Deine Geschichte: Zahnarztangst

    • (1) 06.05.17 - 20:25
      Inaktiv

      Hallo ihr lieben,
      ich bin total am Ende. Ich habe keine guten Zähne. Vorne ist meines Wissens alles okay, aber drei Backenzähne brökeln. Ich habe sehr weichen Zahnschmelz und während meiner zwei Schwangerschaften hatte ich jeweils ein halbes Jahr Dauerbrechen. Wenn ich Zahnpasta nur gerochen habe oder die Zahnbürste zu weit nach hinten in den Rachen rutschte, musste ich würgen oder brechen. Ich will mich nicht raus reden. Ich hätte schon lange mal zum Zahnarzt gehen sollen. Aber ich habe extreme Angst. Herzrasen, Schweißausbrüche, Übelkeit und Co.

      Angst habe ich eigentlich schon seit meiner Kindheit, doch mein schlimmstes Erlebnis hatte ich vor vier Jahren. Ich war frisch verheiratet und frisch schwanger (das erste Mal), als ich furchtbare Zahnschmerzen bekam und ich mich zum Zahnarzt quälte. Der Zahnarzt war einfach schrecklich. Er zog mir zwei Zähne. Ich fragte ob ich in den kommenden Tagen ein Schmerzmittel nehmen dürfe, aber er meinte, dass ich für mein Baby lieber darauf verzichten soll und es eine gute Übung für die Geburtsschmerzen wären. (Heute weiß ich, dass ich sehr wohl eine Paracetamol nehmen hätte dürfen) Als die Nakose nachließ hatte ich furchtbare Schmerzen. Ich konnte nichts essen, nicht schlafen, nicht liegen. Es waren unglaubliche Schmerzen. Eine Woche später war ich unendlich froh, dass ich kaum noch Schmerzen hatte, doch dann setzten Blutungen ein und ich hatte eine Fehlgeburt, die nicht unbedingt mit meinem Zahnarztbesuch zu tun haben muss. Ziemlich wahrscheinlich hätte ich mein Baby auch so verloren.

      Seitdem ist viel passiert und glücklicherweise bin ich doch noch Mutter geworden. Nun steht für meinen Sohn demnächst der erste Zahnarztbesuch an und ich will ihm ein gutes Vorbild sein. So geht es für mich übernächste Woche zum Zahnarzt. Ich habe unglaublich Angst und noch etwas bereitet mir schlaflose Nächte. Wir haben nicht so viel Geld und nun frage ich mich, wie wir die wahrscheinlich auf uns zu kommenden Kosten stämmen sollen.

      Falls jemand von euch ähnliches erlebt hat, würde es mir helfen, wenn du deine Geschichte mit mir teilen könntest.
      Liebe Grüße
      Anne

      • Hallo Anne,

        ich bin auch so ein Angsthase. Übelkeit, Appetitlosigkeit, Zittern, schon Tage vor dem Zahnarzttermin.
        Von Kindheit an. Meine Mutter hat mir immer erzählt es täte nicht weh.....und natürlich tat es weh! So war mein Vertrauen dahin.
        Und der Zahnarzt war ein "Metzger", ich habe oft den Mund nicht aufgemacht und als Folge setzte es Ohrfeigen von meiner Mutter. Tja, so baut man Ängste ab und Vertrauen auf *Ironieon
        Bin dann als Erwachsene jahrelang nicht zum Zahnarzt, erst wenn die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren....und dann war es für den Zahn immer zu spät. Hate mit 19 meine erste Krone/Brücke und Lücken.
        Vor einigen Jahren wurde mir ein Zahnarzt empfohlen der auf Angstpatienten spezialisiert ist und mit Hypnose arbeitet. Und ich habe es nicht bereut - auch eine etwas längere Anfahrt dafür in Kauf nehmen zu müssen.
        Mittlerweile habe ich teilweise grosse lange Sitzungen hinter mir, alles ist saniert und ich gehe brav jedes halbe Jahr zur Kontrolle und Zahnreinigung (den nächsten Termin mache ich schon bei der Kontrolle).
        Ich sitze immer noch nicht entspannt im Stuhl, aber es ist erträglich.
        Hypnose musste ich übrigens noch nie in Anspruch nehmen, weil dieser Mann so vorsichtig, rücksichtsvoll und verständnissvoll ist, dass es nicht nötig war (ist ja auch eine finanzielle Frage). Er hat nach und nach und nach immer mehr Vertrauen aufgebaut und mir die schlimmsten Ängste genommen. Nie etwas versprochen was er nicht halten konnte (schmerztechnisch), mir nie falsche Hoffnungen gemacht und mich nie unter Druck gesetzt. Ich fühle mich gut aufgehoben und habe vollstes Vertrauen mittlerweile.
        Nie wieder würde ich zu einem Zahnarzt gehen der nicht auf Angstpatienten spezialisiert ist. Wobei er der 1. und Einzige ist den ich kenne *g - keine Ahnung ob da alle so gut sind.

