Hochsensibel?

    • (1) 31.10.17 - 23:04

      Da meine Tochter viele Auffälligkeiten hat bin ich im Netz auf den Test für hochsensible Kinder gestossen. Ich will das noch von der Psychologin abklären lassen aber mich hier schon mal bis dahin informieren bei betroffenen Eltern. Was bedeutet das für euch im Alltag und in welchem Alter bekamt ihr die Diagnose? Vielen Dank für eure Erfahrungen!

      • (2) 01.11.17 - 11:35

        Hallo
        leider ist Hochsensibilitaet noch nicht sehr anerkannt, ich bin da auch bei Psychologen selten auf fruchtbaren Boden gestossen.
        Meine Tochter ist auch hochsensibel. Ich empfehle dir das Buch "Das hochsensible Kind", das hat mir sehr geholfen.
        Es gibt auch in Facebook Gruppen da bin ich auch.
        und es gibt hier auch einen CLUB
        Wenn du über die FB Gruppen mehr INfo willst dann schreibe mir eine pn

        LG

      Was sind den für dich "Auffälligkeiten" bei deiner Tochter?

      Hochsensibel ist keine Krankheit, sondern eine Gabe.

      • Es sind immer mehr Verhaltensweisen in den letzten Jahren dazu gekommen. Angefangen mit Schreikind. Schlafproblemen. Inzwischen kann sie nur noch wenige Kleidungsstücke tragen weil alle anderen ihr weh tun "in ihren Augen oder auf der Haut". Ihr ist es ganz oft irgendwo zu laut oder zu hektisch oder zu dunkel oder es stinkt. Es ist für sie dann unerträglich. Sie ist schüchtern spielt lieber lange allein. Hat extrem viel Phantasie und bastelt kreativ. Kritik verträgt sie nicht beim verlieren flippt sie aus. Sie hat einen Hang zum perfektionismus Sauberkeit und ordnungswahn. Grübelt viel seit Jahren über ernste Themen seit Jahren schon . Inzwischen verweigert sie feste Nahrung.Ich fand sie irgendwie oft "anders" aber bin erst jetzt drauf gekommen.

        • Schreikinder gibt es unter sensiblen und wenig sensiblen Kindern. Das ist kein Kriterium. Das andere passt alles.

          Inzwischen kann sie nur noch wenige Kleidungsstücke tragen weil alle anderen ihr weh tun "in ihren Augen oder auf der Haut".

          Versuche drauf einzugehen, zwingen hat keinen Zweck. In Kleidung muss man sich wohl fühlen. Bestimmte aufdringliche Muster oder Farben können tatsächlich in den Augen wehtun, sie sind einfach nicht harmonisch anzusehen. Und dann sind es Materialien wie kratzende Wolle, die sensible Kinder nicht auf der Haut vertragen.

          Ihr ist es ganz oft irgendwo zu laut oder zu hektisch oder zu dunkel oder es stinkt. Es ist für sie dann unerträglich.

          Geräuschempfindlichkeit, zu viele Eindrücke, Geruchsempfindlichkeit. Die Menschen sind verschieden. Das muss man akzeptieren.

          Sie ist schüchtern spielt lieber lange allein.

          Hochsensible brauchen keine Gruppen, um sich wohl zu fühlen. Die Vorgänge innerhalb der Gruppe sind für sie überfordernd aber auch vom Niveau her zu flach.

          Hat extrem viel Phantasie und bastelt kreativ.

          Hier kommen wunderbare Talente zum Vorschein. Bitte fördern und loben!!!

          Kritik verträgt sie nicht beim verlieren flippt sie aus.

          Das kommt mit der Lebenserfahrung noch später dazu. Welches Kind kann schon gut verlieren oder gut mit Kritik umgehen.

          Sie hat einen Hang zum perfektionismus Sauberkeit und ordnungswahn.

          Das hört sich für meine Ohren jetzt sehr abwertend an. Welche Mutter wäre nicht erfreut, wenn ihr Kind Sauberkeit und Ordnung liebt. Ich würde dir empfehlen, das positiver auszudrücken.

          Grübelt viel seit Jahren über ernste Themen seit Jahren schon.

          Eine Denkerin, aus ihr kann noch Großes werden. Alle Großen fangen früh mit ihrer Begabung an aufzufallen.

          Inzwischen verweigert sie feste Nahrung. ....
          Sollte man geschickt gegensteuern. Mit Dekorieren, mit sehr gutem ansprechendem Zubereiten hat noch fast jedes Kind zugelangt ... Keinen Druck aufbauen.

