwartet kam), verstorben. Da liegt bei mir der Zusammenhang... Weiter auszuholen, würde den Rahmen sprengen

    Was mir in Akutsituationen oft geholfen hat, meine echt gute Heilpraktikerin, die mir Bachblüten auf den Leib "schneiderte". In schlimmen Zeiten konnte ich nicht mal in ein Auto einsteigen und mein Lebensradius war mehr als eingeschränkt. Durch Puddingbeine traute ich mich nicht mehr aus dem Haus und allein die Fahrt als Beifahrer von 10 km zur Heilpraktikerin waren eine Himmelfahrt und Schwerstarbeit für mich...

    Ich habe mehrere Therapien durch, immer mal wieder zur Auffrischung des Erlernten und vor 3 Jahren eine Heilpraktikerin für Psychotherapie gefunden, die einen ganz anderen Ansatz hatte und mir damit noch mal einen Riesenerfolg bescherte.
    Sie macht halt auch Körpertherapie und Gesprächstherapie sowie Gestalttherapie und alles fließt und greift ineinander. ebenso habe ich bei ihr eine spezielle Traumatherapie gemacht mittels EMDR, was einen dicken Durchbruch gab. Das hatte die normale Psychotherapie nicht geschafft.

    Nun noch mal zu Dir: gab es einige Monate oder Wochen zuvor etwas, was Dich beschäftigte?
    Versuch noch einmal zu schauen, was mit dem Patienten war - gab es Parallelen zu Eltern, Großeltern, Menschen die Dir am Herzen liegen?
    Macht Dir die Arbeit Freude, sind die Kollegen nett?

    Betreibe in diese Richtungen ein wenig Forschung, vielleicht wirst Du da pfündig. Spür genau in Dich hinein - welche Gefühle kommen auf, wenn Du z.B, an den Tag denkst, an dem Du deinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hast? Herzklopfen, Unwohlsein, schwitzige Hände, Grummeln im Bauch...
    Sprich für Dich laut aus, was Dich vllt stört bei der Arbeit, an bestimmten Situationen...

    Vielleicht kommt dabei schon was, mit dem Du der Panik / Angst auf die Spur kommen kannst.

    Und immer schön ATMEN, ein zwei tiefe Atemzüge und schön langsam wieder ausatmen.
    Bewegung baut auch Stress ab - und Angst macht Stress und raub Energie.
    Mach Dir Deine Lieblingsmusik an und tanze oder bewege Dich einfach dazu wie Du magst.

    Vorher mal reinhorchen in Dich "wie geht es mir jetzt grade" und nach 10 Minuten Bewegung horche aus Neue: wie geht es mir jetzt - bin ich lockerer, gehe ich aufrechter; ist das Grummeln im Bauch weg, ist mein Kopf freier, etc. , p.p.

    Leicht ist das nicht, aber es funktioniert!

    Liebe Grüße und gute Besserung

    Hallo Helena,

    ich kann dir nicht aus erster, aber doch aus zweiter Hand berichten. Meine allerbeste Freundin litt eine Weile lang an üblen Panikattacken, dein Text hätte von ihr sein können.

    Mit der Psychotherapie bist du auf dem genau richtigen Weg. Bei ihr hat das sehr schnell geholfen, schon nach den ersten Sitzungen war eine Verbesserung da, und mittlerweile sind die Panikattacken zu 95% weg und die übrigen 5% hat sie zu beherrschen gelernt.

    Das Wichtigste: Du hast anscheinden für dich schon erkannt, dass es ein psychisches Problem ist. Damit hast du - und das ist kein Gequatsche, nur um dich aufzumuntern - den größten Teil des Weges schon geschafft. Die meisten sehen das nämlich nicht ein und rennen von Arzt zu Arzt.

    Wahrscheinlich wird am Ende der Psychotherapie irgendein Trauma stehen, dass du nicht bewältigt hast/nicht bewältigt bekommst und das sich über die Panik einen Weg nach draußen sucht. Da kann und will ich aber nicht vorgreifen.

    Wichtig: Scheue auch nicht den Weg ins Krankenhaus, wenn du mal meinst, der Panik nicht mehr Herrin zu werden. In den Notaufnahmen kennt man dieses Krankheitsbild. Du bist damit nicht alleine. Im Gegenteil. Das haben ganz viele.

    Behalt den Kopf oben.

    Vielleicht kann dir beim Warten auf die Psychotherapie das Buch "Wenn plötzlich die Angst kommt" von Roger Baker helfen. Das kostet gut angelegte 9,95. Erwarte keine Wunder, aber ein bisschen was verstehen lernen kannsst du damit!

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