        Wenn du also die Möglichkeit hast, würde ich an deiner Stelle versuchen einen Zahnarzt zu finden der spezialisiert ist. Wenn eure finanzielle Situation nicht so gut ist, ist es natürlich schwierig mit Hypnose. Aber wie gesagt: ich habe sie nie gebraucht. Alleine das Wissen sie im Hintergrund zu haben hilft mir mich zu entspannen.

        Deinem Sohn ein gutes Vorbild zu sein dürfte schwierig werden. Kinder sind sensibel und bekommen auch die feinsten Schwingungen mit....auch die unausgesprochenen.
        Du musst ihm deine Ängste ja nicht direkt erzählen, aber ich würde auch nicht versuchen sie zu verheimlichen. Für "kritische" Gespräche und zur Behandlung würde ich ihn nicht mitnehmen.

        Meinen Sohn hat übrigens keine Angst vorm Zahnarzt. Ich habe als "Vorbild" bei mir immer nur nachschauen lassen ....ohne Behandlung, dann war er dran - ohne Probleme und Angst.

        Was die Kosten betrifft: berede das mit deinem Zahnarzt. Es kommen eh keine Kosten auf dich zu von denen du nicht vorher weisst. Es gibt bei grösseren Behandlungen und hohen Kosten vorher einen Heil-und Kostenplan den du bei der Krankenkasse einreichst. Dann erfährst du was die Kasse übernimmt, bzw. was du selbst zahlen musst.
        Und viele Zahnärzte lassen heute auch Ratenzahlung zu.

        Alles Gute
        Rudy

        Hallo,

        ruf doch einfach beim Zahnarzt an und frage, ob ihr erst mal nur reden könnt. Also so ganz ohne Untersuchung. Dann ist der Druck etwas weg und du kannst erzählen, warum du solche Angst hast und auch Fragen stellen. Wenn du das Gefühl hast, dass es passt, dann wirst du sicherlich auch lockerer.

        Viele Grüße,
        lilavogel

        Hier sitzt ein gruseliger Zahnarztschisser! Aber da ich auch noch ein bißchen eitel bin und auch Zahnschmerzen hasse, gehe ich schon zum Zahnarzt. Aber glaub mir, die Tage vorher sind schauderhaft.
        Da mich meine bisherige Zahnärztin als goldenes Kalb ansah und mir JEDESMAL Implantate einreden wollte und prof. Zahnreinigung alle 2 Monate (dann wären wohl bald keine Zähne mehr da, da ich auch sehr weichen Zahnschmelz habe) hab ich gewechselt. Mir brach eine Ecke vorne ab und meine Eitelkeit trieb mich hin.
        Habe von vornherein mit offenen Karten gespielt und meine Feigheit zugegeben sowie auch den Fakt, dass man sich an mir leider nicht dumm und dämlich verdienen kann und ich niemals Implantate setzen lassen werde. Fronten geklärt, Zahnarzt schmunzelte und pappte mir meine verlorene Ecke supertoll wieder an.
        Nächster Termin im Juni - Parodontosebehandlung - absolut nicht fein, aber da muss ich durch. Das Drama hab ich geerbt und alle Putzerei hilft da nichts, in die Zahntaschen kommt man ja nicht rein. Ich werde hingehen - notfalls nehm ich vorher pflanzliche Beruhigungstropfen. Wenn Du wissen willst, welche, schreib mich per PN an. Die helfen mir in allen Lebenslagen ;-)

        Lieber Zahnarzt als nochmal ein Kind kriegen - definitiv! Bitte mach erstmal einen reinen Gesprächstermin aus - dann hast Du weniger Druck und der ZA weiß Bescheid, dass er Dir nur das anbieten soll, was auch die Kasse zahlt. Es gibt immer eine kostengünstige Variante.
        LG Moni