          • Vielen Dank für deine Tipps . Ich fange gerade erst an mich damit zu beschäftigen. Ich sehe eben nur dass sie oft unter sich selbst leidet. Zum Beispiel kommt sie zu spät zur Schule da sie an dem Tag quasi keine Kleidung erträgt oder obwohl sie extrem müde ist immer den Zwang hat aufzuräumen oder 10 mal die Decke glatt legt oder einfach die Lehrerin ignoriert wenn sie kritisiert wird oder völlig ausflippt wenn man eine Sache aus dem Ordnungssystem entnimmt oder verweigert ein haarband zu tragen obwohl sie es in der Schule soll weil es "weh tut". Ein normaler Umgang ist für uns schwer. Für andere Menschen oft auch. Deshalb kann ich nicht viel positives sehen. Obwohl sie sicher das sauberste und ordendlichste Kind der Stadt ist *g*.

            • Ich sehe eben nur dass sie oft unter sich selbst leidet.

              Das ist leider so. Das kommt viel auch daher, dass es nur 10-15 % Hochsensible in einer Welt von wenig Sensiblen gibt. Die Welt wäre ganz anders, wenn alle Menschen hochsensibel wären. Dann wären sie keine Außenseiter, keine "merkwüdigen" Menschen.

              Zum Beispiel kommt sie zu spät zur Schule da sie an dem Tag quasi keine Kleidung erträgt

              Die Kleidung sollte man am Abend vorher aussuchen und dann keine Diskussion drüber, wenn sie am Abend zugestimmt hat das am nächsten Tag zu tragen.

              "...oder obwohl sie extrem müde ist immer den Zwang hat aufzuräumen oder 10 mal die Decke glatt legt"

              Da kannst du als Mutter doch ein wenig regulierend helfen. Sie kann ja aufräumen, aber es muss ja nicht zum unpassendsten Zeitpunkt sein. Schlag ihr vor, es zu einem bestimmten anderen Zeitpunkt zu tun.

              " oder einfach die Lehrerin ignoriert wenn sie kritisiert wird "

              Mit Kritik können nicht mal alle Erwachsenen umgehen, wie kann man das von einem Kind verlangen? Lernt anders zu kritisieren. Eine Kritik immer in ein Lob einpacken, so dass das Gesamtpaket verdaulich wird.

              "oder völlig ausflippt wenn man eine Sache aus dem Ordnungssystem entnimmt"

              Sensibler werden! Autisten haut das auch völlig um.

              "oder verweigert ein haarband zu tragen obwohl sie es in der Schule soll weil es "weh tut"."

              Muss sie unbedingt lange Haare haben? wer hat das entschieden? Vielleicht wären kurze Haare sinnvoller?

              "Ein normaler Umgang ist für uns schwer. Für andere Menschen oft auch. Deshalb kann ich nicht viel positives sehen. Obwohl sie sicher das sauberste und ordendlichste Kind der Stadt ist *g*. "

              Du kannst herausfinden, was alles positiv an ihr ist und das kommentieren. Wenn du ein positives Bild über sie gewinnst, wird das auf ihren Selbstwert und ihre Frustrationstoleranz günstig wirken. Wer kann schon auf Dauer glücklich sein, wenn er von der Umgebung, und sogar von Mama ständig gespiegelt bekommt, man sei "seltsam", "anders", "antrengend", "vom Ordnungwahn befallen", kurz gesagt, man ist einfach nicht ok.

              Nicht ok sein ergibt ein Lebensmuster - "ich bin nicht ok." Das ist ganz schlimm, es läßt sich später kaum noch ändern.

              • Ja das stimmt. Sicher mache ich auch viel falsch obwohl ich mich ständig bemühe aber ich will ja auch dran arbeiten aber ich bin da eben nicht die perfekte Mutter. Sie war schon immer sehr selbständig und will alles allein entscheiden. Manchmal schaffe ich es das sie abends Sachen raus legt aber morgens ist alles vorbei und sie will nichts mehr. Es stimmt ich bin oft "genervt und frustriert von ihrem Verhalten was auch oft daran liegt das ich sie nicht verstehen kann. Haare ist auch so ein Thema:man darf die nicht anfassen schneiden auch nicht. Das ist für Eltern schon belastend.

                • (10) 01.11.17 - 14:02

                  Auch wenn sie hochsensibel und weitgehend selbständig ist, - das ist natürlich gut - musst du nicht alles hinnehmen und durchgehen lassen.

                  Setze ihr bitte klare Grenzen, wie jedem Kind. Bis hierher und nicht weiter. Wenn sie morgens nicht anziehen wollte was sie abends ausgesucht hat - und das Wetter hat nicht überrraschend geändert - dann würde ich drauf bestehen dass es dabei bleibt und fertig. Das machst du ihr abends schon klar.

                  Konsequent aber liebevoll - das macht eine gute Erziehung aus.

