Schwere Depression

    • (1) 06.10.17 - 11:17

      Hallo
      Ich bin 30, verh., 2 Kinder 7+2. Ich habe lange schon eine schwere Depression. Angefangen durch eine nicht gut behandelte Wochenbettdepri. Wieder ausgelöst durch frühchengeburt.
      Ich nehme tbl und gehe zur ambl LZ Therapie. Früher stand eine Reha mit kids an die ich nicht antreten konnte weil ich nicht fit selbstständig dazu war und der platz dann verfiehl.
      Ich bin schon lange aus dem Beruf draußen. Finanziell ist das so sehr schwer zu stemmen. Ich wünsche mir nicht sehnlicheres als arbeiten zu gehen zu können u mein Beruf und Alltag mit Kindern und Familie zu schaffen. Bei mir schwindet die Hoffnung das ich es je erreiche. Ich werde immer weiter vertröstet und es heißt ich brauche noch Zeit. Ich kämofe gegen die Depression an und ich erkenne keine Verbesserung. Ich schaffe meine Aufgaben nicht.
      Letzte Std fragte mich meine Therapeutin wie wichtig die Arbeit denn sei? Ich erklärte und sie erklärte das es ja auch die Möglichkeit der erwerbsmindetungsrente gäbe. Ich war fassungslos. Ich will das alles nicht. Erfülle die Voraussetzung nicht und möchte dich gesund werden. Eine ganz normale Frau - wie ihr...!!!


      Gibt es hier jemand der in einer ähnlichen Situation vielleicht schon einmal war??????

      • (2) 06.10.17 - 15:27

        Es gibt doch noch viel mehr Möglichkeiten für Dich! Eine Reha kannst Du nochmals beantragen. Du kannst auch einen akutstationären Aufenthalt in einer psychosomatischen/psychiatrischen Klinik machen. Manche Kliniken nehmen auf extra Mutter-Kind-Stationen zumindest auch Kleinkinder mit auf. Dann kannst Du auch Tagesstatonär in eine psychosomatische Klinik gehen, da schläfst Du nachts zu Hause.
        Die meisten Kliniken haben einen guten Sozialmedizinischen Dienst, die genauer einschätzen können, wie es beruflich für Dich weiter gehen kann. Vielleicht brauchst Du eine Umschulung, da Dein alter Arbeitsplatz nicht leidensgerecht ist. Wenn gar nicht klar ist, wie es beruflich weiter gehen kann, gibt es eine sogenannte Arbeitserprobung. Da bist Du in einer Klinik und versuchst, in verschiedenen Arbeitsbereichen zu arbeiten. Immer begleitet von Therapeuten und Sozialarbeitern und Ärzten.
        Wenn sich dabei herausstellt, dass Du auf dem normalen Arbeitsmarkt nicht mehr arbeiten kannst, gibt es noch die Möglichkeit, einen speziellen Arbeitsplatz für psychisch Kranke zu bekommen. Das ist ähnlich wie Arbeitsplätze für Körperbehinderte.
        Du siehst, es gibt noch viele Möglichkeiten für Dich! Hast Du eine Freundin, die Dir bei den Anträgen und beim Suchen nach dem richtigen Platz helfen kann? Als erstes brauchst Du wohl eine geeignete Klinik für Dich.
        Viel Erfolg und Gute Besserung!

        • (3) 06.10.17 - 16:43

          Danke das war sehr informativ. Ich habe keine Freundin.
          Wie sollen die Einrichtung gehen. Ich kann mein Schulkind nicht allein lassen. Die muki s sind für Kleinkinder. Die anderen nicht. Was soll ich mit den Kinder n machen. Mein Mann Arbeit Schicht 100%

          • (4) 06.10.17 - 16:50

            Das ist, gut, dass Du einen Mann hast! Es gibt die Möglichkeit, dass die Rentenversicherung(Reha) oder die Krankenkasse eine Haushaltshilfe/Familienpflege bezahlt, die dann zu Euch nach Hause kommt und Deine Kinder betreut. Das geht auch jetzt schon! Anträge gibt es bei der Krankenkasse und bei der Rentenversicherung. Dein Hausarzt oder noch besser dein Psychiater muss dann ein Formular ausfüllen und genau erklären, wie lange und warum Du die Haushaltshilfe brauchst. Bei stationären Aufenthalten wird das immer genehmigt! Die kann dann auch über Monate bei Euch helfen!
            Genauere Informationen zur Familienpflege kann Dir auch die nächste Diakoniestation geben.

            • (5) 06.10.17 - 17:21

              Das ist aber fürchterlich. Das kann ich nicht... tut mir leid aber das kann ich mir nicht und der dem Rest antun. Leider habe ich mir der Therapeutin auch schon über viele Optionen geredet. Die Leidtragenden sind die Kinder. Mir tut das sowas von weh...