      • Hallo, hier ist noch so ein Kandidat :-) Als Kind schwer traumatisiert, jahrelang nicht zum Zahnarzt gegangen, irgendwann ließ sich das ganze nicht mehr schön reden. Letztes Jahr habe ich es dann in Angriff genommen, ich habe gezielt nach einem Arzt gesucht, der sich mit Angstpatienten auskennt und auch Behandlungen unter Sedierung durchführt. Was soll ich sagen, dieser Arzt war der absolute Glücksgriff. Der 1. Termin war nur zum Gespräch, ich war sehr offen und ehrlich, sowohl was meine Panik betrifft als auch die Tatsache, dass ich nicht so viel Geld habe. Beim 2. Termin hat er dann einen Status gemacht und wir haben angefangen, einen Behandlungsplan aufzustellen. Klar war, dass die 2 größeren Geschichten (Ziehen der Weisheitszähne und Einbringen von einem Implantat) unter Sedierung gemacht werden (absolut geniale Sache!!!), den Rest habe ich so geschafft. Das ganze ist jetzt 9 Monate her, letzte Woche hatte ich meine Abschlussuntersuchung. Ich bin inzwischen völlig angstfrei, ich würde sogar sagen, dass ich mich freue, wenn ich dort einen Termin habe, weil in dieser Praxis eine sehr angenehme Atmosphäre herrscht, ich hätte nie gedacht, dass das ein Arzt schaffen kann. Die Kosten kann ich übrigens in 12 Monatsraten abzahlen.

        LG Dani

          • Jou, dachte ich auch.....#schwitz

            Glaube mir, nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich überhaupt mal ansatzweise entspannt auf einem Zahnarztstuhl sitzen kann. Schon alleine der Geruch, wenn man eine Zahnarztpraxis betritt, die Instrumente, die vor einem gerichtet da liegen und vermeintlich hämisch lachend darauf warten, einen zu quälen :-D Aber das ist in dieser Praxis alles anders. Eine sehr angenehme Atmosphäre, im Stuhl sitzend blickt man auf einen großen Park, die Instrumente liegen, zumindest solange ich auf den Arzt warte, nicht direkt vor mir, er hat immer gesagt, dass er sofort aufhört, wenn es unangenehm wird, die Helferinnen legen einem immer wieder beruhigend die Hand auf die Schulter... Es ist eine rundum Wohlfühlatmosphäre und der Arzt selbst ist einfach klasse. Ich habe nicht einmal einen minimal erhöhten Puls, wenn ich dort bin. Ich habe mal geschaut, Du hast auch eine 7er Postleitzahl, die Praxis ist in Stuttgart: http://www.dr-bodendorf.de/ Ich kann ihn wirklich nur empfehlen :-)
            LG Dani

            • Lieben Dank für Deine Antwort - aber 100 km fahr ich doch nicht zum Zahnarzt. Ich hab eine neue Praxis gefunden, nachdem ich der letzten Abzockerin entronnen bin. Sie hatte so kleine Räume und enge Stühle, dass schon allein das Platzangst hervorrief #schwitz Dazu noch das dauernde Gelabere von Implantaten und prof. Reinigung - ich kam mir schon vor wie ein Ferkel. Dabei ist bei mir eine Schallzahnbürste, Zwischenraumbürstchen und Mundspülung im täglichen Einsatz #schwitz Ich hasse gelbe belegte Zähne, weil ich sehr gerne lache!
              Ja die jetzige Praxis ist auch sehr weiträumig, hell und das Personal freundlich, ich denke, das passt schon. Aber Zahnärzte sind für mich wie Mathe-Lehrer - Liebe wird das in diesem Leben keine mehr #rofl
              LG Moni

              Ah, dann ist gut! Ich wusste ja nicht, aus welchem 7er PLZ-Gebiet Du kommst. Laut Bewertungen fahren tatsächlich Patienten recht weit, um sich von ihm behandeln zu lassen. Aber wenn Du eine Praxis gefunden hast, in der Du Dich wohl fühlst, ist alles bestens, als Panik- oder Angstpatient ist das Grundvoraussetzung :-)
              Ich habe mir übrigens ein Implantat setzen lassen, weil ein Zahn seitlich im Sichtbereich gezogen werden musste und das ganze war, von den Kosten mal abgesehen, überhaupt kein Problem und ich bin so begeistert. Hätte ich diesen Arzt früher gefunden, ich hätte mir viel Leid ersparen können, aber so alt bin ich ja noch nicht und so haben wir noch ein paar gemeinsame Jahre vor uns ;-)
              Und das mit den Mathelehrern kann ich auch unterschreiben, so ab der 11. Klasse dachte ich, der könnte genauso chinesisch reden, ich würde genauso viel verstehen :-D
              Dann alles Gute Dir und liebe Grüße

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