Burnout/Depression- wie merkt man, dass es besser wird?

    • (1) 22.10.17 - 19:24

      Hallo zusammen,
      Ich brauche mal ein wenig Hoffnung. Seit Februar leide ich unter einer Erschöpfungsdepression, habe eine Therapie begonnen und mich mehr oder weniger durch letzten Monaten gekämpft. Es gab bessere und schlechtere Zeiten, aber "gut" ging es mir nie. Medikamente habe ich bisher abgelehnt.
      Da der erhoffte Durchbruch bisher ausgeblieben ist und mir zunehmend die Kraft für Job und Familie fehlt, habe ich mich auf anraten meines Psychaters nun doch längere Zeit krankschreiben lassen und nehme seit ein paar Tagen ein AD in geringer Dosierung zum Einschleichen.
      Wie aber merkt man, dass es bergauf geht? In den letzten Monaten gäbe es immer mal bessere Zeiten, und immer wenn ich dachte, ich habe es geschafft, kam wieder die nächste schlechte Phase. Das ist so anstrengend...
      Wie ist es Euch ergangen?
      Lg PoKe

      • Hallo,

        Du merkst, dass es besser wird, wenn Dir alles wieder leichter fällt und Du von allein den Antrieb findest, etwas zu tun.

        Dabei ist ein Antidepressivum sehr hilfreich, braucht aber einige Wochen, bis es wirkt. Dann sollte es Dir im Ideal allerdings wirklich besser gehen.

        Wichtig ist, dass Du erkennst, dass ein AD nur eine Therapie unterstützt. Viel wichtiger ist es, herauszufinden, wie Du Dich so erschöpft hast und warum. Diese Dinge müssen ja geändert werden, sonst findest Du Dich in einem Jahr wieder an dem gleichen Punkt, an dem Du jetzt bist.

        Ich kann Dir hierzu ein außerordentlich gutes Buch empfehlen:

        "Burnout kommt nicht nur von Stress" von Dr. Miriam Prieß

        Ich habe es schon mehrere Male gelesen und es hilft einem, eine Erschöpfungsdepression wirklich im Ansatz zu verstehen. Helfen kann dann allerdings nur eine psychotherapeutische Behandlung.

        Bist Du weiterhin in Behandlung?

        Viele Grüße


        ng

        • Ja, ich bin weiterhin in Therapie. Ob es zielführend ist, muss sich zeigen. Es sollte eine Verhaltenstherapie sein, leider ist es so, dass ich nur rede und er zuhört. Konkrete Hilfestellungen gibt es - auch auf gezielte Nachfrage- nicht. Zumindest kenne ich mittlerweile meine Knackpunkte.
          Manches ist schon leichter geworden: ich kann die Socke, die auf dem Boden liegt einfach aufheben oder das Glas im Vorbeigehen wegräumen. Auch das Aufstehen mirgens fällt mir nicht immer so schwer.
          Allerdings ist die Grundstimmung weiterhin schlecht. Ich freue mich morgens schon darauf, abends wieder ins Bett zu können, denn dort ist die Welt irgendwie in Ordnung. Weiterhin bin ich oft genervt von den Kindern, die wirklich unglaublich lieb und pflegeleicht sind. Das macht mich traurig. Von daher hoffe uch, dass nun durch das Medikament etwas mehr Energie reinkommt.
          Danke für Deine Antwort.
          PoKe

      Hallo!

      Das Problem ist, dass du noch auf einen "Durchbruch" hoffst.
      Das Leben besteht nun mal aus guten und schlechten Tagen. Und wenn du schon mal eine Depression hattest, wirds auch mal schlechtere Tage geben.
      Passiert einfach.

      Besser gehts dir irgendwann. Dann, wenn du nicht mehr drauf lauerst, dass der "Durchbruch" kommt.
      Eines Tages sitzt du am Frühstückstisch und denkst: "Oh mir gehts irgendwie ganz gut."
      Wirst du sehen :-)

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