                  • (11) 01.11.17 - 14:14

                    Das ist eben auch eins der Probleme sie hört nicht auf uns und kein Druck der Welt Drohungen Konsequenzen bringt sie davon ab. Wenn die Konsequenzen umgesetzt werden erträgt sie es lieber statt sich zu fügen. Auch überzeugen kann man sie selten. Strafen schimpfen helfen Erklären sie macht einfach dicht. Keine Chance. Das finde ich einfach nicht normal weil das bei anderen Kindern ja auch funktioniert.

                    • (12) 01.11.17 - 14:16

                      Und sie gewinnt den Machtkampf gegen die Mutter?

                      • (13) 01.11.17 - 15:49

                        Ein Machtkampf gibt es nicht. Von gewinnen kann man nicht sprechen. Sie kommt lieber zu spät zur Schule und dafür gibt es dann kein Taschengeld.

                        • (14) 01.11.17 - 16:24

                          Dann kommt sie eben zu spät. Hauptsache sie trägt die Verantwortung für das Zuspätkommen und nicht die Mutter.

                          • (15) 01.11.17 - 16:43

                            Ja und die Mutter wird zum Lehrergespräch eingeladen. Aber da hab ich auch die Situation erklärt auch wegen der Haare. Bisher war die Lehrerin auch verständnisvoll. Aber das ganze schreien und Heulen und Sachen schmeissen zieht sich hin. Zum Glück haben wir flexible Arbeitszeiten. Aber es zehrt an den nerven. Und so ist es mit allem mit ins Bett gehen usw

                            (16) 01.11.17 - 16:45

                            Oh weh. Da braucht ihr sicher Hilfestellung von außen. Vielleicht findest du unter den empfohlenen Adressen eine gute Hilfe?

                            (17) 01.11.17 - 16:54

                            Ja auf jeden Fall brauchen wir Hilfe. Das belastet die ganze Familie. Leider haben wir eine Therapie abgebrochen und die 2. Therapeutin die ich super fand wollte es nicht machen also weiter suchen. Deshalb hatten wir jetzt alle Vierteljahr die Termine bei der Psychiaterin. Geht bei meiner Tochter eh alles nur bei Frauen mit Männern tat sie sich schwer.

          (18) 01.11.17 - 13:36

          Ach so sie ekelt sich vor festem Essen das ist das neuste Problem. Ernährt sich nur noch flüssig. Mit Druck (egal worum es ging) kam man bei ihr noch nie weiter dann macht sie dicht.

          • (19) 01.11.17 - 13:52

            Versuche herauszufinden, welches feste Essen ein Schlüsselerlebnis geschaffen hat, dass sie jetzt alles feste Essen ablehnt.

            Mein Sohn hat ab einem bestimmten Zeitpunkt Pilze abgelehnt, aber nur wenn die Pilze in Stücken verkocht waren. Pulverisierte Pilze im Essen waren dagegen kein Problem. Und gekochte Möhren hat er auch abgelehnt. Wir hatten viel Streit und Frust darüber, weil ich es nicht verstand.

            Später kam heraus, dass er einmal von bestimmten Pilzen schlimme Bauchschmerzen und Panik bekommen hatte. Die Konsistenz dieser Pilze war ähnlich wie gekochte Möhren. Es war lediglich die Konsistenz, die als Auslöser (Trigger) fungiert, um die Panik, den Ekel, die Angst wieder auszulösen, die er damals nach den Pilzen erlebte.

            • (20) 01.11.17 - 13:57

              Das Schlüsselerlebnis war ein Stück Brötchen.

              • (21) 01.11.17 - 14:03

                Und was ist mit dem Stück Brötchen für ein Unglück passiert???

                • (22) 01.11.17 - 14:15

                  Es ist im Hals stecken geblieben und sie dachte sie erstickt.

                  • (23) 01.11.17 - 14:18

                    Absolut nachvollziehbar, sie hat Todesängste gelitten und soll nun wieder in diese Lage kommen?

                    Eine Frau ist an einem Stück Fleisch im Restaurant erstickt. Ihr blieb das Stück im Hals stecken, sie hustete, sie rannte zur Tür und brach dort tot zusammen. Erstickt.

                    Kannst du deiner Tochter eine zeitlang ohne Vorwürfe einfach nur flüssige Dinge und püriertes Essen zubereiten, liebevoll und ansprechend angerichtet?

                    • (24) 01.11.17 - 14:24

                      Ich kannte auch jemandem dem das passiert ist....leider....

                      Sie trinkt ja Saft und Kakao und Milch aber ich habe Angst das das nicht mehr aufhört.

                      • (25) 01.11.17 - 14:57

                        Also bist eigentlich DU das Problem und nicht das Mädchen.

                        Du hast Angst, und deswegen MUSS das Töchterchen festes Essen essen, und zwar bald?
                        Glaubst du im Ernst, dass das Kind mit 18 noch immer nur flüssige Milch und Saft trinken würde?

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