              • (7) 06.10.17 - 19:34

                Meinst Du, Deine Kinder leiden nicht unter Deiner Depression??? Wir hatten schon oft eine Haushaltshilfe bei uns zu Hause und die Kinder haben nicht gelitten!!! Manchmal war ich mit dabei, da ich krank war oder frisch entbunden hatte, manchmal war ich mit ein oder 2 Kindern in Reha, weil ich nun mal mehrere Kinder habe und manche schwer chronisch krank sind und oft in Reha oder akut stationär müssen. Der Rest der Kinder war dann zu Hause und wurde von der Familienpflegerin betreut. Die sind gut ausgebildet und machen ihren Job wirklich gut!! Du kannst da jetzt auch schon Hilfe haben. Mit einer schweren Depression bekommst Du doch Haushalt und Kinder kaum noch gebacken. Und wenn die Kinder an die Haushaltshilfe gewöhnt sind, was spricht dagegen, dass Du dann in eine Klinik gehst?
                Die Kinder brauchen eine gesunde Mutter! Das kannst Du aber nur werden, wenn Du mehr Hilfe in Anspruch nimmst als bisher!

                • Hallo

                  Das sehe ich auch so. Ich war vor 2009 in reha und das war gut so. Im letzten Jahr hatten wir viel Stress uns ich merke das ich wieder am Limit bin . Das habe ich aber früh genug gemerkt und werde jetzt eine Mutter /Kind kur beantragen.

                  Meine große war wegen Depression in der Klinik und mein Mann hatte eine posttraumatische belastungsstörung plus burnout. Dazu vier weitere Kinder davon zwei mit förderbedarf.

                  Meinem Mann geht es wieder gut und meine Tochter hat auch alles wieder im griff.

                  Durch die ritzerei meiner Tochter bin ich sehr ängstlich geworden.

                  Die beiden jüngsten mussten das alles mit erleben und ich glaube das es der richtige Weg ist mit der Kur.

                  Und zur Krönung darf ich meinen Beruf nicht mehr ausüben. 🙄

                  Aber dafür habe ich Montag einen Termin beim Arbeitsamt.

                  Könnte natürlich den Kopf in den Sand stecken, das ist aber kein Ziel. 😊😊😊

                  Lg

                  • Lass Dich aber bei einer Beratungsstelle (z.B. Diakonie) gut beraten, damit Du die richtige Klinik für Euch findest!
                    Ich finde es toll, wie Du Dein Leben anpackst! Ihr schafft das! Auch das mit dem Beruf wird sich noch regeln.

                    • Hallo

                      Danke. Das werde ich machen. Habe am Mittwoch meinen Jahres Check beim Arzt und der kennt die Geschichte mit meinem Mann und unserer Tochter ( alle den gleichen Hausarzt ) und der wird mir helfen.

                      Mit dem Beruf kann es nur besser oder schöner werden. Mal sehen was das Leben noch so bringt. 😊😊😊
                      Wünsche dir ein schönes Wochenende.

                      Lg

      (11) 06.10.17 - 20:06

      Hallo,
      ich würde mich wohl als erstes an eine Familienberatungsstelle (Caritas o.ä.) oder das Jugendamt wenden.
      Es gibt die Möglichkeit, dass ihr sozialpädagogische Familienhilfe bekommt.

      Während einer schweren depressiven Episode halte ich eine Reha für nicht möglich. Da wäre ein stationärer Klinikaufenthalt sinnvoller.
      Wenn du das wegen deiner Kinder nicht willst, erkundige dich nach einer erreichbaren Tagesklinik.

      Mach einen Schritt nach dem anderen, fang mit dem an, was am wenigsten unmöglich erscheint.
      Aber versuche dir bewusst zu machen, dass die Kinder wahrscheinlich mehr unter einer evtl. dauerhaft beeinträchtigten Mutter leiden, als unter einer vorübergehenden Abwesenheit dieser.

      Erwerbsminderungsrente stand bei mir auch mal im Raum, ich konnte mir das gar nicht vorstellen.
      Es war mit Sicherheit nicht einfach (wird es wohl auch nie werden), aber das Thema ist erst einmal vom Tisch. Jetzt arbeite ich „schon“ seit zwei Jahren wieder mit 33 Stunden die Woche und gehe nach wie vor gerne zur Arbeit.
      Andererseits würde eine befristete Rente dir Zeit geben, wieder auf die Beine zu kommen.

      Das waren jetzt alles spontane Gedankengänge, ich hoffe, es ist irgendwas hilfreiches für dich dabei.

      Alles Gute, mokli

      • (12) 06.10.17 - 20:28

        Danke!!! Für alle Antworten!!!! Ich weiss das sicher mit meinen Kindern!!! Ich mache es mir ja nicht leicht und denke sehr an sie!!!!!!!!! Ich weiss auch wie es für ein Kind ist wenn die Mutter krank ist u weg ist. Bei mir war das so. Es war für mich die Hölle. Ich war 6 Jahre und es hat mich sehr geprägt. Leider... das sieht man alles erst später.
        Ich weiss nicht welchen Schritt ich tun soll. Mit meinem Mann reden kann ich darüber nicht. Er wartet eher ab...so würde ich es beurteilen aber weiss auch nicht ob ich falsch liege.

        • (13) 06.10.17 - 21:17

          Ich wollte mit meinem Beitrag absolut nicht sagen, dass du es dir zu leicht machst #liebdrueck

          Hat deine Therapeutin keine Idee, wie ein nächster Schritt aussehen könnte?
          Ich fand die sozialpädagogische Familienhilfe sehr gut, dort ging es um uns alle, und darum, was wir tun können , damit es uns als Familie besser geht.
          Es hat mich aber viel Überwindung gekostet, beim Jugendamt Hilfe zu suchen.
          Einfacher für mich, war erstmal der Kontakt zur Familienberatungsstelle der Caritas.

          Lg, mokli

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